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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-02 · 5 (2.2.1906) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
5 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 76 Dr. Dlocb's Wochenschrift. Nr. 5 hervorgerufen. Derselbe wurde in Hamburg als Schlesinger geboren, hatte seine Jugend in Frankreich zugebracht und wanderte später nach England aus, wo er sich den an Schlesinger nur sehr wenig erinnernden Namen Sinclair beilegte. Trotzdem er also nach und nach Untertan dreier Reiche war und erst im Jahre 1900 sechs Monate vor seiner Wahl in England naturalisiert wurde, war er geschmacklos genug, sich als Vertreter Old Englands zu gerieren und heftig die Fremden zu bekämpfen, welche den einheimischen Arbeitern das Brot vom Munde wegnähmen. Mit Hinzurechnung des Unionisten Walther Rothschild, dessen unzweifelhafte Wiederwahl in Brucks bevorsteht, dürfte das englische Unterhaus im ganzen 15 Juden zählen gegen 12 in der letzten Legislaturperiode. Entsprechend deni Umschwung, der sich vollzogen hat, wird auch die Parteiangehörigkeit der Juden im neuen Unterhause eine ganz andere sein. Während im letzten Parlament 8 Unionisten gegen 4 Liberale saßen, wird das gegenwärtige Unterhaus 4 Unionisten gegen 11 Liberale aufweisen. Es werden im Unterhause zwei Strauße, zwei Samuels und zwei Levys sitzen. Welche Rolle das Judentum wenigstens bei den Wahlen in Ost-London' gespielt hat, beweist ein Aufruf des Herrn B. S. Strauß, der in Mile End einen Unionisten verdrängt hatte. Derselbe verschickte an die jüdischen Wähler einen Aufruf, in welchem er ausdrücklich auf seine Zugehörigkett zum Judentum hinwies und alle Juden als Glaubensgenossen aufforderte, für ihn zu stimmen. Die Wiederholung der Ereignisse in Rußland, schrieb er, müssen unmöglich gemacht werden. Wer daher den Wunsch hat, daß die Verbrechen gegen unsere alte Rasse der Vergangenheit angehören mögen, der muß dafür sorgen, daß Leute in das Unterhaus gewählt werden, die den Mut ihrer Ueberzeugung haben und entschlossen sind, diese Ueberzeugung ohne Furcht und Rücksicht in dieser ersten und wichtigsten Versammlung der Welt zum Ausdruck zu bringen. Wir wollen sehen, ob Herr Strauß nach erfolgter Wahl sein gegebenes schriftliches Versprechen halten wird. Vermischtes. Krauzablösungsspendcn zugunsten der Chewra-Kadischa I., Seiteustetteugaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Auläßlich des Ablebens des seligen Herrn Leon Schleininger: Von Maurice Maxime Labin X 20.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. Sandor Loschitzer: Die fortschrittlichen Mitglieder der Bezirksvertretung und der Steuerkommission des II. Bezirkes X 36.— , L. Ullmann X 5.—, Dr. Natzler X 5.—. Zusammen X 46.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Henriette Koller: Von Familie Jonas Weil K 20. , Familie Dr. Zdenko Kraus X 20.—. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Emilie Schön: Von Schön X 3.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Johanna S ch n e k: Von Leopold Schnek X 10.—, Sigmund Schnek X 5.—. Zusammen X 15.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Leopold Tauber: Von Clara Pfeffer X 4.—, Josef Doch X 10. . Zusammen X 14.—. Anläßlich des Ablebens dersel. Fanny Kann: Von Moriz Eißler X 20.—, Jakob Kann 10.—, Josef Siebenschein 50.—, Dr. Moriz Sieb.nschein 50.— , Dr. Heinrich Bum 40.—, Philippine Schneeberger 40.—, Dr. Ignaz Siebenschein 40.-, Leopold Siebenschein 40. -, Familie Samuel Kann 40.—. I. Lehnert 20.—, Th. Pappenheim 10.-, Familie Fuchs 20.—, Dr. Emil Kann 40.—, Dr. Oskar Reichel 40.—, Karl Alex. Weißlitz 10.—, Rudolf Kann 40.—, B. Bum 40.—, M. Hahn 20.—, Familie Hahn X 40.—. Zusammen X 610.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Sandor Loschitzer: Von Dr. Ignaz Robinsohn X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. Emanuel Spitzer: Von Kafetier Herz X 10.—, Familie Bernhard Löwy X 20.-. Zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Graner: Von Dr. I. Schnurmann X 2.—, Schiller 2.—, Moriz Autscherl X 1.—. Zusammen X 5.