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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-05-11 · 19 (11.5.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Eff^U K2SS3 drr. 19 Dr. Dlocd's MocbenscdrtN. Sette 313 Kommando über die zweite Brigade der Pennsylvanischen Miliz. Als der Bürgerkrieg ansbrach, war Einstein einer der Ersten, die zn den Waffen griffen. Noch im Jahre 1860 organisierte er das 27. Regiment, das er aus eigenen Mitteln ausrüstete. Das Regiment, das zehn Kompagnien, jede Kompagnie zu hundert Mann, zählte, zeichnete sich in mehreren Schlachten aus. Nach Beendigung des Krieges erhielt Einstein vom Präsidenten Lincoln den Posten eines Generalkonsuls in Bayern mit dem Sitze in Nürnberg. Er bekleidete dieses Amt zwei Jahre lang und kehrte dann wieder nach Philadelphia zurück, wo er zum U 8. Internal Revenue Agent ernannt ward. Im Jahre 18c 6 wurde Einstein durch Gouverneur Pollock im Namen der Philadelphia Artillery Company mit einem prächtigen silbernen Schwert beschenkt. Ein Schreiben des Präsidenten Th. Roosevelt. Philadephi a. Folgendes anerkennende Schreiben erhielt der als Kanzelredner und Philanthrop rühmlichst bekannte Reverend Dr. Josef K r a u s k o p f, der Präsident der National Farm School in Germantown, Pa, vom Präsidenten Theodor Roosevelt: „Werter Herr! Sekretär Wilson hat mir mitgeteilt, daß er der von Ihnen und Ihren Kollegen in Doylestown, Pa., gegründeten „National Farm School" einen Besuch abgestattet hat, und er spricht sich in der begeistertsten Weise über den Wert Ihrer Bestrebungen und Ihrer Tätigkeit aus. Ich entsinne mich sehr wohl, daß ich den Vorzug hatte, während des spanisch-amerikanischen Krieges bei Santiago Ihre Bekanntschaft zu machen, als sie in Ihrer amtlichen Eigenschaft als „National Relief Commissioner" der Gast des nunmehr verstorbenen Generals Joseph Wheeler waren. Gestatten Sie mir, daß ich Ihnen und Ihren Herren Kollegen jeglichen Erfolg in Ihrem bewunderungswürdigen Bestreben wünsche, die jungen Leute, an deren Schicksal Sie einen Anteil nehmen, in praktischer, sowie in wissenschaftlicher Beziehung für die Landwirtschaft auszubilden. Nichts tut dem Lande so not, wie die verschiedenen Bewegungen, um die Farmarbeit wissenschaftlicher, einträglicher und auch angenehmer zu gestalten, denn keine Nation kann es vergessen, daß ihre Wohlfahrt auf der Wohlfahrt und dem Charakter des Mannes beruht, der das Land bebaut. Mit den besten Wünschen verbleibe ich Ihr aufrichtiger Theodor R o o s e v e l t." Feuilleton. Der alle Howirrsohn Bon Walter Tllrszinsky. „. . . . Orr . . . nanz," schrie der dicke Major von Haselhorst durch den riesigen Saal, daß der Schall sich an den hohen Wänden brach und eine der Ordonnanzen vom anderen Ende des Tisches, an dem die X. Ulanen tafelten, herbeistürzte. Der goldene Strahl der Glühlichter aus der massiven, schmiedeeisernen Krone fiel grell hinunter auf all das schneeweiße, am Rande mit den Regimentsemblemen bunt verzierte Porzellan und das helle Silber, das die hübsch gedeckte Tafel zierte. In diesem Lichte funkelten die tiefroten und blaßroten Weine hinter den dünnwändigen Gläsern lebhafter, blitzten die goldfarbenen Metallknöpfe auf den dunkelblauen Jnterimsröcken schärfer. Man rückte jetzt schon die Teller nach dem letzten Gange und wartete, daß der Kommandeur, der heute infolge einer kleinen Reise seiner Gattin mit den Offizieren speiste, das erlösende Wort zur Aufhebung des Tischzeremoniells spräche. Freiherr Kühn von Brettau aber sprach heute dieses Wort nicht und auch sonst kein Wort. Während des Essens hatte er den Speisen ebensowenig Aufmerksamkeit geschenkt wie den Unterhaltungsversuchen seines Nebenfitzers, des Regimentsadjutanten Grafen Thun. Die lange Don Quichote- Gestalt vornüber geneigt, saß der alte Herr vor seinem Teller, stocherte hier und da ein wenig mit der Gabel im Fleisch oder Fisch herum, strich den langen, dünnen Schnauzbart über die Mundwinkel herunter und nippte von dem Burgunder. Und wie der Vorgesetzte.taten's die Offiziere. Ein schweres, kaum unterbrochenes Schweigen lag über dem Prunksaal, in dem das Tellerklappern, der Schritt der bedienenden