Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-09 · 6 (9.2.1906) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
6 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021663--15163-3039914
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Wette 86 Dr. Dlocb s Mlocdenscvrm. Nr. 6 genommen habe. Ich hatte eine sehr gute Gelegenheit; es kostete mich 17 Dollars, 10 Dollars Einschreibegebühr und 7 Dollar die Reise nach Regina, denn dort ist das Dominion Land Office. Man kann dies auch durch Briefe abmachen, aber da ich nicht viel Zeit hatte, auf eine Antwort zu warten, so ging ich selbst nach Regina. Ich denke, im nächsten Frühjahre anzufangen, das Land zu bearbeiten." KarrK XL der jüdischen Enzyklopädie. Dieser ausgezeichnete letzierschienene Band der jüdischen Enzyklopädie umfaßt den Buchstaben S. bis zum beginnenden T. (Samson — Talmud Hakam). Der Abstand in Zeit und Verhältnissen vom Herkules des Alt-Judea bis zur scholarmäßigen Aristokratie des rabbinischen Zeitalters — dieser Abstand illustriert die außerordentliche Bedeutung der Enzyklopädie. DaS Titelblatt des neuen Bandes ist ein Bild von Baruch Spinoza, nach einem wenig bekannten Gemälde im Besitze Juda Sulzbergers. Herr Jakobs hebt jene vielen Beziehungen hervor, durch welche Spinoza dem Judentum und dessen Ideen und Tendenzen verpflichtet ist. Wenn wir die ersten Seiten des Bandes umblättern, fällt uns zunächst der Artikel über die Bücher Samuels auf, der von Dr. Emil G. Hirsch geschrieben ist. Dann vertiefen wir uns in die Biographien, die das dauernde Verdienst dieser Enzyklopädie bilden. Hier sind Samuels aller Zeiten angeführt, vom Talmud-Zeitgenossen des Rab (I. L. Lauterbach) durch den mittelalterlich Talmuddeuter, Samuel b. Meir bis H. S. Samuel, M. P. Limehouse. Herr Jakobs liefert uns einen langen Artikel über „Samuel und Dütes Pedegree". Der talmudische Samuel war mit dem Gang der Sterne so vertraut, wie mit den Straßen seiner Geburtsstadt Nehardea, aber er gab sich auch mit dieser Welt ab. Samuels berühmten Ausspruch, „das Landesgesetz ist unser Gesetz", verdanken die Juden ihr Talent, sich unter nichtjüdischer Regierung zurecht zu finden. Wir müssen uns den Luxus, in Babylon zu weilen, versagen und geraten bei „San Francisko" (I. Vorsänger) auf einen der modernsten, topographischen Artikel, der auch zu den bedeutendsten Beiträgen der Enzyklopädie gehört. Der Name „San Francisko" wurde dem Dorfe Derba Buena von Washington Bartlett beigelegt, der durch seine Mutter, eine in Charlestown geborene Jüdin, mit den ersten Portugieser jüdischen Familien des Südens verwandt war. Dies ist ein gutes Beispiel, in welch ausführlicher Weise die Enzyklopädie über die verschiedenartigsten Tatsachen berichtet. Wer kennt den jüdischen Arzt, der aus Marano herstammt — Andreas Ribeiro Sanch"s (M. Rosenthal), der die Aerzte Europas den medizinischen Wert des russischen Dampfbades lehrte? Im „Sanhedrin" (I. L. Lauterbach) nimmt der Verfasser die Ansicht von Josephus gegen den Talmud an, daß der Hohepriester der Versammlung Vorstand. Dagegen hält Professor Bacher „in der großen Synagoge" die Stange zwischen jenen, die diese Institution als eine traditionelle, und jenen, die alles der Tätigkeit des spätem Judentums zuschreiben. Das „Französische Sanhedrin", das von Napoleon im Jahre 1807 einberusen wurde, ist trefflich beschrieben und illustriert. Das „Sanhedrin" beschloß unter anderem, daß einfür allemal in den Abendländern einer jüdischen Ehescheidung die amtliche voranzugehen hat. Saratoff(von I. Gottlieb) ruft uns grimmig das Ritualmordmärchen in Erinnerung. Angenehmere Gefühle erwecken die Artikel über die Familien „Sasportas" (M. Seligsohn) und „Saffoon" (G. Lipkind u. I. Hyams). Professor L. Blau führt uns in dämonische Regionen. „Satan" mit seiner Funktion, zu „versuchen, anzuklagen und zu strafen", bildet ein sehr kritisches Problem der jüdischen Theologie und Volkskunde. „Superstition" von Dr. M. Grunwald schlägt in das nämliche Fach. „Satire" (I. Davidson) beleuchtet die Lage von Ben Sira bis Erler