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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-06-08 · 23 (8.6.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
23 (8.6.1906)
Date
1906-06-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 23 eto; ^<JSSKs:-.*i£a£Ä» 5äk=?§tL^*$ifSii Dr. JBlocb’s MocbenscbrM. Seite 379 In der angenehmen Erwartung, daß Euer Hochwohlgeboren die Güte haben werden, unserer Bitte Folge zu geben, zeichnen wir Hochachtungsvoll Der Vorstand des „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder in Wien": Dr. I. S a m u e l y, praktischer Arzt, Bezirksrat, Obmann. Max Frank, Gesellschafter der Fa. Josef Jerusalem, I. Obmann-Stellvertreter. Dr. S. Ehrmann, k. k. Universitäts-Professor. II. Obmann-Stellvertreter. Ernst G ö tz l, Prokurist der Firma Blum und Popper, I. Schriftführer. Richard Nappaport, Privatier, II. Schriftführer. Eman. Gottl. Taussik, Kaufmann, Kassier. Karl Freund. Privatier, Oekonom. Kottlieb B e t t e l h e i m, Realitätenbesitzer. Joh. Kremenetzky, Fabrikant. Siegmund B o s ch a n, Kaufmann. Salomon Kühner, städt. Bürger'chullehrer. Hermann E l t b o g e n, Kaufmann. Gottlieb Lederer, Fabriksbesitzer. Alexander Hecht, Direktor des Max Freiherr von Springer'schen Waisenhauses. Sieg, mund P i e s e n, Privatier. Robert K o l i s ch, Bankier. Dr. Moriz Schnabl, Hof- und Gerichts-Advokat. Ernst S i m o n, Fabrikant. Mindestbeitrag für Mitglieder: K 5. -; für Gründer X 100.—; für Stifter K 5oO.— laut § 4 der Statuten. Linz a. D. Frau Charlotte Klein hat ihre Pension und Restauration in Bad Hall, Oberösterreich, Kreits eröffnet; als vorzügliches Kinderheim mit sorgsamer Beaufsichtigung bestens zu empfehlen. Prag. Vorige Woche beging ein allgemein geachteter und beliebter Mann seinen 70. Geburtstag, Herr Gottlieb S ch m e l k e s. Als Mitglied der israelitischen Kultusgemeinderepräsentanz und des Vereines für geregelten Gottesdienst hat er viele Jahre eine eifrige dankenswerte Tätigkeit entfaltet. Insbesondere hat er durch die hingebende Pflege, welche er dem ihm anvertrauten Armenreferate zuteil werden ließ, den Dank der Gemeinde sowie zahlloser armer Familien erworben, da er in seinem schwierigen und verantwortungsvollen Ehrenamte stets einen wahrhaft humanen Sinn bekundete. Vor kurzer Zeit hat Herr Schmelkes seine geschäftliche Tätigkeit aufgegeben, erfreulicherweise jedoch sein Ehrenamt beibehalten. — Trotz der Abwesenheit des Jubilars von Prag war ihm von Nah und Fern eine große Anzahl in herzlichstem Tone gehaltener Glückwünsche zugekommen, die von der besonderen Achtung und Beliebtheit zeugen, deren sich der Jubilar überall zu erfreuen hat. In Vertretung der Kultusgemeinde-Repräsentanz und der Armenkommission dieser Körperschaft, ferner des Nächstenliebevereines zur Unterstützung verschämter israelitischer Hausarmer in Prag und des Vereines für geregelten Gottesdienst der Israeliten in Prag waren in seiner Wohnung die Herren Dr. Ludwig B endi ener, Dr. Siegmund Schneider, Dr. Ludwig P i ck, Moritz A u st e r l i tz und Markus Popper erschienen. Von der Kultusgemeiude-Repräsentanz und der Armenkommission wurde dem Jubilar eine vom Maler Alexander I a k e s ch künstlerischvornehm ausgeführte Adresse überreicht, in der die Anerkennung der wahren Humanität und des Sachverständnisses des Jubilars im Amte eines Obmannes der Armenkommission zum Ausdruck gebracht und der Jubilar als ein Vorbild in dieser Hinsicht bezeichnet wird. Ueber dem Texte ist die Armenpflege von Meister Jakesch symbolisiert: ein würdiger Greis spendet einer darbenden jungen Frau, die ihr Söhnchen liebevoll in den Armen hält, ein Almosen. Pisek. Herr Robert F a n t l, Sohn des Großhändlers Herrn kais. Rat Jakob F a n t l aus Pisek, hat sich mit Fräulein Annie B e r m a n n, Tochter des Herrn M. Bermann aus Zlonitz, verlobt. Falkenan a. E. Aus Anlaß des 79jährigen Geburtstages des Herrn S. Rosenzweig, Kaufmannes in Saaz, spendete dessen Sohn Einil Rosenzwug, Disponent in Falkenan, zur Ausschmückung des hiesigen Tempels zwei im maurischen Stile gehaltene Fenster in prachtvoller Malerei, die am zweiten Schewuos-Feiertage eingeweiht wurden. Dem hochherzigen Spender wurden von sämtlichen zur Thora Aufgerufenen Mischeberachs dargebracht; ebenso hat der Rabbiner Herr Dr. Feuerstein in schwungvoller Rede diesem hochherzigen Akte die besondere Weihe verliehen. Falkenau a. E. Donnerstag den 31. Mai d. I. verlobte sich Fräulein Marta Pollak, Tochter des Herrn Karl Pollak, Fabrikanten und Cbewravorsteher in Falkenau, mit Herrn Otto Pick, Disponenten in Falkenan a. E. Ung.