Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 340 Dr Biocb ö Mocvenscbrttr. Nr. 21 unserem Gemeindehaushalte. Und dafür gebührt Dir unser aller wärmster , Dank, Dank für all das Gute, was Du geleistet, Dank für die Freundlichkeit, das Wohlwollen, die Liebe, die Du uns entgegengebracht und die wir alle mit gleicher warmer Liebe Dir erwiderten, Dank seitens der Beamtenschaft, welche mich aufforderte, hier ihr Wortführer zu fein, für das ihr bewährte Wohlwollen und nicht zuletzt auch Dank dafür, daß Du stets mit offener, freigebiger Hand den verarmten Glaubensbrüdern eine Stütze und Hilfe zu bieten bereit warst. Dein Bild wird unseren Sitzungssaal zieren und die Legende an diesem Bilde wird lauten: „Dauresch tauw l’amau w’dauwer scholaum l’chol sarau.^ Er hat gestrebt nach allem Guten für sein Volk und er hat (mein ehrwürdiger Vorredner hat dies so schön dargelegt) das Wort der Eintracht und des Friedens gesprochen seinen Nachkommen. Sein Andenken sei gesegnet!" Der Präsident der Chewra-Kadischa Herr Salo Cohn hielt folgende« Nachruf: Als wir am Sonntag gemeinschaftlich den Sitzungssaal der Kultusgemeinde verließen, um nach Hause zurückzukehren, sagtest du mir, als wir das Burgtor passierten: „Wie entzückt war stets meine selige Frau, wenn das Frühjahr in's Land kam und diese großartigen Monumentalbauten durch das schöne, frische Grün der Bäume umso wirksamer hervortraten." Ist es doch bezeichnend für dein Seelenleben, daß du bei jeder Gelegenheit der treuen Gefährtin deines Lebens gedachtest. Ich ahnte damals nicht, daß diese Worte ein Abschied für immer sein sollten. Heute, nach wenigen Tagen, stehen wir an deiner Bahre und ich erfülle die traurige Pflicht, dir, lieber Freund, im Namen des Vorstandes der altehrwürdigen Chewra-Kadischa, zu deren ältesten und treuesten Mitgliedern du gehörtest, Worte ehrenden Gedenkens nachzurufen. Was du der Gemeinde warst, das haben meine beiden verehrten Vorredner so trefflich geschildert; was aber nicht genug hervorgehoben werden kann, das war der Zauber deiner Persönlichkeit, dein liebenswürdiges Wesen und die Art, wie du zu geben verstandest, ohne dem Empfänger die Gabe fühlen zu lasten. Ich bin zu ergriffen, um dich so zeichnen zu können, wie du es verdienst. Ich will nur in wenigen Worten deinen Charakter childern, der den Ausspruch des Dichters: «Edel sei der Mensch, Hilfreich und gut." so ganz zur Wahrheit zu machen wußte. Und so ziehe denn hin, du teurer Freund, in jene Gefilde des ewigen Friedens, begleitet von den Segenswünschen aller, denen du im Leben so oft hilfreich zur Seite standest, unvergessen deinen Freunden. Moritz Hirsch, fahre wohl!" Im Namen der B. B-Vereine sprach Herr Dr. Isidor S a m u e l y, im Namen der Exportgesellschaft Generalkonsul von W i e s e n b u r g, im Namen der Heimatsgemeinde der Proßnitzer Rabbiner Dr. Goldschmidt, worauf die Beisetzung erfolgte. Ehrung eines jüdischen Regimentsarztes. Am 18. März d. I. ist in Wien der k. u. k. Regimeutsarzt I. Klasse Dr. Gabriel H o r w i tz gestorben. Der Verblichene, ein Sohn des Amtsleiters.der israelitischen Kultusgemeinde Wien,. Herrn Simon H o r w i tz, war durch 10 Jahre Chefarzt der psychiatrischen Abteilung des k. u. k. Garnisonsspitales Nr. 16 in Budapest. In den zahlreichen Kondolenzen, die dem Spitalskommando anläßlich dieses Verlustes zukamen, erfahren die ausgezeichneten Charaktereigenschaften und die großen Verdienste des Dahingeschiedenen gerechte Würdigung. Die Militärärzte der einzelnen Korps, die Kommanden der Spitäler, die Offizierskorps vieler Regimenter und Anstalten des k. u. k. Heeres haben ihre Anteilnahme bekundet und in ihren Kondolenzschreiben darauf hingewiesen, daß durch das Hinscheiden dieses