Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-05-18 · 20 (18.5.1906) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
20 (18.5.1906)
Date
1906-05-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021677--15421-3040186
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 330 Dr Dlocv s Mlocvenscvnn Nr. 20 schreiben an Sabatai Zwi (Ein Beitrag zur Psychologie des Messianismus) (mit 1 Faksimile) Dr. M. Gaster. Fritz Mauthner (mit 1 Illustration) D. M. Adler. Unterwegs M. Gorodezky. Statistik der Juden in den mohammedanischen Ländern (II.) Schluß. Preis des Heftes Mk. 0.80. Luxusausgabe Mk. 1.20. Professor Dr. Max Mandelstamm: Ziel und Zweck des Territorialismus. Rede. Die »I. T. O." von M. Israel Zangwill. Herausgegeben vom S ch w e i z. j ü d.-t err. Landesverband, Zürich, 1906. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere, Mische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, III/2, Untere Viaduktgaffe 25. III. Jahrgang, Heft 5, 1906. Inhalt: A. H.: Der Schekelmonat. Ben Abraham: Versuch einer Herzl-Anthologie. Auftuf für ein Herzl-Denkmal der österreichischen Studentenschaft. I. L. P e r e z: Gedanken und Bilder. I. Meist: Theorie und Praxis des Poalei-Zionismus. Mendele Mocher-S'forim: Das graue Haar. Rundschau. Bücherschau. Korrespondenzen rc. KrirfkaKe«. »Unglücklicher Vater." Eine Aufnahme ist, kaum durchzusetzen. Raffe. Das Bild in der „Jugend" von der Duma ist die kürzeste und treffendste Kritik. Die Abgeordneten sitzen darauf in den Block gespannt. Der Block sind wohl die Staatsgrundgesetze — Zu-Grundgesetze wäre der bessere Ausdruck — welche die Selbstherrschaft des Zaren mit Paragraphen umzäumen. Die Volksvertreter können reden, wenn es ihnen gerade Spaß macht, der Zar wird ihren Sprecher empfangen und Trepow wird ihn Hinauswerfen, wenn es ihm Spaß macht. Das wird die Kraft des neuen russischen Parlamentes in den Fragen, die es beantworten möchte. Die Hoffnungen der Juden auf die Duma werden aber nebenbei noch dadurch illustriert, daß die Majorität der bäuerlichen Abgeordneten jeder Behandlung der Judenftage abgeneigt ist. A. B., XX. Btzirk. Wundert Sie das? Oder haben Sie etwa bei den Christlich-Sozialen ehrliche Gesinnung vermutet? Moral haben die Antisemiten nur in der Auslage, im Geschäft ist sie nicht zu finden. Man erinnert sich noch, wie Lueger sich 5000 Exemplare seiner Anhänger vor dem Rathaus aufstellte, um sich als den Großvater und Erfinder der Idee vom allgemeinen Wahlrecht feiern zu lassen. Das „Deutsche Volksblatt" schnappte schon vor Eifer mit der Stimme um, um die Anttsemiten gegenüber den Sozialdemokraten als die ersten, echtesten und wahrsten Volksfreunde herauszustreichen. Da kamen die Wahlen aus der vierten Kurie, die fast im Rahmen der Wahlreform abgehalten wurden. Sofort vergaß man alle Versammlungen, an Me spaltenlangen, marktschreierischen Artikel, als die Christlich-Sozialen vor den dumpfdröhnenden Kopf geschlagen waren. Der Mann mtt den Obligattonen fühlte sich weiter nicht obligiert und schwenkte sofort zu den Gegnern der Wahlreform ab. Hoch die Rettungsgesellschaft (-Sippschaft) der Ehrlichkeit und Moral! Rex. Nun ist es heraußen. Die hochmütige Rede des preußischen Ministers des Innern besagt, daß er die russischen Juden aus Berlin hätte ausweisen laffen, weil sie 1. keinen Unterhalt hätten. Wer spricht nun die Wahrheit — die Interpellanten, die das Gegenteil behaupten, oder der Minister. 2. Wäre die Rolle bekannt, welche die Juden in der russischen Revolution gespielt hätten und man müßte daher solche Elemente abschieben. Bebel und andere sagten es, der Verstand hätte es dem Herrn Minister wiederholen können, daß kein politisch Kompromittierter nach Preußen kommt, wo er sofort ausgeliefert wird. Läßt übrigens der Herr Minister auch die Finnländer ausweisen, die einen so beharrlichen Kampf gegen Rußland geführt haben? Das ist Mes lahmes Gerede, um die judenfeindliche Grausamkett gegen Unschuldige zu vertuschen, die tadellos gelebt haben und sich als europäische Parias jeden Gefühlsausdruck eines Ostelbiers gefallen laffen müssen