-Hradisch. (Verlobung.) Fräulein R udolfine Berger, Tochter des Herrn Bernhard Berger, Inhabers der Firma I. H. Berger u. Sohn, hat sich mit Herrn Ludwig Rosenzweig, Gesellschafter der Firma Josef Rosenzweig u. Söhne, Wien, I., verlobt. Budapest. Die hauptstädtische Unterrichtskommisfion befaßte sich jüngst mit einer Eingabe des Josephstädter Schulstuhls Nr. III, in welcher beantragt wird, die Stadtbehörde möge dahin wirken, daß die Elementarschüler israelitischer Konfession mit dem Hebräischlesen nicht in der ersten, sondern erst in der zweiten Klasse beginnen sollen. Diesen Antrag machten sich noch sechs Schulstühle und die Konferenz der Fachinspektoren zu eigen. Dr. M e z e i führte aus, die Feststellung des Religionslehrplanes sei im Sinne des Gesetzes das autonome Recht der Kirchengemeinden, in diesem Falle der Budapester isr. Kultusgemeinden. Das auf dem Tapet befindliche Reformprojekt sei nicht neu, und die Gemeinden haben bereits mehrfach erklärt, daß sie an dem bisherigen Unterrichtsplan nichts ändern wollen. Redner beantragte, die Unterbreitung der Schulstühle ohne jede Bemerkung den kompetenten Foren, den israelitischen Kultusgemeinden, zur Erledigung zu unterbreiteu. In ähnlichem Sinne sprach Dr. Elias Adler, der im HinWk darauf, daß die Kultusgemeinden in der Frage des hebräischen Lehrunterrichts ihren Standpunkt bereits präzisiert haben, den Uebergang zur Tagesordnung in Vorschlag brachte. Der Antrag Dr. Mezeis wurde einhellig angenommen. Elsegg Unser Oberkantor Herr Jakob S ch e ch t e r wurde infolge seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Kantorates noch vor Ablauf seiner Probezeit vom hiesigen Vorstande einstimmig statutengemäß stabilisiert, Herr Oberkantor Jakob Schechter erwarb sich durch seine ungewöhnlich schöne, kräftige und umfangreiche Tenorstimme, sowie durch seinen wunderschönen Vortrag die Sympathien der ganzen Gemeinde und seine Wahl rief allgemeine Zufriedenheit hervor. Göding. Bei der am 3. Juni durchgeführten Wahl des Gemeindevorstandes der Stadt Göding wurden die Herren: Großindustrieller Fritz Redlich, Kultusvorsteher Dr. Körner und Genoffenschaftsvorstand Karl L e ch n e r einstimmig zu Gemeinderäten gewählt. Der Gemeindevorstand der Stadt Göding besteht nunmehr aus fünf christlichen und drei jüdischen Mitgliedern. Radnitz (Böhmen). Am zweiten Festtage hatten wir hier ein schönes Fest in unserem Gotteshause. Die hiesigen Damen hatten unter sich eine Sammlung veranstaltet und für das gesammelte Geld für die hiesige Synagoge ein prachtvolles Parouches aus weißem Seidenstoffe angeschafft, das an diesem Tage zum erstenmale benützt wurde. Der israelitische Frauenverein kaufte neue Teppiche und die Frau Karoline Popper. Präsidentin des Frauenvereines, widmete aus Eigenem eine sehr schöne Decke auf den Altar mit effektvoller Inschrift. Frau Adele Pollak aus Stupno spendete ein weißes Mäntelchen für die Thora und Frau Gabriele Popper ein Parouches für die Franengalerie, wo im Winter gebetet wird. Der Rabbiner A. Stein nahm Veranlassung, in seiner Predigt auf diese Gaben» die am Schewnos dargebracht wurden, hinzuweisen, und dankte den Damen, insbesondere der Frau Karoline Popper nicht bloß für ihr Geschenk, sondern auch für ihr Bemühen, für ihr Bestreben, unser altes Gotteshaus. das bereits mehr als hundert Jahre alt ist, so schön zu schmücken. Auch der Kultusvorstand nahm Anlaß, allen Spendern besonders zu danken. Feuilleton. Mater dolorosa. Eine moderne Wiener Geschichte. „Mariann", sagte der Gatte der schönen Frau und lehnte sich behaglich in den tiefen, weichen Polsterstuhl zurück, „Mariann, ich bitte Dich, sei nicht exaltiert. Wann Du sagst, die Frau ist ein armer Hascher, so hast Du ja Recht, aber bei Dir wird sie natürlich gleich zur Natsr äoloros». Ihr Frauen feid's halt nur froh, wann ihr übertreiben könnt. Und wann Du's nur zu mir sagst, so is es eh einerlei, aber Du bist imstand und läufst herum und molestierst andere Leut' auch noch damit. Also sei so gut und menagier' Dich a bissel." Frau Marianne aber war zu erregt. Sie ging ein paar Mal im Zimmer auf und ab und blieb dann vor dem

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