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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-05-11 · 19 (11.5.1906) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 312 Dr. Dlocv s Mocbens örttt. Nr. 19 Mährisch-Schönberg. Se. Ehrwürden Herr Doktor Oppenheim. Rabbiner in Olmütz, hat auf Antrag des Kultusausschusses die Substitution während der Vakanz des Rabbinates Ln unserer Gemeinde übernommen. Budapest. (Auszeichnung eines Rabbiners.) Im Rahmen einer schönen Feier wurde dem verdienstvollen Oberrabbiner von Groß-Becskerek Dr. Moriz Klein das ihm durch Seine Majestät verliehene Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens überreicht. Die Feier fand im Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde statt, wo sich unter der Führung des Präsidenten Dr. Mangold und Isidor Weiß sämtliche Mitglieder der Kultusgemeinde eingefunden hatten. Außerdem waren anwesend: der päpstliche Kämmerer Paul Magyary, der reformierte Seelsorger Josef S z a l a y, Bürgermeister Dr. P e r i s i c s. Obernotar Stroß und viele Andere. Punkt 11 Uhr traf der Obergespan Dr. D e l l i m a n i c s ein. Nachdem Oberrabbiner Dr. Klein durch die Herren Isidor W e i ß und Dr. Viktor P o l l a k in den Sitzungssaal geführt worden war, erhob sich der Obergespan und überreichte dem Gefeierten das Ordenszeichen in Begleitung einer schwungvollen Ansprache, in welcher er hervorhob, daß es ihm zur aufrichtigen Treude gereiche. Sr. Ehrwürden das hohe Ordenszeichen persönlich überreichen zu können. Er wünsche, daß der Oberrabbiner diese wohlverdiente Auszeichnung in der besten Gesundheit trage. Die schönste Belohnung am heutigen Tage sei die, daß sich zur Feier auch die Vertreter der anderen Konfessionen eingefunden haben, was ein Beweis dafür sei, daß sich Se. Ehrwürden im ganzen Komitate der ungeteilten Wertschätzung erfreue. Der Obergespan schloß seine Ansprache mit den Worten: «Gott erhalte Ew. Ehrwürden zur Ehre der ungarischen Judenschaft." Nach dieser mit stürmischen Eljenrufen aufgenommenen Rede ergriff Oberrabbiner Dr. Klein das Wort, um, im Innersten gerührt, für die ihm erwiesene Ehrung zu danken. Er erzählte die Geschichte von Mordechai, den der Perserkönig Artaxerxes aus der Dunkelheit heraushob und mit hohen Ehren überhäufte. Heutzutage bestehe die königliche Auszeichnung in einem Orden, welchen der Ausgezeichnete bei feierlichen Gelegenheiten an der Brust trägt. «Ich weiß und fühle es, Ew. Hochgeboren, und weiß es auch zu würdigen, wie großen Anteil Sie an der Freude des heutigen Tages haben, und seien Sie überzeugt, daß jenes Herzj das unter diesem glänzenden Z ichen der königlichen Hulv schlägt, sowie bisher auch in aller Zukunft, in erhöhtem Maße, von unerschütterlicher Königstreue, unauslöschlicher Vaterlandsliebe und reiner Menschkichkeit erfüllt sein werde." Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede hielt Dr. Mangold im Namen der Kultusgemeinde eine Ansprache an den Gefeierten, worauf die schöne Feier ihr Ende fand. Straßuitz. 3. Ausweis über die von auswärts wohnenden Straßnitzern eingelaufenen Spenden zur Renovierung der Synagoge: Dr. Ignaz Siebenschein in Wien, VII. Bandgasse 28, Kronen 25.—; Moritz GÜick in Göding 20.—; Postmeister Jakob Rottmann in Brünn 20.—; Sigmund Kohn, Wien, II. .0.—; Moritz Herrling, Beamter, Wien, IX. 20.—; Max Eisenmann in München 20.—; Doktor Bernhard Schwarzmantl, k. k. Regimentsarzt 20.—; Wilhelm Morgenstern, Wien, II., Große Mohrengaffe 37, 20.