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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-02 · 5 (2.2.1906) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
5 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. Lwcv s MocvenscvrM, «ettc 77 v.r. 5 1846" zum Vortrage. Das hieran schließende Konzert, welches von den Damen Frau Klara S a m u e l y, Frau Dora Popper und Fräulein Grete S a m u e l y (Klavier), Fräulein P e t r o f f und Fräulein Käthe Singer (Gesang) und Herrn Dr. Diamant (Violine) bestritten wurde, umfaßte durchaus Mozart-Kompositionen. Die vorzüglichen Darbietungen der Vortragenden erregten den lebhaftesten Beifall des zahlreichen Auditoriums. Literarischer GeseÜigkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria". Sonntag den 4. d. M. findet ein Vortrag des Herrn Dr. Jakob K o h n über das Thema „Eine Streifung durch die Judenfrage" statt. Beginn halb 4 Uhr nachmittags im Kongreßsaale, IX., Türkenstraße 9. Gäste herzlich willkommen! Wien. (Verlobungen.) Herr Dr. Richard Leo Grünfeld, Sohn des Herrn Dozenten Dr. Josef und der Frau Sofie G r ü n f e l d, hat sich mit Fräulein Hedwig Schweinburg, Tochter des Hof- und Gerichts-Advokaten Herrn Dr. Moriz Schweinburg, verlobt. — Herr Josef P i cf, Religionslehrer und Exhortant der israel. Kultusgemeinde in Wien, hat sich mit Fräulein Rosa Fried länder, Tochter des Schriftstellers Herrn Rabbiner Dr. M. H. Friedländer, verlobt. Wien. Der humanitäre Frauenverein „Krankenpflege" veranstaltete am 13. v. M. im Festsaale des „Hotel Continental" einen äußerst gelungenen Abend. Schon vor Beginn desselben füllte ein zahlreiches, distinguiertes Publikum den Saal. Den Reigen der Vorträge eröffuete Herr Carlo Böhm mit einigen seiner beliebten Darbietungen, an welche sich einige stimmungsvoll zum Ausdruck gebrachte Liedervorträge der Frau Annie Wünsch schlossen. Die beiden, wie auch die kleine Herta Wachsler vom Josefstädter-Theater fanden stürmischen Beifall. Die Vorträge beschlossen die Brüder Doröe mit ihren humoristischen Duetten, worauf ein animiertes Tanzkränzchen bis zum grauenden Morgen die Gäste vereinigte. Um das Gelingen des Abends hat sich das rührige Komitee des Vereines unter Leitung der Präsidentin Frau Dr. Amalie Blech und des Komitee- Obmannes Herrn I. Rosenberg verdient gemacht. Wien. Die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, Wien, IX., Grünetorgasse 34, veranstaltet Donnerstag den 15. Februar 1906 im Ballsaale Ronacher, I., Schellinggasse 8, eine Akademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Das Reineilrägnis dient zur Unterstützung mittelloser jüdischer Hochschüler. Ihre freundliche Mitwirkung haben unter anderen in uneigennützigster Weise zugesagt: Frau Dora Kepplinger, Mitglied des k. k. priv. Theaters a. d. Wien; Fräulein Helene Oberländer, Mitglied des Jubiläums-Stadttheaters; Fräulein Tini Senders, Mitglied des k. k. Hofburgtheaters; Herr »Arnold Golz; Herr Leopold Kramer, Mitglied des Deutschen Volkstheaters; Herr Richard Pahlen, Klaviervirtuose; Herr Karl Streitmann, Mitglied des k. k. priv. Theaters a. d. Wien. Jüdisches Bildnugsheim. XIV., Ullmanstraße 31, Kauerhof 10 A Im Monate Jänner fanden folgende Vorträge statt: Am 2. Jänner. Dr. Heinrich Rieger: „Gesunde und kranke Zähne." Am 9. Jänner. Prof. Dr. S. Mekler: „Das ABC und seine Geschichte." Am 16. Jänner. Prof. Josef Baß: „Ueber Märchen aus 1001 Nacht." Am 