Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 12 (23.3.1906)
- Date
- 1906-03-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Dr. Blocö s MocdenscbrM. Seite 197 Korrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultus Vorstandes vorn 18. März 1906, unter dem Borsitze des Herrn l. Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn. Beginn 10 Uhr Vormittage. Vor Eingang in die Tagesordnung hält der Vorsitzende dem jüngst dahingeschiedenen Vorstandsmitgliede Herrn Rudolf Auspitz einen tiefempfundenen Nachruf, in welchem er der hervorragenden Charaktereigenschaften des Verblichenen, feines segensreichen Wirkens im Dienste der Oeffentlichkeit, seines besonderen, stets in vornehmster Weise geübten Wohltätigkeitssinnes gedenkt. Der Vorsitzende verfügt unter Zustimmung der Versammlung, welche sich zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhoben hat, die Einverleibung der Trauerkundgebung in das Protokoll. Der Vorsitzende gedenkt weiters in warmen Worten des dahingeschiedenen ersten Kantors des Leopoldstädter Tempels Herrn Moriz Blatt, der sich durch seinen besonderen Pflichteifer, durch seinen makellosen Lebenswandel allseitiger Wertschätzung erfreute. Auch diese Trauerkundgebung wird unter Zustimmung der Versammlung dem Protokolle einverleibt. Im Einlaufe befinden sich: Spenden: Von Herrn Rudolf Auspitz sel. A. znr Verteilung an Arme X 2500. - Von Frau Rosalia Goldschmidt anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres seligen Gatten Herrn Karl Goldschmidt: für Seelengedächtnis- und Seelenlicht... X 50.— zur Verteilung an jüdische Arme am Sterbe- . tage.„ 200.— Chewra-Kadischa.„ 200.— Handlungskrankenverein.. 200.— Wiener israelitisches Versorgungshans . . , 600.— Waisenvereine.. ,00. - X 1450.— Von Herrn Josef Grünfeld znr Errichtung einer Dr. Josef Grünfeld Widmung für jüdische Hörer der k. k. medizinischen Fakultät in Wien in 4n/0 ung Kronen-Rente X 1200. Von Herrn Wilhelm Hirschler sel. A. (Berlaffenschaft) als Legat.-.X 500. — Als Entnahme der Sammelbüchsen des Stadttempels: für die Armenanstalt.X 80.53 für die Chewra-Kadischa.„ 49.88 für die Allianz (arme russische Juden) . . . „ 17.70 für die Armen der österr.-nngar. Gemeinden in Jerusalem.„ 33.02 für den Waisenverein.„ 89 65 X 2 0 78 Von Herrn Dr. Jakob Engel für das israelitische Spital X 50. - Sammlung der Schülerinnen d. Frl. Fr. für die israelitische Schulküche in der Brigittenau.X 11.— Von Herrn Sekretär Dr. Emil Adler anläßlich der Barmi;wah des Sohnes des Herrn Verwalters Koditschek für das israelitifche Versorgungshaus.X io. - Von N. Z., Ung. Hradisch, für bte russischen Juden ... X 1 — Von Frau Anna Rosenberger für die Brigittenauer Schulküche .X 5.— Von Frau Rosa Bunzl für die russischen Juden .... X 4.— Von der Firma Jenny und Fritzi für Arme.X 4.— Von Frau Rosa H. Josef für die Brigittenauer Schulküche X 2.— Tempel-Spenden: Im Leopold st ädter-Tempel: Von den Herren: Rühan Kaufmann Kronen 20.—, Isidor Schwarz 100. Julius Klaar 40.—, Max Jeiteles 50.—, Georg Jeiteles 100,—. Ein Dankschreiben der Familie Wollner für die Teilnahme des Vorstandes an dem Leichenbegängnisse der verstorbenen Rabbinerswitwe Frau Anna Wollner. Ein Dankschreiben der Frau Hermine Kadisch für die Teilnahme des Vorstandes anläßlich des Hinscheidens ihres Vaters. Der nach längerer Abwesenheit zum erstenmale in der Sitzung wieder anwesende Präsident Dr. Alfred Stern wird bei seinem Erscheinen von der Plenarversammlung lebhaft begrüßt. — Der Präsident dankt in warmen Worten für die ihm während seiner Krankheit bewiesene Teilnahme und für den ihm bereiteten warmen Empfang. Aufnahme desNamens des seligenPräsidenten der Kultusgemeinde Herrn kais. Rat Heinrich K l i n g e r s. A. in