—; Karl Kohn, k. k. Finanzrat in Jglau 15.—; Wilhelm Kohn-Glück in Göding 15—; Albert Glück in Göding 10.—; Wilhelm Kohn, Josefstadt in Brünn 10.—; Daniel Sott), Stadtbaumeister in Wien, II. 10 —; Jakob Gelb, Fleischer in Neutitschein 10.—; Friederike Grünwald, geb. Siebenschein, in Floridsdorf 10.—; Hermine Wafsertrülinger, geb. Königstein, Wien, Zieglergaffe 10.—; Regine Sonnenfeld, geb. Glück, in Göding 10.—; Anonym, unter dem Motto: „Ein Lump, der nicht mehr gibt, als er kann" 6.—; Ernestine Rothziegel in Wien, II., Schüttelstraße 31 5.—; Schönwald in Fried 5.—; Leopold Hoffmann in Lundenburg 5.—; Hugo König in Olmütz 2.—. Den edlen Spendern und Spenderinnen aus Straßnitz, die pietätvoll ihrer Heimatsgemeinde gedenken, und der verehrlichen Redaktion dieses Blattes, die in liebenswürdiger Freundlichkeit diese Ausweise gratis veröffentlicht, sei hiemit der wärmste Dank ausgesprochen vom Kultusvorstande. Rabbiner-Jubiläum. Aus Vukovac schreibt man uns: Unter allgemeiner Teilnahme beging die Kultusgemeinde von Vinkovce das 25jährige Jubiläum ihres verdienten Rabbiners Herrn Salomon N e u m a n n. Um 11 Uhr vormittags erschien die gesamte Repräsentanz der Knltusgemeinde unter Führung ihres langjährigen Präses Herrn Ignatz L ö w y in der Wohnung des Jubilars. In warmen Worten schilderte der Präses deffen Verdienste um die Kultus gemeinde, in deren Auf trage er dem Gefeierten eine ansehnliche Ehrengabe überreichte. Tiefgerührt dankte der Jubilar seiner Gemeinde, sowie einzelnen Mitgliedern, die ihm so viele Beweise der ütebe und Sympathien entgegengebracht haben. Der Jubilar erwähnte in seiner Antwort der väterlichen Fürsorge Sr. Majestät und der Landesregierung für die durchgeführte Gleichstellung aller Kulten ohne Unterschied ihres Bekenntnisses. Namens der erschienenen Amtsbrüder beglückwünschte den Jubilar der Vukovarcr Oberrabbiner Dr. Diamant in herzlichen Worten. Hierauf hielt der Gemeindelehrer H i r s ch b e r g e r an den Jubilar im Namen der israelitischen Jugend eine Begrüßungsansprache. Die Schulkinder trugen Gelegenheitsgedichte vor, die auf den Jubilar und auf die zahlreichen Anwesenden tiefen Eindruck machten. Dann beglückwünschten den Jubilar die Chewra-Kadischa und der Zionverein. Der Jubilar empfing ferner anläßlich seines Dienstjubiläums viele telegraphische nnd briefliche Glückwünsche, unter Anderen auch vom Obergespan unseres Komitates Emerich v. H i d e g h e 1 y, vom Ministerialräte des königl. kroatischen Ministeriums Dr. Karl Unkelhäuser, von zahlreichen Nachbargemeinden und von vielen gewesenen Schülern, die heute schon in angesehener sozialer Stellung stehen. Aufruf des Hilfskomitees für die jüdischen Abbrändler in Sniatyn. Teure Glaubensgenossen! Eine furchtbare Feuerkatästrophe hat unsere Stadt heimgesucht und ihre verheerende Wirkung traf zum großen Teile die Häuser des Judenviertels. In wenigen Stunden wurden Hunderte Glaubensgenossen um Obdach und Besitz gebracht. Ihre Häuser sind eingeäschert, ihr Hab' und Gut ein Raub der Flammen geworden und sie selbst mit einem Schlage einer trostlosen Zukunft, der bittersten Armut, ja dem Gespenste des Hungers gegenübergestellt. An Euch, teuere Glaubensgenossen, ergeht der Ruf, zu lindern und zu helfen. Wir appellieren an die bewährte Großmut unserer Brüder, an das warme'Fühlen jüdischer Herzen, mit der Bitte, nach Kraft und Willen im Rettungswerk uns beizustehen, um den armen Obdachlosen ein Heim nnd einen Herd wieder zu schaffen, uni ihren Frauen und Kindern das Brot