Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 14 (6.4.1906)
- Date
- 1906-04-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 226 Dr. Blmti’a WockenlÄrrift. Nr. u flügen ihre. vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Im ganzen erteilten 9 Lehrer an 8 Schulen in 14 Abteilungen Unterricht in Handfertigkeit, an dem insgesamt 159 Schüler teilnahmen. Am Turnunterrichte nahmen 4977 Knaben, an den Jugendspielen 5107, bei Veranstaltungen von Ausflügen 4386 Knaben teil. Die Tätigkeit der Lehrer und ihre Leistungen wurden sowohl seitens der staatlichen Funktionäre (k. k. Landesschulinspektor, Bezirksschulinspektor, Ortsschulrat), wie seitens der durch die Stiftung bestellten Kreisinspektoren überwacht, und lauten die Berichte in überwiegender Mehrzahl außerordentlich günstig. Auch die Zahl der Schulen, welchen seitens des hohen k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht das Oeffentlichkeitsrecht verliehen wurde, ist im Berichtsjahre gestiegen, so daß heute nachstehende 29 Schulen mit dem Oeffentlichkeitsrechte ausgestattet sind: Bohorodczany, Bojan, Boryslaw, Bursztyn, Chrzanow, Dabrowa, Delatyn, Gliniany, Gologory, Gwozdziec, Jezierna, Kolomea, Mielec, Monasterzyska, Obertyn, Ottynia, Rawa ruska, Rozwadow, Sadagora, Sassow, Sniatyn, Solotwina, Stanislau, Tarnvw, Tysmienica, Zablotow, Zabno, Zborow, Zloczow; 23 Schulen sind höheren und 25 niederen Typus; 33 Schulgebäude sind Eigentum der Stiftung, an 15 Orten wurden Schulräume gemietet. Das Kuratorium war darauf bedacht, für solche Schulen, bei denen eine größere Frequenz auch in Hinkunft gesichert erscheint, eigene Schulhäuser aufzuführcn. Neben den Auslagen für Volksschulen im Betrage von K 438.411 40 wurden für Unterstützung der Kinder durch Verteilung von 11.747 neuen Büchern, 67.050 Heften, 19.206 sonstigen Schulrequisiten K 10.041*55 verausgabt. Aus den Mitteln der Jubiläums-Stiftung gelangten an die unsere Schulen besuchenden Kinder zirka 165 000 Mittagsmahle, 2475 neue Mäntel und Mützen, 3830 reparierte, zusammen 6305 Mäntel, 1221 neue und 4147 vorgeschobene, zusammen 5368 Paar Stiefel, 2831 Sommekanzüge und Kappen, 5338 Hemden und 7755 Sacktücher mit einem Kostenaufwande von K 75.162*99 zur Verteilung. An Subventionen wurde, wie im Vorjahre, für die Schulen in Brody und Zablocie der Gesamtbetrag von K 10.850*— bewilligt. Die Zahl der im abgelaufenen Schuljahre abgehaltenen Abendkurse betrug 21, dieselben wurden von 1085 Schülern besucht und von 61 Lehrern geleitet. Die Kosten dieses Unterrichtes betrugen K 4134*—. In diesen Abendschulen wurden einerseits Analphabeten, die das schulpflichtige Alter weit überschritten hatten, in den Volksschulgegenständen unterwiesen, andererseits wurden Knaben, die vor Erreichung des vollständigen Lehrzieles die Schule verlaflen hatten und bei Handwerkern oder Geschäftsleuten unter-, gebracht waren, weiter unterrichtet. Auch Knaben und Männer, die die Kenntnis der Volksschulgegenstände hatten, wurden speziell in Gegenständen unterrichtet, die ihnen bei Ausübung ihres Berufes besonders von Wert waren, wie z. B. Schlosser, Drechsler, Tischler im Zeichnen, Kommis im Rechnen u. s. w. Im Laufe des Jahres wurden auf Kosten der Stiftung 120 Lehrlinge freigesprochen, 109 bisher neu ausgenommen, so daß nach Berücksichtigung sonstiger Abgänge am Ende des Schuljahres 1904/1905 im Status der Stiftung 232 Lehrlinge verzeichnet waren. Die Bekleidung der Knaben, welche unsere Abendschulen besuchten, erfolgte aus den Mitteln der Baronin Clara von Hirsch-Kaiser-Jubiläums-Stiftung. Bei der Unterbringung der Lehrlinge wurde das Kuratorium durch den „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" in Wien, den „Hilfsverein für die notleidende Bevölkerung in Galizien" und die Gutsverwaltung in Slobodka-Lesna unterstützt. In einzelnen Orten, wo die Stiftung größere Gärten und Felder besitzt, wurden die Schüler