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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-07-06 · 27 (6.7.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
27 (6.7.1906)
Date
1906-07-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 27 Dr. Dlocd s MocvenscbrtN. Seite 455 Familienmitglieder des Lektors, Herr Körner als Vertreter des Vereines „Liwias Chen" und Herr Rappavort. Herr Professor Salzmann hielt die Festrede. Darauf hielt Herr Lektor Friedmann einen geistreichen Vortrag über die drei berühmten Männer des Judentums, Rabbi Akiba, Moses und Abraham, wies in bescheidener Weise alles Lob zurück und erklärte, er tue bloß seine Pflicht als Jude. Hierauf brachte Herr Max Wagner einen Toast auf den Jubilar aus. Es sprachen ferner: Herr Remy Friedmann, Herr Landau, Herr Herlinger und Herr Nappaport. Hernach hielt Herr Obmann Dr. Isidor Braun die Schlußrede. Nachdem noch Herr Schriftführer Sperling die Gattin des Jubilars gefeiert hatte, schloß das schöne Fest. Tempelspenden. Im Leopold st ädter Tempel: Von Herren: Doktor Julius Bachrich K 40.—, Bernhard Großner 25.—, Siegmund Löwy 40. — , Dr. Adolf Schmied! 20.— , Heinrich Pollak 20.—, Ignaz Beckmann 60.—, Dr. Wilhelm Körner 50.— , Wilhelm Winter 75.—, Simon Menzeles 40.— , Max Weinberger 10.—, Daniel Diamant 20.—, Frau Rosa Kopstein K 10.—. Von 12 Personen zusammen K 410.— . I m Gemeindebethause XVI1L, Schopenhauerstraße 39: Von Herren: Nathan Neumann K 2.— , Siegmund Frankel 10.-, Nathan Reumann 6.—, Dr. David Feuchtwang 9.—, Leopold Kreilisheim 4.—, Simon Fleischer JO.—, Jacques Katz3.—. Dr. D. Feuchtwang 3.—, David Adler 4.—, Josef Grün 2.—, Eduard Trnka 2.—, Heinrich Paschkes 3.—, Mendel Strach 1.—> Simon Friedmann 2.—, Alexander Winterberg 1.— , Leopold Löwy 1.—, Wilhelm Heller 2.—. Philipp Frankl 1.—, Kaspar Spitzer 2.—, Jakob Kiilsbruiin 3.— , Alfred Kraus 7.—, Bernhard Löwy 4.—, Leopold Geiger 5.- , Ferd. Wiener 12.—, Philipp Drechsler 6.—, Heinrich Freiberg 6.-, Heinrich Glücksthal 80.—, David Tbumim 10.—, Leopold Kreilisheim 4.—, Adolf Winter 6.—, Heinr. Paschkes 4.—, Adolf Witsch 6—, Alexandex Winterbcra 1.—, Dr. D. Feuchtwang 1. , Salomon Tandler -5.-, Adolf Kohn 10.—, Friedrich Schön 10.-, Leopold Winter K 10.—. Von 38 Personen zusammen K 258.—. Spenden zu Gunsten der Opfer der Exzesse in Bialystok. Der „Israelitischen Allianz zu Wien" sind ferner zugegangen: Wien: Adolf und Max Jellinek K 200.—, Sig. Popper K 200.—, Domänenrat Nabl K 100.—-, Doktor Alfred Berger K 100.—, Fische! Landau K 60. , Emma Dub K 50.—, Rektor Prof. Dr. A. Schwarz K 50.—, Bernhard Seiler K 50.—, L. R. K 40.—, PH. Deutsch Söhne K 25.—, Dr. Hugo Körtnik K 20.—, V. A- Z K 20.—, Jaques Brauer K 10.—, Katharina Seiler K 10.—, Moriz Waizner und Sohn K 10.—, Th. Deutsch K 6.—, N. N. K 6.—, Jakob Schwarz K 5.—, F. A. K 3.—, F. Ernst K 3.—, Mendel Kohn K 1.50. Beneschau: Leopold Bergers Nachfolger K 20.—. Bilowitz: I. B. K 10.—. Böhm.-Leipa: Anonym K 6.—. Franzensbad: A. F. K 10.—. Kaltenleutgeben: I. Mandler K 6.—. Prag: Alois Dub X 2.—. Warnsdorf: Julius Beer K 10.