Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 35 (31.8.1906)
- Date
- 1906-08-31
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021656-3021692--15698-3040478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 592 Dr. Llocv's MocoenscbrLtt. Nr. 35 Übung seines verantwortungsvollen Ehrenamtes verhindert war, ist gegenwärtig wieder vollkommen hergestellt und versieht nach Wie vor persönlich die Agenden des Kultuspräsidenten. Dem Herrn Präsidenten sind an diesem Tage zahlreiche Kundgebungen der Sympathie und Verehrung aus allen Kreisen der israelitischen Kultusgemeinde und von auswärts zugekommen. Wien. (F e st g o t t e s d i e n st.) Aus Anlaß der Thronbesteigung des Sultans Abdul -Hamid findet Freitag den 31. d. M.. abends halb 7 Uhr, im türkischen Tempel, II., Zirkusgasse 22, ein Festgottesdienst statt. Wien. In unserer vorigen Nummer hat sich ein unliebsamer Irrtum eingeschlichen. Herr Sandor Beer Salpeter ist nicht Vorstandsmitglied des Tempelveceines im LI., sondern im X. Bezirke. Er hat anläßlich der Feier seiner silbernen Hochzeit dem Tempelverein eine Thorarolle und ein Kle-Kodesch gespendet, die bei der Kaiserfeier eingeweiht wurden. Wien. Am 22. d. M. ist in Baden bei Wien Herr Michael Berger, Taubstummenlehrer i. P., nach langem schweren Leiden im 71. Lebensjahr verschieden. Der Verblichene war nahezu 40 Jahre am Allg. österr.-israel. Taubstummeninstitute tätig und hat sich als Lehrer, wie auch durch schriftstellerische Arbeiten in Fachkreisen einen Namen erworben. Wien. Vom 31. August d. I. (Freitag abends) angefangen wird im Josefftädter Tempel VIII., Neudeggergasse 12, welcher während des Sommers wegen der vorgenommenen Adaptierungei', (innere Ausschmückung, Malerei rc.) gesperrt war, der Gottesdienst wieder abgehalten. Tempelsitze für die hohen Feiertage sind im Sekretariate (Tempelgebäude) täglich von 4—7 Uhr abends zu haben. Wien. Das bestbekannte Institut für Aesthetik und Tanz der Herren H e i m a n n und Singer beginnt am 2. September mit seinen täglichen Kursen. Die Einschreibungen erfolgen täglich (II., Praterstraße 43). Studierende und Beamte genießen Preisermäßigung. Beginn des renommierten Kinder- und Jugendkurses (Tageskurs) 3. Oktober. Neue Kurse, die sich stets starken Zuspruches aus der besten Gesellschaft erfreuen, beginnen immer am 1. und 15. Mitteilungen des innerösterr Diftriktskomitees. Das innerösterr. Distriktskomitee teilt mit. daß auch dieses Jahr in allen Räumen des Kongreßbureaus (IX., Türkenstr. 9) an den hohen Feiertagen ein Gottesdien st stattfindet, weshalb die P. T. Gesinnungsgenossen und ihre Damen eingeladen werden, rechtzeitig die gewünschten Plätze zu belegen. Anmeldungen rc. sind zu richten an Herrn T e i t e l b a u m im Kongreßbureau, der auch nähere Auskünfte erteilt. Das innerösterreichische Distriktskomitee: Der Präsident: Der Schriftführer: Dr. I. Margulies. Adolf Böhm. Krems. Nach langem Leiden verschied Montag den 27. d. M. der allgemein beliebte und geachtete Herr Philipp Singer. Der Verstorbene war Mitglied des Kultusvorstandes und 25 Jahre lang versah er das Amt eines Friedhofvorstehers. In uneigennütziger Weise hat er dieses aufopfernde Amt versehen, zahlreichen Familien war er ein Tröster und seine Herzensgüte hat alle, die mit ihm verkehrten, an ihn gefesselt. Eingesendet. Löbliche Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift" in Wien. Euer Wohlgeboren! Der ergebenst Gefertigte bittet um Aufnahme nachstchender Zeilen in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes: In Köni ginhof a. E. in Böhmen, einer volkreichen Industriestadt, wo über 60 meist wohlhabende israelitische Familien wohnen, weigern sich sämtliche christliche Fleischhauer, die rituelle Schlachtung an den zur Schlachtbank gebracht n Tieren vornehmen zu lassen, obzwar man von Seite des Kultusvorstandes ihnen so weit