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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-16 · 7 (16.2.1906) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
7 (16.2.1906)
Date
1906-02-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 110 Dr. Liocb's MocbenscbrlN. Nr. 7 (ibid. V. 24) Heraklius Siege über Chosru im Jahre 628 in Palästina und jenseits des Euphrat und sagt schließlich weiter, daß am Ende beide niedergeworfen und besiegt wurden; er meint von den Arabern unter Omar. Da er auch noch alle griechischen Städtenamen beibehält, den Islam aber schon kennt, dürfte er diese Uebcrsetzung ungefähr gegen Ende des VII. oder anfangs des VIII. Jahrhunderts verfertigt haben. Vergleicht man die erwähnten Stellen mit denen Jonathans, gewahrt man, daß dieser Autor (Numeri 24. 18) vom Kriegszuge Chosrus offenbar nichts mehr wußte und darum die Ueber» setzung dieses Verses ganz allgemein hält, aber in den darauffolgenden Vers bemerkt: “vtwbi «marw 'L'v'i tdti rpr riD-iia ts’b® Bip'i »ppn p-icpn xtitö X2“o 2nm "wh xre'Ti ump RS'tMöDJip jö .X'BBp Er kennt also die wiederholte Belagerung KonstantinopelS durch die Araber und prophezeit ihr. die sich als Hauptstadt des byzantinischen Reiches durch Judeuverfolungen besonders auszeichnete, schließlich den Untergang, ebenso der stolzen Festung Eäsarea, d.r Hauptstadt der Diözese Pontus, die im Mittelalter und in den byzantinischen Kriegen im IX. Jahrhundert eine hervorragend wichtige Nolle spielte, dasselbe Geschick. Ibid. V. 24 erwähnte er den siegreichen Feldzug Byzanz' unter Konstantin V. (741—775) gegen die Araber in Asien und bestätigt die Zeitangabe durch die Anführung Noms und Liburnias als zu Byzanz gehörig, welches letztere im Jahre 8u6 vom fränkischen Reiche annektiert wurde und unter diesen Namen aufgehört hat, zu existieren. — Interessant sind hier die Varianten! Während „Jeruschalmi" hier 'j-bf?2 in der Bedeutung von kleinen Schiffen hat, änderte es Jonathan in X'i-ob Jö aus Llburnia; ebenso Jeruschalmi X“in: “DJ? 22 *?2 pnjjan, da Heraklius auch jenseits des Euphrats siegte und die Länder unterjochte, hat Jonathan “Cp '122 b>2 pnyiD'i 'Ki'inxb pij?Di, weil Konstantin nur in Kleinasien und Armenien mit Erfolg kämpfte, unter welchem Kriege viele Städte, auch gewiß wo der Autor lebte, leiden mußten und er dies als Augenzeuge erzählt. Es würde ja zu weit führen, wenn ich hier weitere Beweise anführen wollte, daß die Schlußredaktion des Jonathan gegen 900 in Kleinasien (im Pontus) stattgefunden, und behalte mir vor, darauf spater zurückzukommen.') Nach dieser kurzen Exkursion, die uns für die folgenden Angaben dienlich ist, laffe ich einige kurze Notizen zu der erwähnten Schrift folgen, die in mancher Hinsicht einiges Interesse bieten dürften. „S. 22. Gen. VII. II ist nach den jüdischen (soll heißen „rabbinischen") Autoren der 17. Marcheschwan gemeint — die christlichen Adambücher (6. e. 107) setzen dafür den 17. und 27. (Verschreibung für 17*) Jjar. Die Verschiedenheit ist dahin zu erklären, daß die jüdischen (?) Schriftsteller der Halacha folgen, nach welcher die Monate Nissan (soll wohl heißen Tischri) während die christlichen (?!) wahrscheinlich der älteren (?) Auffassung folgten." Diese Zeitrechnungen von Nissan oder Tischrr haben mit christlichen Autoren überhaupt nichts gemein. Die Bibel zählt überall den Jahresbeginn von Nissan. Nach dem babylonischen Exil scheint aber auch in dieser Beziehung eiu Stillstand cingetreten zu sein und hat eine solche Verwirrung platzgegriffen, daß bei den Juden in Palästina überhaupt keine feste Zeitrechnung wahrzunehmen ist. Die frühere Zählung nach Jubeljahren haben sie aufgkgeben und eine andere sichere, offiziell eingeführte Rechnung finden wir nicht bis zur Annahme, in Ermangelung einer anderen, der selcuzidischen Aera, die schon im ersten Makkabäcrbuche anzutreffen