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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-08-24 · 34 (24.8.1906) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
34 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 84 Dr. BlodTö Wochenichrlft. Gerte 567 Vom Aakrmarkl des Lebens. Jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina im Herbst 1906. Seitdem Dr. Theodor Herzt, den VI. Zionistenkongreß in Basel beschließend, die Psalmenworte gesprochen hat. sind sie nicht mehr unserem Sinne entschwunden. Ein teures Vermächtnis unseres geliebten Führers, sind sie gleichzeitig der vollendetste Ausdruck unseres innersten Gefühls, der tiefen Sehnsucht unserer Seele. Wir alle sind von dem Wunsche erfüllt, mit eigenen Augen jenes Land zu sehen, wo jeder Stein, jede Scholle Erde die Erinnerung an die glorreichsten Tage unserer Geschichte wachruft, das Land, mit dem die schönsten Hoffnungen für unsere Zukunft verknüpft sind. Palästina aus eigener Anschauung kennen lernen — dieser Traum so Vieler kann nun leicht in Erfüllung gehen. Wir müssen ibn aber 'auch zur Erfüllung bringen, sofern unserer zionistischen Arbeit wahrhaft zionistischer Erfolg erblühen soll; denn nur auf jenem heiligen Boden, in jener Atmosphäre, unter jenen wackeren Pionieren jüdischer Kultur, die mit Begeisterung und im Schweiße ehrlichen Schaffens, die Grundsteine für unser Werk legen, nur dort kann sich unser Herz für die großen Aufgaben des Zionismus voll und ganz erwärmen, nur dort können wir jene Begeisterung und Tatkraft aufbringen, welche die Arbeit für unser Volk von uns erheischt. Von dieser Erkenntnis durchdrungen hat der VII. Zionistenkongreß den Besuch des heiligen Landes den Gesinnungsgenossen empfohlen. Wir sind die Vollstrecker seines Willens, wenn wir diese Reise möglichst weiten Schichten unseres Volkes ermöglichen. Eine große jüdische Volksreise wollen wir veranstalten, die zugleich eine Vergnügungsreise in des Wortes edelstem Sinne sein und eine Fülle landschaftlicher Schönheiten des Orients uns erschließen soll. Hierzu laden wir alle Juden und Freunde Palästinas ein. Gesinnungsgenossen! Wir hatt-n Schwierigkeiten verschiedener Art zu bewältigen, ehe wir mit diesem Projekte an Euch herantreten konnten. Aber dank der Unterstützung bewährter Fachmänner, welche schon früher die „Israelitischen Gesellschaftsreisen nach Palästina" geleitet hatten, insbesondere aber des Direktors des bekannten jüdischen Reisebureaus „Tabor" in Jerusalem, unseres Gesinnungsgenossen A. Grajevsky, der von Palästina hierhergekommen ist. um das Zustandekommen dieses Werkes zu sichern, sind wir heute so weit, um Euch zur Teilnahme an unserer Reise auffordern zu können. Wir glaubten unserem Zwecke am besten zu dienen, indem wir auf folgende Momente das Hauptgewicht legten: 1. Günstige Reisezeit. 2. Interessante Reiseroute mit reichhaltigem, anregendem Programm. 3. Möglichste Bequemlichkeit für die Teilnehmer, bürgerlicher Komfort. 4. Praktischste, technische Durchführung unter Leitung bewährter und erfahrener Fachmänner. 5. Festhaltung des jüdischen, respektive des zionistischen Charakters der Reise auf allen Linien. 6. Billigste Teilnahmspreise. Unsere Reise nimmt Ende Oktober 1906 ihren Anfang und dauert bis in die zweite Hälfte November. Diese Zeit empfiehlt sich sowohl durch die ruhige See — im November sind Stürme beinahe vollkommen ausgeschlossen — als auch durch die angenehme Temperatur und das günstige Wetter, welches zu dieser Zeit in Palästina herrscht. Anmeldungen für diese Reise werden bis spätestens 15. September l. I. angenommen und find an den Unterzeichneten Zionistischen Zentralverein, Wien, IX.. Türkenstraße 9, zu richten. Ebendahin sind gleichzeitig als sichersiellende Anzahlung 150 Kronen einzusenden. Der Restbetrag