—. Zara: Viktor Mandel K 10.—. Hiezu die bereits ausgewiesenen K 927.—, zusammen bis 3. Juli K 1970.50. Weitere Spenden werden erbeten und dankend bestätigt im Bureau der „I s r a e l i t i s ch e n A l l i a n z zu Wie n", Wien, l.. Weihburggasse 10, zwischen 9 und 1 Uhr, oder per Postsparkassakonto 8152. Bisenz. (R e l i g i o n s p r ü f u n g.) Am 29. Juni fand an der hiesigen deutschen Volksschule eine Schlußprüfuiig aus der biblischen Geschichte, aus den hebräischen Fächern und dem Pentateuch statt, welche zwei Stunden währte. Die an die Schüler gerichteten Fragen wurden mit einer Präzision und Schlagsertigkeit beantwortet, die allgemein überraschte. Die geradezu vorzüglichen Unterrichtserfolge sind in erster Reihe dem unermüdlichen und vortrefflichen Pädagogen Sr. Ebrwürden Herrn Rabbiner Dr. Josef H o f f zu verdanken. Sichtlich befriedigt und den Rabbiner her.flichst gratulierend, verließen die anwesenden Gäste, darunter der löbliche Kultusvorstand, die Schule. 8. Wien. (Spende.) Für die arme Mutter mit ihren sieben minderjährigen Kinde' n, deren Gatte, resp. Vater verschollen und die sich in drückendster Notlage befindet, sind uns laut Aufruf in Nummer 24 unseres Blattes X 4.40, als Ergebnis einer von Herr» Josef Schwarz in Wien eingeleiteten Sammlung, z» der beigesteiiei t yaben: Frau M. Schulz, Wien, VI., K 1.—, Herr Sch., VI., K 1.—, Herr F., VI., K ■.—, Modehaus-Personal von Sch. n. F., Wien, VI, K 1.40, zugegangen. Juden als Soldaten. Krems a. d. D. Ein feierliches, militärisches Begräbnis fand am 1. Juli am hiesigen jüdischen Gottesacker statt. Feldwebel Jakob Bett ist einem Herzschlage erlegen und sein Leichenbegängnis fand unter großer Beteiligung von Juden und Andersgläubigen statt. Unzählige Kränze, Schleifen mit Widmungen und militärische Auszeichnungen wurden auf die Bahre gelegt. Mehr als 50 höhere Offiziere unter Führung des k. u. k. Oberstleutnant, Herrn C. van Geldern, folgten mit einer Unzahl Pionieren dem Kondukt, an welchem außer den Verwandten des Verblichenen auch der isr. Kultusvorstand und viele Bewohner der Stadt teilnahmen. Am Friedhof würdigte unser ehrwürdiger Rabbiner Herr Dr. I. Diamant in ergreifenden Worten die stets getreue Pflichterfüllung des Dahingeschiedenen, und gestützt auf den Bibelvers: „Fürchte, mein Sohn, Gott und den König und geselle Dich nicht den Aufwieglern" wies er auf das Opfer seines Berufes hin. Er schilderte den Verklärten als treuen Soldaten, der laut Ausspruch des anwesenden Herrn Oberstleutnant allen anderen als Muster dienen konnte, denn er war ergeben leinen Vorgesetzten gegenüber und milde zu feinen Untergebenen. Der Herr Rabbiner dankte sodann dem hohen Offizierskorps, das in solch stattlicher Anzahl dem jüdischen Feldwebel das ehrenvolle Geleite gegeben. Nach dieser wahrhaft ergreifenden Rede dankte der Herr Oberstleutnant dem Herrn Rabbiner für den warmen, doch wohlverdienten Nachruf. Nachdem noch Herr Kantor Kramer die kantorale Funktion in exakter Wei'e vollzogen, sang der militärische Gesangsverein ein schönes Abschiedslied und der Sarg wurde ins kühle Grab gebettet. B. Mähr.