ist Diesem Umstande ist es zuzuschreiben, daß der Talmud und Seder Olam die Dauer der Oberhoheit der persischen Herrschaft in Palästina während des zweiten Tempels bis zur Einnahme deS Landes durch Alexander des Großen mit 34 Jahre augeben. In Religionsschriften wurde die alte Zeitrechnung von Schriftstellern noch einige Zeit beibehalten. Das Volk hat aber die der umgebenden Völker von Tischri angenommen, nach welcher die meisten asiatischen Stämme und auch die Syrer zählten. Später konnte darüber kein Zweifel obwalten, daß nach dem Auszuge aus Egypten der Monat Nissan als Jahresanfang galt, da dies die Thora ausdrücklich einschärfte (Exod. 12,2); es konnte also nur die Frage aufgeworfen und erörtert werden, welche Rechnungsweise die Thora vor dem Auszuge aus Egypten, z. B. bei der Erzählung der Sintflut in Anwendung brachte. Es entstand darüber eine Meinungsdiffercnz zwischen zwei Tanaiten, R. Elieser und R. Josua. R. Elieser meinte gewiß, der wie Josephus (Antiq. I. 3, 8,) diese Ansicht vertritt, ') Geiger (Urschrift p. 176 rc.) hat bei Beurteilung des „Jonathan" einen irrigen Ausgangspunkt eingenommen und gelangte darum zu falschen Schlußfolgerungen. Er meinte, weil sich im «Jonathan" Bestandteile einer älteren Halacha vorfinden, daß seine EntstehungSzeit weit zurückreichen muß und das Jerus. Targum das jüngerer seiH da es überall dem Talmud folgt. Das Verhältnis ist aber hier gerades ein gegenteiliges. Jeruschalmi entstand in Palästina und folgt deuM Talmud, während der Autor des „Jonathan" in Pontus lebte, externe^ Quellen benützte und folgt den Schriften der Juden des Nordens) wo sich Elemente der alten Halacha konservierten und die auch ihren eigenen Weg in der Hermeneutik wandelten, darauf sind alle Widersprüche gegen die im Talmud rezipierte Halacha zurückzuführen. Die von Geiger dort angeführten Stellen lassen sich vielfach vermehren durch solche, die noch ftappanter diese Annahme zum Ausdrucke bringen! und bestätigen. *) Josephus (Antiqu. I. 3, 3) hat auch 27. daß die Juden früher sich nach den Egyptern in dieser Beziehung richteten, den Jahresanfang mit ihnen von Tischri rechneten und daß diese Rechnung auch vom Volke in praktischem Leben seither behalten und angewendet wurde; darum meinte R. Elieser, daraus auch koSmogenische Schlüsse ziehend, diese Aera sei die ältere und bei der Rechnung anzuwenden; dagegen glaubte R. Josua sich auf die ältere der Chaldäer, von wo Abraham hergekommen, stützend, die den Jahresanfang auf Nissan setzen, daß diese die wichtigere sei und danach bei der Sintflut auch zu rechnen wäre. Dies letztere betont auch der babylonische Talniud (Rosch-Hasch. 12 a) bDöb k>X piö jrnrx 'B2N ]?1B\T “>"2 bezugnehmend auf seine früher angegebene Ansicht N2ivl .ßbijjn XN22 JD'22 Im alten Babylon rechnete man auch den Jahresanfang von Nissan, ebenso begingen die alten Parsen ihr Naruz (Neujahrsfest) im Frühjahr. Die Rabbinen neigten zu der Ansicht R Eliesers und fixierten solche als Norm .-ipb “>"2 bin»1? pilö Pseudo-Jonathan zu (Genit. 7.11) kopulierte hier die Ansicht des Josephus mit der des Talmuds. — Die exilierten zehn Stämme im hohen Norden sind von all diesen Wirrnissen nicht tangiert worden und haben demnach auch bei der Erzählung der Sintflut ihre frühere Rechnung der Thora von Nissan beibehalten, wie das Jubiläenbuch dies beweist^ Wenn das Adambuch dieselbe Rechnung einhält, beweist es nur, daß auch dies ein literarisches Produkt der alten Bene Hadani ist, was auch ohnedies anzunehmen wäre, da es mit dem Jubiläen- und Hennochbuche viele Eigentümlichkeiten eigen hat. Es ist nur durch spätere Interpolationen christologisch ganz entstellt worden. Dort war die Wiege des größten Teiles der griechischen apokryphen und pfeudoepigraphifchen Literatur, die später dort ihre Fortsetzung in der mystisch-jüdischen Literatur in hebräischer Sprache fand. S. 