entgegenkam, den Schächter unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Durch diese Weigerung, mit welcher die Fleischer ihre antisemitische Gesinnung an den Tag legen, kommen aber jene Kultusgemeindemitglieder, die auf rituell geschlachtetes Fleisch reflektieren, in große Verlegenheit. Dem geschilderten Uebelstande würde am besten dadurch abgeholfen werden, wenn sich ein jüdischer Fleischhauer in Königinhof a. E. niederließe, der gewiß von Seite der israelitischen Bevölkerung auf die weitgehendste Unterstützung bei diesem seinem Unternehmen rechnen könnte. Indem ich Euer Wohlgeboren für die Aufnahme meinen innigsten Dank abstatte, zeichne ich mich mit besonderer Hochachtung als Ihr ergebenster Diener Em. Pollak. Austerlitz. (Trauung.) Sonntag den 2. September l. I. findet in Austerlitz die Trauung des Fräulein S e l m a Krampflieek, Tochter des Getreidehändlers Herrn Ignatz Krampflieek, mit Herrn G u st a v S ch i l d, Beamter der Union- Bank in Wien, statt. Jüdisch-Akademische Ferialverbindung „Emunah" in Bielitz. Die Jüdisch-Akademische Ferialverbindung ..Emunah" in Bielitz, welche die älteste Ferialverbindung der Monarchie ist, veranstaltet am 9. September a. e. in den Adlersälen ihr XX. sem. Stiftungsfest. Aus Anlaß dieser Feier gibt die Verbindung eine Festschrift heraus, die n. a. Artikel von Sr. Ehrwürden Rabb. Dr. Kurrein (Teplitz), Dr. Krenberger (Wien) enthält. Der Kommers selbst wird, den Vorbereitungen nach zu schließen, einen recht amüsanten Verlauf nehmen. Wir laden auf diesem Wege alle Bb. und Freunde herzlich ein I. A. d. A. C. phil. Mich. Steuer ing. Alfred Merory dz. * dz. *** Holleschau. Die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas" aus Brünn veranstaltet am 2. September 1906 in Holleschau einen Kommers mit anschließendem Tanzkränzchen. Die Tendenzrede hält Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. Re a ch aus Goya. Hohensalza. In Weytschin ist der jüdische Gastwirt Baschwitz zum Vorstandsmitglied der katholischen Schulgemeinde gewählt worden. Das Dorf ist durchweg polnisch und es wohnt dort nur ein jüdisches Schulsozietätsmitglied, der genannte Gastwirt. Herr Baschwitz teilt nun dem „Dziennik Kurj." mit, daß er die Wahl ablehne, um den Angriffen der polnischen Presse ein Ende zu machen. Im Uebrigen habe er an der katholischen Schule in Weytschin dasselbe Interesse, wie jeder andere Bürger, da er zu den Kosten derselben beisteuere und als Kind selbst die Schule besucht habe. Buezacz. Auf Veranlassung des Buczaczer Zionvereines wurde eine Versammlung von Obmännern sämtlicher zwanzig Bethäuser in Buczacz, wie auch der.hervorragenden Bürger unter Vorsitz des Kultuspräsidenten Herrn Abisch Stern und des Rabbinats (Beth-din) abgehalten, in welcher beschlossen wurde, nur Palästina-Ethrogim zu kaufen. Somit werden Heuer in Buczacz nur Ethrogim unseres heiligen Landes verkauft werden. Soborten. Samstag den 8. September l. I. feiert Se. Ehrwürden Herr Rabbiner H. Galandauer mit seiner Ehegattin I o s e f i n e, geborene R u d o l f e r, das Fest der silbernen Hochzeit. Schwientochlowitz. Der „Ritualmord-"Wahnwitz hätte hier beinahe großes Unheil angerichtet. Die jüdischen Handelsleute Rechnitz und Klatter aus Polen waren geschäftshalber hierhergekommen. Ersterer hatte seine beiden Knaben mitgebracht, die unterwegs in Streit gerieten, der in eine Prügelei ausartete. Der Vater trat dazwischen und strafte die Knaben ab, die deshalb zu weinen begannen. In der dichten Volksmenge, die sich im Nu um die Handelsleute gebildet hatte, verbreitete sich sofort die Kunde, die zwei Knaben seien christlicher Herkunft und von den Juden geraubt worden, um „zu rituellen Zwecken abgeschlachtet" zu werden. Der Pöbel fiel über die beiden Männer her, mißhandelte sie in überaus roher Weife und schleppte sie zu dem Gendarmerie-Wachtmeister Skolik, der die Menge