Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 32 (10.8.1906)
- Date
- 1906-08-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 540 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 33 Stellung dem Vereine bekanntzugeben. Jeder akademischer Bürger sollte Mitglied dieses Humanitären Vereines werden. Für den Vorstand des „Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studierender", Wien, I., Seitensteitengasse 2. Dr. Josef Grünfeld, dz. Obmann, Wien, I., Schottenring 2. Mädcheu-Unlerstützuugs-Berein An den Anstalten dieses Humanitären Vereines hat das Schuljahr am 13. Juli geschlossen. Die Fortbildungsschule war von 52, die Arbeitsschulen (Fachschulen für Kleidermachen, Weißnähen, Weiß- und Kunststicken) von 67, der Handels- Lehrkurs von 56, der Kurs zur Heranbildung von Bureauarbeiterinnen von 36 Schülerinnen besucht. Die Unterrichtsergebnisse waren durchaus sebr befriedigende. Von den Zöglingen der beiden letztgenannten Kurse waren 20 bereits am Ende des Schuljahres in Stellung. Einschreibungen und Aufnahmsprüfungen für das neue Schuljahr haben bereits stattgefunden. Anmeldungen für die noch freien Plätze werden vom Sonntag den 16. September ab in der Schulkanzlei II., Kaiser Josefsstraße 32 entgcgengenommen. Zur Aufnahme zulässig sind arme israelitische Mädchen im Mindestalter von 14, für den Handels-Lehrkurs und die Fachschule für Kleidermachen von 15 Jahren. Hilfsaktion für die ruffischen Waisenkinder. In Ergänzung unseres in der vorigen Nummer über den Transport der Waisenkinder gebrachten Berichtes erfahren wir folgendes: Die Aktion war auf der gemeinsamen Konferenz der Hilfsorganisationen im Jänner dieses Jahres in Frankfurt am Main beschlossen worden. Nachdem die umfassenden Vorbereitungen getroffen waren und genaues über die Zahl der zur Versorgung in Betracht kommenden Kinder feststand, wurde den einzelnen Landesorganisationen in Europa und Amerika diejenige Anzahl von Kindern zur Unterbringung übergeben, zu deren Uebernahme sie sich bereit erklärt hatten. Seitens der „Israelitischen Allianz in Wien" intervenierte beim Empfange der Kinder in Galizien Herr Sekretär Dr. Kaminka. Die Wiener „Allianz" übernahm 8 Kinder zur Erziehung, welche provisorisch in Mährisch-Ostrau untergebracht wurden; 5 davon, welche Geschwister sind. u. z. 4 Mädchen im Alter von 4 bis 10 Jahren und 1 Knabe von 3*/2 Jahren, werden Ende August voraussichtlich dauernd in Leipnik unter Aufficht des dortigen Kultusvorstandes einer dazu hervorragend qualifizierten Frau übergeben werden, die die Erziehung während der nächsten Jahre leiten wird. Die 3 anderen, ebenfalls Geschwister im Alter von 16, 13 und 9 Jahren werden möglicherweise in Mährisch-Ostrau oder in einer anderen größeren Provinzstadt erzogen werden, worüber der Vorstand der „Allianz" noch definitiven Beschluß faffen wird. Außer diesen 8 Kindern wurden in Oesterreich bereits früher 8 andere Waisen nach den Opferu der Massakres versorgt. Anträge, die von zahlreichen Familien der „Allianz" zugehen, einzelne Kinder zu übernehmen, kann nicht entsprochen werden, da der Beschluß gefaßt wurde, Geschwister beisammen zu lassen. Spenden zugunsten der Opfer der Exzesse in Bialystok. Bei der „Israelitische« Allianz zu Wien" sind an Spenden eingegangen: Wien: Markus Engel K 150. -, Anonym K 100. - , I Herz X 100.—, H. G. K 50. -, Dora Herschmann K 40.—, Dr. Emil Pins X 20.—, Em. F'schel K 20. —, Dr. Friedrich Geiringer X 20.—. Rosa Pollak X 20.—, „Aus Anlaß der glücklichen Landung meines Sohnes" X 20.—, „Konfessionslos" X 18.—, Redaktion des „Neuen Wiener Tagblatt" X l2 20, N. Völker X 5.—, Friedrich Adler K 2.-. Horazdiovitz: Ludw. Fischt X 5.—. Krakau (durch Dr. Groß, Advokat): A. B. „gewonnene Wette" X 4.—. S. Landau, Saybusch X 2—. Pilgram: Jakob Dub X ft.-. Reichenberg: „Nächstenliebe" (für Waisenkinder) X 10.—. Triest: Marie Fischer X 5.— Hiezu die bereits ausgewiesenen X 3268.