-Weißkirchen. Unter den zur Begrüßung Sr. Majestät des Kaisers am 28. Juni d. I. auf dem Bahnhof zu Mähr.-Weißkirchen sich eingefundenen Persönlichkeiten wurden auch die Vertreter der hiesigen Judenheit, die Herren Rabbiner Dr. Rabbinowicz, Kultusvorsteher Dr. Rein und Bürgermeister Schlesinger, durch Allerhöchste Ansprachen ausgezeichnet. Zur Kaiserrerse in Mähren. Auf dem Bahnhofe zu Prerau wurden Sr. Majestät die Herren Bürgermeister Klein, Kultusvorsteher Löw und Rabbiner Dr. Tauber vorgestellt. Zum Bürgermeister sagte der Kaiser: „Sie bilden eine eigene politische Gemeinde. Noch immer getrennt.", was derselbe bejahte. Den Rabbiner sprach Se. Majestät sehr huldvoll an und erkundigte fich, wie lange er im Amte und wie lange er in Prerau sei. Herr Dr. Tauber bemerkte, daß er 37 Jahre Rabbiner sei und während dieser Zeit schon dreimal der hohen Auszeichnung teilhaftig wurde, Se. Majestät zu segnen. Der Kaiser verabschiedete fich sehr leutselig mit den Worten: „Es hat mich sehr gefreut. Sie wieder gesehen zu haben. Auf dem Bahnhofe zu Mähr.-Ostrau wurden Sr. Majestät vorgestellt Herr Rabbiner Dr. I. Spira und Kultusvorsteher Herr Dr. Hilf. Bei Herrn Dr. Spira erkundigte sich Se. Majestät über die Seelenzahl der Gemeinde, die gegen 8000 beträgt. Weiter fragte Se. Majestät, ob die Gemeinde auch von der Stadtgemeinde getrennt sei, was der Rabbiner verneinte. Herr Dr. Hilf, über seinen Beruf gefragt, antwortete, daß er auch Direktor der Diedizer Kohlenbergwerks-Gesellschaft sei. Der Kaiser ließ sich über die Verhältnisse der Gesellschaft Näheres berichten und schied sehr huldvoll von der Deputation der Kultusgemeinde. Kattenberg. Gehobenen Gemütes denken wir zurück an den hoben Besuch unseres erhabenen Monarchen. Denn wieder, wie so oft schon, zeiqte sich die väterliche Güte und der tiefe Gerechtigkeitssinn des Herrschers im schönsten L chte, wie aus einigen Episoden, anläßlich seiner Anwesenheit in unserer Stadt hervorgeht. Als es bereits feststand, daß Se. Majestät am 21. Juni nach Kuttenberg kommt, wurden über Hais und Kopf Vorbereitungen zu einem würdigen Empfang getroffen. Unter anderem kamen auch 3 Herren vom Hofe, um für die kaiserlichen Pferde und Egn'pagen geeign, te Räumlichkeiten zu adaptieren. Nach I ingen Erbebnngen und Besichtigungen in der ganzen Stadt wurden die Räumlichkeiten der Großindustriellen Herren Denhof und Dr. Lasch zu dem genannten Zweck als geeignet befunden und sofort wurde mit den Adaptiernngsarbeilen unter Leitung des Herrn Ober-Verwalters Wilhelm Lang begonnen. Für seine großen Bemühungen wurde H-rr Ober-Verwalter Lang durch eine prachtvolle Brillantnadel mit den Initialen Sr. Majestät und der Krone, alles in Brillanten, ansaez ichaet. Die oaiiraeliiische Gemeinde teilt die F"Nde des Befchenklen. was sich n uiblloun Gratulationen f.inizeichiu r. Auch fcvrr 9I>iiiMrt Löwy, , in Be.nnk.-r des Herrn Ober- Verwalters, erhielt e:ne ähnliche Nadel in etwas kleinerer Ausführung.

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