Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 28 (13.7.1906)
- Date
- 1906-07-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 476 Dr. JSlocb’s MwcbenscbrtN. Nr 28 (erforderliches Alter: das vollendete 16. bezw. 14. Lebensjahr) werden bei der Direktion entgegengenommen, welche auch über Wunsch Prospekte versendet. Wien. Am Freitag den 6. d. M. ist Herr Ignaz Hofer, der im 83. Lebensjahre ans dem Leben geschieden ist, zu Grabe getragen worden. Der Verstorbene genoß infolge seines redlichen Charakters allgemeine Achtung, welche sich auch durch die große Teilnahme an dem Leichenbegängnisse kundgab. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete dem Verewigten einen warm empfundenen Nachruf, in welchem er den Charaktereigenschaften des Verstorbenen volle Würdigung zollte und die treue, hingebungsvolle und zärtliche Liebe der Gattin und der Kinder besonders hervorhob. Die kantorale Funktion vollzog der I. Kantor Herr Schleifer in würdiger Weise. Spende« zu Gunsten der Opfer der Exzesse in Bialystok.^ Der „Israelit. Allianz zu Wien" sind weiters zugekommen. Wien: Samuel Tauffig L Söhne Kronen 200.—, Karoline Lichtenstern 50.—, Direktor Dr. Löwenberg 30.—, Dr. I. E. 20.—, Jakob Marz 20.—, Sammlung I. Peß er 19.90, Josef Hartwig 10.—, Mayer Toch 10.—, Jeder nach seinem Jechaules 4.—, H. G- 4.—, Josef Powandra 4.—, M. Liebermann 3.—, Redaktion des „Neuen Wiener Tagblatt" 2.40, Anonym 2.—, M. L. Kornstreicher 2.—. — Brünn: Em. Czeczowicka 100.—. — Lemberg: Cäcilie Klug 10.—. — Nensohl: Ignaz Keme 10.—, Ludwig LLnyi 10.—. Hiezu die bereits ausgewiesenen Kronen 1970-50, zusammen bis 11. Juli Kronen 2481-80. Weitere Spenden werden dankend im Bureau der „Israelitischen Allianz zu Wien", I. Weihburggasie 10, vormittags zwischen 9 und 1 Uhr entgegengenommen und einzeln bestätigt, ebenso per Postsparkaffe Nr. 8152. Lviert. (Spenden.) Für die arme Mutter mit ihren sieben minderjährigen Kindern, deren Gatte, resp. Vater verschollen und die sich in drückendster Notlage befindet, sind uns laut Aufruf in Nummer 24 unseres Blattes von Herrn Adolf Singer in Riean, P. Schwarzkirchen, K 10.—, von Herrn Max Samek in Wien K 6.—, von Herrn R. Binder in Wien K 2.—; — für die „Raschi-Stiftung" unter „Isch Kematnat Jodau" K 2.— zugekommen. Verein zur Hebung der Gewerbe. Die Erhöhung der Post-, Telegraphen- und Telephon-Gebühren hat in Handels- und Gewerbekreisen eine derartige Stimmung hervorgerufen, daß wir eine in größerem Rahmen gehaltene Protest-Versammlung einzuberufen die Vorberettungen treffen mußten. Mit besonderer Freude nehmen wir nun Kenntnis von dem Entschlüsse des k. k. Handelsministeriums, vor einer diesbezüglichen Gesetzwerdung eine Enquete der in Betracht kommenden interessierten Vereine und Korporationen einzuberufen. Demzufolge haben wir eine schriftliche Eingabe dem hohen k. k. Handelsministerium überreicht und von der oben erwähnten Versammlung bis auf weiteres Abstand genommen. Gewitsch. Unser Herr Oberkantor Wilkowitsch folgte dem Rufe als Oberkantor und Religionslehrer nach Eger. Herr Armin Wilkowitsch tritt am 1. September seine neue Stelle an. Schaff«. Am 1. Juli fand die feierliche Installation des zum Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Herrn Dr. Adolf Diamant gewählten Rabbiners Herrn Dr. Max Huß aus Wien statt. Zu dessen Empfange hatten sich am Bahnhofe in Hötzelsdorf der Direktor der Sparkasse Herr A. Scheuer, sowie der Vertreter des Kultusvorstandes Herr Dr. S. M a x eingefunden. Fräulein Sidonie Deutsch in Hötzelsdorf überreichte als sinnigen Gruß dem Herrn Rabbiner einen Blumenstrauß, worauf die Fahrt nach Schaffa in festlich geschmückten Wagen angetreten wurde. Daselbst gestaltete sich der Empfang zu einer imposanten Kundgebung aller Kreise der Bevölkerung. Vor dem Gemeindehause richtete Herr Bürgermeister Much herzliche Worte des Willkommens im Namen sämtlicher Korporationen an Herrn Rabbiner Dr. Huß, worauf die Schuljugend unter der Leitung des Herrn Oberlehrers Tauffig mit einem von demselben verfaßten Festgedichte ihren künftigen Seelsorger herzlich begrüßte. Beim Tempeleingange erwarteten die Ortsältesten Herr Guttmann und Herr Spitzer mit Thorarnlleu den Herrn Rabbiner. Nach Absingung eines feierlichen Chorals unter Leitung des Herrn Kantors Löwi hielt Herr Dr. Hüß eine schöne Antrittspredipt, in welcher er das Programm seiner künftigen Tätigkeit entwickelte, sowie seiner bedeute nden Vorgänger pietätvoll gedachte, welche an dieser heiligen Stätte das Gotteswort