in vorzüglicher Weise. Dr. Köhlers Name erscheint im Kapitel „Saul (Paul) von Tarsus" — „der wirkliche Begründer der christlichen Kirche als Gegensatz zum Judentum". Es ist ein wertvoller Beitrag. Indem er Pauls religiöser Stärke und Originalität volle Anerkennung zollt, beweist Dr. Köhler gleichzeitig dessen Unverständnis der jüdischen Lehre; sicherlich hat er aus Unkenntnis die Religion verworfen. Blättern wir einige Seiten um, so kommen wir zum geistreichen Anti-Paulus, Professor Salomon Schechter, dessen gute Biographie (von G. Lipkind) uns damit versöhnt, daß auch lebende Größen in dieser Enzyklopädie gewürdigt erscheinen. Herrn Jakobs verdanken wir wieder einen Stammbaum, den der Familie Schiff, der die Talmudisten (Maharam) einen englischen Großrabbiner (Tebele Schiff) und den bekannten amerikanischen Finanzmann und Menschenfreund (Jakob Schiff) einschließt. Der große Leopold Zunz war mit den Schiffs durch Heirat verwandt. Herr Jakobs erklärt den Namen der Familie auf folgende Weise: „Der Name rührt von einem Schild der Frankfurter Judengasse aus dem Jahre 1613 her; im Mittelhochdeutschen bedeutete das Wort Schiff eine Phiole und hat als solches das Kennzeichen der Apothekerläden gebildet." Der arme „Schlehmil" ist auch hier ein Schlehmil, denn er erhielt nur eine kurze Würdigung. Aber Herr Jakobs berichtet uns in knappen Umrissen alles Wissenswerte darüber: „Schnorrer" bettelt auch an dieser Stelle um Berücksichtigung. „Schreiber" (B. Friedberg) der Gegner der Reform: „Schreiner" (F. T. Haneman) der Entdecker des Petroleums; „Schudt" (I. Jakobs) der unbarmherzige Satiriker der Frankfurter Judengasse des achtzehnten Jahrhunderts; „Schulman" (I. Gottlieb) einer der Vorkämpfer der neuhebräischen Literatur als Mittler der modernen Kultur in Rußland — diesem reiht sich „Schulklopfer" (M. Seligsohn), der die Gemeinde zum Gebete auffordern mußte, und „Schutzjuden" (I. Jakobs), die unter dem speziellen Schutze des Staates standen und das Privilegium genossen, „Schutzgeld" zu zahlen, an. - ..; Wir müssen am zahlreichen und intereffanten Stamm der „Schwarzfeld" (I. Singer) vorübereilen und dürfen auch bei dem der „Scribes" (M. Seligsohn und I. D. Eisenstein) nicht verweilen, denn schon ist unser Blick von dem schön illustrierten Artikel über die „Gesetzesrolle" angezogen (von dem letztgenannten u. L. Blau). Ein anderer schön illustrierter Artikel ist „Siegel" (A. WolH, ein ausgezeichneter Beitrag, der große Sachkenntnis verrät. Dann „Seder" (L. N. Dembitz) ebenfalls mit schönen Illustrationen versehen. Die Familie „Segre" (S. Ochser) ist eine italienische Familie von Schriftgelehrten; die Seixas Familie (L. Hühner) bezieht sich auf Gershon Mendez Seixas, einem amerikanischen Rabbi u. Patriot 1754 —1816; darauf hin kommen wir zu „Selah" (E. G. Hirsch), „Seligmans" (I. Jakobs) u. „Selichah", worin M. Seligsohn einen vollständigen, erschöpfenden Bericht über die Bußgesänge gibt, „dem ältesten Teil der Tempelhymnen, der unter dem Namen Piyyutim bekannt ist." Der musikalische Teil des Artikels ist von F. L. Cohen. „Semiten" und „semitische Sprachen" sind von G. A. Barton. „Sephardim" (von M. Kayserling) ruft es'uns ins Gedächtnis zurück, wie lange es her ist, daß dieser Teil der Juden sich mit den Ashkenazim verband; mehr darüber finden wir unter „Spanien" (von demselben u. I. Jakobs), „Sepphoris" (S. Kraus) ist eine erwähnenswerte Studie über die Talmudgeographie; „Sevilla" (M. Kayserling) ist eine gleich gute Studie der mittelalterlichen Topographie. Die Familie „Sfarno" (I. Broyde) ist eine italienische Rabbinerfamilie, die bald von den vielen „Sabbetais" verdunkelt wird, unter denen „Zebi Shabettai" berüchtigt ist (H. Malter). In der Bibliographie mag Herrn ZangwillS „Träumer des Ghettos" Erwähnung getan werden. Dann bringt uns das Wort „Schadchen" aus Meffianischen Höhen in die prosaische Ehevermittlung und zu dem wichtigtuenden „Shammes", dessen Charakterstudie vom selben Autor stammt. Herr Jakobs befaßt sich auch mit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.