Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 16 (20.4.1906)
- Date
- 1906-04-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 264 MrmLscbtes. Der Verein zur Abwehr.des Antisemitismus hält Donnerstag den 26. April d. I., abends 7 Uhr, seine ordentliche Generalversammlung im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1., Eschenbachgasse Nr. 9 ab, und wird im Anschluß hieran Herr Dr. Max G-r u n w a l d über die „Psychologie der Blutlüge" einen Vortrag halten. Gäste willkommen. Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien. Am Samstag den 28. April d. I., halb 8 Uhr abends, findet in Khuners Restaurant, I., Adlergasse Nr. 6, die XVII. ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Präsidenten. 2. Kassabericht. 3. Bericht der Revisoren. 4. Anträge und Interpellationen. 5. Bortrag des Vereinsmitgliedes Herrn Bernhard Buchwald: „lieber den Bericht des Gewerbeförderungsdienstes 1902—1903" und damit verbmckene Disbassion. Hochachtungsvoll für die Vereinsleitung: Der Präfident: Brod; der Schriftführer: Alfred Kisch. Wie«. Am 17. Oktober jeden Jahres gelangen die Zinsen des „Prediger Mannheimer-Vereines" zur Verteilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben bedürftige Rabhi^en, Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden find, oder deren Witwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamter großer, notorisch reicher Gemeinden find ausgeschlossen. Die Würdigkeit der Bewerber, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Unbelegte oder mit Urkunden in fremden Sprachen belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Ungestempelte Gesuche sind längstens bis am 30. Juni jeden Jahres unter der Adresse: „Vorstand des Prediger Mannheimer- Vereines" in Wien, I., Eßlinggasse 7, zu übersenden. Wien. (I s r a e l i t i s ch e K u l t u s g e m e in de.)Der Kultusvorstand bringt hiermit zur Kenntnis, daß in Gemäßheit des § 91 des Statutes der israelitischen Kultusgemeinde Wien die Rechnungsabschlüsse über die Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde und sämtlicher unter Gemeindeverwaltung stehender Fonde und Anstalten für das Jahr 1905 vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder aufliegen. Die Gemeindemitglieder sind berechtigt, innerhalb dieser Frist ihre Erinnerungen schriftlich einzubringen. Wien. Samstag den 21. April l. I., um 8 Uhr abends findet in Guths Restauration (II., Stefaniestraße 14) eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: „Das allgemeine Wahlrecht und die Kultusstube." Referent: Max Markus. Einberufer: Dr. I. Margulies, I. Gewitsch. Wien. (S e d e r f e i e r.) 400 Zöglinge des Vereines zur Verbreitung der Handwerke unter den inländischen Israeliten nahmen heuer im Etablissement „Zum goldenen Widder", II., Taborstraße an der vom Vorstande des obigen Vereines für sie veranstalteten solennen Sederfeier teil. Die einzelnen Herren Vorsteher mit Herrn Dr. Reis an der Spitze, mit dem Sekretär und den Inspektoren kamen den' jugendlichen Arbeitern, die im Festgewand erschienen waren, in der leutseligsten Weise entgegen. Der Kultusvorstand war durch den Vorsteher Herrn Emil Horner vertreten. Den Festvortrag hielt Prof. A n t s ch e r l, den gesanglichen Teil besorgte Kantor P e k a r n i k vom Tempel im IX. Bezirke und machte die besonders gelungene und schöne Feier den besten Eindruck auf die Festgäste wie auch auf die Vereinszöglinge. Die stramme und musterhafte Haltung der letzteren fiel allgemein auf. Wie». Die Vorausstellung des Wiener Modeklub für die große Ausstellung in London wurde bereits geschlossen. Sie hat allgemein vollste Anerkennung und Lob gefunden. Beson- Nr. 16 deren Beifall fanden die exponierten Kutten und Talare der Firma Rudolf G o l d st e i n, II., Taborstraße 54, über die sich Prinzessin Croy-Sternberg, die Protektorin der Ausstellung, ferner Handelskammerpräsident Ritter v. Kink und Gemalin beifällig äußerten. Ihre beste Zufriedenheit sprachen auch Herr kaiserlicher Rat Dr. Theodor Lieben und Herr Oberkantor Guttmann rc. aus. Eine Stunde iw Israelitischen Bersorgungshause. Wer je einmal Gelegenheit hatte, das Wiener Israelitische Versorgungshaus in der Seegasse zu besuchen, der wird den angenehmen Eindruck mit sich nehmen, daß dieses musterhaft