26.: Pseudo-Jonathan hat Gen. 46, 23: „Die Kinder Dans waren zahllos. Das Jubiläenbuch 44, 28 gibt eine größere Anzahl Kinder Dans an." — Das Jubiläenbuch gibt die Zahl der Kinder Dans mit fünf an und da kann doch Pseudo-Jonathan dies nicht im Auge gehabt haben, weil auf eine so beschränkte Anzahl sich nicht der Ausdruck „zahllos" anweuden läßt. Diese Stelle des Pseudo-Jonathan ist in mancher Hinsicht interessant, weil sie verrät, daß der Targumist die Bene Hadani kennt und auf sie hier anspielt. Diese Stelle lautet: •Birma1? vi2v rrbi pniBBXi p“>i jti mai Der Targumist scheint 2'vn mit pmi wiederzugeben und möglich nimmt er das Wort Dan in dem Sinne, wie Jes. 21, 13 als Kaufmann, was zwar schwerlich anzunehmen ist, weil er nur die Namen der Kinder der Stammvater deutet und außerdem müßte eventuell jVTBBX für Dan zuerst kommen. Es erscheint daher viel plausibler, daß er hier die Worte pn 'U2i als Bene Hadani nimmt, wie damals im IX. Jahrhundert dieser Ausdruck für die Juden deS Ostens/ nämlich der zehn Stämme gebraucht wurde und ich es hier in diesem Blatte nochgewiesen habe. Ueber die Rührigkeit und Bedeutung der Daniten im Welthandel hat der arabische Schriftsteller Jbn-Khordadbeh im IX. Jahrhundert ein ganzes Kapitel in seinem Buche über die „Routen und Provinzen" geschrieben und fügt da der Targumist hinzu Birma*? Brno rr*?l, eine genaue Wiedergabe der Worte Josephus (Ant. XI. 5,2) über die zehn Stämme jenseits des Euphrats. Der Targumist benützte auch sehr oft Josephus. Erwähnenswert finde ich noch, daß auch Eldat der Danite auf einen Teil der zehn Stämme im Chasarenlande hinweisend sagt: .iw» px B’2“) am In der Fortsetzung meiner Artikelserie über die Bene Hadani werde ich noch weitere Stellen des Pseudo-Jonathan namhaft machen, wo er eine genaue Kenntnis der Juden in Jberien und am Dan offenbarte, die auch meine Annahme bestätigt, daß der Targumist im Pontus lebte. S. 3b.: Pseudo-Jonathan „Exod. 1.15 und 7.11 sind JanneS und Jambres als Hofmapier des egyptischen Pharo dargestellt." Da der Talmud diese Sage kennt (Menachoth 85 a) und diese unter hebräischen oder hebräisierten Flamen Jochana und Mamre anführt, unser Targumist aber diese ganz griechisch wie Paulus Thimothum II. 2.3, sie nennt ’IccvvTfc val ’Iaußa% hat, steht es zweifellos fest, daß Pseudo-Jonathan btefe der letzteren Schrift entlehnte. In Kleinasien lebend, war das Griechische seme Umgangssprache, deshalb gebraucht er auch soviel griechische Worte im Targum und benützte auch die externe Literatur in dieser Sprache. Sefer Hajaschar zu Exodus scheint diese Namen indirekt durch eine arabische Uebersetzung übermittelt bekommen zu haben, denn er schreibt „Al-JanneS" und „Al-ZambreS." S. 36.: „Pseudo-Jonathan, Numeri 11, 26. Den Sinn deckt tiefes Dunkel. Wer sind die Exulanten, die bekämpft werden?" Pseudo-Jonathan würfelt hier nur zusammen die Prophetie Ezechiels Kap. 38—39 über Gog und einiges aus Offenbarung Johannes 20, 5 rc. „Gog und Magog wird versammeln u. s. w. und umringen das Heerlager der Heiligen u. s. w. und es fiel das Feuer von Gott und verzehrte sie" rc. xrivx ri'2,l^V2 xnatM rmp'2 pn*?2 vvp'l X“ip’ xb“iid Binnia xpsn Er wendete die Prophetie Ezechiels von dem Volke Magog im hohen Norden, das einst in Israel einfallen sollte und die Apokalypse Johannes auf ein Ereignis seiner Zeit im Norden, wie dies auch ein anderer Prediger seiner Zeit tut, nämlich der Verfasser des Tana dibe Eiiah (lebte gegen Ende des VIII. Jahrhunderts im alten Medien, wie ich dies in der Fortsetzung der Artikelserie über die Bene Hadani Nachweisen werde), aus welcher Schrift möglich unser Targumist auch diese Anregung genommen hatte, da ^der Ausdruck pin 'inp im T. d. E. fast auf jede Seite onro d’ittnp ^anzntreffen ist. Im T. d. E. Kap. 3 heißt es 1V21 Bl XiT Tfij?1?

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