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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-09-21 · 38 (21.9.1906) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
38 (21.9.1906)
Date
1906-09-21
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 38 Dr. Llocb's Mlocvenscvnn. Seite 847 dicht bevölkerte Sibirien, auf die überfüllten Gefängniffe, auf die vielen aufaerichteten Galgen und auf die zerschossenen Häuser in Siedler. Wenn er dann noch zur Erhöhung des moralischen und finanziellen Kredites eine kleine Füsilade oder eine Schießerei mit Maschinengewehren draufgibt, wer könnte da noch widerstehen? Wir sind überzeugt, daß es Millionen regnen wird, wenn der Zar nur den Mund aufmacht. Große Perzente wird er ja versprechen, da er beim Versprechen immer groß ist. Gr. K. Das „Deutsche Bolksblatt" zeichnet sich immer aus. Vor allem in dem Artikel, in welchem es für die russischen Behörden, deren Massenmorde stets die Sympathien der Bluthunde von Polna finden, ein Recht auf Ruhe verlangt. Man darf also noch so gemein, tyrannisch und roh sein, so hat man nach dem Begriff des „Deutschen Volksblatt" ein gesetzliches Recht auf Ruhe. Daß diese Ruhe mit der Einberufung der Duma sofort käme, ist dem Antisemitenhofnarren wahrscheinlich unbekannt. Natürlich bekommen die Juden ihren Teil als Erzrevolutionäre. Ohne die Juden nirgends eine Revolution! Doch kaum war ihm das schöne Wort entfahren, meldete schon wieder der Telegraph eine blutige Erhebung aus Katalonien, dem Herd beständiger, von den erzkatholischen Karlisten angezettelter Revolution. In Spanien gibt es fast keine Juden. — Der andere Artikel war ein Jammerruf über die jüdische und magyarische Korruption in Budapest. Glückliches Budapest, rief jeder nach dem Lesen aus, wie würde es dir erst ergehen, wenn du unsere Christlich-Sozialen hättest! I. Th. Die Interpellation über Anzengrubers „Kreuzelschreiber" im Gemeinderat war Notwehr. Die Christlich-Sozialen, die Schutztruppe des Klerikalismus, zittern für ihre Herrschaft, wenn jemand dem Volke die Wahrheit sagt. Da hätten sie sich so lange mit der Verdummung ihres Volkes mit Sachverständnis geplagt, damit dann so ein Kerl von Dichter kommt und Idealismus predigt? Nieder mit dem judenliberalen Anzengruber und überhaupt der ganzen ölendigen Kunst, die auch nur so ein jüdischer Schwindel ist! Sie haben recht! Komödien kann man ja im Gemeinderat haben und Operetten beim Wimberger. A. L. Ein anderes Manuskript kam bereits früher. Alte Abonnenten, Linz. Wenden Sie sich an das Wohltätigkeitsamt der israel. Kultnsgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2. Anlässlich des - tßoscbbascbono* jfestes - entbieten ihren Verwandten und Freunden herzlichste Glückwünsche: nuiD ntD’» Je. k Landesschulrat Dr. Gustav Kohn und Frau Wien. Dr. Emil Adler Wien, 1., Seitenstettengasse 4. m nvns Dr. Dl. Lieben Wien. Rabbiner Dr. D. Feuchtwang und Frau XVIII., Fdelhofg. 3G. Rabbiner Dr. Bach u. Frau XVII., OttaTcringerstr. 40. Oberkantor Be/a Gullmann Wien, Asperngasse 2. Rabbiner Dr. Bauer u. Frau Wien (Josefstadt). Erster Kantor S. Jurberger und Frau Wien, II., Tempelg. 3. Jak. Kann und Frau II., Gr. Mohreitg. 23. Britdei' Goldmann I.. Adlergasse 3. Oberkantor J. Heller u. Frau Ilrünn. Restaurateur S. Kunstadt und Frau II., Gr. Schiffgasse G. Leopold Trebltsch und Frau XVI., Gangelbauerg. 38. Salomon Simon und Frau Wien, I. Xeutorgus.se 20. Herr u. Frau j Michael Neurath II.. Gr. Schiffg. 12. j Oberkantor S. Tominberg und Familie Zürich. Weinhändler Edm. Back und Frau Königsfeld. Rudolf Goldstein und Frau Wien, II., Taborstr. ~>4. Max Marmorosch Stiftung für Haudclsakademiker. Am 5. Kislew (22. November 1906) als dem Sterbetage des Herrn Max Marmorosch gelangen aus obigem Stiftung ein oder zwei Plätze im Betrage von K 660.— bezw. je K 330. - an arme israelitische Schüler der Wiener Handelsakademie zur Verleihung. Unter den Kompetenten genießen bei gleicher Würdigkeit in erster Linie den Vorzug solche Bewerber, welche mit dem Stifter Herrn Jakob Marmorosch, mit dessen Gattin, Frau Rachel geb. Löbl oder mit deren Schwiegersöhnen, Herrn Hermann Lemberger und Herrn Carl Pisling verwandt sind, in zweiter Linie solche, welche in Bukarest geboren oder dort ihre Erziehung ganz oder zum Teile genoffen haben. Die mit einem Geburts-, Armuts- und den bisherigen Schulzeugniffen, sowie eventuell mit den im Sinne deS vorhergehenden Absatzes ein Vorzugsrecht begründenden Nachweisen belegten Gesuche sind bis 30. September 1906 im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengaffe 4. I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Das Kuratorium der Freiherrlich von Rothschild'schen Künstler- Stiftung verlautbart, daß aus den Erträgniffen derselben mehrere Stipendien im Mindestbetrage von je X 800.— für das Jahr 1906 zur Verleihung gelangen. Kompetenzberechtigt für diese Stiftung erscheinen mittellose, jüdische, in Oesterreich wohnhafte Künstler oder Künstlerinnen osterr. oder ungar. Staatsbürgerschaft, die ihren Beruf auf dem Gebiete der Architektur, der Bildhauerei, der graphischen Künste, der Malerei oder der musikalischen Komposition selbständig auszuüben befähigt find. Unter den, den obigen Erforderniffen

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