Ordonnanzen, ab und zu der Klang eines Glases die einzigen Geräusche vorstellten. In dunklen Saalecken stießen sich die Ordonnanzen mit den Ellenbogen in die Seiten und grinsten. Oberleutnant von Berndt hatte seine Brieftasche hinter die rechte Seite des Bratentellers geschoben und suchte darin nach allerhand Papieren, die er dann aus dem rechten Knie aufeinanderstapelte. Und die kleine Durchlaucht des Regimentes, Heinrich Prinz Trettach-Waiblingen hatte — die unentbehrliche, runde, randlose Glasscheibe im linken Auge des glatten Jockeygesichtes — ein kleines Notizbüchlein vor sich auf die Tischplatte gelegt, schrieb hie und da eine Zahl mit einem Schweif vieler Nullen aus ein weißes Blatt, dann wieder eine, dann noch eine, schüttelte mit verlorenem Gefichtsausdruck den kwtzgeschorenen Blondkopf. Die anderen stierten alle vor sich hin, zur feingetäfelten Decke empor oder gegen die dicken, gelbseidenen Vorhänge, welche die Fenster verkleideten. „. . . Orr , . . nanz", schrie der dicke Major von Haselhorst mit seiner knarrenden Kommandostimme und sein rundes, verquollenes Schlemmergeficht färbte sich purpurrot, als er merkte, daß sein Ruf wie eine Bombe in die ernste Stimmung hineingefahren war. Die Herren sahen einander an, plötzlich aus ihrer Versunkenheit rüde erweckt, als wäre dicht vor ihnen ein Haus explodiert oder eine Granate in den Fußboden geschlagen. Leutnant von Berndt wiegte leise abfällig das gut frisierte Haupt und brummte vor sich hin : „Ekelhafter Knote, dieser Haselhorst!" Aber auch der Oberst war aus seiner stumpfen Lethargie erwacht. Mit einem lebhafteren Glanz in den ernsten Augen sah er sich um, riß abermals an den Enden des grauen, buschigen Slawenbartes, der seine Lippen beschattete, und sagte mit klarer, Harrer Stigm^ über den Tisch : „Ja, meine Herren, also da is nischt zu ändern: um 6 Uhr kratzt er ab . . na, wenn's s o is, denn Prosit Mahlzeit!" Ein Stück hinter den Offizieren, die nun teilnamslos, müde, schwerfällig im Gefolge des Kommandeurs dem Rauchzimmer zustrebten, zupfte der kleine Prinz den langen Leutnant von Berndt am Rockschoß. Berndt sah sich um und lächelte lustig von seiner Höhe auf den zierlichen, elastischen Uradeligen herab. Der kratzte mechanisch mit dem kleinen Finger der Rechten über die glatte Oberlippe! „Sagen Se mal, Berndt, na was wird denn nu! Das ist doch geradezu grauenhaft. Und Rettung gänzlich ausgeschlossen?" Der dürre Oberleutnant zuckte mit den schmalen Achseln: „Spätestens sieben Uhr abends is alles aus. Doktor Bernstein, Medizinalrat Müller und der Oberstabsarzt: se sagens alle drei! Da nützt auch der 63er Portwein, mit dem ihn der Oberst zuletzt beinahe gesäugt hat, nischt mehr. Den ollen Löwinsohn sind wir los. Und nu können wir Wasser saufen!“ Der kleine Prinz stampfte mit dem langen Lackschuh leise auf den Teppich. „Verfluchte Zucht, daß das gerade unserer Generation passieren muß. Jahrzehntelang hat der olle Mann standgehalten. Wie 'n Baum war er; so fest wie seine Brieftasche. Wer hat denn außerm ollem Löwinsohn überhaupt noch Geld in diesem Drecknest. Und wer jibt's uns so gern wie der.? Wenn man in die verräucherte Bude kam, wo's immer so nach Zwiebeln roch, Erst 'ne Zigarre und Portwein, dann das Geschäft. Und die Zinsen! Sage und schreibe sechs Prozent und gegen bloßen Schuldschein! Jetzt können wir wieder nach Berlin fahren und für tausend zweitausend querschreiben. Und denn das Leben, immer die Pistole auf der Brust, während man bei Löwinsohn so sicher war. 's is zum Verrecken.^. „Das ganze Re . . ment hängt bei dem bravenKnW^ sagte jetzt eine knarrende Baßstimme und das rote, dicke Rund-H gesicht des Majors von Haselhorst durchbrach die Finsternis. Die beiden Offiziere sprangen empor; aber das müde Wort des Vorgesetzten wies sie zurück. „Ach, lassen Se man, meine Herren, in d e r Bredouille haben wir jetzt für leere Formalitäten keine Zeit. Sind denn Erben da?" Der schlanke Herr von Berndt konnte ein dezentes Schmunzeln nicht unterdrücken. Dann klemmte er das Glas fester ins Auge. „Meines Wiffens, nein, Herr Major. Den ganzen Kitt, soweit Barmittel vor-

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