wiederzngeben, dessen sie ein namenloses Unglück mit einem Schlage beraubt hat. Die Spenden werden in den Zeitungen publiziert werden. Das Hilfskomitee. Adresse für Spenden: Moses Wechsler, Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Sniatyn. Berlin, 28. April. Dem 24. Jahresberichte der „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" gehen die Antrittsvorlesung des Herrn Dozenten Dr. A. S. Z) a h u d a „Die biblische Exegese in ihren Beziehungen zur semitischen Philologie" (welche an anderer Stelle dieses Blattes besprochen werden wird) und die Ansprache des Herrn Prof. Dr. S. Maybaum bei der Louis Simon'schen Gedenkfeier voran. Die Anstalt wurde im Sommersemester von 44, im Wintersemester von 42 Hörern besucht. Die Rabbinatsprüfung haben zwei Hörer bestanden; Herr Dr. Emil Cohn ist als Prediger an die hiesige jüdische Gemeinde, Herr Dr. W. Misch el als Rabbiner nach Kimpolung (Bukowina) berufen worden. Dank einer Zuwendung des Herrn Nathan Bernstein im Betrage von 100.000 Mk. konnte die Errichtung eines Anstaltsgebäudes verwirklicht werden, für welchen Zweck das Grundstück, Artilleriestraße 15, erworben wurde. Die Einnahmen betrugen 44.323 Mk. (davon Jahresbeiträge 11.789, Zinsen 18.135, Spenden 13.700 Mk.), die Ausgaben 39.447 Mk. Das Vermögen ist auf 534.140 Mk. angewachsen. Berlin, 28. April. Die Erdbebenkatastrophe in San Franziska hat die Großloge für Deutschland des Bnei-Briß- Ordens veranlaßt, den Ordenspräsidenten Herrn Adolf Kraus in Chicago unter dem Ausdruck der Teilnahme für unsere dortigen Glaubensgenossen per Kabel anzufragen, ob die Hilfe der deutschen Logen erwünscht wäre, um die voraussichtlich entstandene große Not, '"wenn auch nur in etwas, zu mildern. Daraufhin erhielt die Großloge für Deutschland die Antwort: „Danken für Teilnahme; auswärtige Hilf vorerst nicht notwendig. Adolf Kraus." Es ist dies derselbe Standpunkt, den Präsident Roosevelt inbezug auf die angebotene Hilfe des Auslandes einnimmt. Die Hochherzigkeit der amerikanischen Judenheit bürgt dafür, daß der Notlage unserer Glaubensgenossen in San Franzisko nnd dem übrigen Kalifornien wirksam gesteuert werden wird. Jüdische Abgeordnete in Rußland. Bis jetzt sind elf Juden in die Reichsduma gewählt worden, und zwar: Dr. Winawer, einer der bedeutendsten Führer der „Kadettenpartei", die Schriftsteller Zolles, Ostrogorski, ferner Dr. Frenkel, Advokat Bramson, Advokat Scheftel. Die übrigen fünf jüdischen Abgeordneten sind bekannte Führer der Zionisten, nämlich: Dr. Levin-Wilna, Dr. Bruck- Wittebsk, Rechtsanwalt Jacubsohn - Slonim, Rechtsanwalt Rosenbaum-Minsk und Dr. Katzenelsohn-Libau, der Präsident Jüdischen Kolonialbank in London. Philadelphia, 18. April. Eine interessante Persönlichkeit, Brigade-General a. D. Max Einstein, ist im Altcr von 84 Jahren, verschieden. Am 10. Oktober 1822 tu Buchau (Württemberg) geboren, wanderte er im Jahre 1846 nach Amerika aus und begründete in New-Dork ein Setdenwarengefchäft. Schon früh zeigte er große Vorliebe und Fähigkeiten für das Militärwesen. Im Jahre 1852 wurde er erster Leutnant der Washington Guards, ein Jahr darauf formierte er die Philadelphiaer Artillerie-Kompagnie, die ihn zu ihrem Kapitän erwählte. Am 6. Februar 1856 wurde er Adjutant des Gou- ' verneurs James Pollock mit dem Range eines Oberstleutnants, dann zum Gcneral-Zahlmeister von Pennsylvanien mit dem Range eines Brigade-Generals ernannt. Im Jahre 1860 erhielt er das

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