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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-07-20 · 29 (20.7.1906) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
29 (20.7.1906)
Date
1906-07-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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jttr. 29 Dr. JSlocD’s Mlocvenscvnn. Seite 489 Präsident Primarius Dr. Fischer dankt hieraus allen Rednern, sowie den Arrangeuren der Protestversammlung, besonders den Herren Samu Bettelheim und Sigmund Lustig, 'und schließt hierauf die Protestversammlung. $ tu Protest gegen die Bjelostoler Metzeleien. Hamburg 16. Juli. Eine von 2000 Personen besuchte Volksversammlung nahm nach einer Rede des Pfarrers Naumann einstimmig eine scharfe Protestresolution gegen die Bjelostoker Greuel und eine Zustimmungsadresse an die jene Willkürherrschaft, welche auch dem freien Ungarn Sklavenketten anlegen wollte. Aber es ist diesmal nicht die eine Willkürherrschaft, die in Rußland Ströme von Blut vergießt, denn mit blutgierigen Tyrannen laufen — wie die Geschichte lehrt — immer auch beutegierige Marodeure einher. Wahrlich, es ist höchste Zeit, daß im 20. Jahrhundert einer solchen Form der Regierungspolitik ein Ende bereitet werde l Um dieser unserer Ueberzeugung Ausdruck zu verleihen, sind wir hier! — Zwei Gefühle, zwei Gegensätze leben im Menschen: Liebe und Haß! Der eine Gott legte uns die Liebe ins Herz, die Liebe, die allen Menschen die Existenz, das Leben sichern will, und ErMDuma an legte in uns den Haß gegen Jene, die dies verhindern wollen/'H Die Quelle meiner Liebe und meines Hasses sprudelt zwar/|] Die Erlangung der Qjtettttftyxfäen Staatsaus meinem ungarischen Rasfentume. Ich weihte mein LebenM vürgerschaft. der ungarischen Nation. Ihr Glanz erfreut meine Seele, und^L Bisher wurde von allen Bezirksbehörden. Magistraten u. ebenso erfreuen mich die Ruhmestaten ihrer Geschichte, erfüllt A, zur Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft von von Kämpfen für Kultur und Aufklärung. Im Dienste dieserMden sich um dieselbe bewerbenden Ausländern die Beibringung großen Menschheitsideale werden Sie auch mich immer finden.Eeiner Entlassungsurkunde ihrer Heimat verlangt. Sie werden mich finden, wo es nötig ist, Aufklärung znH?Dies machte den oft jahrzehntelang oder gar seit der Geburt spenden, und werden mich finden, Protest einlegend im NamenMu Oesterreich lebenden Ausländern große Schwierigkeiten, denn der Kultur, und so schließe ich mich auch heute Ihrem „Szozat'Msolche Entlassungsurkunden waren meistens gar nicht zu erhalten. an und rufe dem russischen Machthaber die an Belsazar ge richteten, schicksalsschweren Worte ins Gedächtnis: „Nene Tekel Upharsin!" Diese schwungvolle Rede des Reichstagsabgeordneten Marczell v. Jankovich wurde zu wiederholtenmalen von stürmischen Eljenrufen unterbrochen, und dieselben wollten kein Ende nehmen, als die Rede mit obigem prophetischen Spruche endete und sich nach der Votierung des Dankes durch die^ Protestversammlung der Herr Reichstagsabgeordnete sammt Mister Förster empfahl. Als letzter Redner sprach Theologieprofessor S t r o m p, und zwar in seiner Eigenschaft als christlicher Theologe, als Apostel der christlichen Humanität, deren Pflicht es ist. gegen die russischen Greueltaten zu protestieren. Auch muß er vom^ oder es war deren Beschaffung sehr kostspielig, so daß den armen Ausländern solche Urkunden gar nicht zugänglich waren. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat die niederösterreichische Matthalterei einen Erlaß herausgegeben, in welchem sie den unterstehenden Behörden anordnet, daß für den Fall als der ^Bewerber um die österreichische Staatsbürgerschaft nachweist, daß er in seiner Heimat nicht mehr der Militärpflicht unterliegt, von nun an von der Beibringung einer Entlasfungsurkunde seiner Heimat abzusehen ist. Dieser Erlaß wurde bereits allen Bezirkshauptmannschaften und kommunalen Behörden intimiert. Russische Emigranten in Wien. Auf ihrer Reise nach überseeischen Ländern langten dieser Tage mehrere Gruppen russischer Emigranten