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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-08-17 · 33 (17.8.1906) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
33 (17.8.1906)
Date
1906-08-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 550 H»r. Viocb's MlocbenscbrtN. Nr. 33 Proklamation des Herrn Noah in New-Iork seine Meinung öffentlich abgegeben. Er behauptet, daß Herr Noah keinen Beruf zu seiner fast in prophetischem Ton verkündigten Sendung habe und wohl nicht werde erweisen können, daß die Schrift einen nordamerikanischen See zum Sammelplätze des zerstreuten Israel bestimme. Er (Cologna) sowohl, als die Londoner Oberrabbiner Herschell und Meldola, könnten die Ernennung des Herrn Noah nicht annehmen, da, wie sie glauben, Gott allein die Zeit kennt, in der Israel wieder eingesetzt werden soll, und daß alsdann wohl unzweideutige Zeichen dies der Welt kund tun würden; jeder Versuch zu einer politisch-nationalen Vereinigung sei im Talmud verboten'). Herr Noah habe nicht erwogen, daß die rechtgläubigen Juden den Ländern, wo sie sich niedergelaffen, anhängen und den Regierungen, bei welchen sie Freiheit und Schutz finden, ergeben sind; sein ganzer Plan sei das Vorhaben eines gutherzigen Schwärmers. („Berlinische Nachrichten". (Redakteur Carl Spenerj Nr. 269. Donnerstag den 10. November 1825.) So weit die Nachrichten aus den Berliner Blättern. Einige wenige Notizen über den Autor des „Ararat" mögen noch folgen, die uns seine Persönlichkeit näherzubringen in der Lage sind. Mordechai Manuel Noah wurde 1785 zu Philadelphia geboren und zu Charleston, wo er sich als Knabe aufhielt, erzogen. In den Jahren 1813—1816 war er in Marokko Konsul der Vereinigten Staaten von Nordamerika und wohnte nach seiner Rückkehr in New-Uork, wo er viele städtische und politische Ehrenämter (Sheriff, Judge, Surveyer, Commissioner u. a. m.) bekleidete. Er war nacheinander und zu verschiedenen Zeiten Herausgeber und Eigentümer verschiedener Zeitungen und zwar von „National", „Advokate", „Enquirer", „Courier and Enquirer", „Evenning Star", „Sun", „Morning Star" und endlich „Weekly Messenger". Von seinen zahlreichen schriftstellerischen Arbeiten erwähnen wir nur nach Allybone die folgenden: 1. Travels in England, France, Spoin and the Barbary States in 1812—1815. New-York 1819, 8°. 2. Essays on Domestic Economy, Ursprünglich im „National Advocate" unter dem Pseudonym „Howard" herausgegeben. 3. Translation of the Book of Jasher (referred to in Joshua and second Samuel) 1840. Siehe: Hive, Jacob: Bornes Biblioth.-Bibl. 1839, 142—148. 4. Discourse on the Restoration of the Jews 1845.* 2) 8°. 5. Gleanings from a Gathered Harvest. (Sammlung seiner Zeitungsartikel.) 1845, 12". Außerdem wurden von ihm viele Theaterstücke mit Erfolg aufgeführt. Darüber siche in Thomas' Reminiscences; Dunlaps Bistory of the American Theatre; Ncw-Aork International Magazine 111, 282. Interessant wäre es, zu wissen, in welchem Zusammenhänge M. M. Noah mit dem Autor des Buches „Neu-Judäa" steht, von dem ich einen Auszug in dem letzten zionistischen Volkskalender von Theodor Zlocisti gegeben habe. Gestorben ist Mordechai Manuel Noah im Jahre 1851. Mögen meine Mitteilungen für unsere Mitarbeiter in Amerika die Anregung bilden, uns bald mehr und Genaueres über Noah und Ararat hören zu lassen. („Jüd. Rundschau".) ') Die talmudische Stelle (Kethubboth f. lila), auf welche Herr Cologna sich bezieht, lautet folgendermaßen: „Rabbi Jose Sohn des Rabbi Chanini, sagt: Die drei Eide im hohen Liede (Kap. 3, 5 8) bezeichnen Folgendes: Einmal hat Gott die Israeliten beeidigt, daß sie nicht mit bewaffneter Hand nach dem gelobten Lande gehen; zweitens, daß sie sich nicht gegen die Nationen empören; drittens aber hat der Herr den Völkern einen Eidschwur abgenommen, daß sie die Juden nicht allzu sehr drucken sollen." 