die Haskarah des Stadt- und Leopoldstädter Tempels. Der vom Vertreterkollegium gestellte diesbezügliche Antrag, über welchen im Sinne des „Maskir Neschomot-Normales" mittelst Stimmzetteln abgestimmt wird, erscheint einstimmig angenommen. Folgenden Vereinen werden Subventionen bewilligt: Dem Tempelvereine in Hietzing, dem Bethausvereine Ehnunas Awes in Fünfhaus, dem Brigittenauer Frauen-Wohltzitrgkeitsvereine, dem Brigittenauer Unterstützungsvereine, der Chewra- Kadischa und dem Frauenvereine in Währing, dem Vereine zur Bekleidung armer alter Männer und dem Frauen-Wohltätigkeitsvereine Simmering. Verliehen werden: Die „Dr. Adolf Sacks'sche Stiftung für Herz- und Aortakranke" an 34 Personen im Gesamtbeträge von 8316 Kronen, die „Dr. Adolf und Emanuel Stern Stiftung für Rigorosanten der Medizin" an 6 Personen mit Beträgen von je 206 Kronen. Nach Erledigung von Personalangelegenheiten wurde die Sitzung um 12 Uhr mittags geschlossen. Ans dem 24 Jahresbericht des israelitischen Synagogenvereines „Beth Israel" nach polnischjüdischem Ritns. Wien, 11., Leopoldsgasse 29. Im Berichtsjahre 1905 haben 22 Vorstandssitzungen stattgefunden, 31 Trauungen wurden vollzogen (2 gratis), am 3. Dezember 1905 eine Kaiferjubiläumstrauung, wobei ein Paar aus dem Arbeiterstand Kr. 400 zuerkannt erhielt. Für Bethaussitze wurden Kr. 12.221, um Kr. 881 mehr als im Vorjahre, eingenommen. Der Verkauf von Jahrzeittafeln ergab Kr. 2460. Gestorben find vom Vorstand Herr Max Herbert, ferner die Herren Mitglieder Lewi Opper und L. Mörser. Für die Opfer der russischen Judenverfolgungen wurden Kr. 2107 im Vereine .mfgbracht. Der Vorstand besteht aus den Herren: S. Deiches, Obmann: S. L a n d a u, Obmann-Stellvertreter; Max R 0 f e n f e l d, Schriftführer; Alexander Landau, Schriftführer-Stellvertreter; Josef Silbermark, Kassier; Julius B r e ch e r. I. M. H e r b e r t, Ignatz I 0 l l e s, A. M. O P p e r, Jakob W e i ch s e l b a u m, Vereins-Vorsteher; I. M. B e l f, David K 0 l i b, H. K a r p, Bethausvorsteher; Isidor B e l f, Jakob O b st, Sigmund Tischler. Kassa-Revisoren. Die Bilanz weist ein Ausgabenkonto für alle guten jüdischen Zwecke von Kr. 36.927 53 auf, dabei ein Saldo von Kr. 5474°15. Das Vereinsvermögen beträgt Kr. 21.540 59 Verein znr Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten (Israelitischer Handwerkerverein), Wien. Mit Stolz kann dieser schöne Verein auf das 64. Jahr seines Bestandes und seiner Tätigkeit zurückblicken, indem er, altjüdischen Traditionen und den besten Grundsätzen volkswirtschaftlicher Moral getreu, dem jüdischen Handwerke in seinem schweren Daseinskämpfe zur Seite gestanden ist und den Borwurf der Antisemiten wegen angeblicher Arbeitsscheu der Juden Lügen gestraft hat. In schlichter Weise gibt der Vorstand Bericht über den Stand im Vereine (IX., Grüne Torgaffe 26) und im Lehrlingsheim und statt aller Worte mögen die Ziffern des Berichtes sprechen: Ein Meister erhielt das Erträgnis der Königswarterstiftung, sechs Gesellen und sechs Zöglinge erhielten Prämien, 27 Gesellen wurden für Reisen ins Ausland unterstützt, ausgenommen wurden 361 Knaben, 159 wurden Gehilfen, 698 blieben in Obhut des Vereines, der ein eminent humanitäres und zivilisatorisches Werk verfolgt. Für allgemeine Zwecke wurden ausgegeben in Kronen: Aufding- und Freisprech-Taxen 5138°34, Wäsche und Bekleidung 33.826 25, Schulrequifiten 656°89, Lehrgelder, Werkzeuge, Prämien 812°25, Verköstigung an Feiertagen 685'90, für das Lehrlingsheim 3749 73, Meisterunterstützungen 2700. Der Vermögensstand des Vereines beträgt K 968.484 92. Von den Zöglingen find aus Böhmen 41, Galizien 275, Mähren 98, Nicderösterreich 101, Schlesien 10, Ungarn 173, die in allen bekannten Gewerben unter-