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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-23 · 8 (23.2.1906) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
8 (23.2.1906)
Date
1906-02-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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k. *r«L Nr 8 sie dort sucht, wo sie sie findet, durch die Mißachtung jeglicher exegetisch - Hermeneutischer Grundsätze nach des Referenten Meinung ein für allemal sich des Anrechtes begeben, in wissenschaftlicher Hinsicht überhaupt noch ernst genommen zu werden/ Ikorrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Kultusvorstandes vom 18. Februar 1906 unter dem Vorsitze des Herrn 1. Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn. Beginn 10 Uhr Vormittags. Im Einlaufe befinden sich: An Spenden: Von Herrn Emanuel Grünfeld s. A. zur Verteilung an Arme.K 2000.— Von Herrn Eduard Ritter von Portheim anläßlich des Ablebens der Frau Rosa v. Portheim für israel. Arme.„ 500.— Von Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern für Arme.. . . . „ 60.— Von Herrn Dr. Alfred Berger als Sammlungsergebnis für die Brigittenauer Schulküche . „ 42.— Von Frau Berta Lunzer für die Brigittenauer Schulküche.„ 3.— Weiters eine Zuschrift der k. k. n.-ö. Statthalterei, daß die Neuwahl der Vizepräsidenten und des Vertreterkollegiums zur Kenntnis genommen wurde. Ein Dankschreiben des Herrn Vorstehers Rudolf Auspitz für die ihm seitens des Vertreterkollegiums übermittelten Wünsche für die Wiederherstellung seiner Gesundheit. Ein Dankschreiben des Herrn Vorstehers kaiserl. Rat Siegmund Kauders für die ihm aus Anlaß der Allerhöchsten Auszeichnung zugekommenen Glückwünsche des Kultusvorstandes. Eine Einladung zu einer am 23. Februar 1906 zu Gunsten der russischen Juden stattfindenden Konzertakademie. Die von dem Vorstande der Chewra-Kadischa gewählten Herren Moriz Eißler, Salomon Simon und k. k. Baurat Wilhelm Stiaßny werden neuerlich für eine 3jährige Funktionsdauer zu Vorstandsmitgliedern der Chewra-Kadischa ernannt. Im Präsidialberichte wird zur Kenntnis gebracht, daß die am 5. Februar 1906 in Wien verstorbene Private Frau Elisabeth Ungar geb. Rieß unter Erbeinsetzung der israel. Kultusgemeinde den größten Teil ihres Vermögens zur Errichtung gemeinnütziger Stiftungen, sowie zu Legaten für eine Reihe namentlich bezeichneter jüdischer Wohltätigkeits-Institutionen bestimmt hat. Es werden nachfolgende Stiftungen verliehen: Dr. Adolf Sacks'sche Stiftung für Techniker, 14 Plätze ä K 600.—. Die Osias H. Schorr-Stiftung für Rabbinats- und Lehramtskandidaten an der israel.-theolog. Lehranstalt in Wien, 18 Plätze ä K 600.— an Rabbinatskandidaten. Die „Albert Baum'sche Stiftung für junge Handwerker und Techniker" mit einem Betrage von X 123.400.— wird in die Verwaltung der Kultusgemeinde übernommen. Zum Abteilungs-Assistenten der gynäkologischen Abteilung des Spitales der israelitischen Kultusgemeinde wird ab 1. März 1906 Herr Dr. Egon Schick für eine zweijährige Funktionsdauer bestellt. Bausubvention für den Tempelverein Wieden-Margarethen. Diese Angelegenheit wurde in Beratung gezogen, nach längerer Debatte jedoch infolge der vorgerückten Stunde, ohne daß es zu einer Beschlußfassung gekommen wäre, vertagt. Schluß der Sitzung 1 Uhr mittags. Generalversammlung des Kaiser Franz Josephs- Ferienheim. Im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde Wien fand Montag den 19. d. M. die VII. ordentliche Generalversammlung des „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim" statt. Seite 119 Nebst zahlreichen Mitgliedern und Gönnern des Vereines hatten sich eingefunden: Herr Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt als Vertreter des Kultusvorstandes mit dem Ersten Sekretär Herrn kaiserl. Rat Dr. Lieben, Herr Dr. Anton L ö w als Vizepräsident des Hilfsvereines für Lungenkranke „Viribus nnitis", die Damen: Zifferer, Fröhlich und S ch ef f t e l namens des Vereines „Frauenhort", Bach und T r e b i t s ch für den Frauen-Wohltätigkeitsverein im XVI. und XVII. Bezirk, Herr Direktor Heller für das Blindeninstitut, Herr Prof. Dr. Singer für die I. k. k. Staats-Realschule im II. Bezirk, Herr Rudolf Kraus für das Wohltätigkeitsamt der Kultusgemeinde, das Mädchenkomitee des Vereines u. v. A. Die Präsidentin Frau Sofie Grünfeld eröffnete die Versammlung, konstatierte deren Beschlußfähigkeit und begrüßte die Erschienenen. Auf den Tätigkeitsbericht der letzten zwei Vereinsjahre übergehend, gibt die Vorsitzende ein klares Bild der eminent segensreichen Wirksamkeit des Vereines, welcher im letzten Jahre 554 arme kranke Kinder in seinen Rekonvaleszenten-, Herzkranken-, Skrophulosen- und Erholungskolonien untergebracht hatte. In den 14 Jahren seines Bestandes ließ der Verein 5555 armen, kränklichen Kindern die Wohltat seiner Institutionen angedeihen und verausgabte hiefür den Betrag von X 464.709°11. Die Präsidentin wies darauf hin, daß der Verein gerne die Schützlinge anderer humanitärer Körperschaften berücksichtigt und sich selbst wieder des Entgegenkommens der Wiener Humanitätsinstitute erfreut; den in den letzten zwei Jahren verblichenen Gönnern des Vereines, so dem Herrn Nathaniel Freiherrn von Rothschild und Philipp T h o r s ch widmete ^bte Vorsitzende warme Worte des Gedenkens. Nach Genehmigung des Tätigkeitsberichtes trug die Schriftführerin Frau Adele Zins den detaillierten Kolonienbericht vor, den die Versammlung mit lebhafter Befriedigung zur Kenntnis nahm. Dem Kassaberichte, welchen die Kassierin Frau Marta Popper erstattete, ist zu entnehmen, daß der Verein im Jahre 1904 X 37.202°21 und im Jahre 1905 X 36.794 52 für seine Zwecke verausgabt hat. Namens der Revisoren erstattete Herr Moriz Graf den die Korrektheit der Kassagebahrung und Buchführung konstatierenden Revifionsbericht, worauf dem Vorstande das Absolutorium erteilt wurde. Herr Direktor H e l l er ergreift nun das Wort und führt aus: In seiner Eigenschaft als Pädagoge wolle er die Wirksamkeit des Vereines von einer Seite würdigen, die sonst nicht die rechte Beachtung finde. Die Größe der humanitären und sozialen Leistung des Vereines bestehe nicht allein darin, daß derselbe armen, kranken Kindern zur Erholung und Gesundung verhilft; die höchste Anerkennung verdiene jene mit Zucht und Ordnung gepaarte Liebe und Sorgfalt, mit der die armen Kinder, die wohl sonst nie dazu kommen, daß man ihnen auch nur Beachtung schenkt, in dieser Institution umgeben sind. Diese Wochen der Glückseligkeit bilden gar oft den einzigen Lichtpunkt in dem Dasein der unglücklichen Geschöpfe. Es ist gewiß und die Erfahrung hat es bewiesen, daß sie, wenn sie erwachsen find, voll Dankbarkeit an jene glückliche Zeit zurückdenken, die sie in den Kolonien des Vereines verbracht. Ihn erfülle es stets mit größter Rührung, wenn jener blinde Zögling seines Institutes, der im letzten Sommer in der Kolonie des „Ferienheim" geweilt, glückstrahlend von der liebevollen ihm zugewandten Aufmerksamkeit nicht nur der Vereinsorgane, sondern auch der glücklicheren Gespielen erzählt. In dieser Wirksamkeit, in der L i e b e für unglückliche Geschöpfe sei die höchste Bedeutung der Institution gelegen, der er ein stetes Wachsen und Gedeihen wünscht. Herr Dr. Anton L ö w gibt namens des „Hilfsverein für Lungenkranke" seiner Sympathie für die Bestrebungen des „Ferienheim" Ausdruck, die zu fördern er stets bemüht sein werde. Namens der Direktion der k. k. Staatsrealschule im II. Bezirke bringt Prof. Dr. Singer für die der Anstalt anläßlich des 50jährigen Jubiläums gewidmeten jährlichen drei Freiplätze innigen Dank zum Ausdrucke. In den schmeichelhaftesten Worten begrüßt und beglückwünscht der Delegierte der Kultusgemeinde Herr Baurat Theodor Ritter von G o l d s ch m i d t den Vereinsvorstand angesichts der großen Erfolge der Institution. Er verweist aus die große Be- Dr. Dlocb's MocbenscbrM.

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