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Berta Strelisker: Von Geldbeutel X 10. -. Anläßlich des Ablebens der sel. Felix Langfelder: Von Josef Goldstein X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Dr. W i l h e l m Küppermann: Von A. Brunner X 4.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jsak Silberpfenning: Von der Familie X 6.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Heinrich Klein: Von Dr. Elias Münz X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frieda Schwarz: Von Max Kallmann X 20.—, Alfred Suschny 20—, Persongl der Familie Kallmann und Suschny X 45.—. Zusammen X 85.—. Anläßlich des Ablebens des sel Heinrich L. S t r o ß: Von H. Rosenheck X 2.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ludwig Zwieback: Von Dr. Max Landau X 20.—, I. Z. Schütz 30.—, Robert Fischer 20.—> S. Bloch 2.—, Ernestine Squarenina 20.—, Moriz Zirner 10. , Jacques Modern 20.—, Wilhelm Strauß X 5.—. Zusammen X 127.—. Wien. Im Sitzungssaale des Tempelbauvereines im VIII. Bezirk der Stadt Wien, Neudeggergasse 12 (Tempelgebäude), wurde Sonntag den 28. v. M., 11 Uhr vormittags, das von dem Vorstande des Tempelbauvereines dem Andenken des verstorbenen k. k. Baurates Fleischer als dem Erbauer dieses Gotteshauses gewidmete Porträt enthüllt. Außer der Witwe des Verblichenen wohnten die Herren Rabbiner Dr. Abel es, Dr. Adler, Dr. Bauer, Dr. Mandl und Dr. Taglicht, ferner Religionsprofessor Dr. Kanitz, Architekt Mi edel, das Personal des Verstorbenen, der Gesamtvorstand des Tempelbauvereines, der Maler des Porträts Sig. Goldfaden und zahlreiche andere Gäste der Feier bei. Sie wurde mit einer Ansprache des Herrn Präses Hermann Beck eingeleitet, der die Versammlung begrüßte und für die zahlreiche Beteiligung dankte, worauf dann Herr Vizepräses Architekt Jakob Modern in schwungvollen Worten die hervorragenden Verdienste des Verblichenen als Künstler unter Hinweis auf die von. ihm geschaffenen Monumental- und Privatbauten und als Mensch im bedeutendsten Sinne des Wortes hervorhob. Vortragszyklus aus der jüdischen Geschichte. Donnerstag den 8. Februar 1906, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Archctekten- Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Doktor Armand Kaminka statt. Thema: „Don Isaak Abrabanel." (Das Zeitalter der Vertreibung der Juden aus Spanien.) Eintritt frei. Flüchtlinge aus Rußland in Galizien. Das israelitische Komitee zur Unterstützung russischer Flüchtlinge in Krakau hat eine Gruppe von Russen, welche über einige Barmittel verfügen, über Oderberg nach Amerika abgefertigt. In Oderberg wurden diese Auswanderer angehalten, um das Ergebnis der in Frankfurt wegen Beförderung der Emigranten stattfindenden Konferenz abzuwarten. Das Krakauer Komitee wird nunmehr infolge Mangels an Fonds die Weiterbeförderung von russischen Flüchtlingen nach Deutschland und Amerika einstellen, zumal diese Staaten der Maffeneinwanderung Schwierigkeiten bereiten. Ein Teil dieser Flüchtlinge ist nach Rußland zurückgekehrt. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46. Wochenprogramm Samstag den 3. Februar: Konzert (Mendelssohn-Abend). Arrangeur Herr Professor S. Storch. — Sonntag den 4. Februar: „Was fange ich mit meinen Mußestunden and" Herr Ernst Aurel Monde — Montag den 5. Februar: „Die Rechte und Pflichten des Finders." — Herr Dr. Gustav Längstem^ — Dienstag den 6 Februar: „Der Anteil der Juden an der modernen Kultur." Herr Dr. Paul Libesny. — Mittwoch den 7. Februar: „Die Lehre vom Menschen." (Fortsetzung.) Herr Professor Dr. Josef Pollak. - Donnerstag den 8. Februar: „Neue Philosophie." (Populär-wissenschaftlicher Zyklus.) Herr Dr. Bernhard Wachftein. — Freitag den 9. Februar: Bibelvortrag. Herr Religionslehrer I. Doch. — Samstag den 10. Februar: Konzert. Arrangement: Frau Schmitz. — Beginn: An Wochentagen um 11. ß Uhr. Samstag und Sonntag um 7 Uhr abends. — In würdigster Form ist am 27. Jänner der hundertfünfzigste Geburtstag Mozarts in der Toynbee-Halle gefeiert worden. Nachdem der Obmann Herr Dr. Samuely in knrzeu Worten Mozarts Leben und Wirken geschildert hatte, brackte Herr Alfred Brecber Geillparzers »Festgedicht zur Enthüllungsfeier der Mozart-Statue in Salzburg

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