Mannes das Korps einen hochgebildeten, liebenswürdigen Kameraden, das Garnisonsspital einen unermüdlich tätigen, rechtschaffenen und humanen Mitarbeiter, die Freunde einen warmfühlenden, selbstlosen Genossen verloren haben. Als Mitstreiter für den Ruf und das Ansehen der Anstalt wird der Verblichene von seinen Kameraden bezeichnet. Eine besondere Ehrung wurde dem Andenken des Verblichenen zuteil, indem der Kommandant des k. u. k. Garnisonsspitales Nr. 16, Herr k. u. k. Oberstabsarzt Dr. Eduard N e u b e r ein Oelbild des Verstorbenen anfertigen ließ, das im Ordinationszimmer der Abteilung, welcher der Dahingeschiedene vorgestanden, zum ewigen Gedächtnisse angebracht wurde. In edelster Weise hat der Spitalskommandant dadurch nicht allein die Verdienste des Verblichenen gewürdigt, sondern auch einen Beweis seines gerechten, vorurteilsfreien Sinnes geliefert. An den Vater des Dahingeschiedenen erging die Einladung, der Anbringung des Bildes beizuwohnen. Der Verstorbene hat seine reichhaltige Bibliothek dem Garnisonsspitale testiert. Mit einer entsprechenden Widmung versehen, wird dieselbe im Sitzungssaale des Spitales zur Ausstellung gelangen und den Grundstock zur ersten Militär- Spitalsbiblivthek bilden. Israelitischer Frauen-Wohltätigkeitsverein für die Bezirke Mariahilf und Neubau in Wien. Sekretariat VI. Schmalzhofgasse 3. Der angesehene Verein sieht nun auf eine 25jährige, äußerst lobenswerte Tätigkeit zurück, während welcher er 96.962 Kronen seinen ersprießlichen Zwecken zuführte, ist aber trotz dieser langen Zeit immer rührig darauf bedacht, seinen selbstlos übernommenen Pflichten der Nächstenliebe jetzt und in Zukunft zu entsprechen. Während des Bestandes des Vereines von der Gründung bis heute stand er unter der ausgezeichneten Leitung seiner Präsidentin Frau Cäcilie E is ende r g e r, welche mit Hingabe und Großherzigkeit ihre Stelle ausfüllte und sich allgemeine Anhänglichkeit und Anerkennung erwarb. Ihr Bild ziert das erste Blatt des Jahresberichtes über 1905, dem wir nachfolgende Daten entnehmen: Außer Frau Eisenberger sind im Vorstand die Damen Franziska P o l l a k, I. Vizepräsidentin, die ebenfalls seit 25 Jahren eine stille, aber segensreiche Tätigkeit entfaltet, die langjährige, eifrige II. Vizepräsidentin Frieda Strauß, Schriftführerin Therese König, Kassierin Josefine Engel, Kontrollorin Fanny Fröhlich, ferner als Ausschußmitglieder die Damen Ernestine Goldberger, Rosa Hummel, Marie Landau, Hedwig Sachs, Friederike S z ü c s, Rosa T a g l i ch t. Revisoren sind die Herren Albrecht Friedmann und Dr. Ludwig Landau. Als verdienstvoller Beirat wirkt Herr Dr. Jakob Engel. Der Verein zählt 361 Mitglieder und hat ein Barvermögen von zirka 24.500 Kronen, Spenden 3829 Kronen, Mitgliedsbeiträge 3240 Kronen. Die ihm in diesem Jahre besonders reich zugeflvssenen Mittel setzten den Verein in den Stand, seinen Aufgaben als Träger der Wohltätigkeitspflege für arme Glaubensschwestern in erhöhtem Maße gerecht zu werden. Für reine Wohltätigkeitszwecke wurde im abgelaufenett Jahre ein Betrag von zirka 7200 Kronen gegen 6200 Kronen im Vorjahre ausgegeben. Hiebei ist zu bemerken, daß die Ausgaben für periodische, d. h. Monats- und Quartalsunterstützungen fast mit jedem Monat zunehmen. In jedem einzelnen Falle werden durch die Vorstandsmitglieder über die Dürftigkeit und Würdigkeit der Bewerberinnen Erhebungen gepflogen. Diese Art der Armenpflege hat sich am besten bewährt. Wie jedes Jahr, wurden auch Heuer 60 arme Schulmädchen in reicher Weise mit voller Winterkleidung ausgestattet und erforderte dies eine Ausgabe von zirka 1000 Kronen. Die Damen des Vorstandes haben in 17 Fällen für den Verband zur Unterstützung armer Wöchnerinnen interveniert.