verkündeten. Ein gemeinsames Festdiner, an welchem Herr Kultusvorstand Wilhelm Deutsch nebst einem großen Teile der Bürgerschaft teilnahm, bildete den fröhlichen Abschluß dieser erhebenden Feier. Dentsch-Brod. Wieder Einer! Diesmal ist es Eduard Bauer mit Frau, geb. Strakosch, Sohn des Gutspächters Josef Bauer aus Frauenthal, dem das Joch des Judentums zu schwer wurde. Unerklärlich ist es, was das erst unlängst verheiratete Ehepaar zur Taufe bewegen konnte, denn Großvater und Vater des Eduard Bauer waren schon seit vielen Jahren Pächter des Gutes Frauenthal und gehörten als Juden zu den ersten Persönlichkeiten des hiesigen Bezirkes; unserer Kultusgemeinde war der Vater des Neugetauften stets mit Rat zur Hand und ist auch heute noch, trotzdem er sich zumeist in Prag aufhält, Mitglied des Vorstandes unserer Kultusgemeinde. Herr Bauer jun. leitet erst seit Neujahr die Pachtung und fein erstes Werk war die — Taufe! Seinem unabhängigen Beruf konnte es nicht schaden, Jude zu bleiben und uns hiesigen Juden konnte erspart bleiben, daß sich das hier stark verbreitete Blatt „Osvela Lidu" in seiner letzten Ausgabe über das g l a u b e n s f e st e Volk Israel nicht hätte lustig machen können. Samstag den 7. d. beehrte unser durch seinen Ausspruch über unsere bedauernswerten Glaubensgenossen in Rußland berühmt gewordene Abgeordnete Dr. Kramarsch die Stadt Deutsch-Brod mit seinem Besuch. Allgemein wurde erwartet, daß er von hiesigen Juden ignoriert werden wird, doch fanden sich Mitglieder unserer Kultusgemeinde, die der Akademie, in welcher er eine Festrede hielt, beiwohnten. Kommentar hierüber wäre wohl überflüssig! L.g. 7':'^ Prag. (Leichenbegängnis.) Unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Trauergästen aus den ersten Kreisen der Prager Gesellschaft fand kürzlich vom Trauerhause „Schwarze Rose" am Graben aus das Leichenbegängnis der Frau Simonette B o n d y, geb. Wiener, Gattin des Großindustriellen und gewesenen Handelskammerpräsidenten Herrn Gottlieb Bondy, statt. Den Zug eröffnten Veteranendeputationen und eine Abordnung des Dienstmännervereins mit Fahnen, dann folgten Arbeiter der Bondy'schen Unternehmungen, prachtvolle Kränze tragend. Zu beiden Seiten des vierspännigen Leichenwagens bildeten Beamte bewegliches Spälier. Hinter dem Sarge schritten die Hinterbliebenen und nächsten Verwandten und dann die übrigen Trauergäste in langem Kondukte. Man sah den Oberrabbiner mit sämtlichen Rabbinern Prags und der Vororte, den Präses und Vizepräses der israelitischen Kultusgemeinde mit vielen Mitgliedern dieser Korporation, den Gesamtvorstand des Privat-Frauenvereines zur Erziehung armer israelitischer Waisenmädchen in Prag mit den Zöglingen der Anstalt, sowie Deputationen der meisten israelitischen humanitären und gemeinnützigen Vereine, das Präsidium der Handels¬ und Gewerbekammer mit vielen Mitgliedern dieser Korporationen, den Präsidenten des Handelsgremiums, dann Großindustrielle, kaiserliche und Kommerzialräte, Kammerräte, Hochschulprofessoren, Dozenten, Großkaufleute, Advokaten, Aerzte, Künstler und viele Damen. Den Beschluß bildeten Abordnungen der bewaffneten Bürgerkorps. Der Zug bewegte sich über den Graben und Wenzelsplatz zum neuen israelitischen Friedhofe in Straschnitz, wo die Beisetzung erfolgte. Budapest. (Auszeichnung.) Wie das französische Amtsblatt meldet, wurde der hervorragende ungarische Gelehrte Universitätsprofessor Dr. Eduard Mahler zum Offizier der französischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Dr. Mahler ist ein Orientalist von europäischem Ruf und seine Auszeichnung wird allenthalben mit Genugtuung zur Kenntnis genommen werden. Gyor. Die drei hiesigen christlichen und jüdischen Wohltätigkeits-Frauenvereine veranstalteten, wie schon oft, so auch diesmal zugunsten ihrer Armen ein gemeinschaftliches Promenadenfest, bei welcher Gelegenheit sich das in vollster Eintracht stehende kulturelle und soziale Leben unserer Stadt glänzend manifestierte. Hand in Hand ging die Begeisterung sämtlicher auf den Aitar der Wohltätigkeit opfernden Kreise ohne Unterschied der Konfession. Froh und fröhlich bewegten sich die vielen Tausende von Menschen auf der mit elektrischem Lichte reich dekorierten Pronienade. Diese bildet eine von der Donau, Raab und Rabnitz umströmte Insel, auf welcher sich die Kisfaludy- Statue befindet. Den Zentralpnnkt des Festes bildete der Platz, auf welchem die drei Präsidentinnen Frau Julius von Horvath, Frau Sigmund Herzl und Frau Dr. Johann Korn ihres Amtes walteten