geleitete Institut ein wahrer Segen für alle diejenigen ist, welchen das Schicksal ein sorgenloses Alter im eigenen Familienkreise versagt hat. Hier hat jüdische Humanität ein unvergängliches Denkmal geschaffen und das Wort «Versorgung" findet da die schönste und wichtigste Anwendung. Am Montag den 16. d. M. hat in diesem Hause eine erhebende und rührende Feier stattgefunden. Ein in dortiger Versorgung befindlicher Insasse beging an diesem Tage sein 90. Geburtsfest. Aus diesem Anlasse wurde über Initiative des Kultusvorstandes gelegentlich des feiertäglichen Vormittags-Gottesdienstes im Tempel des Versorgungshauses der Jubilar zur Thora aufgerufen und nach Beendigung des Gottesdienstes mit seinen Angehörigen in den Sitzungssaal geleitet, wo in Anwesenheit der Präsidentin Frau Diamant, sämtlicher Funktionäre des Hauses und vieler Insassen desselben in Abordnung der Kultnsvorstand Herr Salo Cohn eine herzliche Ansprache an den Jubilar richtete. Der einzige Sohn des Gefeierten betonte in der — im Namen seines Vaters gehaltenen Tankesansprache, daß er — zu bewegt, um seinen Gefühlen vollen Ausdruck geben zu können — nur zu konstatieren vermöge und es in die Welt hinaustragen möchte, daß alle jene, welche in diesem Hause des Segens Unterkunft gefunden, Dank der Munifizenz der Gründer und Stifter des Hauses, der unermüdlichen Tätigkeit und Fürsorge der Frau Präsidentin Diamant, der edlen Intentionen des Kultus Vorstandes und der pietätvollen und wahrhaft menschenfreundlichen Verwaltung des Hauses, im vollen und ganzen Sinne des Wortes versorgt und aufgehoben seien. Damit schloß diese schöne Feier. Und nun werfen wir noch einen Blick in das Haus selbst. Schon der Eintritt mutet uns eigentümlich an. Die Ruhe und Stille, die hier herrschen, bilden einen angenehmen Kontrast zwischen dem Lärm und dem Hasten und Jagen der Großstadt. Die verschiedenen Gedenktaf.ln der Stifter und Erbauer des Hauses zeugen von echt jüdischem Wohltätigkeitssinu. — Im Souterrain befinden sich die ausgedehnten Küchenräumlichkeiten, in musterhafter Reinlichkeit gehalten; im Hochparterre rechts die Amtskanzlei, der Sitzungssaal und die Wohnung des Verwalters, auch eiu Saal für männliche Sieche. Nebst der Haupttreppe führt auch ein Lift in die oberen Stockwerke, wo sich noch je ein Saal für männliche und weibliche Kranke befindet Helle, freundliche und luftige Zimmer, wohnlich eingerichtet, bilden ein gemütliches Heim für die ihren Lebensabend in Beschaulichkeit genießenden alten Leute; komfortable Wasch- und Baderäumlichkeiten in allen Abteilungen sorgen für die Hygiene des Hauses, Aerzte zu allen Zeiten im Hause, gesunde, ausgiebige und nahrhafte Kost und — last not least — ein im Sommer schattiger und geräumiger Garten zur allgemeinen Benützung; mit einem Worte: Das Wiener Israelitische Versorgungshaus ist eine Musteranstalt nach jeder Richtung und bildet für alle, die es interessiert, eine Sehenswürdigkeit. Julius Wottitz. Frau Jda Barber in Wien feierte am 14. d. M. ihr 25jähriges Jubiläum als Mitarbeiterin des „Pester Lloyd". Von weit und breit kamen der Jubilarin Glückwünsche und Telegramme zu. Ihre Feuilletons über Mode- und Frauenfragen sind bekanntlich eine Spezialität; sie erschienen stets zuerst im „Pester Lloyd" und wurden hernach in fast allen großen Blättern des Kontinentes und Amerikas nachgedruckt. Dem großen Leserkreise des „Pester Lloyd" ist Frau Barber, die in diesen 25 Jahren mehr als 600 Feuilletons veröffentlicht, ein stets willkommener Autor; was sie schreibt und wie sie schreibt, findet nicht nur in Frauenkreisen Interesse, auch Herren lesen diese geistreich abgefaßten Modeartikel, deren Spitzen sich zumeist gegen Koketterie, Modeexzentrizitäten, Verschwendungssucht richten, gegen geschmacklose Neuerungen und übertriebenen Putz, der das Budget ungebührlich belastet. In diesem Sinne hat Frau Barber erziehlich gewirkt und wohl auch manch eine dem Modekult allzusehr ergebene Frau daran gewöhnt, Soll und Haben in Einklang zu bringen, nur die Moden zu akzeptieren, die einen reellen Wert haben und die in sanitärer Beziehung empfehlenswert sind. In früheren Jahren erschienen von der Genannten Romane und Novellen, die stets einen dankbaren Leserkreis fanden, so: „Russische Mysterien", Dr. Llocb's Mocbenscbrln,