*0 bis 6. August zusammen X 3877. ' Weitere Spenden werden erbeten und dankend bestätigt im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien", I., Weibburgqasse 10. zwischen 9 und 1 Uhr oder mit Postsparkassenkonto 8152. Wien. Bei der Firma Leopold und Alexander von Popper im Grantal und in der Arva hat Herr Leopold Ke pp ich durch 31 Jahre als Buchhalter fungiert und ist gegenwärtig bei der „Union Forst-Industrie Aktiengesellschaft" in Wien in der gleichen Eigenschaft tätig. Herr Keppich übersiedelte vor zwei Monaten von Curdoffin hierher und feierte nun am 2. August im engsten Familienkreise den 70. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit erhielt Herr Keppich von mehreren Mitgliedern der israelitischen Religionsgemeinde Beszterzebanya eine höchst ehrende Adresse und noch viele andere Beweise freundschaftlicher Zuneigung. Zionistische Versammlung in Baden. Montag, 13. d. M., findet im Sitzungssaale der Badener Kultusgemeinde, Grabengasse 14, eine vom Zionistischen Zentralverein Wien veranstaltete Versammlung statt, in der Rabbiner Dr. Julius Re ach über „Die Zukunft der Juden" sprechen wird. Zutritt für Jedermann. Beginn halb 9 Uhr abends. Zionistischer Kongreß der Studenten in den füdslavischen Ländern. „Bar Giora", Verein jüdischer Hochtcküler aus den siidslavischen Ländern in Wien, ladet zu dem am 14. und 15. August l. I. in Essegg, Slavonien, im Saale der israel. Kultusgemeinde stattfindeuden zionistischen Kongreß der Akademiker und Abiturienten aus den füdslavischen Ländern ein. (Adresie für Zuschriften: Cand techn. G. Kunetz, Osijek, Slavonien, Chavrakgasse.) Tagesordnung: Dienstag den 14. August, 9 Uhr vormittag : 1. Begrüßungsrede des Präsidenten des „Bar Giora". 2. Wahl des Bureaus. 3. Zionismus, Eand. jur. Alexander Licht. 4. Aufgaben und Pflichten der jüdischen Mittelschüler, Abiturient Lav Stern. Nachmittag 4 Uhr: 5. Moderne jüdische Kultur, 1 Teil, Cand. techn. Gustav Kunetz. 6. Die Juden in den füdslavischen Ländern, Cand. phil. Otto Goldstein. Mittwoch den 14., 10 Uhr vormittag: 7. Moderne jüdische Kultur. 2. Teil, Sind, techn. Armin Spingarn. 8. Eventualia. 9. Beschlüsse. 10. Schlußwort. Jüdisch-akademische Ferial-Berbindung „Gamala" in Göding. Am 21. Juli l. I. veranstaltete die akademische Ferial- Verbindung „Gamala" eine Herzl-Trauerseier, die einen überaus würdigen Verlauf nahm. Herr Rabbiner Dr. Reach aus Gaya hielt von der Kanzel des Gödinger Tempels herab eine stimmungsvolle Trauerrede, in welcher er mit ebensoviel Geist als Temperament das Wirken Herzls würdigte und ihn unter anderem dem weltberühmten französischen Meister Zola an die Seite stellte, der sein durch keinerlei Rücksicht irrezumachendes „Ich klage an" in die Welt donnerte, während Herzl mit seltenstem Freimut und unter Hintansetzung aller Rücksichten vor den gekrönten Häuptern sein „Ich fordere" aussprach. Die von Herrn Oberkantor Grünwald einstudierten Trauergesänge wurden ausgezeichnet vorgetragen. Sichtlich bewegt und ergriffen verließ die zahlreiche Trauergemeinde das Gotteshaus. Kojetein. Herr Dr. D. R u d o l f e r, Rabbiner in A m st e t t e n, wurde zum Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde e i n st i m m i g gewählt. Derselbe wird sein neues Amt am 15. September antreten und — da ihm ein sehr guter Ruf vorangeht — gewiß eine segensreiche Tätigkeit zum Wähle unserer Gemeinde entwickeln. Dem neuen Seelsorger werden allseitige wärmste Sympathien entgegengebracht. n Bndweis. Zum Rabbiner in Komotau wurde der bisherige Rabbinerstellvertreter und Religionsprofessor Dr. Emil Krakauer in Bndweis ernannt. Karlsbad. Am 14. August 1906 findet hier der II. jüdische Abituriententag Böhmens statt. Zweck desselben ist, alle jüdischen Abiturienten Böhmens zu gemeinsamen Beratungen über ihre Pflichten als Juden ihrem Volke gegenüber und ihre Stellungnahme als Studenten zu ihren Kommilitonen zu vereinigen. In der letzten Zeit haben sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ganz bedeutend geändert, weßhalb es unumgänglich notwendig ist, daß der jüdische Abiturient, der angehende Hochschüler, allen Anforderungen, die man von den verschiedenen Seiten an ihn stellt, gewachsen ist. Ueber diese Anforderungen, über die Art und Möglichkeit, ihnen zu entsprechen, soll auf dem Studententage beraten werden. Um den Kollegen den Aufenthalt in dem weltberühmten Kurorte angenehm zu