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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Llocb's MocvenscbrM. Seite 365 „Wandlungen", „Der neue Monte Christo", „Ihr Schwiegersohn" u. A. Auch auf humanitärem Gebiete war die Jubilarin jahrelang für Ferienkolonien, Frauenvereine rc. tätig; auf ihre Initiative entstanden in Wien der Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, der Allgemeine Studenten-Unterstützungsverein, die seit mehr als zwei Jahrzehnten segensreich wirken. Wien. Das Schauturnen desl. WienerJüdischen Turnvereines, welches Samstag den 31. März d. I. im Kursalon abgehalten wurde, hat diesem rührigen Verein in jeder Hinsicht vollen Erfolg gebracht. Die turnerischen Leistungen waren von einer Exaktheit, die kaum etwas zu wünschen übrig ließ. Insbesondere die gemeinschaftlichen Stabübungen der Herren und die mit einem niedlichen Reigen verbundenen Freiübungen der Damen ließen gute Disziplin und fleißige Uebung erkennen. Riegenturnen am Reck, Barren, breiten Pferd, Bock und Sturmbrett bewirkte immer neuen Beifall, der wohl vor allem der ersten Riege galt, welche am hohen Reck Leistungen bot, die auch von älteren Vereinen kaum überboten werden dürften. Auch das Springen über den hohen Barren mit Schwungbrett fand einmütigen Beifall. Berücksichtigt man, daß die meisten Vereinsmitglieder beim Eintritte in den Verein turnerisch ungeschult, waren, so muß man das Verdienst des nimmermüden I. Turnwartes Pollak besonders hoch anschlagen. Rach dem Turnen begann der Tanz, eröffnet von den am Damenreigen beteiligten Turnerinnen in ihrer schmucken weißblauen Tracht und währte solange als die Lizenz. Nach den anstrengenden Uebungen schienen Turner und Turnerinnen sich beim Tanze erst zu erholen. Die frohe Stimmung des Abends erreichte ihren Höhepunkt, als Turner und Turnerinnen ihren gestrengen Lehrer Pollak auf die Schulter hoben und unter brausenden Hedadrufen durch den Saal trugen. Der glänzende Besuch der besten jüdischen Kreise zeigte, daß der Verein bereits viele Sympathien besitzt, die er in vollem Maße verdient. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Infolge Repertoire-Veränderung des Deutschen Volkstheaters wird zu Gunsten des Turnhallenfonds Sonntag den 22. April d. I., halb 3 Uhr nachmittags, statt der geplanten Vorstellung zum erstenmal als Nachmittags-Vorstellung das neueste Werk Ohorns, des Verfassers der „Brüder von St. Bernhard", „Unlösbar", Schauspiel in drei Akten, zur Aufführung gebracht. Die Premiere dieses Stückes findet am 20. April 1906 statt. Bestellungen von Sitzplätzen (ohne Vorverkaufsgebühr) wollen schriftlich an Herrn Karl Plowitz, IX., Müllnergasse 23 oder telephonisch an Nr. 9790 (M. Spitzer) abgegeben werden. Privat-Schule für Religionsunterricht des Vereines „Adass Jisroel“. Die Prüfung an dieser Anstalt findet Sonntag den 22. April l. I., halb 9 Uhr morgens, II., Große Schiffgasse 8 statt.. Gäste willkommen. Wien. Der Israelitische Wohltätigkeits- und Krankenunterstützungs-Verein „Mazmiach Jeschua“ — „Hilfe und Heil", II., Leopoldsgasse 29, hält Sonntag den 22. April l. I. um 3 Uhr nachmittags, im Sitzungssaale der Synagoge, II., Leopoldsgaffe 29, die ordentliche Generalversammlung ab. Wien. (Jubiläumsfeier.) Am Donnerstag den 12 d. hat die Witwe nach dem im Jahre 1883 verstorbenen, ob seiner Verdienste auf humanitärem Gebiete im Bezirke Rudolfsheim noch im besten Andenken stehenden Hermann Schnabel, Frau Fani Schnabel, ihren siebzigsten Geburtstag gefeiert. Die zahlreichen Familienmitglieder, Söhne und Schwiegersöhne, welche sich fast ausnahmslos in hervorragender, sozialer Stellung befinden, waren vollzählig erschienen, um bei diesem feierlichen Anlasse den Dank und die kindliche Liebe und Verehrung zu bezeugen. Auch der Kreis der Bekannten, welche sich zür Gratulation einfanden, um der edel gesinnten Frau ihre aufrichtige Freundschaftsgesinnung zu bekunden, war ein zahlreicher und bereitete es allen Anwesenden ein Vergnügen, die mit voller Geistesfrische ausgestattete Frau an ihrem Glückstage zu sehen, ein verklärtes Bild, dessen Abglanz einen unauslöschlichen Eindruck auf alle Beteiligten zurückgelassen hat. Gr.