23. Jänner. Konzert. Mitwirkende: Fräulein Anna Abeles; Herr Kantor Friedlä'nder, Gesang. Herr Oskar Spiegler; Herr Max Blumenschein. Klavier. Herr Gustav Spiegler,' Vorlesung: „Die tote Frau" von H. Jork Steiner. Am 30. Jänner. Dr. Heinrich Jellinek, einer. I. Hausarzt der Heilanstalt Alland: „Wie schützen wir uns vor Tuberkulose!" Die Vorträge finden jeden Dienstag, 8 Uhr abends, bei freiem Eintritt statt. Dienstag den 6. Februar spricht Privatschnldirektor Doktor S. Krenberger über „Abnorme Menschen". Wien. Am 18. Tebeth verschied in R.-Piskolt (Szathmarer Komitat) der ehemals gefeierte alt-jüdische Chasan Abraham Schorr, Vater des Oberkantors Mayer Schorr in Wien. Der Verblichene, der zu den bedeutendsten Chasanim seiner Zeit zählie, zeichnete sich durch tiefe, talmudische Gelehrsamkeit, frommgläubigen Lebenswandel und besonderen Wohltätigkeitssinn aus. Er wirkte lange Jahre in hervorragenden Städten Galiziens und Ungarns, zuletzt in Krakau, woselbst ihm sein Sohn, Moses Schorr, folgte, der bis auf den heutigen Tag an der alten Synagoge amtiert. Die Verehrung, die der Verschiedene genoß, zeigte sich bei dem am 20. Tebeth stattgefundenen Begräbnisse, an welchem die gesamte Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubens und Standes teilgenommen hat. Troppau. (Jüdisch - literarischer Verein:) Am 12. Dezember v. I. sprach in unserem Vereine Se. Ehrwurden Herr Rabbiner Dr. Mehrer aus Freistadt in Schlesien und zwar über „Bibel und Bibelexegese". Er führte etwa Folgendes aus: Wer immer über die Bibel spricht, darf wohl mit Recht in die Worten die der Hohepriester am Versöhnnngstage, nach der Erzählung der Mischnah, dem versammelten Volke zurief, einstimmen: „Mehr als ich da vortrage, steht darin geschri den." Ist es doch eine geradezu unmögliche Forderung, auch nur in Kur em dieses einzig dastehende Buch zu skizzieren. Im Allgemeinen könnte man wohl die Geschichte der Bibelexegese und Bibelforschung in 3 Perioden teilen: Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Die älteste Exegese, besonders die talmndischmidraichische hat für uns auch heute ihre Bedeutung nicht verloren. Die herrlichen Kernsvrüche der Haggada haben ihre Runde durch die Welt gemacht und behalten ihren Wert auch für unsere Tage. Man dürfe diese Art der Exegese lange nicht für einfache Geistesspielerei halten, sondern vielmehr die große Bedeutung erwägen, die eben dieselbe für das damalige jüdische Volksleben hatte. Nach einer kurzen Charakteristik der mittelalterlichen Bibelexegese, wobei vornehmlich die Schrifterklärung Naschis und Jbn Esras berücksichtigt wurde, behandelt der Redner in eingehender Weise einige wichtige Fragen der modernen Bibelkritik. Die Forschung eines Werkes, wie es die Bibel ist, habe lange nicht zum Endzweck die endgiltiae Feststellung der Entstehungszeit und die Autorschaft derselben. Allem voran komme es auf dem großen immensen Wert der herrlichen Schönheit des Schriftwortes an, wie nicht minder auf die einzig dastehende Bedeutung, die dieses göttliche Buch für das menschliche Leben überhaupt im Laufe der Zeit erlangt hatte. Sagt doch selbst Goethe: „Je höher die Jahrhunderte an Bildung steigen, desto mehr wird die Bibel zum Teil als Fundament, zum Teil als Werkzeug der Erziehung, freilich nicht von naseweisen, sondern von wahrhaft weisen Menschen genützt werden." Wir Juden haben wahrlich einen ganz großen Beitrag zur Weltkultur mit unserer Bibel geleistet. Allen Anfeindungen zum Trotz bleibt sie die Legitimationskarte, durch welche wie unsere Gleichberechtigung, wenn nicht mehr, niit anderen Völkern werden Nachweisen können. Reichlicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen des Redners. — Emen weiteren interessanten Vortrag bot uns am < 1. Jänner d. I. Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Mandl aus Neutitschein. Zur Grundlage seiner Ausführungen hatte er die sagenumwobene Gestalt des im XVI. Jahrhundert in Prag als Oberrabbiner wirkenden Liwa ben Bezalel gewählt. Der Vortragende würdigte diese historische Persönlichkeit vorwiegend als Charakterhelden, und zwar auf Grund bisher noch unbekannter Quellen, namentlich Güdemanns: „Geschichte des Erziehungswesens der Inden in Deutschland". Ter Vortrag berücksichtigte die Gestalt, wie sie in „Wahrheit und Dichtung" fortlebt und hier besonders an de'r Hand der neuen Literatur: Jaroslav Vrchlitzkys und Hugo Salus einschlägige Dichtungen. Der Redner kam schließlich zu aktuellen Reflexionen auf unsere Zeit und hat in der zahlreichen Zuhörerschaft, die denselben schon aus vielen früheren Vorträgen als einen ausgezeichneten Mann kennen gelernt hatte, für seinen Helden lebhaftes Interesse erweckt. Abbazia. (To d esfa ll.) Rudolf K uffler, Grundbesitzer und Ausschußmitglied des Trencsiner Komitats, ist in Abbazia im 84. Lebensjahre gestorben. Budwers. In der Generalversammlung des jüdischen Volksvereines wurden gewählt: JUDr. Ehrlich zum Obmann, Fabrikant Rudolf Fürth zum Obmannstellvertreter, Buchhalter Jos. A g u l a r zum Schriftführer, Jos. K i en b e r g zum Kassier. Ersenstadt. Unsere Gemeinde hat den trefschmerzlichen Verlust ihres angesehensten, verdienstvollsten Mitgliedes zu beklagen, des Herrn Ignatz Wolf, Seniorchefs der gefeierten Wein-Großfirma Leopold Wolf's Söhne, der am 19. Jänner l. I. im Alter von 64 Jahren verschieden ist. Ein ausgezeichneter Mensch und treuer Sohn unseres Bekenntnisses sank mit dem edlen Heimgegangenen ins Grab. An der Spitze eines der größten Handlungshäuser seiner Branche auf Erden (dasselbe besteht seit dem Jahre 1790 und genießt einen Weltruf) hat der Verklärte seinen schönsten Lebensinhalt darin erblickt und betätigt, die Traditionen seiner Ahnen fortzusetzen, vor Allem in der Entfaltung einer Wohltätigkeit, die keiner Steigerung fähig war. Aber nicht nur die Bereitwilligksit, mit welcher er von seinem Ueberflusse für heimische und auswärtige Bedürftige und Wohlfahrtszwecke spendete, sondern jene schlichte, alle Oeffentlichkeit meidende Art, mit welcher er es tat, kennzeichnete diesen Hohepriester der Menschlichkeit, wie nur Wenige hienieden wandeln. Man darf hoffen, daß dieses Vermächtnis ihres Familienoberhauptes von den Erben seines Glückes, der gleichgesinnten Gatlin und den Kindern, fortgesetzt werden wird. Dem allverehrten Entschlafenen bleibt ein liebevoll dankbares Gedenken bei Allen, die sich ihm nahen durften, über das Grab hinaus gesichert. Szczakowa Aufrichtige Teilnahme erregt der Heimgang des Herrn Alois W a l l n e r, Bahnrestaurateurs, welcher Donnerstag den 25. Jänner l. I. zu Grabe getragen wurde. Der Verblichene war seit mehr als 35 Jahren Restaurateur in Szczakowa, wo er infolge seiner vorzüglichen Tugenden sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Er hinterläßt nebst seiner treuen aufopfernden Gattin neun Kinder, von denen

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