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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-26 · 4 (26.1.1906) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
4 (26.1.1906)
Date
1906-01-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 60 Dr. Dlocb's Mlocbenscbrltt. Nr. 4 tretenden Vereinsleitung für ihre bisherige ersprießliche Tätigkeit auf dem Gebiete der Humanität und wünschte, daß die von dem Vereine geplante Errichtung einer jüdischen Dieustbotenschule baldigst ihre Verwirklichung finden möge. Nach der hierauf erfolgten Neuwahl der Vereinsleitung wurden folgende Damen gewählt: Frau Henriette Grünwald, Präsidentin; Dr. Babette Rosenmann, Vize-Präsidentin; Dr. Julie König, Schriftführerin; Ernestine Dukes, Kassierin; Johanna Grünwald, Kontrollorin; ferner in den Beirat: Frau Fanny Markus; Dr. Adele Ruß; Henriette Glaser; Gisela Stein; Margarete Treibt; Therese Grünwald; Antonie Blatt. St. Pölten. (Jüdischer Literaturverein.) Am Sonntag den 28. Jänner 1906, 8*/4 Uhr abends, spricht hier Herr Rabbiner Dr. Julius Max Bach aus Wien über: „Die größten Welteroberer in ihrem Verhältnisse zu den Juden." M.-Trübau. Herr Sigmund Schenk. Gerichtssekretär' derzeit in Sternberg, wurde zum Landesgerichtsrate nach Neutitschein ernannt. Nachod. Bei der am Samstag den 20. Jänner, abends, abgehaltenen Wahl der hiesigen „Chewra-Kadischa" wurden einstimmig gewählt: Herr Moriz Sommernitz als erster Vorsteher, Herr Gustav Schur als zweiter Vorsteher, Herr Jonas L e w i t h als dritter Vorsteher und als Beisitzer die Herren Markus Pick, Moriz L e w i t h, Josef Lederer und Jakob Munk. Bielitz. (Baurat Karl Korn.) Samstag den 20. d. M., abends halb 7 Uhr, ist Baurat Herr Karl Korn, Architekt und Baumeister in Bielitz, umgeben von seinen Familienangehörigen nach langem und schweren Leiden verschieden. Der „Bielitz-Bialaer Anzeiger" widmet ihm einen warmen Nachruf, dem wir folgende Stellen entnehmen: Es ist unmöglich, alle, auch nur alle großen Bauten Korns mit dem Anspruch auf Vollständigkeit hier aufzuzählen, wir glauben durch Nennung folgender Bauwerke ein kleines Bild von der umfassenden Tätigkeit des Verstorbenen zu geben: Da sind die Kirchen in Choczna, Giraltowice und Lipowa, die Tempel von Bielitz, Lipnik, Wadowice, Nagy-Bittsee und Andrychau, die Schulen in Saybusch und Zablocie, das Kaiser Franz Josef- Spital in Bielitz, die Bielitzer Sparkasse, das Spital in Saybusch, die Jufanteriekaserne in Bielitz, Hotel Royal in Krakau, die drei Bielitzer Hotels: Kaiserhof, Grand Hotel und Zauner. Die Kaiser Franz Josefftraße, die schönste Straße von Bielitz, mit ihren modernen und prächtigen Häusern hat er fast ganz allein ausgebaut, weiters eine große Anzahl schöner Villen und Privathäuser, vor allen die Villa Sixt, eine Hauptzierde unserer Stadt, — sie ist eines seiner ersten Werke — die schmucke Villa Zipser in Nikelsdorf, die Villen Popper, Schäfer, Pollak u. a., das originelle und wetterfeste Schutzhaus auf der Kamitzer Platte. Die Aufnahmsgebäude der Bahnhöfe Bielitz, Dzieditz, Oderberg, Mähr.