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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-05-25 · 21 (25.5.1906) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 346 Dr. jbiocd'ö Wiocvenscvrin. Nr. 21 M. Lehr. Offener Brief an Se. Exzellenz Dr. Franz Klein, Leiter des k. k. Justizministeriums. Im Selbstverläge des Verfassers, IX/1, Rote Sterngaffe 20. Wien 1906. Viktor Ktemperer. Talmud-Sprüche. Eine Kulturskizze. Verlag von Baumert & Ronge, Großenh a In und Leipzig. Jos. Weißmau«, Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Pozega in Slavonien. Semiraus Schel S ch a b o t. (Sabbat-Gesänge) 20 Gesänge für den Sabbatgottesdienst. Kantor-Rezitative mit Orgelbegleitung. Preis K 5.—. Selbstverlag des Herausgebers. Briefkasten. Akrobat. Lueger hat gesagt, er werde einen Luftsprung machen, wenn bei den Wahlen im zweiten Wahlkörper die Mandate der Leopoldstadt erobert würden. Dank der starken Wahlbewegung am Zentralfriedhof, welche die Christlich-Sozialen zu entfachen verstanden, und der sträflichen Indolenz vieler jüdischer Wähler konnte der Bürgermeister fein Versprechen erfüllen. Er soll sich nur wacker üben, denn es steht fest, daß das christlichsoziale Regime und sein Führer in absehbarer Zeit definitiv in die Luft springen werden. P. K. Frankreich ist aus seiner Betäubung erwacht und kehrte zu seiner Stellung als führende Kulturnation zurück, indem es den lügenhaften Schwindel der Drumont und Rochefort energisch über die Grenze jagte. Ein kümmerlicher und bekümmerter Rest der Nationalisten, Orleanisten und anderen Genoffen des Antisemitismus wird in das Palais Bourbon einziehen, wo ihnen eine riesige Majorität unter dem unverfälschten Motto der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegenübertreten wird. Die große antisemitische Lüge, die sich an die Dreyfus- Äffaire knüpft, ist in den Abgrund der Gemeinheit zurückgeworfen, aus dem sie aufgetaucht ist. Beweis dafür ist, daß der tapfere Dreyfus- Derteidiger Labori mit großer Majorität in Fontainebleau gewählt worden ist. Bei der Verkündigung der Resultate von den letzten, zerschmetternden Stichwahlen schrieb Drumont am selben Abend, er gestehe, er wiffe nicht, was er schreiben solle und finde es für vernünftiger, fich schlafen zu legen. In vielen Ländern geht es jetzt den Antisemiten so. Sie wiffeu nicht mehr, was sie der von ihnen betrogenen und nur zur Einsicht erwachten Bevölkerung noch sagen, schreiben, vorlügen könnten. Für den Anttsemitismus, das Kind der Finsternis, wird cs Schlafenszeit, denn der Tag beginnt. Ehreumauu. »Nur keine Ueberraschungen," ist die Devise der christlichsozialen Partei, welche der Oeffentlichkeit die dringend nötigen Aorruptionstöter in so fürchterlich schlechter Ausführung liefert. Diesmal ist es ein Rauchfangkehrer, der als dunkler Ehrenmann bezeichnet wird, ein Obmann seiner Genossenschaft und strammer, christlichsozialer Gemeinderat. Von diesem Herren wurde in einem hiesigen Blatte behauptet, er hätte einem vazierenden Gehilfen ein paar Gulden Unterstützung im Rathaus verschafft und dann großmütig und christlich den armen Teufel aufgefordert, ein paar Liter Wein für die Mühe zu zahlen. Darüber wurde im Gemeinderat interpelliert und Herr Weftendorf rief mit dem Tone eines erbitterten, grundlos Beleidigten, er werde das betreffende Blatt auf Ehrenbeleidigung klagen. So geschah es auch unter dem Beifall der Parteigenossen. Wie groß war nun unter den letzteren der Katzenjammer, als bei der Verhandlung Herr Weftendorf die Klage bedingungslos zurückzog. So ist denn ein neues Ruhmesblatt im goldenen Buche des christlichsozialen Wien mit einem neuen Bilde geschmückt. Dieses Album, das mit Vergani und Schneider begonnen Ivurde, hat nun schon einen stattlichen Umfang. P. I. Das Stück Land, wegen deffen so starke politische Differenzen zwischen England und der Türkei entstanden sind, liegt auf der Sinai-Halbinsel, wegen deren Besiedlung seinerzeit zwischen der egyptischen Regierung und der zionistischen Leitung Verhandlungen gepflogen wurden. Die Verhandlungen endeten resultatlos, weil die entsendete Kommiffion der Zionisten keine Möglichkeit der notwendigen Bttoäfferung finden konnte. Es scheint sich also tatsächlich um ein Stück der anerkannten egyptischen, respektive englischen Interessensphäre gehandelt zu haben. Aeugier. Sie finden es aufsehenerregend, daß an jedem möglichen Orte und Oertchen in Wien, wo für einen Teil der christlichsozialen Schulden etwas gebaut wurde, der Name des Bürgermeisters verewigt wird. Wir wollen ein gewisses Sprichwort nicht zitieren, verweisen aber auf die Tatsache, daß Leute, die an ihr nahes Hinscheiden glauben, ihr Interesse und ihre Wünsche auf den Denkstein konzentrieren. Landtag. Im preußischen Landtag sitzen sieben Juden, von dmen nicht einer in der Debatte über die Judenausweisungen aus Berlin das Wort ergriff. Wir halten diese überlebte, furchtsame, angeblich vornehme und wirkungsvolle Leisetteterei für einen geradezu ve^ngmtznMen Mißgriff. Notiz. Wiener Bank-Verein. In Gemäßheit des § 49 der Statuten werden die Aktionäre des Wiener Bank-Verein zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen, welche am 13. Juni 1906, vormittags 11 Uhr, in Wien, I., Herrengaffe Nr. 8 stattfindet. Verhandlungsgegenstand: Beschlußfassung über die Erhöhung des Aktienkapitals um 30 Millionen Kronen und über die darauf bezughabenden Statutenänderungen. Nach § 46 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst' Kupons bei der Gesellschaftskaffa oder den sonst hierzu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme (§ 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Kupons bis spätestens 30. Mai d. I. in Wien bei der Liquidatur des Wiener Bank-Verein (I., Herrengasse 8), in Aussig a./E., Bielitz-Biala, Brünn, Budapest, Czernowitz, Friedek-Mistek, Graz, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Lemberg, Marienbad, Prag, Proßnitz, St. Pölten, Teplitz, Villach und Wr.-Neustadt bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank-Verein, in Triest bei der Laues. Oonawereials ll'riestiua, in Berlin bei der Deutschen Bank und der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank und der Dresdner Bank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank und der Filiale der Dresdner Bank, in Zürich bei der Schweiz. Kreditanstalt und beim Schweizer Bankverein, in Basel b i der Schweizer Kreditanstalt, beim Schweizer Bankverein und bei der Aktiengesellschaft von Speyr & Co. zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponiernngsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 5± der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Pe.son oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. Anglo-Oesterreichische Bank. Zufolge Beschlusses der am 27. März 1906 stattgehabten ordentlichen Generalversammlung unserer Aktionäre und der diesbezüglich erhaltenen Vollmachten bringt der Generalrat behufs Durchführung der Erhöhung des Aktienkapitals von 48 Millionen Kronen auf 60 Millionen Kronen 50.000 neue mit je K. 240-— volleingezahlte Aktien, welche an dem Erträgnisse der Bank vom 1. Jänner 1906 an partizipieren, zur Ausgabe. Auf Grund der dem Generalrate zustehenden Ermächtigung wird den Inhabern der dermalen im Umlaufe befindlichen 200.000 Aktien (Nr. 1 bis ^Oo.OOO) das Bezugsrecht auf 32.000 Stück neue Aktien zum Preise von K. 290'— pro Aktie zuzüglich 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage ab 1. Jänner 1906 in der Weise eingeräumt, daß je 25 alte Aktien das Anrecht zum Bezüge von vier neuen Aktien geben (beziehungsweise je 7 alte Aktien das Anrecht auf eine neue, 13 alte auf 2 neue, 19 alte auf 3 neue Aktien). Aktienbruchteile oder Zertifikate auf Bruchteile von Aktien werden nicht ausgegeben. Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat bei sonstigem Verluste desselben vom 28. Mai bis inklusive 6. Juni 1906 bei der Liquidatur der Anglo-Oesterreichischen Bank in Wien, bei dem Wechselhanse der Anglo-Oesterreichischen Bank in Wien, bei der Anglo-Austrian Bank m London, bei den Filialen der Anglo-Oesterreichischen Bank in Anssig, Bodenbach, Brünn, Budapest, Prag, Teplitz, Trautenau, Triest und bei der Bank-Kommandit-Gesellschaft Hofmann u. Kottlarzig in Pilsen während der bei diesen Stellen üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen. Aktionäre, welche das Bezugsrecht auszuüben beabsichtigen, haben dasselbe mittels einfacher Konsignation anzumelden und unter Einem die zum Bezüge berechtigenden Mäntel der alten Aktien beizubringen, welche nach Vornahme einer, die erfolgte Ausübung des Bezugsrechtes ersichtlich machenden Abstempelung zurückgestellt werden. Formulare werden bei den Anmeldestellen ausgefolgt. Bei der Anmeldung des Bezugsrechtes sind auf jede neu zu beziehende Aktie K. 50'— zuzüglich 5 Prozent Zinsen vom 1. Jänner 1906 bar einzuzahlen. Der Restbetrag von K. 240-— zuzüglich 5 Prozent Zinsen vom 1. Jänner 1906 bis zum Zahlungstage ist bis spätestens 5. Juli 1906 bei derselben Stelle, bei welcher die Anmeldung erfolgte, bei sonstigem Verluste jedes Anspruches aus der geleisteten Anzahlung, auf einmal bar einzuzahlen. Bei der Anglo-Austrian Bank in London find die Einzahlungen zum Londoner Tageskurse der Devise Wien zu leisten. Gegen Rückstellung der die Vollzahlung ausweisenden Bestätigung, beziehungsweise Bestätigungen werden die neuen Aktien vom 5. Juli 1906 ab ausgefolgt. Kabinet möbliert oder unmöbliert, für Frau oder Fräulein, die tagsüber ausser Hause beschäftigt ist, zu vermieten. .— IX., Grüne Thorgasse 35, I. Stock, Tür 5. r -■ -

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