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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-23 · 8 (23.2.1906) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8 2H. Mocb's TRUocbenscbrtti. Seite 121 Frau Rosenberg, die Vertreterinnen des Frauenvereines „Bikur Cholim“, Herrn Baum als Vertreter des Vereines „Nächstenliebe", ferner die Vertreter der Vereine der „Wiener Dienstmänner", „Liwias chen“, „Treue Brüder", „Rasche Hilfe" (Meichisch Jeschuah). Er gab vor allem seiner Freude Ausdruck, daß sich Damen so zahlreich eingefunden haben. Man ersehe daraus, daß die Frauen wie gewöhnlich sich auch jetzt in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt haben. Der vom Schriftführer Herrn Samuel Sperling verlesene Rechenschaftsbericht wurde zur befriedigenden Kenntnis genommen. Hierauf übergab der Obmann, da er zum Referat das Wort ergreifen mußte, den Vorsitz an Herrn Professor Salzmann. In seinem Referate berichtete der Obmann Herr Doktor Isidor Braun über die Anfänge und die Gründung des Vereines, erwähnte, daß es hauptsächlich Herr Lector Friedmann war, der bereits in Karlsbad, wo er als Kurgast weilte, den Entschluß faßte, einen solchen Verein ins Leben zu rufen. Angeregt wurde der Herr Lector durch das Mitglied Herrn Krug. Hierauf entwarf der Referent das Programm des Vereines, und indem er über dessen Zukunft sprach, sagte er unter anderem, daß man sich nicht nur auf Karlsbad beschränken, sondern sich auch mit anderen Kurorten und mit Kaltwasseranstalten in Verbindung setzen müsse. Er hoffe, daß der noch jetzt kleine Verein die in obigem Programme enthaltenen Aufgaben vollständig werde erfüllen können. Viele Vereine haben klein angefangen, sind aber mit der Zeit groß geworden. Der Verein möge wachsen, blühen und gedeihen. Als zweiter Referent sprach Herr Lektor Friedmann in seiner geistreichen Weise ausschließlich über Karlsbad, welche Bedeutung dieser Kurort für die Kranken habe, er sprach als langjähriger Besucher Karlsbads, als Kenner der dortigen Verhältnisse und wies auf die Schwierigkeiten hin, mit welchen die armen Kranken eben dort zu kämpfen haben. Er erzählte, daß er sich mit Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Ziegler in Verbindung gesetzt habe, worauf ihm dieser versprach, seinen Einfluß im Interesse des neugegründeten Vereines geltend zu machen. Den Ausführungen der beiden Redner zollte die Versammlung lebhaften Beifall, worauf einige Gäste sich zum Worte meldeten. Herr Baum vom Vereine „Nächstenliebe" bemängelte das zu weitgehende Programm des Obmannes und riet, man solle sich bloß auf Karlsbad beschränken. Herr Dr. Kohn vom Brigittenauer Wohltätigkeitsvereine gab seiner Befriedigung über das Zustandekommen eines solch humanen Vereines Ausdruck. Hernach erstattete der Obmannstellvertreter Herr Max Wagner den Bericht über das Resultat seiner und des Herrn Profeffor Salzmann mit dem Karlsbader Franz Josef Jubiläumshospitz gepflogenen Unterhandlungen. Hierauf replizierte Herr Professor Salzmann in sachlicher und überzeugender Weise auf die Ausführungen der Gäste und stellte den Antrag auf Fixierung des Jahresbeitrages von 4 Kronen, welcher einstimmig angenommen wurde. Viele der Anwesenden meldeten ihren Beitritt an. Zum Schluffe wurden Neuwahlen vorgenommen. Dritte Tagung der Deutschen Konferenzgemeinschaft der „Alliance Jsraölite Universelle". Berlin den 13. Februar 1906. Schon seit mehreren waren unter den deutschen Mitgliedern des Zentralkomitees der „Alliance Jsraslite Universelle" Bestrebungen im Gange, um zunächst innerhalb des eigenen engeren Kreises und weiterhin unter den deutschen Komitees der Alliance überhaupt einen festeren Zusammenschluß und damit eine leistungsfähigere Organisation der im Dienste der Alliance sich betätigenden deutschen Kräfte zu schaffen. Diese Bestrebungen sind nunmehr zu einem erfreulichen Abschlüsse gediehen. Am 13. d. M. vereinigte sich zu Berlin unter dem Vorsitz des Geheimen Kommerzienrats Goldberger eine beträchtliche Zahl von Vertretern der Alliance aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes. Das Hauptergebnis der Beratungen war, daß sich die Deutsche Konferenzgemeinschaft der Alliance als eine freie Vereinigung deutscher Mitglieder des Zentralkomitees der „Alliance Jsraelite Universelle" mit den Sitz in Berlin fest konstituierte und Satzungen beschloß. Danach ist der Zweck der Deutschen Konferenzgemeinschaft der, die deutschen Mitglieder des Zentralkomitees zu vereinigen, um in Anpassung an die Verfaffung der „Alliance Jsraelite Universelle" deren Aufgaben und Interessen in gemeinsamer Arbeit zu fördern. Die Deutsche Konferenzgemeinschaft bildet im Einverständnis mit dem Zentralkomitee in Paris dieZentralstelle für die Organisation und Verwaltung der „Alliance Jsraelite Universelle" in Deutschland. Ihre Geschäftsführung wird durch ein Bureau in Berlin bewirkt, das die Bezeichnung führt: „Deutsches Bureau der Alliance Jsraelite Universelle". Das Bureau untersteht der Leitung des Vorsitzenden der Deutschen Konferenzgemeinschaft, der seinen Wohnsitz in Berlin haben muß. Mindestens alljährlich einmal beruft der Vorsitzende eine Tagung der Mitglieder nach Berlin oder anderswohin in Deutschland. Den regelmäßigen Jahrestagungen der Konferenzgemeinschaft wird ein Alliancetag angegliedert, zu dem alle Vertreter der deutschen Bezirks- und Lokalkomitees einberufen werden und alle Mitglieder der Alliance Zutritt haben. Auch sonst kann der Vorstand der Konferenzgemeinschaft einen Alliancetag einberufen, wenn er es für erforderlich erachtet. Auf diesen Versammlungen wird über die allgemeine Lage der Alliance sowie über Schritte, die im Interesse der Glaubensgenossen in Gemäßheit des Artikels 1 der Statuten der „Alliance Jsraelite Universelle" notwendig sein sollten, beraten werden. Der Vorstand der Deutschen Konferenzgemeinschaft besteht aus sechs Mitgliedern: aus dem Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden und vier Beisitzern. Gewählt wurden zum Vorsitzenden Herr Geheimrat Goldberger-Berlin, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr Charles Hallgarten-Frankfurt a. M., zu Beisitzern die Herren Rechtsanwalt Joh. Behrendt-Danzig, Sally Flörsheim-Dortmund, Rabbiner Dr. Frank-Köln a. Rh. und Theodor Oschinsky-Breslau. Man hat ferner eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die demnächst durch Rundschreiben allen deutschen Allianze-Komitees zur Kenntnis gebracht werden sollen. Die Mitglieder der Konferenzgemeinschaft haben sich bereit erklärt, die Organisation in den betreffenden einzelnen Landesteilen zu überwachen und durchzuführen. Alle Aktionen des Komitees werden künftig an der Konferenzgemeinschaft eine kräftige Stütze finden und vom Deutschen Bureau aus tunlich einheitlich geleitet werden. Nach Erledigung der Organisations-Angelegenheiten beschäftigte sich die Versammlung mit der Frage, wie von Deutschland aus eine Mitwirkung an den Arbeiten der Zentrale in Paris am zweckmäßigsten erfolgen könne und welche besondere Wünsche gegenwärtig in Bezug auf die Arbeiten der Zentrale zu äußern seien. Bei diesem Punkte wurde einmütig ein Beschluß gefaßt, der die Erweiterung, bezw. Einführung des deutschen Unterrichtes in den Schulen der Alliance Vorsicht. Es sei erwähnt, daß die Alliance zurzeit in den Orientländern über 48.000 Schüler unterrichtet, von denen sie außerdem einen Teil kleidet und speist. Schließlich besprach man die Stellung der Alliance und ihrer Deutschen Konferenzgemeinschaft zu den anderen jüdischen Organisationen im In- und Auslande. Der Verkehr mit allen jüdischen Organisationen außerhalb Deutschlands untersteht der Leitung der Zentrale in Paris. Dagegen wurde der Grundsatz aufgestellt, daß die Regelung und Aufrechterhaltung der Beziehungen zu den Organisationen innerhalb Deutschlands ausschließlich der Deutschen Konferenzgemeinschaft obliegt. Mit allen diesen Verbänden soll ein gutes und einträchtliches Verhältnis fort-, bezw. herbeigesührt werden. Paris. (Ehrenvolle Erwähnungen.) In der Anfang Februar abgehaltenen Generalversammlung der Bank von Frankreich verweilte der Gouverneur Mr. Pallain bei der Aufzählung der verstorbenen Verwaltungsmitglieder der Bank längere Zeit beim Namen des sel. Baron Alphonse de Rothschild. Sein Andenken werde für alle Zeiten mit dem wunderbaren Aufschwung unseres Eisenbahnwesens unzertrennlich bleiben

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