Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 12 (23.3.1906)
- Date
- 1906-03-23
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Dr. Bloch's Wochenschrift. Geile 199 VermLscbles. Krnnzablösungs spenden zugunsten dev Chewr-Kadischa 1., Seltenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Adele Gut: Von W. A. K 10.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Rafael Spitzer: Von Heinrich Kätscher K 30.—, Josef Skutetzky 20.—, Oskar Herz L 20.—. Zusammen L 70.—. ' Anläßlich des Ablebens der seligen Anna W o l l n e r: Von S. Heit K 10.^-. Anläßlich des Ablebens der seligen Regine Dormitzer: Von Dr. Aroldo Uorplenghi L 50.—, Maurice Macghenta Succichno 10.—, Prof. David Succichno K 10.—. Zusammen K 70.—. Anläßlich des Ablwens der seligen Josefine Mendl: Von Emil Horner K 10.—. '■ Anläßlich des Ablebens des sel. Pink ns Frankfurter: Von Moriz und Lina Frankfurter K 10 —, Leopold und Rosa Frankfurter 10. , Morgenstern 3.—, Julius Frankfurter K 10.—. Zusammen K 33. —. Anläßlich des Ablebens des sel. Lipot Lederer: Von Anna Lederer L 50.— . Anläßlich des Ablebens der seligen Gisela Geiringer: Von Familie Storch L 5.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Philipp Fleischer: Von Edmund Zucker K 10.—, Max Zerkowitz K 20.—. Zusammen K 30.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Isidor Prisen der: Von Therese Prisender K 10.—, Dichtschein 10.—, Jaques Prisender 5.—, Sigmund Hirsch 5.—. Ludwig und Bela Prisender 5.—, Max und Sofie Heller 5.—, Sandor und Ludwig Klein L 4.—. Zusammen K 44.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Betty Stein: Von Adolf Löwy K 5.-, Leopold Singer K 5.- . Zusammen K 10.—. Die Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Am 15. März erschien das Gesetz vom 6. März d. I. über „Gesellschaften mit beschränkter Haft u n 9", welches drei Monate nach der Kundmachung in Wirksamkeit tritt. Bestimmte Geschäftszweige ausgenommen, ist zur Eintragung bei einem Kapitale bis eine Million Kronen eine staatliche Genehmigung nicht erforderlich. Gegen unrichtige Bilanzen und Gründergewinne sind Kautelen geschaffen. Die Besteuerung ist günstiger als bei Aktiengesellschaften. Sonntag den 25. März, 10 Uhr vormittags, findet im Saale des „Hotel Guth", II., Stephäniestraße 14, eine Vorbesprechung statt wegen Gründung einer Genossenschaft zum Zwecke billiger Kreditgewährung an Handel- und Gewerbetreibende und Industrielle, Vorbeugung von Insolvenzen, Gewährung von Rechtsschutz usw. Mit Rücksicht auf die dringende Notwendigkeit einer solchen Genossenschaft bei den Uebelständen unserer Handels- und Kreditverhältnisse besonders für den Kleinhandel und das Kleingewerbe wäre ein zahlreiches Erscheinen erwünscht. Wien. (Trauung.) Sonntag den 25. März d. I. um 2 Uhr nachmittags findet im israelitischen Tempel, II., Tempelgasse die Trauung des Fräuleins Ella Königsberger, Tochter des Herrn Josef Königsberger aus Budapest, mit Herrn Dr. Ludwig Herzl statt. Wien. (Trauung.) Dienstag den 27. März d. I. um 2 Uhr nachmittags findet im Tempel, I., Seitenstettengasse, die Trauung des Fräuleins Eveline Schorr, Tochter des Herrn Horaz Schorr aus Stanislau, mit Herrn Dr. Michael Sommer, Advokat in Suczawa, statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 25. März l. I. findet im Hotel Disch in C ö l n die Trauung des Herrn Alfred Mayer, k. u. k. Leutnant i. R., Sohn des Herrn Heinrich Mayer aus Wien, mit Fräulein Emmy Brünell, Tochter des Herrn Carl Brünell aus Cöln, statt. Wien. Der Unterstützungsverein für arme jüdische Zugereiste, Wien, II., Obere Donaustraße 47, veranstaltet Sonntag, den 25 März 1906, Präzise 7 Uhr abends, im Beth- Hamidrasch, Wien, II., Große Schiffgasse Nr. 8, die diesjährige ordentliche Generalversammlung. Jüdische Toynbeehalle, XX., Othmargasse 4« Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn der Vorträge an Wochentagen um halb 8 Uhr abends. Samstag-, Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Wochenprogramm: Freitag den 23. März: Bibelvortrag. Herr Religionslehrer Leopold Weiß. — Samstag den 24. März : Konzert. — Sonntag den 25. März: „Moderne Kulturfragen im Lichte unseres Schrifttums." Herr Rabbiner