Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 7 (16.2.1906)
- Date
- 1906-02-16
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Dr. Dlocb s Moebens örlrr. Seite 111 liatmb bv inatp» nww 122 £»hnw •Ten di” b22 nran irrj?» 122 nn by Vi2y^ awöl 313 12VM Gutester, so weit hat dein Verdummungssystem noch nicht gereicht. ^Noch sind nicht alle Leute durch antisemitische Lektüre vertrottelt und Der Verfasser, der im Norden im VIII. Jahrhunderte beimU^ne Z auf befchräntteh(.rw Schwarzen Meere lebte, meint danit die Niederlagen der Ostgothen,'W n-nin5^^^ ^^^"^ ^harakter d^ Stadt ^ien ist Heldenerlitlen im Kriege mit den Chafaren im VIII. Jahrhundert. DisH 0hltlÄ„ % Juden damals scheinen auch am Schwarzen Meere von den Ostgothen viel gelitten zu haben, wovon uns ein Epigraph erhalten, in einer Thorarolle erzählt. Neubauer hat eine Beschreibung der Firkwitschischcn Sammlung in Petersburg im Journal Asiatique 1865 Nr. 5 geliefert. Eine Rolle hat am Schluffe u. A. folgende Zeilen. „Am schwersten machten unser Exil die tetraxitischen Gothenfürsten mit ihrem unansehnlichen Volke, d p“idö dött'i diaty vb dy lruna cy nryj fjibx (N. übersetzt unrichtig, Fürst Gatham mit den Tscherkessen), welche sagten: „Vernichten wir sie gänzlich. Gott schickte uns aber Helfer Brüder Tip '322 (Chafaren), die zum Judentum übergetreten sind mit ihrem Fürsten dtt'dd (wohl richtig r.twa vergl. den Brief des Chasarenfürsten an Chasdai) an der Spitze. Diese retteten uns und dieses Buch und eroberten die Festung Dura in unserem Jahre 1501 unseres Exils (nämlich der zehn Stämme vom Jahre 720 vor der üblichen Zeitrechnung) 4565 der Schöpfung." Die Chafaren besiegten die Gothen im neunten Jahrhundert in verschiedenen Feldzügen und darauf spielt der Verfasser des T. d. E. an und dies meint auch Pseudo-Jonathan hier. Er nennt wie alle seine Zeitgenossen dieses Land im Norden Erez Jisroel, was ich in der erwähnten Artikelserie nachgewiesen habe und noch ausführlicher in der Fortsetzung tun werde, was er mit "fcTv6a *32 Sy» bhnwH KyiKd smp j'-naai meint.') Ich will schließen, um nicht die enggezogeuen Grenzen eines Artikels in einer Wochenschrift zu überschreiten. Wien, im November 1805. S. Spinner. Notiz. Niederöstcrreichische Eskompte-Geseüschaft. Die Aktionäre der Niederösterreichischen E s k 0 m p t e-G esellschaft werden laut der in der „Wiener Zeitung" vom 10. Februar erschienenen Kundmachung zu der am 8. März d. I. um 5 Uhr abends im Gebäude der Gesellschaft, I., Freiung 8, stattfindenden 53. ordentlichen Generalversammlung eingeladen. Gegenstände der Verhandlung die üblichen. Deponierungs-Termin vom 10. Februar angefangen bis längstens 22. Februar, 4 Uhr nachmittags. aber durch die Kälte rasch zusammenschmolz, hat die Besucher eines slovenischen Ballfestes im Kursalon bei der Auffahrt beschimpft, die Wagentüren aufgerissen, die Damen mit Schneeballen beworfen und randaliert. Heilo, Sieg und Rache. Die antisemitischen Haupthähne Abgeordneter Malik und Hofer haben der Bildung der deutschen Jugend Vorschub geleistet, indem sie Anführer waren und dann in terroristischer Manier noch dem Minister des Innern Vorwürfe machten, weil die Polizei ihre Pflicht erfüllte. Lieb Vaterland magst ruhig sein. „Die Deutschen müssen ihrer Kultur nach besondere Rechte bei der Wahlreform erhalten", war ein häufig gehörtes Wort im Parlament. Chronikenr. Daß der Abgeordnete Khittel in einem Atem sagte, der Hopfenhandel sei ausschließlich in illdischen Händen und werde von ihm korrumpiert und die steiermärkischen Bauern machten illoyale Konkurrenz, darf sie nicht wundern; ist denn die Theorie des Antisemitismus nicht eine einzige Konfusion? Der Leitartikel des „Deutschen Volksblatt" gegen jüdische Humanität ist also gegen die Humanität der Bibel gerichtet. Der publizistische Anwalt der Prügelstrafe und des Züchtigungsrechtes gehört ja schon längst nach Rußland. Heine. Poll.» Kolin. Das Wortspiel ist zutreffend, allein gefährlich für den Setzer. An unsere geschätzten Abonnenten! Wir sind bei der Drucklegung der Adreßschleifen und ersuchen unsere P. T. Abonnenten, Aenderungen der Adreßschleisen umgehend bekannt geben zn wollen. .... 