2) Um das Anrecht der Juden auf Amerika zu beweisen, suchte Noah darzutun. daß die Ureinwohner Amerikas Hebräer seien. Von seinem diesbezüglichen Buche ist eine deutsche Uebersetzung erschienen, unter dem Titel: Beweis, daß die amerikanischen Indianer die Abkömmlinge der verlorenen Stämme Israels sind, von M. M. Noah. Aus dem Englischen. Altona: Hammerich 1838 12" ('/z Reichsthaler.) Die jüngsten deutschrn Ausgrabungen i« Palästina. Von Dr. Gustav Hölscher, Privatdozent an der Universität Halle. Unter den Ausgrabungen, die bisher die europäische Wissenschaft auf palästinensischen Boden vorgenommen hat. steht die nun glücklich beendete Ausgrabung des „Deutschen Palästinavereins" auf dem Teil el-mutesellim, der Ruinenstätte der uralten kanaanitischen und israelitischen Stadt Megiddo, an allererster Stelle. Die Größe der hier geleisteten Arbeit und ihr auch kühne Hoffnungen weit übersteigender Erfolg rechtfertigt es, wenn schon jetzt, ehe noch das gesamte reiche Material veröffentlicht wird, auf die Bedeutung dieser Arbeit deutscher Wissenschaft und deutschen Fleißes aufmerksam gemacht wird. Am Cüdrande der Ebene Jesreel, überragt von dem steilen, grünbewachsenen Gebirgsrücken des Karmel, erhebt sich in einer an perennierenden Quellen und Bächen reichen Landschaft der breite Schutthügel von Teil el-mutesellim. Seine Gestalt ist die charakteristische aller vorderasiatischen Trümmerhügel, wie sie von Babylonien bis zur Küste Kleinasiens verstreut sind; Troja ist die westlichste dieser uralten Stadtanlagen, die, meist auf einer niedrigen Bodenerhebung gegründet, allmählich durch die Bauten der Menschen und durch den Schutt der Jahrhunderte zu stattlicher Höhe anwuchsen und schon von fernher dem Wanderer auffallen durch die steil geböschten Abhänge und das eigenartig flache Plateau. Daß Megiddo eine lange Geschichte gehabt hat, wußte man längst aus literarischen Nachrichten der Zeit von 1450 bis 600 v. Chr. Die Ausgrabungen haben jetzt gezeigt, daß diese Geschichte bis mindestens zum Jahre 3000 hinaufreicht. Von den acht verschiedenen Bauperioden, die hier etagenartig übereinandergeschichtet liegen, gehört bereits die fünfte, von oben an gerechnet, dem 20. Jahrhundert an, so daß Megiddo jetzt in der Tat ein zweites Troja heißen darf. Bei der Riesenmasse des Trümmerschuttes war natürlich an eine völlige Abtragung des Hügels nicht zu denken, und selbst das Geleistete wäre trotz der außerordentlichen Gaben opferwilliger Mitglieder und einer großen Beihilfe der Deutschen Orientgesellschaft nicht möglich gewesen, wenn nicht der Kaiser bedeutende Unterstützungen aus seinem Dispositionsfond gewährt hätte in der Gesamthöhe von 46.000 Mk. So liegen noch immer reiche Schätze in der Erde vergraben, und es würde sich reichlich lohnen, die Arbeit seinerzeit noch einmal fortzusetzen. Vorläufig ist es wichtiger, das bedeutende Material gründlich zu verarbeiten. Die Grabungen erreichten stellenweise eine Tiefe von 22 na, ohne damit den Felsboden zu treffen. Die tiefsten Schichten, die man als 8., 7. und 6. bezeichnet, konnten bei den ungeheueren Schuttmassen nur fragmentarisch bloßgelegt werden. Schon in der 7. Schicht fand sich eine uralte, sorgfältig geschichtete Lehmziegelmauer von 2*4 m Höhe und und 8‘60 m Breite, welche leicht geböscht den ganzen Hügel umkreiste; es ist eine Stadtmauer aus dem 3. Jahrtausend. Genauere Forschung ermöglichte erst die 5. Schicht mit einer stattlichen Burganlage, bestehend aus kleinen Zimmern und Gängen und ausgezeichnet durch zwei nur durch einen Schacht von oben zugängliche Grabgemächer. In einem fanden sich zwölf Skelette mit Schädelknochen, die die ganze abnorme Dicke von 1 om bei normaler Länge aufwiesen und die höchst interessante Tatsache einer nichtsemitischen Bevölkerung des Landes konstatieren. Die annähernde Datierung dieses Faktums bietet sich durch die Funde der zweiten Grabkammer, in der unter fünf Leichen eine sorgfältig auf eine Bank gebettet lag und in ihrer Hand vier egyptische Skarabäen trug; die letzteren lehren, daß der Tote ein vornehmer Egypter namens Dhaf war, der zur Zeit Sesostris' I. im 20. Jahrhunderte lebte, in seiner Jugend am königlichen Hofe mit den Prinzen erzogen worden war und vermutlich als egyptischer Gouverneur der Burg nach Megiddo kam, wo er sich mit den Seinen bestatten ließ. Die Burg war demnach wohl von den Egyptern

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