ist bis 10. Oktober l. I. zu entrichten, worauf der Mitreisende die Teilnehmerlegitimation erhält. Die Einzahlung kann in Oesterreich auch mittelst Erlagscheines der k. k. Postsparkasse erfolgen, den wir über Verlangen einsenden. Eine Rückvergütung der Anzahlungen an Teilnehmer, die ihren Rücktritt erklären, kann nicht geleistet werden. Nur wenn die Reise aus irgend welchen Gründen durch uns nicht zur Ausführung gelangen sollte, erhalten die bereits angemeldeten Teilnehmer den vollen Anzahlungsbeitrag zurückerstattet. Es liegt im Interesse des Gelingens unseres Reisezuges sowie im Interesse eines jeden Teilnehmers, uns die Anmeldungen ehestens zukommen zu lassen, damit wir in der Lage sind, rechtzeitig alle jene technischen Verfügungen zu treffen, welche den Erfolg der Reise sowie die Bequemlichkeit der Teilnehmer sichern. Spätere Anmeldungen können nur bedingungsweise berücksichtigt werden. Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen sowie alle, die sich für diese Reise interessieren, schon jetzt Propaganda für diese zu machen, da das Zustandekommen des Unternehmens von der Zahl der Anmeldungen abhängt. Nähere Auskünfte werden jedem, der die ernste Absicht hat, sich der Jüdischen Palästinafahrt anzuschließen, schriftlich, respektive mündlich erteilt. Gesinnungsgenossen! Wir erwarten, daß Ihr Euch an dieser Reise in unsere alte Heimat zahlreich beteiligen werdet. Keine zionistische Organisation soll es unterlassen, sich durch mindestens einen Delegierten vertreten zu lassen, jeder Verein soll durch Männer und Frauen aus seiner Mitte hören, was wir vom Heiligen Lande zu erwarten haben. Auf nach Palästina! Für den Zionistischen Zen trat verein, Wien: Dr. Isidor M a r g u l i e s, Hof- und Gerichtsadvokat, Präsident. Adolf Böhm, Fabrikant, Schriftführer. Für das Vorbereitungskomitee: Dr. Leopold M e i s e l. Dr. Hugo Benedikt. Dr. Adolf Stern, kgl. ung. Honved-Stabsarzt a. D. Judenmusik. „Wir haben ein einziges Mal Gelegenheit gehabt, eine Ahnung von dem zu empfinden, was eine judäische Kunst werden könnte, wenn die Israeliten alle Intensität des in ihnen lebenden Gefühls in Formen ihres eigenen Geistes kund gäben. Wir lernten in Wien den Kantor Sulzer kennen. Die zum Verhüllen des innersten Wesens gebräuchliche Maske ist bei dieser Künstlerorganisation nicht so undurchdringlich wie sonst und läßt auf Augenblicke das wirkliche Gepräge seiner Seele durchleuchten, wie es die geheimen Reden väterlicher Belehrung ihr aufgedrückt haben." .... (Es folgt eine überschwängliche, bilderreiche Schilderung des Eindrucks des Sulzerschen Gesanges auf Liszt.) „Liszt, die Zigeuner und ihre Musik in Ungarn, deutsch von Peter Cornelius. Pest. Gustav Heckenast. 1862. S. 26 ff." Die antisemitische „Wiener Molkerei". Von dem Sohne des Maschinisten Bagar, dem studioans juris Ladislans Bagar, der bekanntlich bei dem Streik der Wiener Molkerei Streikbrecherdienste leistet, erhält die „Arbeiter-Zeitung" vom 21 August UH)« nachstehende Zuschrift: Allergewalrigster Herr Redakteur! Ganz niedergeschmettert über Ihre Enthüllung in Nr. 227 der „Arbeiter-Zeitung" vom 18. August 1906 in dem Artikel „Ter Streik in der Wiener Molkerei" bitte ich kniefällig um Verzeihung, daß ich nicht vorher die Erlaubnis der „Arbeiter-Zeitung" eingeholt habe, als ich am 16. August 1906 m der Wiener Molkerei schon des Spaßes wegen, einmal in einem Fabriksbetrieb arbeiten zu können, noch dazu mit zwei jungen Freunden, mitgearbeitet habe. Zur tatsächlichen Berichtigung muß ich jedoch feststellen, daß ich nicht Milchkannen und Milchflaschen gewaschen, sondern mir die für die zarten Hände eines Arb-iterseindes und Streikbrecheretwas passendere Arbeit des Verschließens der Milchflaschen reserviert hah<.

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