3 0 Dre Admmtftratron. aranHerl naturechtes* reinstes flanzen aus ftischsn Kokosnüssen. Krieskasten. K. Welch hohe Ehre also! Herr Dr. Lueger hat einem wirklichen und wahrhaftigen Juden (!!!) den Dank ausgesprochen, noch dazu einem, bei dessen Namenserwähnung dem , Deutschen Volksblatt" sicher die Rufzeichen ausgegangen wären. Niemand anderer als Rothschild kommt in Frage. Er ist Grundbesitzer im Steinbachtal und war als solcher sehr entgegenkommend beim Bau der zweiten Wiental- Wasserleitung. Dafür dankte der unparteiischeste Bürgermeister gnädigst bei der Feier in Göstling. Diese semitische Moral, den Juden nur dann zu lieben, wenn man ihn braucht, nachdem man früher einmal entrüstet vom Rothschild-Militär gesprochen hat, mußte natürlich von den echten Antisemiten strenge gestraft werden, und so kam es — horribile dictu — dazu, daß diese Rede Luegers von den antisemitischen Organen Wiens mit stillschweigender Verachtung übergangen wurde. Nur ein Blatt in Mbs machte den Verräter. Baron Rothschild hat natürlich ganz richtig gehandelt, wie ja jeder Jude das öffentliche Interesse bereitwilligst fördert. Es hat sich um eine Gefälligkeit für Wien gehandelt und nicht für dessen antisemitische Vertretung, die ja denn doch nicht die Ewigkeit überdauern würde. Den antisemitischen Scriblern hat aber diese Anständigkeit nicht in den schmutzigen Kram gepaßt, und so übten sie, wie schon oft, passive Resistenz gegen die Wahrheit. Das ist noch das kleinere von ihren zwei häufigen Uebeln. Gewöhnlich leisten sie der Wahrheit aktiven Wlderstand. Jurist. Menger war, wie der falsche Ausdruck lautet, ein Freund der Juden. Der richtige Ausdruck dafür wäre, daß er wie jeder gebildete Mensch ein Freund der Gerechtigkeit und — wir verlangen nicht mehr — unparteiisch gewesen ist. Das hat ihm natürlich den Haß des „Deutschen Volkblatt" eingetragen, das über den Tod des berühmtesten österreichischen Soziologen wohlgezählte zehn Zeilen brachte. Die Wut wuchs ins Maßlose angesichts des Testamentes Mengers, der verfügte, daß in eine neu zu gründende Anton Menger-Bibliothek Originalschriften älterer Autoren, die für die Volkssache eintraten, einzureihen sind und zwar von den politischen Büchern nur demokratische, von den ökonomischen nur soziale und von den theologischen nur orthodoxe. „Es wäre am einfachsten gewesen", bemerkte das Jntelligenzblatt dazu entrüstet, „wenn Menger verfügt hätte, daß nur jüdische Bücher einzureihen sind." Also, was nicht reaktionär, volksfeindlich und antisemitisch ist, ist für das Jntelligenzblatt jüdisch. Hoch der weise Bielohlawek! Nern mein ') Da „Jonathan" auch die „Boraitha di Schmuel" eines Verfassers, der im Norden gegen 800 lebte, mehrmals benutzte, wie ich dies gelegentlich in der Fortsetzung meiner Artikelserie Nachweisen werde, kann es feststehend gelten, daß der Autor des Ps. „Jonathan auch anfangs des IX. Jahrhundert lebte. ~ Verkauf der Einrichtung der Zigeuner^ und Grossen Hofsynagoge ln Prag. Im Mai d. I. gelangen diese beiden Synagogen zur Demolierung Gemeinden, welche auf die Sitzbänke, Lampen und sonstigen Einrichtungsstücke reflektieren, erhalten nähere Auskunft durch die Herren: Ottomar Rosenbaum, Prag, Poriö 36a und B. S. Bondy, Prag, Mariengasse 45. —— Nachdruck wird nicht honoriert. =— Zu Heines 50. Todestage 17. Februar (1856—1906) Heinrich Heines sämtliche Werke 1) 12 Teile, in 4'eleg. Leinenbänden mit Goldpressung, auf weissein Papiere, mit klarem Druck K 7.20. -*- 2) Mit einem biographisch-literargeschicbtlichen Geleitwort von Ludwig Holthof und dem Bildnis des Dichters 10. Auflage 3 K 60 h Diese Gesamtausgabe aller Werke Heinrich Heines „ist tatsächlich vollständig, unverstümmelt und hat auf ihren 1056 Seiten denselben Inhalt wie die grosse Originalausgabe. Die Ausstattung ist elegant und geschmackvoll, der Druck kompress, aber scharf und deutlich.“ -*- 3) Neue Illustrierte Prachtausgabe. Mit Lebensskizze des Dichters und 70 Abbildungen von Kllngsbsll, Betwald u. a. — Hocheleg., vielfarbig, Ganzleinen-Relief. Pracht- Salonband. (Lex.-Oktav) K 3.60. Postporto (in Deutschland und Oesterreich) 72 h. PF* Heines Werke dürfen ln keiner Familie fehlen, obige niedrige Preise ermöglichen jedermann sich diesen köstlichen p^* Besitz zu eigen zu machen. Nur zu beziehen von R, LÖwit, Buchhandlung, Wien, I., Rothenthurmstr. 22. s.«