Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 22 (1.6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 358 Dr. Blocb’s MlocdenscvrlN. Nr. 22 eine offene Verletzung des Gesetzes und die Gefertigten stellen deshalb die Anfrage: „„Ist Seiner Exzellenz die Ausschreibung bekannt und ist er bereit, annullieren?"" Const. Noske. Dr. Vogler. Dr. Straucher. Pernerstorfer. Ellenbogen. Hybes. Resel. sie als gesetzwidrig zu Dr. Ofner. Wrabetz. Bendel. Schuhmeier. Rieger. Cingr. K. Seitz. Eldersch." Lehrer-Konferenz. ' Unter Vorsitz des Herrn Schulinspektors Professor Kanitz fand am 24. Mai die Konferenz der Religionslehrer an Volks- und Bürgerschulen statt. Es dürften an 60 Religionslehrer anwesend gewesen sein. Von den Schulleitern, die jüdischen Religionsunterricht erteilen, war Herr Oberlehrer Ignaz Weber anwesend. Der Vorsitzende hielt vorerst dem verstorbenen Präsidenten Herrn kais. Rat Moritz Hirsch einen überaus warmen Nachruf und widmete dem Hingeschiedenen Religionslehrer Herrn Schlesinger besonders ehrende, warme Worte; ebenso den Manen des Fräuleins Rosa Goldhammer, die seit sieben Jahren jüdischen Religionsunterricht erteilte. Sodann beglückwünschte er den anwesenden Jubilar Herrn Simon Weiß zu seiner 40jährigen Lehramtstätigkeit. Der einzige Punkt der Tagesordnung war: „Errichtung von Schülerbibliotheken für die jüdische Schuljugend an Volks¬ und Bürgerschulen". Das Referat führte Herr Dr. Löwit mit erschöpfender ausgezeichneter Gründlichkeit und beantragte folgende Thesen, die auch einstimmig angenommen wurden. 1. Die Konferenz der israelitischen Religionslehrer an den Volks- und Bürgerschulen in Wien erblickt in der Schaffung von Schüler-Bibliotheken für die israelitische Schuljugend eine segensreiche Einrichtung. 2. Diese ist nicht nur ein ausgezeichnetes Mittel zur Pflege der Gemütsbildung, sondern sie vermag den Religionsunterricht dadurch zu unterstützen, daß sie den Endzweck der religiösen Erziehung — die Ausbildung der sittlichen Gefühle — fördert. 3. Es ist wünschenswert, daß möglichst bald eine solche Bibliothek ins Leben gerufen werde. Auch sollen die berufenen Männer durch Preisausschreibungen, Aufrufe usw. zur Schaffung von geeigneten Schriften für die israelitische Jugend veranlaßt werden. 4. Diese Bibliotheken bedürfen einer einheitlichen und zielbewußten Organisation. 5. Diese Organisation wird dem Bibliotheks-Komitee übertragen. Herr Oberlehrer Ignaz Weber begrüßte die Anregung dieser trefflichen, zeitgemäßen Frage in überaus warmer, von wahrhaft jüdischem Geiste durchdrungener Rede, die lebhaft akklamiert wurde. Hierauf gab Herr Schulhof seiner vollen Genugtuung Ausdruck, daß der ständige Ausschuß endlich eine Frage zur Verhandlung brachte, die für Schule und Haus, für Lehrer und Schüler von eminenter Bedeutung sei, und spricht den Wunsch aus, daß endlich auch die wichtigen Themata: 1. Wie könnte dem ewigen Wechsel der Religionsbücher, der seit mehr als einem Jahrzehnt alljährlich eintritt und große materielle Opfer erheischt, gesteuert werden? , 2. Wie könnte die Humanität in den Dienst des Religionsunterrichtes und reger Anteilnahme der Religionslehrer gestellt werden? aus die Tagesordnung der nächsten Konferenzen gestellt und zur Verhandlung gebracht werden. Es sprachen dann noch die Herren Zeckendorf und Antscherl, worauf die Konferenz nach mehr als zweistündiger Beratung geschlossen wurde. Die Beratung hätte allerdings viel ersprießlicher durchgeführt werden können, wären die Thesen den Teilnehmern der Konferenz vorher zur Kenntnis gebracht worden. Bei einmaliger Verlesung und ohne jede vorherige Ueberlegung ist es nicht gut möglich, bei solch vitaler Frage unvorbereitet einzugreifen, und es dürfte sich wohl die Notwendigkeit ergeben, die Konferenz zu einer zweiten Beratung einzuberufen. Eine so weitgehende, höchst wichtige pädagogische Frage bedarf einer gründlichen, erschöpfenden Besprechung. Daß diese von eminenter Bedeutung ist, hat die Konferenz anerkannt. Jetzt bleibt noch die Frage offen: >,Wie kann und soll sie gelöst werden, um ehemöglichst und gedeihlich ins Werk gesetzt werden zu können?" Wir überlassen die Lösung dieser Frage und die weitere Veranlassung der Beratung der bewährten Tatkraft unseres energischen Schulinspektors Herrn Professor/Kanitz. Schließlich sei noch pflichtgemäß hinzugefügt, daß die Anregung dieser höchst zeitgemäßen Frage dem verdienstvollen Herrn Lehrer Zeckendorf zu danken ist. Herr Zeckendorf hat schon vor mehreren Jahren eine kleine Bibliothek in Währing ins Leben gerufen und wurde in seinen dankenswerten Bemühungen von dem verdienstvollen Vorstande Herrn Hoffmann und Herrn Religionslehrer Stingl tatkräftigst unterstützt. Wir wünschen dem vielversprechenden Unternehmen unserer strebsamen Lehrern bestes Gedeihen! Sch . . r Verband der Rabbiner Mährens nnd Schlesiens. Donnerstag den 24. Mai l. I. fand in Prerau die konstituierende Generalversammlung des Verbandes der Rabbiner Mährens und Schlesiens statt. Es waren an alle Rabbinen Mährens und Schlesiens, sowie an deren Kultusgemeinden Einladungen ergangen. Die Kultusgemeinden haben fast ausnahmslos durch die bei der konstituierenden Versammlung anwesenden Seelsorger dem neukreierten Verbände ihre Sympathie ausdrücken lassen, auch gaben viele das Versprechen, dem Vereine nach Einsichtnahme in den Inhalt des Verbandsstatutes als fördernde Mitglieder beizutreten. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die Begrüßungsschreiben und Telegramme der Vorstände der Kultusgemeinden Brünn, Troppau, Bielitz, Gr.-Meseritsch, M.-Aussee, Neu-Raußnitz, welche durch besondere Wärme und Innigkeit bekunden, wie viel Verständnis »und Gefühl die Gemeinden dem Streben der Rabbiner entgegenbringen. Die Kultusgemeinde Prerau war offiziell durch ihr Vorstandsmitglied Herrn M. Mayer vertreten, dem nach herzlicher Begrüßung der besondere Dank der Versammlung ausgesprochen wurde. Seitens der jüdischen Presse war Herr Redakteur Hickel von der „Jüdischen Volksstimme" erschienen. Der Verband konstituierte sich unter dem Vorsitze des Alterspräsidenten Doktor Groß—Lundenburg auf Grund des von der hohen Behörde genehmigten Statutes. Aus den Wahlen gingen als geschäfts-' führender Ausschuß hervor: Dr. Freimann—Holleschau, Präsident; Dr. Oppenheim—Olmütz, Vizepräsident; Dr. Tauber—Prerau, Kassier; Dr. Reach—Gaya, Schriftführer; Dr. Steiner—Bielitz, stellvertretender Schriftführer; Dr. Groß—Lundenburg, Doktor Goldschmied—Proßnitz, Dr. Spira—M.-Ostrau, Dr. Rabbinowitsch—M.-Weißkirchen als Beisitzer. Der mährische Landesrabbiner Dr. B. Placzek wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Verbandes gewählt. Die Diskussion über die zur Beratung gestellten Angelegenheiten bewegte sich auf jener vornehmen geistigen Höhe, die einer so hervorragenden Körperschaft naturgemäß zukommt. Es wurden einige Aenderungen in den Statuten beschlossen, nach deren behördlicher Genehmigung dieselben in Druck gelegt und den Rabbinen und Kultusgemeinden Mährens und Schlesiens übermittelt werden. Dr. Oppenheim erklärte im Namen aller Kollegen, daß der Verband vor allem das aufrichtige Bestreben habe, segensreich zusammenzuwirken in einem innigen Verhältnis mit den Kultusgemeinden und deren Vorständen in allen das religiöse Leben der Judenschaft betreffenden Fragen und Angelegenheiten, und dies stets bekunden werde. Herrn Dr. Feuchtwang in Wien,