von den Schulleitern in Gartenarbeiten unterwiesen. Außer den Ausgaben für die auf Kosten der Stiftung untergebrachten Lehrlinge wurden an 20 Zöglinge des Brodyer Waisenhauses behufs Zuführung zum Handwerke und an 20 Handwerkslehrlinge in der Bukowina Stipendien gewährt. Von den Vorgängen in den Stiftungsschulen während des Berichtsjahres möge die Mitteilung Aufnahme finden/ daß die Mitglieder des Kuratoriums gerne die Gelegenheit benützten, dem seit 21. Jänner 1893 an der Spitze des Kuratoriums mit seltener Hingebung und Pflichttreue unermüdlich wirkenden Präsidenten Herrn David Ritter von Gutmann, anläßlich seines am 2. Dezember 1904 vollendeten 70. Lebensjahres. dadurch eine Ehrung zuteil werden zu lassen, daß sie sein Bild in sämtlichen Stiftungsschulen anbringen ließen. Die Bilder des Präsidenten wurden am Geburtstage mit einer vom Schulleiter an die Schüler gerichteten Ansprache feierlich enthüllt. In der Zusammensetzung des Kuratoriums haben sich im abgelausenen Jahre einige Veränderungen ergeben. Äm 3. Oktober 1904 teilte der gewesene Präsident-Stellvertreter Herr k. k. Sektionschef Eduard Ritter von Gniewosz- Olexow dem Präsidenten des Kuratoriums mit, daß er an Seine Exzellenz den Herrn k. k. Minister für Kultus und Unterricht berichte, er lege die ihm von der k. k. Regierung verliehene Stelle als Kurator der Baron Hirsch-Stiftung zurück. Das Kuratorium gab den Gefühlen des Bedauerns über das Ausscheiden des Herrn von Gniewosz in einer Adresse Ausdruck, welche ihm durch eine Abordnung des Kuratoriums überreicht wurde. An seine Stelle wurde zum ^zweiten Vize-Präsidenten Herr k. k. Sektionschef Dr. Ludwig Owikliüski gewählt. Das hohe k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht entsendete mit h. Erlasse vom 4. Jänner 1905, Zl. 28, Herrn k. k. Eektionsrat August Ritter von Dobiecki in das Kuratorium. - \; Für die nach genehmigter Aenderung der Statuten vorgesehene Stelle eines Schatzmeister-Stellvertreters wurde Herr Dr. Ludwig Schwitzer gewählt. Wohl nach Ablauf des Schuljahres, jedoch vor Drucklegung des Berichtes wurden in der Plenarsitzung vom 16. Oktober 1905 die Herren Moritz Koritschoner und Samuel Steinhübl in das Kuratorium kooptiert. Der Gebahrungsausweis weist bei einem Saldo von K 88.007 einen Betrag von K 632.442, der Vermögensausweis einen Betrag von K 18,492.012, der Pensionsfond einen Betrag von K 57.330 aus. Bericht über die Tätigkeit der Baronin Clara von Hirsch-Kaiser-Jubiläums-Stiftung zur Unterstützung von Knaben und Mädchen in Oesterreich für die Zeit vom 1. September 1904 bis 31. August 1905. Der erstangeführte Zweck: armen Kindern, welche die Schulen der „Baron Hirsch-Stiftung zur Beförderung des Volksschulunterrichtes im Königreiche Galizien und Lodomerien mit dem Großherzogtume Krakau und im Herzogtume Bukowina" besuchen, Mittagskost zu gewähren und Kleidungsstücke für dieselben anzuschaffen, wurde durch folgende Unterstützungen gefördert: Wie im Vorjahre wurden auch heuer in den einzelnen Orten, unter möglichster Heranziehung der einheimischen Bevölkerung zur Beitragsleistung Knaben beköstigt und mit Kleidern (Wintermänteln, Sommeränzügen, Schuhen, Wäsche und Mützen) beteilt. Einer größeren Anzahl von Knaben wurden auf Kosten der Stiftung die im Vorjahre verabreichten Schuhe und Kleider repariert. Im ganzen wurden an 165.000 Mittagmahle verabreicht und an 5500 Schüler mit Kleidern, Mützen und Schuhen sowie mit Wäsche beteilt; die Gesamtzahl der verteilten neuen Kleidungsstücke und Mützen betrug 5306, die der verteilten neuen Wintermäntel 2475, die der Sommeranzüge 2831, der neuen Schuhe 1221, der verteilten Hemden 5338, der verteilten Taschentücher 7755. Die alten Vorräte an Mänteln und Stiefeln wurden repariert und ebenfalls unter die ärmsten Schulkinder verteilt. Außer diesen den Schülern der Baron Hirsch-Stiftungsschulen zugewendeten Unterstützungen wurden aus diesem Fond?