Dr. Simon Mandl aus Neutitschein. — Montag den 26. März: „Die Lebre vom Menschen". (Schluß). Herr Dv. Jos. Pollak. Universitätsprofeffor. — Dienstag den 27. März: „Ueber Totenkultus mit besonderer Berücksichtigung der Juden". Herr D. Vineta. — Mittwoch den 28. März: Musikalische Vorträge. Kammermusik-Quartett Specht. — Donnerstag den 29. März: Wesen und Wert der Impfung. Herr Dr. Bauer. Freitag den 30. März: Bibelvortrag". Herr Religionslehrer H. 8öw- Vogl. — Samstag den 31. März: Literarischer Abend. — Sonnta g den 25. März d. I. 3 Ubr nachmittags: Kinderjause. In der abgelaufenen Woche bot die Toynbeehalle ihren Besuchern ein ganz auserlesenes Programm. Mittwoch den 14. d. M. erschien Herr Direktor Adolf Weiße des Deutschen Volkstbeaters am Vorlesetische, um seine große Kunst der Vorlesung jüdischer Poesien zu widmen. Stürmischer Beifall lohnte die Meisterleistungen des Künstlers. Reichlichen Genuß hat das Samstag den 17. abgehaltene Konzert der Zuhörerschaft geboten. Die Mitwirkenden: Frl. Hohenberg und Frl. Helmer (Gesang-Duette von Mendelssohn und Dworzak) Frl. Kruna (Klavier). Frl Weißberger (Gesang), Herr Buchbinder (Violine), Frl. Petroff (Gesang) und das Streichquartett des Herrn Aurel Nemes de Alamor und die Arrangeurin des Abends, Gesangslehrerin Frl. Freund, ernteten für ihre Darbietungen lebhafte Anerkennung. Sonntag den l8. d. M. las Herr Schriftsteller Paul Wilhelm eine Auswahl eigener Dichtungen und Novellen und wurde von den Zuhörern durch starken Beifall bedankt. — Ueber besonderes Ersuchen des Vorstandes der Toynbeehalle wird Herr Rabbiner Dr. Simon Mandl aus Neutitschein Sonntag den 25. d. M. in der Toynbeehalle einen Vortrag halten, dessen Thema: „Moderne Kulturfragen im Lichte unseres Schrifttums" lautet. Jüdische Toynbeehalle, Fünfhaus. 17. März: Herr Karl Landeis hat als Thema die intereffante Frage: „Wer soll Kaufmann werden?" gewählt. Der gehaltvolle Vortrag, aus den Erfahrungen eines im besten Sinne des Wortes modernen Kaufmannes geschöpft, kann im Rahmen dieser kurzen Berichterstattung leider nicht die gebührende Würdigung finden. Herr Landeis empfiehlt eindringlich gerade ftir den mittellosen Juden den kaufmännischen Beruf, jedoch nur bei gründlicher höherer Vorbildung, damit der Kaufmann auch bei uns dieselbe Achtung und Einfluß finde, wie z. B. in London und Hamburg. Der junge Mann darf nicht erst dann, wenn olle anderen Projekte gescheitert sind, Kaufmann werden wollen, sondern bewußt dcm Ziele zustreben, denn nur der gebildete Kaufmann habe Aussicht auf Erfolg. Der Vortrag fand den wohlverdienten, lebhaften Beifall der zahlreichen Zuhörerschaft und war ein würdiger Abschluß, nachdem die Tätigkeit der Toynbeehalle erst im Herbste wieder ihre Fortsetzung findet. Regimentsarzt Dr. Gabriel Horwitz. Sonntag starb hier im 42. Lebensjahre Regimentsarzt Dr. Gabriel Horwitz, Chefarzt der psychiatrischen Abteilung des k. u. k. Garnisonsspitales in Budapest, nach langem, schwerem Leiden. Er war ein Sohn des Herrn Simon Horwitz, Amtsleiters der israelitischen Kultusgemeinde in Wien, ein Enkel des sel. Rabbiners Lazar Horwitz. Wegen seines edeln Charakters und humanen Wirken war er allgemein beliebt und verehrt. Dienstag wurde der Verblichene auf seinen Wunsch ohne militärischen Kondukt vom Zentralfriedhofe aus zu Grabe getragen. Zum Leichenbegängnisse hatten sich aus Budapest der Oberstabsarzt Dr. Eduard Neuber, Kommandant des Garnisonsspitals Nr. 16 in Budapest, der Oberstabsarzt Dr. Knoot, ferner Regimentsarzt Feistmantel eingefunden. In Vertretung der israelitischen Kultusgemeinde waren Herr k. k. Baurat Ritter v. Goldschmidt, der Vorsteher der Chewra-Kadischa Steiner, zweiter Sekretär Dr. Adler, Dr. Frankl und andere Kultusbeamte erschienen. In der Zeremonienhalle sprach Feldrabbiner Dr. Abeles den letzten Nachruf. Er bezeichnete den Verstorbenen als den pflichteifrigsten Soldaten, Menschen und Arzt, der in seinem verantwortungsvollen und schweren Berufe sich nur für die leidende Menschheit aufgeopfert hatte. Seine Vorgesetzten und Kameraden schätzten ihn stets als wissenschaftlich hochbegabten Kollegen. Durch seine außerordentlichen lauteren Charaktereigenschaften hat er sich