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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-06-15 · 24 (15.6.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
24 (15.6.1906)
Date
1906-06-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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L. I-.. Nr. 24 in § 2-Versammlungen vorzunehmen, wobei die bei den letzten Parteitagen üblichen Normen gelten. Die Wahlen müssen bis längstens Mittwoch den 20. Juni abgeschlossen und bis längstens 22. Juni an Dr. S ch a l i t, Wien, IX.,- Währingerstraße 3, gemeldet sein, worauf den Delegierten die Eintrittskarte und die dem Parteitage zu unterbreitenden Vorlagen sofort zugehen werden. Dr. Schalit (Wien), Dr. Margulies (Wien), Fritz Löw (Proßnitz), Dozent Dr. Mahler Prag), Dr. Goldwasser (Krakau), Adolf Stand (Lemberg), Dr. Brande (Stanislau), Abg. Dr. Straucher (Czernowitz). Wien. (T b o r a - E i n w e i h u it a.) Die Vorstände des Tempelvereines im X>II. Bezirk liefen ein neues Sefer auf ibre Kosten anfertigen und luden *u seiner Einweihung an, 27. Mai ein. Dem Rufe folgten: Herr Rabbiner Fenchtwang. Herr und Frau L opold Landeis, Herr Heinrich Paschkes. Vertreter der Vereine Edelsinn. Cbewra-Kadischa, Mciskl el Dol, Emunas A'ves vom XIV. und XV. Bezirk, die Vorstände ^es Hietzinger Franen-Wohltätigkeitsvereines, die Oberkantoren Schleifer und Schlesing-r und die Religionslehrer Spriuzeles und P ck. Zur Feier trug viel bei, daß der Frauen-Wobltätigkeitsnereiu auch zwei prachtvolle Thoramäntelchen. Herr Hermann Kauer kostbaren Silberschinuck, sein Bruder aus Stryi ebenfalls ein Mänt lchen und Herr Hermann Berliner ein Tboraband gespendet batten. Die Herren Kurier und Berliner sind d>e verdienstvollen Bethausvorstände. Nach Absiiiqunq der rituellen Gesänge durch ein Quartett unter Leitung des Hietzi: ger Kantors Herrn Gotthold Friedländer, der sich durch sein Wirken im Bezirke allseitiger Hochachtung erfreut, um der Exekutierung eines Mischeberach durch Herrn Kantor Schleifer, hielt Se. Ehrwürden Herr Rrbbiner Dr. Max G runwald die Festpredigt, in der er die Thora verherrlichte, ihre Bedeutung für das Judentum hervorhob und die Begeisterung aller Anwesenden purch seine glänzenden Worte erregte. - Am Tage vorher hatte der sehr rührige Frauenverein, an dessen Spitze die Damen Eugeuie Hoffmann, Jda Berliner und Laura Krenberger stehen, ein Kinderfest v.raustaltet. das wieder ansehnlichen Gewinn brachte und zu dem ein Junge- Dimenkomitee, best hend aus F.au Fmsterbusch, Fräulein Ostersetzer. Schwestern Michelstädter. Schwarz. Hertzka, Baad und Gertrud Popver. viel beitrug. Mehr aber ist hervorzuheben der enge Anschluß, den jetzt alle Inden des Xlll. Bezirkes durch die Gründung des Tempel- und Frauen-Wohltätigkeitsvercines finden. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Jvria".) Die Herren Vertreter der jüdisch-akademischen Ferialverbindungen aus Mähren und Schlesien werden ersucht. Freitag den 15. d. M. um 71/.2 Uhr abends zu einer wichtigen Besprechung auf der Bude der jüdisch-akademischen Verbindung „Jvria", IX., Hörlgasse 10, Tür 5, zu erscheinen. Knrfreiplätze und Kurbeiträge für Arme. Der unter dem Protektorate Sr. Ehrwürden Herrn Lekior M. F r i e d m a n n stehende „Verein zur U n t e r st ü tz u n g jüdischer K u r b e d ü r f r i g e r' mit dem