Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 20 (18.5.1906)
- Date
- 1906-05-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 326 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 20 Dr. Chissin, Dizengoff, Eisenberg (Rehoboth), Gluskin, Goldberg, Gordon, Dr. Joffe, Grasowsky, Kaisermann, Klimker (Chemiker), Kritschewsky, Lewontin, Ing. Pewsner, Safir, Scheinkin, Smilansky, Suchowolsky, Treidel, Trietsch, Vogelsohn, Ing. Wilbuschewitz, Wechsler. Die Aufgaben, die das Bureau teils zu bearbeiten begonnen hat, teils noch zu bearbeiten haben' wird, sind äußerst mannigfacher Art. Im folgenden sei eine Uebersicht der hauptsächlichsten Aufgaben und Erfordernisse der Institution gegeben: Jnformationserteilung und Einholung von Erkundigungen auf mündlichem und schriftlichem Wege; Vorbereitung und Schaffung umfassender Palästinamaterialien in jeder wirtschaftlichen Beziehung und in übersichtlicher Weise; Schiffsbesuch und Hafenangelegeuheiten; Einrichtungen von' Komitees (wo erforderlich und durchführbar auch Bureaus) in anderen Städten; Reisen zum Zwecke von Organisation der Tätigkeit und zur Beschaffung von Informationen; Bearbeitung technischer und anderer spezieller Fragen unter Hinzuziehung von Fachleuten; Publikationen und Drucksachen; Statistik. Das Komitee wendet sich nunmehr an die verschiedenen Organisationen, bei denen es Jntereffe für diese Arbeiten voraussetzt, mit dem Ersuchen, zur Unterhaltung des Jaffaer Bureaus in möglichst großem Umfange beizutragen und erklärt sich gleichzeitig bereit, die Organisierung von ähnlichen Bureaus oder Komitees in anderen Plätzen Palästinas und den nächsten Nachbargebieten zu übernehmen. An manchen Orten steht es bereits mit solchen Komitees in Verbindung und es ist umsomehr gezwungen, solche Verbindungen zu unterhalten, und möglichst noch zu erweitern, als mindestens neun Zehntel der gesamten jüdischen Einwanderung über Jaffa kommen, so daß eine Dezentralisierung unbedingt notwendigerscheint. — Briefadresse: Dr. Chissin, Jaffa (Palästina). Alle Sendungen sind mit dem Vermerk: „8m: Jnformationsbureau" erbeten. IlermLscbtes. Ärmrzablösungsspendeu zugunsten der Chewra-Kadischa L., Seiteustettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie Eibenschütz: Von Karl Direnberg, Ilona Direnberg, Rosa Eibenschütz X 50.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Gabriele Klein: Von Ignaz Stein X 20.—, Dr. I. Stiedry 20.—, Direktor Wlaschin, Prag 20.—, Josef von Lukacs, Budapest 20.- , Jacques und Fanny Feitlcr 30.—, Hugo Winter 20.—, Bertha Engel 20.—, Eduard Fürth 20—, Helene Lederer 20.—, Otto Theimer. Sadska 10.—, Isidor Stern, Kyralhyda 10.—, K. Grätzer, PragX 10.—.Zusammen X 220.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Gans: Von Friedrich Weiß X 2.—, Alexander Löwit 4—, Moritz Weiß 2.—, I. Weiß X 2.—. Zusammen X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. I o s e f P e r l b e r g: Von Salo Landau X 10.—, Albert Drechsler, Pilsen 20.—, Dr. Adolf Guttmann 10.—, Dr. W. Landau und Familie X 5.—. Zusammen X 45.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Johanna Banhegyi: Von A. B. X 7.-. Wien. Die öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, findet Sonntag den 20. Mai 1906, halb 10 Uhr vormittags, statt. Gegenstand: Prüfung und Erledigung des Rechnungsabschluffes über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde pro 1905. Wien. (Jubiläum.) Herr Max Frankl, Beamter der österreichischen Länderbank, feiert Sonntag den 20. Mai d. I. sein 25jähriges Dienstjubiläum. Wien. (Verlobung.) Rabbiner Dr. A. L. Mandel hat sich mit Fräulein Anna Friedmann, Tochter des Herrn Dr. Simon Friedmann, Rabbiner in Lublinitz, Ober-Schlesien, verlobt. Wie«. (Verlobung.) Fräulein Emmy Stern, Tochter des kaiserlichen Rates Julius Stern, hat sich mit Herrn Stephan K r i s e r, Mitchef der Firma Lajos Kriser und Söhne, verlobt. K. k. Baurat Oskar Marmorek. Dem Kultusvorsteher Architekten Oskar Marmorek wurde laut Meldung der „Wiener-Zeitung" vom 16. d. M. der Titel eines k. k. Baurates verliehen. Wien-Josefstadt. Donnerstag den 24 d. M., 11 Uhr vormittags, findet im Josesstädter Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, die Mädchen-Konfirmation statt. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten, Wien, IX., Grüne Thorgasse 28. Im Laufe des Monates Juni gelangen seitens des „Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" Prämien aus dem Erträgnisse der Sigmund Edlen von Wertheimstein - Stiftung für Handwerksgehilfen israelitischer Konfession zur Verleihung. Bewerber um diese Prämien haben ihre mit dem Arbeitsnachweise belegten, stempelfreien Gesuche bis längstens 10. Juni l. I. in der Kanzlei des genannten Vereines, IX., Grüne Thorgasse 28, einzureichen. Gedächtnisfeier für den sel. k. k. Kommerzialrat Herrn Ignaz Zucker. Der „Erste österreichische Rechtsschutzverein für Hausierer in Wien" veranstaltete eine Gedächtnisfeier für seinen verstorbenen unermüdlichen Wohltäter Ignaz Zucker aus Anlaß seines Jahrzeittages. Das Bethaus II., Taborstraße 59, war gedrängt voll von Andächtigen, Herr Rabbiner Dr. A. Kaminka hielt die Gedächtnisrede. Die Feier hinterließ bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck. Dr. I. W. Marmorek. Die Nachricht vom Hinscheiden des Herrn Dr. Isidor Wolfgang Marmorek hat in weiten Kreisen schmerzliche Anteilnahme erregt —und noch ist es ihm nicht gegönnt gewesen, die Fülle seiner Eigenschaften zur vollen Blüte zu bringen. Ein seltener Mann ist hier jung von einer qualvollen Krankheit gebrochen worden. Die Berufsgenossen wußten sein ungewöhnliches Fachwissen hoch zu schätzen. Und daneben war ihm kein Wissensgebiet fremd. Von seinem außerordentlichen Gedächtnisse unterstützt, kannte er jede Sphäre menschlicher Tätigkeit. Aber sein Bild wäre nicht vollkommen, wollte man nur die Eigenschaften seines Geistes erwähnen und die seines Herzens vergessen. Und diese mehr noch als die Reflexion hatten ihn dazu geführt, sich dem Kampfe für die jüdische Idee zur Verfügung zu stellen. Er liebte nicht nur das Judentum — er glaubte daran. Kein frommer, aber ein religiöser Jude und besser noch ein philosophischer Jude, sah er in der Idee des Judentums den Ausdruck der Sittlichkeit in der Weltordnung und dasselbe Gerechtigkeitsgefühl, das ihn dazu führte, in Rechtsschutzvereinen für Arme seine Zeit zuzubringen, statt seinem gebrechlichen Körper Ruhe zu gönnen. Dasselbe Gerechtigkeitsgefühl ließ ihn in Empörung aufwallen, weil er sah, daß das von diesem sittlichen Prinzip beherrschte Volk — sein Volk -- nicht die Stellung in der Weltgeschichte besaß, die ihm gebührte. Und da er seinem Volke endlich Ruhe, Friede und Glück vom Herzen mitschaffen' wollte, stürzte er sich mit seinem ganzen Enthusiasmus in die zionistische Bewegung. Im Zionismus sah er nicht nur das hohe Mittel zur moralischen Hebung des Selbstbewußtseins eines jeden Einzelnen, sondern auch als Kämpfer, der er war, einen stolzen Weg, aus eigener Kraft das Volksschicksal zu schmieden. So ließ er seinen Gefühlen überall freien Lauf und achtete in seinem geistigen Suchen und Kampfe nicht daranf, daß sich die Gebrechen seines Lebens immermehr verstärkten — bis er nicht mehr weiter konnte. Das Leichenbegängnis fand Mittwoch vormittags um halb 10 Uhr vom Trauerhause aus statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, den Vizepräsidenten k. k. Landesschulrat Dr. Gustav