hier an. Mit dem theologischen Standpunkte aus daran erinnern, daß die jüdische^Budapester Postschiff kamen 115 Personen, der Personenzug der Nation ihre weltgeschichtliche Mission vollauf erfüllt habe,^ denn sie hat uns das Erbe, den Monotheismus., unversehrt' bewahrt und hinterlasfen, den Monotheismus samt seinen^ Charismen. Wer die Quelle des Rechtes sucht, geht zum^ Römer; wer aus der Quelle der Kunst schöpfen will, gehn zum Griechen, wer aber im ewigen Banne der Religion ge-H sunden will — der geht zum Buche der Juden, zur Bibel, dieser Urkunde des Monotheismus. In diesem Buche ist die ewige Wahrheit verzeichnet: es ist nur ein Gott! Es ist nur der Eine in allen Formen der Kultur, überall und immer e i n Gott, der geahnt und gefühlt wird. Was folgt aber hieraus? Doch nur das, daß wir Alle Kinder dieses einen Gottes sind/ dieses einen Vaters, und daß es daher nur ein Gesetz gibtH und das ist das Gesetz der „Liebe". Das ist aber auch das ewige Gesetz der Religion der Liebe. Ist nun der Staat, der mordet und morden läßt, religiös und christlich? Hat dieser Staat nicht seine Existenzberechtigung verloren? Vielleicht erhebt sich gegen einen solchen Staat eine allgemeine Revolution der Menschheit! Die russische Duma soll wissen, daß sie ihre Reformen im Zeichen der Menschlichkeit und der Menschheitsrechte verwirklichen solle! Deshalb empfiehlt Redner die Annahme folgender Resolution, die vom Vizepräsidenten Repr. Karl Dworak in ungarischer und vom Präfidialmitgliede Samu^ Bettelheim in deutscher Sprache verlesen wurde. Dieselbe lautet: „Die in Pozsony stattgehabte vielhundertköpfige Versammlung drückt ihr tiefstes Mitgefühl mit den Opfern Bialystoker Pogroms aus. Sie gibt der Hoffnung Ausdruck, Nordbahn brachte 80, während ein anderer Trupp in der gleichen Stärke hier durchreisen wird. Allen merkt man die fürchterlichen Heiden an, die sie in ihrem bisherigen Vaterlande zu erdulden hatten; abgehärmte Gefichtszüge, eingefallene Backen sprechen Jettte beredte Sprache. Die mit Schiff hier angelangten Flüchtlinge find in den südlich gelegenen Gouvernements zu Hause gewesen. Diese Gruppe zählte 36 Männer, 33 Frauen und 46 Kinder unter zehn Jahren. Das Alter der Erwachsenen beträgt Zwischen 18 und 60 Jahre. Es find sämtliche Handwerke vertreten. Die Nordbahngruppe rekrutiert sich zumeist aus Leuten, pie bis vor kurzem in den nördlichen Bezirken ihr Heim aufgeschlagen hatten. Die Leute wurden bei ihrer Ankunft von Herrn E. Jelinek, dem Vertreter der „Israelitischen Allianz", erwartet, zu den bereitstehenden Omnibuswagen geleitet und auf den Westbahnhof gebracht, woselbst sie ein Nachtmahl einnahmen. Mit dem Nachtzuge ging es dann nach Havre, von wo sie in wenigen Tagen nach Argentinien reisen werden. jZur politischen Organisation der „österreichischen Juden". ZVien. „Geehrte Redaktion! In Ihrem Beirichte über den zionistischen Parteitag in Krakau waren einige lUnrichtigkeiten enthalten. Vor allem ist es unrichtig, daß meine «Ansichten nur von einer kleinen Gruppe geteilt werden, denn Imein Antrag, den Satz „Die österreichische zioni- «tische Landesorganisation ist keine innerpolitische Organisation" an die Spitze zu stellen, Iwurde fast einstimmig angenommen. In dem Bestreben, die 'OlUlijjlUlvl »puyiUmy UUv* wlv yiUl Uv£ tyU||UUUy viUyülUUi 7 ^11/UVvC |U|v vlU|UulUUi| <\3*l "vlll v/v |llvvvHj "IC daß es der Duma gelingen wird, durch Ahndung dieses ^große Weltorganisation des Zionismus von den innerpolitischen scheußlichen Verbrechens weiterem Blutvergießen Einhalt zu MBestrebungen zu trestnen, weiß ich mich einig nicht nur mit tun. Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß dieMden alten Anhängern und persönlichen Freunden Theodor Herzls, Lage der russischen Juden zum Gegenstände der Beratung M sondern auch mit vielen tüchtigen jungen Zionisten und dem an wird." der nächsten Haager Friedenskonferenz gemacht werden^ Distriktskomitee von Inner Österreich. Um aber diese Frage nicht in kleinliche Details aufzulösen, die den Leser nur verwirren

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