Sitze in Wien, II. Bez., Josefinengasse 7, appelliert in Anbetracht der immer steigenden Anforderungen der armen Kranken au die Humanität und b ttet, durch zahlreichen Beitritt sein Wirken zu fördern. Der genannte Verein, dessen Aufgabe es ist, armen Kvrbedürftigen Freiplätze in Kurorten zu verschaffen oder Kurbe träge zu gewähren, hat im Jahre 1906, dem zweiten Jahre seines Bestehens, verhältnismäßig viel geleistet. So wurden einer Anzahl von armen Kranken Knrfreiplätze in Karlsbad verschafft und vielen Kurbeiträge bewilligt. Leider reichen die Mittel des Vereines nicht aus. um allen au denselben gestellten Anforderungen zu entsprechen. Es konnten die Gesuche einer größeren Anzahl von würdigen und armen Kurbedürftigeu nicht erledigt werden Der Vereinsvorstand sieht sich daher genötigt, an alle Menschenfreunde die innige Bitte zu richten, durch Spenden. Legate und Beitritt die humanitären Tendenzen des Vereines zu fördern. Beitrittserklärungen und Spenden wolle man an den Verein (obige Adresse) oder Postsparkassen-Konto Nr. 84.270 richten. Olmütz. In Sternberg ist Herr David Schreier, Kantor und israelitischer Religionslehrer, im 70. Lebensjahre nach langem, schwerem Leiden gestorben. Budapest. Der durch seine zahlreichen Wohltätigkeitsakte bekannte Großkaufmann Moritz Lindenbaum hat neuerdings einen schönen Beweis seiner Munifizenz geliefert. Herr Lindenbaum hat aus Anlaß der Trauung seiner Tochter Helene mit Dr. Alexander N a g y zu Gunsten des vom heiligen Verein zu erbauenden Asyls 5000 Kronen, für den iira.'litis.h.'n 'Handwerkerv.'rein 500 Kronen, für das israelitische Knaben-Waisenhans 400 Kronen, für das Mädchen-Waisenhaus Seite 395 400 Kronen, zur Verteilung unter die Armen 300 Kronen, für den Penfionsfonds der Beamten der Kultusgemeinde 200 Kronen, dem Talmudvereine 200 Kronen, für die Ferienkolonie 100 Kronen und für das Taubstummeninstitut 100 Kronen gespendet. Kassa (Ungarn). Am 28. v. M. verschied unser Oberrabbiner Herr Mor Jungreisz im Alter von 63 Jahren. Der Verblichene war ein berühmter Talinudgelehrter und zählte zu den ersten Begründern der ungarländischen Orthodoxie, deren Verfechter er stets war. Zu dem Begräbnisse erschienen über 30 Rabbiner. Als Nachfolger wurde der älteste Sohn Oberrabbiner Ignatz Jungreisz aus Nhir-Megyes gewählt. Prerau. Aus Anlaß der ersten Anwesenheit des Fürsterzbrschofcs von Olmütz Dr. Saloma» Bauer, sprach auch eine Deputation der jüdischen Bevölkerung von Prerau, bestehend aus dem Kultnsvorsteher Karl Löw, dem Kultnsvorsteherstellvertreter Bernh. Körner, dem Bürgermeister Emanuel Klein und dem Rabbiner Dr. Jakob Tauber, vor. Herr Vorsteher Löw stellte in schönen Worten die Mitglieder der Deputation vor, worauf der Rabbiner Dr. Tauber in längerer Anrede böhmisch den Fiu sterzbischof namens der jüdischen Bevölkerung von Prerau willkommen hieß. Der Rabbiner betonte das friedliche Zusammenleben der Konfessionen im Bezirke und sprach zum Schlüsse die Bitte ans, es möge auch in Zukunft ein humaner und friedlicher Geist unter dem Hirtenstab des Fürsterzbischofes herrschen. Der Kirchei fürst war sichtlich gerührt über dieses freundschaftliche, religiöse und nationale Zusammenhalten im Bezirke und versprach, seine Fürsorge walten zu lassen, daß Eintracht und Friede zwischen den Konfessionen herrsche. Mit leutseligen Worten erkundigte