Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 12 (23.3.1906)
- Date
- 1906-03-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite IW Dr. Bloch's Wochenschrift, Nr. 13 gebracht find. Dem Vorstande des verdienstvollen Vereines, welcher der allgemeinen Unterstützung wärmstens empfohlen wird, gchören an die- Herren: Donat Zifferer (Präsident), Moriz Hirsch (Vizepräsident), Dr. Richard Reis (Schriftführer), Albert Brandeis, Wilhelm Hirsch, Emil Horner, Dr. Wilh. Löwy, Felix. Reifer, Leop. Simon, Jul. Stern. Aus dem 36 Rechenschaftsbericht des „Rudol jutum". (Studentenheim, gegründet von A. M. Pollak, Ritt. v. Rudin 1856.) Wien, Mayerhofgasse 3. (Giltig für 1. Oktober 1904 bis 30. September 1905.) Die Administration des „Rudolfinum" bestand indem genannten Studienjahre aus folgenden Mitgliedern: dem Rechtsnachfolger und Sohne des Stifters, k. k. Kommerzialrat und Fabriksbesitzer Alfred Pollak Ritter von Rudin, dem k. k. Ministerialrat und o. ö. Professor der Wiener technischen Hochschule Dr. Wilhelm Tinter, dem k. k. Hoftat und o. ö. Professor an der technischen Hochschule Dr. Josef Finger, dem k. k. Statthaltereirat Heinrich Wagner Ritter v. Kremsthal, dem Ausschußmitglied des Wiedener Gemeindebezirkes Rudolf Brzezowsky und dem k. k. Kommerzialrat und Fabriksbesitzer Julius L6on Ritter von Wernburg. Mit der Hausinspektion war der k. u. k. Hauptmann d. R. Anton Huß betraut. Aus diesen Mitgliedern wurden gewählt: zum Präsidenten der Administration Ministerialrat Dr. Tinter, zu dessen Stellvertreter Profeffor Dr. Finger, zum Kassier Kommerzialrat Leon Ritter von Wernburg und zum Schriftführer Kommerzialrat Pollak Ritter von Rudin. Mit Schluß des Studienjahres 1903—1904 waren im Institute 66 Studierende verblieben. Bon diesen wurden für das Studienjahr 1904—1905 wieder ausgenommen 35 und von neuen Petenten 21, als Ersatzmänner 7, so daß mit Beginn des neuen Schuljahres 1904—1905 im ganzen 63 Studierende im Institute waren. Während des Schuljahres wurden noch 5 Studierende ausgenommen. Die im Studienjahre 1904—1905 mit Stiftplätzen bedachten Studierenden verteilen sich auf die einzelnen Länder wie folgt: Niederösterreich 6, Oberösterreich 2. Salzburg 2, Kram 1, Istrien und Küstenland 3, Vorarlberg 1, Böhmen 4, Muhren 10, Schlesien 22, Galizien 13, Bukowina 1, Ungarn 2, Rumänien 1. Der Konfeffion nach waren katholisch 44, evangelisch 1, Juden 23. Einnahmen K 6582 77, Ausgaben 6014 09. Brünn. In der am 4. d. M. unter dem Vorsitz des Obmannes Sr. Ehrwürden Herrn Landesrabbiner Dr. B. Placzek, stattgehabten Vorstandssitzung des israelitischen Proseminarvereines, bei welcher auch die Vertreter der Brunner Kultusgemeinde und des Mährisch-jüdischen Landesmaffafondes, die Herren Bezirksschulrat Vizepräsident Leopold Bauer und Regiernngsrat Landessanitäts-Inspektor Dr. Salomon Spitzer, anwesend waren, wurde u. A. der Bericht des Leiters der Kantoren-Bildungsanstalt Herrn Oberkantor Josef Heller über die zehnjährige Tätigkeit derselben mit besonderer Befriedigung entgegengenommen. Herr Oberkantor Heller erhielt folgende Zuschrift: Euer Wohlgeboren! Der Vorstand des israelitischen Proseminarvereines in Brünn hat in seiner Sitzung vom 4. d. M. Ihren Bericht über die Leistungen der von Ihnen geleiteten Kanlorenschule mit Genugtuung zur Kenntnis genommen und einhellig beschlossen, als Zeichen seiner Anerkennung und zum bleibenden Andenken an Ihre diesfällige Wirksamkeit Ihr musikalisches Werk Kol-T'hilloh in drei Exemplaren anzuschaffen, wovon eines der Vereinsbücherei einoerleibt wird, die zwei anderen den Unterrichtszwecken zu dienen haben. Der obgenannte Vorstand findet sich zugleich angenehm veranlaßt, Euer Wohlgeboreu Dank und Anerkennung für die ausgezeichnete Leitung der Kantorenschule und die Hoffnung auszusprechen, daß der Stand der Schule sich auch fürder auf gleicher Höhe hatten wird. Brünn, am 6. März 1906. Für den Vorstand des israelitischen Proseminarvereines: Der Obmann: Dr. B. Placzek, Landesrabbiner. Der Obmannstellvertreter und Schristfilhrer: Dr. Jakob Korez, Oberfinanzrat. Mährisch-jüdischer Waisenhilfsverein. Sonntag den 11. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines unter dem Vorsitze des Herrn Dr. F i a l l a statt. Derselbe eröffnete die Versammlung mit einem Nachrufe auf die in den letzten Monaten verstorbenen Vorstandsmitglieder Herrn Alois Witrofsky, den bekannten Philanthropen, und Herrn Leopold L ö w Beer, der sich als Kassier und zuletzt als Vizepräsident des Vereines durch die Anwerbung von Mitgliedern und durch Vermehrung der Mittel des Vereines hohe Verdienste um denselben erworben hat. Der Verein bewahrt beiden Männern ein dankbares Andenken und wurde diese Trauerkundgebung dem Protokolle einverleibt. Leider verlor der Vorstand noch zwei verdienstvolle Mitglieder, und zwar Herrn kaiserlichen Rat Heinrich S u b a k und den Präsidenten Herrn Julius Ritter v. G o m p e r z, die beide auf ihre Mandate verzichteten. Die Versammlung sprach über den Rücktritt ihr Bedauern aus und votierte insbesondere dem bisherigen Präsidenten, der seit der Gründung des Vereines dieses Ehrenamt bekleidete, Dank und Anerkennung. Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes konstatiert die im Vorjahre erfolgte Vermehrung der Zahl der beitragenden Mitglieder, die wohl immer noch eine viel zu niedrige sei, dennoch aber einen günstigeren Fortschritt in den Verhältnissen des Vereines anzeige. Gründungsbeiträge zu 400 Kronen gingen von drei Wohltätern ein: Gebrüder Gutmann, Rudolf und Benno Löw Beer, und kamen im lausenden Jahre noch hinzu: 400 K von Alfred Löw Beer und kaiserlichen Rat Ludwig Ulmann, 2000 Kronen-Legat des Herrn Leopold Löw Beer und 4000 K von Ignaz Königsgarten als ewigen Jahresbeitrag für sich, seine selige Gattin und Eltern. Den Spendern wird der wärmste Dank votiert und hierauf der Rechenschaftsbericht sowie der vom Revisor G. Tandler vorgetragene Rechnungsabschluß für 1905 genehmigt, desgleichen der Voranschlag für 1906, der die Einnahmen mit 28.792 K, die Kosten der Waisenpflege mit 28.000 K veranschlagt, wobei bemerkt wird, daß dieser Betrag weit hinter dem Bedarf zurückbleibt. In den Vereinsvorstand werden hierauf einstimmig gewählt: Dr. B. Placzek, D. Alb. Löwental, KR. Salomon Perlhefter, Jgua; Königsgarten, KR. Ludwig Ulmann, Dr. Ludwig Levy, die drei letzteren neu; zum Ersatzmann Dr. Fr. Hermann; zu Revisoren G. Tandler, Ignaz Schulz. — Regierungsrat Dr. Sp itzer beantragt, beim mährischen Landtage um Erhöhung der mit 500 K bemessenen Subvention aus dem Waisenfonde, die völlig unzureichend ist, bittlich zu werden. S. Königsgarten wünscht, daß auswärtige Wohltäter zur Unterstützung des Vereines nachdrücklicher herangezogen werden sollen. Stadtrat Feldmann schlägt vor, durch künstlerische Veranstaltungen die Einnahmen zu vermehren. Der Vorsitzende verspricht, diese Anregungen in Erwägung zu ziehen, worauf die Versammlung geschlossen wurde. Bei der Konstituierung des Vorstandes wurden Regierungsrat Dr. Spitzer zum Präsidenten. Ignaz K ö n i g s g a r t e n zum Stellvertreter, L. U lm a n n zum Kassier und S. P e r l h e f t e r zum Kontrollor gewählt. Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis in Prag, Fleischrnarkt 19 Die Vereine, deren Zweck sich im obigen Titel ausdrückt, braucht man nicht erst zu loben. Sie sind notwendig und ihre Tätigkeit äußerst dankenswert. Der Prager Verein (Präsident Herr Heinrich D e n h o f, Vizepräsident kaiserlicher Rat Filipp Falkowicz, Schriftführer Karl G. Bacher und Dr. Alfred BaÄyr) hat Zeit seines 5 jährigen Bestandes 2821 Personen (318 verheiratet), im Vorjahre 640 Personen (66 verheiratet) Stellungen vermittelt. Anmeldungen gab es von Arbeitnehmern 2351, von Leuten aus aller Herren Ländern. Von den Angemeldeten waren 1812 männlich, 539 weiblich, Arbeit fanden 484 Männer, 156 Mädchen und Frauen. Die Ausgaben betrugen im Berichtsjahre Kr. 14.781°51 bei einem Saldo von Kr. 8226 50 (Vereinsvermögen). Der Verein wirkt in Prag sehr segensreich.