-Meseritsch. Frau Amalie L o w e n st e i n, Wien, I., Franzensring 20, hat in dankbarer Erinnerung an ihren unvergeßlichen frommen Vater, Herrn David Blum s. A., gewesenen Großhändler in Agram, unserer Gemeinde als Heiinatsstätte desselben, einen sehr schönen, für die heil. Lade bestimmten Vorhang aus rotem Plüsch mit goldgestickter Widmung zum Geschenke gemacht. Für diese pietätvolle Widmung hat der Kultnsvorstand der edlen Spenderin in einer sehr ehrenden Zuschrift den herzlichsten Dank votiert, überdies wurde beim Sabbath-Gottesdienste der Vorhang eingeweiht, wobei ein vom Oberkantor Steiner verfaßter Mischeberach vorgetrazen wurde. I. St. Falkenau a./E. Am 24. d. M. begeht Herr Leopold Mohr, Kultusvorsteher und Mitglied der Landesjudenschaft- Repräsentanz, im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Der Jubilar bekleidet das Amt eines Vorstehers seit vielen Jahren und erfreut sich durch sein humanes und opferwilliges Wirken allgemeiner Wertschätzung. Es ist daher selbstverständlich, daß alle seine Freunde und Bekannten diesen Anlaß benützen werden, um ihm ihre herzlichsten Glückwünsche darzubringen, um die rückhaltslose Anerkennung seines Wirkens von Neuem zu dokumentieren. Möge es dem Jubelpaare beschieden sein, in ungetrübtem Glück das Fest der goldenen Hochzeit zu erleben. R. Troppa«. Wir lesen in der „Freien Schles. Preffe" : „Ironie des Schicksals. Vor kurzer Zeit wurde das städtische Realschankrecht an Herrn K a h l e r t auf das Haus Wallgasse 3 um 18.000 Kronen verkauft, nachdem ein Anbot des Herrn Siegmund Spitzer, Chefs der Firma Mandl und Co., auf einen Kaufbetrag von 21.000 Kronen abgelehnt worden war, da man dieser „jüdischen Firma" die Konzession nicht geben wollte. Die Stadt Troppau ließ sich also ihren Antisemitismus in diesem Falle den Betrag von 3000 Kronen aus den Taschen der Steuerträger kosten. Und nun die Pointe: Herr Kahlert hat sein mit der Realkonzesfion ausgestattetes Haus letzter Tage an Herrn Mandl aus Zauchtl verkauft, der, wie es heißt, auch das ^Geschäft der Firma Mandl und Comp, übernehmen soll, und die Stadt hat nun zum Schaden von 3000 Kronen auch noch den Spott. Drum: Heil dem Antisemitismus!" Györ. Nach Ablauf des dreijährigen Mandats unserer Fraueu- Vereinsleitung fand am 31. v. M. eine Generalversammlung statt, in welcher vorerst der Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Verwaltungsjahr 1905 verlesen und mit vollem Beifall zur Kenntnis genommen wurde. Aus diesem Berichte heben wir die wesentlichsten Teile hervor, die in kurzen Zügen ein anschauliches Bild bringen über das segensreiche Wirken dieses humanitären Vereines und über die selbstlose, opferfreudige Tätigkeit der Veremsleitung. Die Unterstützungen im Jahre 1905 an Hilfsbedürftige belaufen sich, kassamäßig nachgewiesen, an barem Gelbe, Lebensmitteln, Winterholz, Bädern rc., mit Inbegriff von 400 Kronen als Unterstützungsbeitrag an die unglücklichen russischen Juden, auf 6448.71 Kronen und mit Hinzurechnung von 1833.93 Kronen als Kostenbeitrag tadelloser, kompletter Kleidungsstücke an 130 arme Schulkinder auf in Summa 8282.63 Kronen. Diese Ziffern allein — wir dürfen es ohne Selbstüberhebung sagen — führen eine beredte Sprache für die Leistungen unseres Vereines. Nebenbei bemerken wir auch, daß der Verein auf eigene Kosten während der Winterszeit 40 arme Schulkinder mit warmem Frühstück versorgt, bestehend aus Milch und frischen Semmeln. Seit Jahren bestrebt sich die Vereinsleitung, die Institution einer jüdischen Volksküche ins Leben zu rufen, die schon bekanntlich im grauen Altertum bestanden und segensreich gewirkt hat; es bedarf aber unentwegter Energie, um das Ziel zu erreichen. Mit Ende 1905 hat die Veremsleitung es bereits auf Kr. 8387.76 gebracht und hat sie Hoffnung, daß sie. im Jahre 1906 es auf ein derartiges Kapital bringen wird, um, so Gott will, das Jnslebentreten der jüdischen Volksküche begrüßen zu können, zur Freude der Vereinsmitglieder und zum Wohle der Hilfsbedürftigen. Und somit, nachdem die Mission der Vereinsleitung zu Ende geht, legt dieselbe ihr Mandat in die Hände der Generalversammlung zurück, dankerfüllt für das bewiesene Vertrauen, aber auch erhobenen Hauptes im Bewußtsein treu erfüllten Strebens zur Förderung aller Vereinsobliegenheiten. Hierauf wurden unter Leitung unseres Ehren-Rechtsanwaltes Herrn Dr. Viktor Stein bei reger Beteiligung der Vereinsmitglieder in korrekter, gesetzlicher Weise 33 Ausschußdamen in geheimer Wahl gewählt, deren Ergebnis zur allgemeinen Befriedigung die bisherigen Ausschußdamen nominierte. Nun erübrigt uns noch, Mitteilung zu machen, daß am 28. v. M. aus der Mitte der Ausschußdamen das Präsidium des Vereines, bestehend ans der Vereinspräsidentin Frau Johanna Herzl-Keppich, der Vizepräsidentin

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