Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 25 (22.6.1906)
- Date
- 1906-06-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 416 hn. Mocv s Mocdenscvnn. Nr. 25 eine Witwe und zwei Töchter, von denen die eine an den praktischen Arzt Dr. Isidor Braun und die andere an den Advokaten Dr. Max Jakobsohn verheiratet ist. Wien. Im Josefstädter Tempel, VIII., Neudeggergasse Nr. 12, wurden vom 20d. M. ab größere Adaptieruugen vorgenommen, weshalb der Gottesdienst sowohl an Wochenals auch an Feiertagen bis zum 14. August d. I. im Sitzungssaale des Tempelbauvereines .Tempelgebäude) abgehalten wird. Talmud-Thora und Wohltätigkeitsverein „Gemilus Chessed*1, Hernals. Donnerstag den 14. d. M. fand in Anwesenheit des Obmannes Herrn I. Rosenberg, des Gesamtausschusses sowie zahlreicher Mitglieder des Vereines die Prüfung an der aus 4 Klassen bestehenden Talmud-Thora-Schule stalt. Als Gäste waren unter anderen erschienen : Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Bach, in Vertretung der isr. Kultusgemeinde die Herren Religionsinspektoren Prof. M. Kanitz und Dr. L. Langfelder, Herr Kommunal- und Religionslebrer H. Paschkes, Herr S. Fleischer usw. Bei der glänzend verlaufenen Prüfung, vorgenommen durch die Lehrer Herren Doktor D. Spiegel und Jacob Meister, zeigten die Schüler eine besondere Fertigkeit in Handhabung und Uebersetzung des Siddur sowie einiger hundert Verse aus dem Pentateuch, hebr. Grammatik und Jüdisch-Schreiben. Hierauf nahm Herr Inspektor Kanitz das Wort, um in anerkenrendster Weise dem Vereine und den Lehrkräften Lob zu spenden für die gebrachten materiellen Opfer und die tr'ffliche Leistling der Schüler. Gr forderte die p. t. Eltern auf, ihre Kinder regelmäßig und pünktlich zur Religionsschule zu schicken. Der Obmann sprach hierauf den zahlreich erschienenen Gästen, insbesondere den Vertretern der isr. Kultusgemeinde, Dank aus für die rege Beteiligung. Mit dem Mincha-Gebete schloß die schöne und herzerhebende Feier. R. Wien. (Promotion.) Dienstag den 19. Juni l. I. fand im großen Festsaale der k. k. Universität die Promotion der Herren Arnold Frankfurter, Moritz L ö w y und Johann Stößler zu Doktoren xdllosoxblae statt. Wien. Wie uns seitens der „Israelitischen Allianz zu Wien" mitgeteilt wird, werden Spenden für die Opfer der Judenexzesse in Rußland täglich von 9—1 Uhr in ihrem Bureau, 1., Weihburggasse 10, gegen Bestätigung in Empfang genommen. (Postsparkafsa-Nr. 808.152.) Wien. (Spende.) Für die arme Mutter mit ihren sieben minderjährigen Kindern, deren Gatte, resp. Vater verschollen und die sich in drückendster Notlage befindet, sind uns laut Aufruf in voriger Nummer unseres Blattes von Herrn S. Mannheit in Wien X 7.—, von „Egon, aus seiner Sparbüchse" X 3.—, von Hedwig und Paul Friedrich. Prag X 6.—, von Herrn Sig. Doktor in Dürrmaul X 3.—, unter „Anonym" Franzensbad K 4. — zugekommen. Mädchen-Unterstützungsverein > (II., Kaiser Josefstraße) An den Privatschulen dieses humanitären Vereines beginnen die Einschreibungen für das nächste Schuljahr Montag den 18. d. M., um halb 3 Uhr nachmittags, und werden täglich von halb 3 bis 4 Uhr fortgesetzt. Ausgenommen werden arme israelitische Mädchen; dieselben sollen für die Fortbildungsschule, die Fachschulen für Weißnähen und Sticken und für den Maschinnähkurs das 14., für die Fachschulen für Schneiderei, für die Handels-Lehrkurse und den Bonnenkurs das 15. Lebensjahr erreicht haben oder zu Beginn des Schuljahres erreichen. Beizubringen sind das Geburts- sowie das zuletzt erhaltene Schulzeugnis. Der Unterricht wird in allen Abteilungen unentgeltlich erteilt. Karlsbad. Am 10. d. M. hielt hier im Restaurant „Kirsch" Herr Dozent Dr. Mahler (Prag) einen überaus geistvollen und interessanten Vortrag über das Problem des Judentums. Es folgte dann eine Diskussion, an dem sich insbesondere die Herren Doktor Roßberger (Jaroslau), Münz (Rußland), Löwy (Böhmen) und Fuchs (Ungarn) lebhaft beteiligten. Bei der am 13. d. M. unter Vorsitz des ob seiner Humanität bekannten und um den hiesigen „Zionsverein" sehr verdienstvollen Präsidenten D r. S a m i s ch stattgefundenen Vereinsversammlung hielt Herr Moriz Templer (Klasno) einen Vortrag, der gewiß allen Zuhörern in bestem Andenken bleiben wird. Ledee. Herr M. Mandl, Rabbinatsverweser, wurde von der Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde Teplitz- Schönau als R e l i g i o n s l e h r e r für die Volks- und Bürgerschule in Dux akzeptiert und tritt am 1. August d. I. seinen neuen Posten an. Krakau. Hier hat sich ein akademisches Empfangs- Komitee konstituiert, das sämtliche Vorbereitungen für den am 1. Juli stattfindenden Zionistentag trifft und alle diesbezüglichen Informationen erteilt. Anfragen sind an folgende Adresse zu richten: Dr. Ch. Hilfstein, Krakau, Krakauergasse 7. Kladno. Wie uns mitgeteilt wird, erscheint demnächst der vierte Band A l u m i m, Gelegenheits-, Sabbat-, Festtags-, Halbfest- und Trauerreden vom Rabbiner S ch w a r tz. Neu-Sandez. Am 18. Juni d. I. feierte hier der qmescierte Stadtarzt Herr Dr. Josef Richter das seltene Fest des fünfzigjährigen Dok'orjubiläums, aus welchem Anlasse demselben aus allen Kreisen der Bevölkerung herzliche Ovationen und Glückwünsche zuteil wurden. Durch 35 Jahre bekleidete der Jubilar das Amt eines Stadtarztes und war auch mehrere Jahre hindurch Leiter des Jsraelitenspitales in Neu-Sandez, in welchen Eigenschaften er sich die Sympathien und das Vertrauen der Hilfesuchenden erworben, welche in den Beglückwünschungen zur Jubiläumsfeier beredten Ausdruck fanden. — Die israelitische Knltusgemeinde beglückwünschte den Jubilar durch eine eigene Abordnung, mit dem der.eckigen Regierungskommissär Herrn Emil Nagel an der Spitze, und überreichte demselben eine schön ausgestattete Adresse, in welcher die Verdienste des Jubilars als Arzt und Jude anerkennend hervorgehoben werden. 8 Studein. Für die allgemeine israelitische Volksküche in Jerusalem spendete Herr M. I. B l a n n anläßlich der Barmizwafeier seines Sohnes Friedrich K 5.—. Ullg.-Drod Herr Reiigiouslehrer und Rabbinatskandidat Josef Günzler aus Ung.-Brod hielt am 27. v. M. im Tempel der israelitischen Kultusqemcinde zu Pisek eine Probepredigt in böhmischer und deutscher Sprache. Strasinitz. Zur Renovierung der hiesigen Synagoge sind von den auswärts lebenden Straßnitzern noch weitere Spenden einge- .gangen, und zwar: Von Salomon Czeczowiczka, Gutsbesitzer in Patschendorf Kronen 10f>.—; Leopold Eisenmann, Fabrikant in Roth- Kosteletz 75.—; Jakob Jaiteles, Großkaufmann in Wien, I., 50.—; Adolf Kirschner. Fabrikant in Brünn 50.—; Johanna Grünberger in Mähr.-Ostrau 20. -; Heinrich Preis in Leipnik 10.—; Dr. Bernhard Fried in Brünn 10.-; Julius Siebenschein in Jnzersdorf 10. —; Alois Weiß, Beamter in Groß-Karlowitz 10.—; Jakob Hahn in Bisenz-Ptsek 10.—; Dr. Moritz Löwenfeld in Wien 10.-; Bernhaid Horner in Mislitz 10.—; Markus Kohn, Fmanzrat in Brünn 10.—; Heinrich Samstag in Wien, VI., 10.—; Mathias Haberfeld in Mähr.-Ostrau 10.—; Ungenannt sein Wollender 10.—; Rosa Haas in Gaya 10.-; Regina Löwenfeld i» Wien 5.—; Max Siebenschein in Gaya 5.-; Ignaz Weizmann in Auspitz 5.-. Den edlen Spendern und der verehrlichen Redaktion dieses Blattes sei vorläufig hiemit herzlicher Dank ausgesprochen vom Knltnsvorstande. Stadt Kanitz (Mähren). Unter großer Beteiligung wurde hier der Radetzkyveteran Moses Kreisky zu Grabe getragen. Kreisky, der im 86. Lebensjahre stand, machte die italienischen Feldzüge mit und wurde mehrfach ausgezeichnet. Der hiesige Veteranenverein ehrte ihn besonders und war zu seinem Begräbnisse vollzählig ausgerückt. Rabbiner Dr. F l e s ch hielt eine ergreifende Trauerrede. Den Leichenzug eröffnete die Veteranenkapelle. Hinter dem Sarge trug ein Veteran die Auszeichnungen des Verstorbenen. Dann folgten die Vorstände der Kultusgemeinde und der politischen Gemeinde und eine große Menge von Trauergästen, die dem Verstorbenen das letzte Geleite gaben. Schachmeister Max Judd gestorben. In St. Louis ist kürzlich Max Judd im Alter von 54 Jahren gestorben. Als Grover Cleveland im Jahre 1893 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, ernannte er Mr. Max Judd zum Generalkonsul in Wien. Noch im Sommer des genannten Jahres übernahm Judd die Konsulatsagenden und in kürzester Zeit erwarb er sich allseits große Wertschätzung, so in der Wiener Gesellschaft, in der Handelswelt und last not least in den Wiener Schachkreisen. Denn der neue Generalkonsul 'zählte seit zwei Jahrzehnten zu den hervorragendsten Schachmatadoren Amerikas und sein mehrjähriger Aufenthalt in Wien trug viel dazu bei, hier das etwas gesunkene Interesse an dem königlichen Spiele neu zu erwecken. Die Ver-