Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 31 (3.8.1906)
- Date
- 1906-08-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 526 Dr. JBIocd ö tmocbcnscDrin. Nr 31 Daran knüpft er in pietätvoller Weife ein Lebensbild des Verfassers, das aber, mehr als ein bloßes Lebensbild, sich zu einem Kulturbilde erweitert, in dem das Leben einer kleinen Gemeinde, der alte, gute Geist eines jüdischen Gelehrtendauses uns besonders anziehen. Die <Lj,ilcitung itt auch darum von großem Wert, weil sie einen literarhistorischen Ueberblick über die Auroren gibt, die den biblischen Bericht über Srmsons Leben und Wirken in hebräischer und deutscher Sprache, ser es als Epos, sei es als Drama, verarbeitet haben. Im Großen und Ganzen lehnt sich das Drama an die biblische Erzählung getreu an; es weicht nur insofern davon ab, als Simson nach dem Siege bei Lechi zum König gewählt wird. Es enthält vier Akte, in denen in guter hebräischer Diktion Rede und Gegenrede leicht und fließend, ungezwungen aufeinanderfolgen. Es ist von dem größten Interesse, zu seben, wie ein Mann, der sich lediglich mit talmudischen Studien beschäftigt hat, an die Abfassung eines biblische,' Dramas herangeht und sich geschickt damit abfindet. Was sich gegen dieses Drama einwenden läßt, gilt ebenso für alle anderen dramatischen Elzeugnisie in hebräischer Sprache. Die Sprache ist für ein Drama kaum geeignet. Die Sprache, in der gottbegeisterte Propheten majestätischerhabene, unvergängliche Worte gesprochen haben, die Sprache, die uns in den Psalmen mit der tiefen Innigkeit und erschütternden Kraft einer in allen Wcchselfällen des Lebens auf Gott vertraneudcn Seele im Innersten bewegt, die Sprache, in der die Religionsphilosopben ihren Gedanken Ausdruck geliehen, ist wohl dem leichten, tändelnden Dialog des Dramas abhold. Sie ist zu wenig biegsam und geschmeidig. Vielleicht bleibt es der neueren Zeit Vorbehalten, die hebräische Sp ache, die nicht, wie man oft hört und meint, tot ist. sonde n von Tausenden gesprochen und geschrieben wird, auch der Form, dem Dialog des Dramas anzupassen. Ob es dann aber noch die klassische, kraftvolle Sprache der Propheten sein wird? Immerhin bleibt das vorliegende Drania ein lesenswerter Versuch, für deffen Veröffentlichung wir dem greisen Gelehrten, dem Sohne des Verfaffers, Dank wissen. L. (4. Monumenta Judaica. Wie wir erfahren, soll der jüdische Vertreter und Haupt- Herausgeber der . Monumenta Judaica“ aus dem Akademischen Verlage, sowie aus der Redaktion der Monumenta ausgeschieden sein. Es war vorauszusehen, daß ein Wiener Akademischer Verlag zwar auf „Monumenta Judaica“ gegründet werden kann, daß aber für einen Juden dort kein Platz sein lvird, nach dem Sprichwort: „Der Jud ist treffe, sein Geld ist aber koscher." _ Neue Bücher. Bericht der Alliance Israelite Universelle (Allgemeinen Israelitischen Allianz) über das Jahr 1905. Sitz der Gesellschaft : Paris, nie de Trevise 35. Kaiser Frauz Joseph-Jubiläums-Waisenhaus für Israeliten itt Czernowitz. Erster Bericht, umfassend die Zeit vom 1. September 1904 bis 1. Dezember 1905. Im Aufträge der Kultusgemeinde-Repräsentanz vom Waisenhausdirektor Hermann Feuerwerk. Selbstverlag der israelitischen Kultusgemeiude Czernowitz, 1906. KriefkaKerr. S. §. Anonyme Zuschriften werden nicht beantwortet. Natau Kaufmann, Graz. Ein Gymnasialzeugnis über Absolvierung der Gymnasialstudien und ein Befähigungszeugnis über eine vor einem Rabbiner mit Erfolg abgelegte Prüfung. 1. August 1906. Wenden Sie sich an den Gemeindesekretär Adolf Braunfeld in Holleschau (Mähren), wo sie nähere Auskunft erhalten. A. D. „Universum". Für uns ungeeignet. Oberkautor I. G. Gilt überall. Preuße. Ein Major, der die Ausrüstung der Kolonialtrupp en zu besorgen hat, läßt sich von der liefernden Firma bestechen. Er reicht Verrechnungen über Dienstreisen ein, die er zu seinen Gunsten fälscht. Die liefernde Firma besteht auf ihren Verträgen, trotzdem sie mit ihren Manipulationen einen Sturm des Unwillens entfacht. Die ganze Geschichte wird von der rachsüchtigen, geschiedenen Frau der beteiligten Firmachefs ins Rollen gebracht. Könnte Vergani einen schöneren Tatbestand für feinen geliebten Ansdruck „jüdische Korruption" finden? Zu seinem Unglück ist es aber gerade sein Ideal, welches sich kopfüber m eine Schmutzflut gestürzt hat. Es sind die Preußen, welche sich durch ihre strammen Austreibungen der russischen Juden die Hochachtung aller Antisemiten und die gebührende Achtung aller Menschen erworben haben. Es sind die Preußen, welche keinen Juden zum Beamten oder gar zum Offizier machen aus Besorgnis um ihre seelische Reinheit. Aber unausgesetzt ziehen bei ihnen ganze Prozessionen von Antisemitenfübrern und anderen Stützen des Thrones durch die ruhelosen Tore der Zuchthäuser und in den dicht besetzten Zellen von Moabit rauscht der stärkste Applaus, wenn die Minister mit hochmütigem Dünkel von der Abwehr jüdischen Geistes sprechen, die sie veranlaßt, ruhige, fleißige und unschuldige jüdische Arbeiter als lästige Ausländer in Not und Elend zu jagen. Sind die Juden etwa deswegen lästig, weil sie neugierige Zeugen sind? N. K. Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu. Sie sagen, eS wäre Ihnen so vor gekommen, als hätten sie so etwas, wie die jüngste Griechenverfolgung in Philippopel, schon irgendwo gelesen. So ist es auch. Schreibt man statt Philippopel irgend erne größere Stadt des .nffifchen Ansiedlungsrayons, macht man die Begleitumstände blutiger und krasser, dann merkt man in len russischen Pogromen das erhabene Muster, welches von den lernbegierigen Bulgaren glücklich nachgeahmt wurde. Warum sollten sie auch nicht? Sie haben gesehen, daß Massenmorde unter stillschweigender Billrgnng der Kultnrmächte vor sich gehen können. Und was für die Huligans recht ist, ist für den mazedonischen Räuber billig. Auch sie dürften Geschäfte plündern und nach Belieben morden. Bialystok und Kischinew machen Schule. So zeigt es sich abermals, daß es sich nie darum handelt, gegen wen das Recht verletzt wurde. Wenn man ihm straflos Gewalt antun darf, dann gibt es überhaupt keine Schranken mehr, vor denen sie halt macht. Das sollten die Negierungen bedenken, wenn man ihre Intervention bei Pogromen anrnft, ohne daß sie sich aus ihrem tiefen Schlaf erwecken lassen. Es handelt sich nicht um die armen, mißachteten Juden, sondern um einen Fäulnis- Prozeß der Gerechtigkeit, welcher weit um sich greift und manchen donnernden Einsturz verschuldet. Finanz. Das Einschreiten der jüdischen Oeffentlichkeit gegen die Befürworter der letzten russischen Anleihe muß jetzt als ein Gluck bezeichnet werden. Der von uns voransgesagte große Kurssturz ist eingetreten und der Mißmut der Betroffenen wurde sich wie immer gegen das Tor der Judengasse riblen, wenn nicht eine reine Scheidung zwischen der Allgemeinheit und Einzelnen bei dieser Gelegenheit ausgesprochen worden wäre. Eine sehr eifrige Unterstützung erfährt übrigens der russische Kredit durch das „Deutsche Volksblatt". Sollte Vergani die Mnhldorfer Obligationen gegen russische Papiere umgetauscht haben? Oder sind es von der russischen Negierung beigestellte goldene Worte? Jedenfalls kann jeder, der sich durch Brutalität und Rückständigkeit anszeichnet, darauf rechnen, im „Deutschen Volksblatt" einen verständnisinnigen Freund und Gönner zu finden. Konsequenz. „Er war ein würdiger Nachfolger Peters II. Ebenso herrschst'lchtia ww dieser, begann er sogleich unter den „politisch Gefährlichen" blutig aufalräumen und scheute nicht die niedrigsten Missetaten, um sein Vorhaben auszuführen. Man zählt die Zahl der politischen Morde unter Danilo auf 800 bis 900. Kein Wunder, daß sich auf Seite der Unterdrückten ein Rächer fand für das viele vergossene Blut — Danilo wurde ermordet". So schreibt das „Deutsche Volksblatt" über Montenegro im Feuilleton derselben Nummer, in deren Leitartikel es mit Mord und Brand gegen die russische Revolution loszieht. New-Uork. Ist uns unbekannt. Wenden Sie sich gefälligst mit Ihrer Anfrage an das Wiener Bureau der Baron Hirsch-Stiftung, IX., Wasagasse 8. Z. L Das Akrostichon steht tatsächlich auf dem Karlsbader Felsen und lautet hebräisch: d'ö -pxcö nnt?1? ^xc pan nxpa d'*n cnb 'E'cm n'bnb ns mxm rc-a rx nirnn -f? .Tön Tscb-p -p:o •f? jn: cobö -n-c nr "übtb “jöty jr “pc ppö \t d'ö~! d’öp ö~>pö P'ö»ö -pnx cu’ nns "in bna psb ex cn3ö rr^n crn nn rnn Zu deutsch: Von den Enden der Welt kommt man, aus Deinem Brunnen Wasser zu trinken. Heilung bist du Kranken und mehrest ihr Leben. Ruhm gebührt dir, gesegnet mit Himmelssegen bist du. Königliche Ehre ist dir verliehen, da man Karlsbad dich nennt. Gesegnet sei dein Quell, genannt dein Name ewiglich! Der Dich liebt, bezeichnet hier und bekundet unter vielen Völkern deine G'öße. Am 4. Ab des Jahres 1847. M. F r o m b e r g. Zur gefälligen Beachtung! Wirersucheu diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträqe gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration.