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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-23 · 8 (23.2.1906) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Leite 120 Dr. Llocb's MocbenscbrlN. Nr. 8 deutung, welche die Erfahrung den privaten Humanitäts-Institutionen zuerkennt, denen es, wie im vorliegenden Falle, gelingt, Probleme zu lösen, welchen gegenüber die öffentlichen Körperschaften machtlos sind. Er verspricht, daß der Kultusvorstand, der dem Wirken des Vereines und dessen Funktionären die höchste Anerkennung zollt, nach besten Kräften dessen Bestrebungen zu fördern bemüht bleiben wird. lieber Antrag des Vereinsvorstandes beschloß die Versammlung mit Stimmeneinhelligkeit, Herrn Albert Freiherrn von Rothschild in Würdigung der steten Förderung des Vereines zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Hierauf wurde eine Aenderung, bezw. Ergänzung des Vereinsstatutes dahingehend beschlossen, daß der Verein berechtigt sei, in den Bezirken Wiens Bezirksgruppen zu bilden. Die nach dem Turnus ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden per Akklamation wiedergewählt. Zu Revisoren wurden gewählt die Herren: Wilhelm Freyberg, Moriz Graf und Benno K a h a n e. Die Präsidentin dankte den Anwesenden für ihr Erscheinen, sowie den Rednern für die ehrenden Worte, bittet um die weitere Gönnerschaft, ohne welche der Verein dem Feinde der Armen und Kranken nicht wirksam entgegentreten könnte. Gestützt auf das Vertrauen der Mitglieder verspricht sie, auch weiterhin mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften der Frage der Kinderfürsorge zu dienen. Sodann wurde die Versammlung geschloffen, von welcher in schmeichelhaften Schreiben krankheitshalber Frau Baronin Charlotte v. Königswarter und Frau Julie Freiin v. Schey, ferner wegen dienstlicher Verhinderung Herr Rabbiner Dr. Grunwald und Reverend Hechler ihr Fernbleiben entschuldigt hatten. Fraueuhort, Frauen-Wohltätigkeitsverein im IX. Bezirk, Müllnergasse 21 Die intensive aber stille Tätigkeit dieses prächtigen Frauenvereines hat die schönsten Früchte gezeitigt. Dem ausführlichen Jahresbericht entnehmen wir vor allem die praktische Maßregel vieler Privaten, dem Vereine einen Teil ihres Privat-Wohltätigkeitsbudgets zur Verfügung zu stellen, wogegen der Verein die Recherchen nach der Würdigkeit übernimmt. Diese Recherchen werden von den Vorstandsdamen aufopfernd besorgt. Bei einem Budget von 53.709 Kronen wurden 2311 Gesuche berücksichtigt, 23 Pensionärinnen, 239 Familien in der Osterzeit, 117 Kranke ausgiebig unterstützt. Wöchnerinnenpflege und soziale Unterstützung der Schützlinge bei der Stellensuche waren eifrig gepflegte Ziele des Vereines. In allen Zweigen der Verwaltung herrschte größte Umsicht und Sparsamkeit, so daß der Verein in seinem Humanitären Hauptwerk große Fortschritte erzielen konnte. Wir laffen darüber den Bericht des Vorstandes folgen: „Handelt es sich hier darum, die bereits erkrankten und dadurch gänzlich hilflosen Armen zu unterstützen, so haben wir uns durch unsere Arbeiterinnen-Erholungskolonien die noch schönere Aufgabe gestellt, ein heranziehendes Siechtum zu verhindern. Wieder haben wir 40 Kolonistinnen — im Ganzen nun schon 181 — auf je vier Wochen nach Fahrafeld, Zoebern bei Aspang und Schwarzau entsendet und unsere mehrjährigen Erfahrungen berechtigen uns nun zur Versicherung, daß es uns in so vielen Fällen gelungen ist, die zwei gefährlichsten Feinde des so hart im Existenzkampf unter ungeeigneten Licht-, Lust- und Nahrungsverhältniffen ringenden jungen Mädchens zu bekämpfen, nämlich die Tuberkulose und andauernde Neurasthenie. Leider konnten wir von 80 Anmeldungen nur die Hälfte berücksichtigen, obwohl alle Petentinnen mitten im Erwerbsleben stehende junge Witwen und Mädchen, die die Stützen ihrer Kinder, resp. Eltern oder gänzlich verwaist, furchtbar anämisch und herabgekommen und auf dem Punkte waren, an dem ihre Spannkraft zu erliegen drohte. Wieder erhielten wir die glühendsten Dankbriefe und konnten bis jetzt beobachten, daß unsere Schützlinge: Näherinnen, Friseurinnen, Feinputzerinnen, Kiudererzieherinnen, Komptoiristinnen, Verkäuferinnen und Telephonistinnen, in ihr Erwerbsleben neugekräftigt zurückkehren konnten. Wir können mit Genugtuung konstatieren, daß durch die Nachlaßspende des Freiherrn Nathaniel v. Rothschild von 5000 Kronen der erste Baustein zu dem künftigen Kaiser Franz Josef- Arbeiterinnen-Erholungsheim vorhanden ist. Ein herrlicher Wald und Wiesengrund mit Schneebergaussicht in 1000 Meter Höhe steht uns durch die Munifizenz des Herrn Dr. Jakob Singer schon zur Verfügung. Möge es doch den so zahlreichen Förderern des materiellen und dadurch auch sittlichen Wohles der jungen Arbeiterinnen angelegen sein, durch Spenden an Geld, Material und Einrichtung dies Heim bald erstehen zu lassen. Unsere Bestrebungen haben ja in der Presse und von offizieller, ärztlicher und sozialpolitischer Seite die höchste Anerkennung gefunden. Wien (Josefstadt). Bei recht lebhafter Beteiligung fand am 12. d. M. die ordentliche Generalversammlung des Tempelbauvereines des. VIII. Bezirkes der Stadt Wien im Tempelgebäude, VIII., Neudeggergasse, statt. Der Vorsitzende, Herr Präses Hermann Beck, begrüßte die Versammlung, ebenso den Delegierten der Kultusgemeinde Wien Herrn Gemeinderat Donat Zifferer, Obmann der Steuerkommission für den VIII. und IX. Bezirk, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Geist der Eintracht und. Opferwilligkeit, welcher bisher die Mitglieder und Gönner des Vereines beseelte, zu dessen weiterer Fortentwicklung verhelfen möge. Er gedachte des leider zu früh verstorbenen Baurates Fleischer, der sich um das Zustandekommen des Tempels so viele Verdienste erworben hatte, und ersuchte die Versammlung, zum Zeichen der Ehrung sich von den Sitzen zu erheben. In gleicher Weise wurde das Andenken der Frau Betty Straßer, Gattin des verstorbenen Präsidenten des Tempelbauvereines Herrn Michael Straßer, welche durch ihr edles Wirken und ihren wohltätigen Sinn zur Hebung des Vereines wesentlich beigetragen hatte, pietätvoll geehrt. Zur Tagesordnung übergehend, erstattete der Schriftführer des Vereines, Herr Dr. Sigmund Goldberger, den Bericht über die Tätigkeit des Vereines während des Jahres 1905. Er verwies darauf, daß der Verein sich günstig entwickle und seine ernste Ausgabe würdig erfülle und daß insbesondere der Gottesdienst in überaus weihevoller Weise abgehalten werde, wobei unter voller Berücksichtigung der jetzigen Verhältnisse dennoch die altehrwürdigen Traditionen des Judentums gewahrt werden. Es fände dies auch vollste Anerkennung, indem das Gotteshaus sich stets des Besuches zahlreicher Andächtiger erfreue. Nach einer kurzen Debatte ergriff der Delegierte der Kultusgemeinde Herr Gemeinderat Zifferer das Wort. Er sprach namens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde den Dank für die Einladung zur Generalversammlung aus, ebenso dem Vereinsvorstande für seine Bestrebungen im Dienste des Judentums. Er werde gewiß nicht ermangeln, die Wünsche des Vereines dem Vorstande bekannt zu geben und zu befürworten. Er wünscht dem Vereine bestes Gedeihen. Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen wurden die ausgelosten Ausschußmitglieder Adolf Beck, Edmund Leitersdorf, S. Steiner und Dr. Ludwig Weiß wieder- und die Herren Adolf Getreuer, Moriz Huttrer und Leopold Robicsek als Ausschußmitglieder neu- und als Ausschußstellvertreter die ausgelosten Herren Karl Hofmann jim. und Heinrich Kohn wiedergewählt. Als Revisoren wurden die Herren S. Bauer und S. Sidon wieder- und Herr Julius Beck neugewählt. Der Vorsitzende spricht der Versammlung für die Beteiligung feinen Dank aus, ebenso dem Delegierten der Kultusgemeinde, Herrn Gemeinderat Zifferer, für die Zusage, sich bei der Kultusgemeinde für die Gewährung der Wünsche des Vereines einzusetzen, und schließt die Versammlung. Verein zur Unterstützung jüdischer Hilfsbedürftiger. Am 31. Jänner 1906 fand die zweite Generalversammlung dieses Vereines statt. Nach Eröffnung der Versammlung begrüßte der Obmann Herr Dr. Isidor Braun die erschienenen Gäste, die Vertreterinnen des „Brigittenauer Frauen- Wohltätigkeits-Vereines", Frau Dr. Weiß, Frau Dr. Kohn, Frau Emilie Kohn, ferner vom Frauenverein „Krankenpflege" Frau Dr. Blech, Frau Schechter, Frau Polturak und

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