sich der Kirchenfürst nach dem Stande der Gemeinde und verabschiedete sich huldvoll von den Mitgliedern der Deputation. Nachod. In der am 22. Mai d I. ftattgefundenen'.Sitzung der Ortsgruppe des „Hilfsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" wurde Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Doktor Sicher zum Obmanne gewählt. — Am 25. Mai fand in stiller und bescheidener Weile die Einweihung des vom sel. Herrn M. I. Ober» l and er, Großindustrieller in Eipel. gestifteten Siechenhaufes statt. In dem Sitzungssaale waren der feierlich gekleidete, verstärkte Vorstand und die ganze Familie des Herrn Oberländer erschienen. Der Vorsteher Herr Jakob Pick begrüßte die Familie Oberländer, insbesondere die Frau Oberländer herzlich, wies darauf hin, welches Verdienst sich Herr Oberländer durch sein Werk an der Gemeinde und an der Armut erworben habe. Jeder, der die drückenden Wohnungs-Verhältnisse unserer Zeit kenne, werde das Siechenhaus und das Legat von X 50.000, dessen Zinsen den im Siechenhaus wohnenden Armen Zufällen, zu würdigen verstehen. Zum Schluffe wünschte er der Frau Oberländer ungeschwächte Gesundheit zum Wähle der Familie und der bedürftigen Armen. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Sicher die Festrede. Er zählte den Stifter zu den edlen Männern der Gemeinde der früheren Generation, welche im Sinne der Statistik des laufenden Wochenabschnittes nach ihren Köpfen zu zählen sind und welche auch für Reich und Land viel geleistet haben. Zum Schluffe schilderte er, wie das Siechenhaus und das fast angrenzende Gotteshaus einander ergänzen. Nach der Rede übergab Herr Vorsteher Jakob Pick t'efgerührt Frau Oberländer den Schlüssel mit der Bitte, das neue Haus, welches der Humanität geweiht wurde, zu eröffnen. Im Siechenhause angelangt, hat der Herr Rabbiner einen Trakral aus dem Talmud, der über Wohltätigkeit handelt, vorgetrage» und sodann das Kadischgebet verrichtet. Darauf wurden die Räume besichtigt Das Haus repräsentiert sich als ein stattliches zweistöckiges Gebäude und vietet 9 Parteien bequeme Wohnungsräume. Der Tag der Einweihung war zugleich der 76. Geburtstag des Stifters, an welchem Tage Frau Oberländer die Armen reichlich beschenkte. Ein musikalisches Wunderkind. Der neunjährige Sohn des Stuhlweißenburger israelitischen Oberkantors ist ein wahres musikalisches Wunderkind. Dies erfuhr dieser Tage die Erzherzogin Elisabeth Amalie, die Schwester des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin des Prinzen Alois Liechtenstein (nicht zu verwechseln mit dem Abgeordneten gleichen Namens). Sie ließ das Kind zu sich kommen, überhäufte es mit Liebenswürdigkeiten und erklärte, als sie den kleinen Jnngen zu ihrem höchsten Erstaunen meisterhaft hatte Klavier spielen hören, daß sie dessen musikalische Ausbildung aus eigenen Mitteln bestreiten wolle. Während der Produktion des Kleinen hatte die Erzherzogin, da dem Jungen das Taburet vor dem Klavier zu niedrig war, eigenhändig einen Polster herbeigebracht. Göttingen. (Neuer Rabbiner.) Zum Nachfolger des bereits vor Wochen nach seiner neuen Stelle in Dortmund übersiedelten Rabbiners Dr. Jacob wurde Herr Dr. I. Sonderling-Berlin, früherer Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, gewählt. Dr. Dlocd s Mlocdenscvrln.

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