Nach seinen Grundsätzen sollte der Minister auch die Junker ausweisen lassen. Denn es ist notorisch bekannt, daß viele ihrer Vorfahren gegen den preußischen Herrscher die Waffen erhoben haben und die Gefahr der erblichen Belastung mit Revoluttonsgelüsten ist enorm. Kwrstadt in T. Das Verzeichnis der jüdischen Abgeordneten des neuen ungarischen Reichstages weist nur 17 Mitglieder aus, die wir im Blatte nottert haben. Sie nennen die Zahl 22. Wollen Sie die Namen aufführen. R. M. Es scheint denn doch, daß ein paar antisemitischen Preßkötern das wohlverdiente Kriminal zuteil wird. Wenigstens lassen das Luegers Worte in der letzten Gemeinderatssitzung vermuten. Er sagte: „Es dürfen nicht die unmittelbaren Täter allein gefaßt werden, sondern auch jene, welche in den Zeittmgen unter dem Schutz der Anonymität die Verhetzung der Bevölkerung in der unerhörtesten Weisbetreiben." Wenn das erfolgt, werden sämtliche antisemitischen Nedake tionen gesperrt. S. If. In der Hygienischen Ausstellung finden Sie glänzende und viele Beweise jüdischen Gewerbefleißes und tüchtiger Arbeit. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Garantiert naturechtes feinstes ^Pflanzen- Fett. isehen^ koenüsun. FETT Benedikt Karplus'sche Gewerbeschul-Stipendien. Am 20. Juli d. I. gelangen zwei Benedikt Karplus'sche Stipendien per je K. 50.— an zwei junge Leute mosaischer Konfession welche mit Vorzugsnoten die Gewerbeschule besuchten oder besuchen, zur Verleihung. Bewerber um dieselben haben ihre Gesuche, welche mit dem Geburtsscheine, dem Armutszeugnisse und dem Nachweise, baß sie die Gewerbeschule mit vorzüglichem Erfolge besuchen oder besucht haben, bis längstens 31. Mai 1906 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock), woselbst auch innerhalb der Amtsftunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, zu überreichen. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber im Bezüge eines Stipendiums steht, bezw. wie hoch dieser Stipendienbezug sich beläuft. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs¬ und Sterbematriken der israelitischen Knltusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. L. G. Goldsteinsche Heiratsausstattungsstiftung. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien bringt hiemit zur Kennttüs, daß am 4. August d. I. die Zinsen der L. G. Goldsteinschen Stiftung zur Ausstattung armer israel. Mädchen im Betrage von K 300.— zur Verleihung gelangen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, daß sie 1. der israel. Konfession angehören, 2. arme Waisen (vater- oder mutterlos) und 3. streng sittlich sind, sowie 4. daß sie sich im Brautstande befinden. Verwandte des seligen Stifters, des Herrn L. G. Goldstein, geboren zu Altstadt in Böhmen (ehem. Taborer Kreis) oder seiner Gattin Katharina, geborenen Landauer, bis zum dritten Grade erhalten den Vorzug und muß der diesfällige Nachweis dem Gesuche beiliegen. Bewerberinnen, die sich vor dem 4. August 1906 verehelichen, haben auf die Stiftung keinen Anspruch. Die entsprechend belegten Gesuche sind im Einreichungsprotokolle der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4; 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, in den Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags bis 31. Mai 1906 zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israel. Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Albert Ganslsche Widmung für israel. Arme. Am 28. Thamus, das ist am 21. Juli 1906, werden aus der Albert Ganslschen Widmung die Jahreserträgniffe in der Höhe von K 390.— an mehrere israelitische Arme zur Verleihung gebracht. Die Bewerber um diese Stiftung haben ihre mit einem Geburtsscheine und einem A r m u t s zeugnisse belegten Gesuche bis 31. Mai 1906 im Einreichungsprotokolle der ifrael. Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Gesuch stell er, welche mit der Albert Ganslschen Familie oder mit den Heinrich und Regine Kohnschen Nachkommen verwandt sind und dies durch legale Dokumente nachzuweisen vermögen, erhalten den Vorzug. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.