-Ostrau, Schönbrunn, Hruschau, Stauding und Wagstadt sind von ihm erbaut. Diese kolossalen Arbeiten im Auftrag der Nordbahn zeugen von der Wertschätzung seiner Leistungen. Zu den größeren Bauten der letzten Zeit gehört das Amtsgebäude in Bielitz, nach dessen Vollendung dem verdienten Mann vom Kaiser der Titel eines Baurates verliehen wurde. Von den neuesten Bauten ist noch das Amtsgebäude der israelitischen Kultusgemeinde in Bielitz zu erwähnen, dessen Bau er durchführte, dann die noch im Bau befindlichen Gebäude, u. a. Hotel „zum schwarzen Adler" in Biala und Schmidt auf dem Börsenplatz. „Ein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen." Die vielen, denen er im Stillen Wohltaten erwiesen, bewahren ihm ein dankbares Angedenken, seine Beamten und Arbeiter verlieren einen humanen Chef, seine Familie, der er mit seltener Aufopferung anhing, umgab ihn mit Liebe und Verehrung, vor allen seine Gattin Paula geb. Tugendhat, mit der er im Jahre 1904 die silberne Hochzeit feierte. Heber das Leichenbegängnis wird uns gemeldet: Die Leiche wurde in den Tempel gebracht und Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Steiner hielt dem Verblichenen einen ergreifenden Nachruf. Der Tempel war bis auf das letzte Plätzchen besetzt, und gaben eine unabsehbare Menge Leidtragender, darunter der Präses der israelitischen Kultusgemeinde Salomon Pollak, der ganze Kultusausschuß, Herr Bürgermeister Karl Stefan, Vizebürgermeister Gutwinski, der Kultusausschuß von Lipnik-Biala, Herr Bürgermeister Gürtler von Biala, Bezirkshauptmaun v. Mendil, die städtischen und politischen Behörden, die Feuerwehr, die israel. Schuljugend mit den Lehrkörpern rc. re. dem Verblichenen das letzte Geleite. In der Leichenhalle nahm namens des Vorstandes Herr Präses Salomon Pollak Abschied von dem Verstorbenen. Bodeubach a. G. (Böhmen.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hat sich nach der am 10. Dezember v. I. erfolgten Neuwahl am 7. Jänner d. I. folgenderweise konstituiert: I. In die Gemeinde- Vertretung: A) Mitglieder: Vorsteher: Adolf Pächter, Bodenbach; Vorsteher-Stellvertreter: Sigmund Brauner, Tetschen; Kassier: Karl Heller, Tetschen; Synagogen-Vorsteher: Gottfried P i ck, Bodenbach; Gemeindevertreter: Moritz Frankl, Bodenbach; M. U. Dr. S. Hoffmann, Bodenbach; M. U. Dr. Anton Kugel, Bodenbach; Sim. Mandler, Tetschen; Josef Neumann, Bodenbach; M. U. Dr. I. S a l u s, Bensen; Alois Z i r k l. Bodenbach. B) Ersatzmänner: M. Koralek, Topkowitz; L. N e u m a n n. Bodenbach; <5. Rind, Bodenbach; S. Veit, Tetschen; H. W e i n-, b e r g, Tetschen. — II. Kassa-Revisoren: Gustav G u m p l, Bodenbach; Jg. L e w i t us. Tetschen. — III. Umlage-Kommission: I. U. Dr. Ed. G r ü n b a u m, B.-Kamnitz; C. H e l l e r, Tetschen; S. L. I u n g, Tetschen; M. K o r a l e k, Topkowitz; Josef N e um a n n, Bodenbach; Heinr. Schwarz, Tetschen. — IY. Inspektor des Religions-Unterricht Kr S Brauner, Tetschen. — Y. Vertreter der israel. Konfession: Im Ortsschulrate: Bodenbach: Ad. Pächter, Bensen: M. U. Dr. I Salus, B.-Kamnitz: I. U. Dr. Ed. Grünbaum, Tetschen: S. Brauner. — YI- Mitglieder des Schiedsgerichtes: Moritz Frankl, Bodenbach; I. H e r s ch m a n n, Bodenbach; B. S t e i n e r, Tetschen. — YII. Armenwesen: Referent: Moritz Frankl, Bodenbach; Zahlmeister: Otto Prisker, Bodenbach. Budweis. In der letzten Sitzung der Repräsentanz der ist. Kultusgemeinde Budweis wurde als erster Rabbiner Dr. T h i e b e r g e r, derzeit Rabbiner in Komotau, als zweiter Rabbiner und Religionsprofessor für die Mittelschulen Doktor Krakauer angestellt. Als Vertreter in die Landesjudenschaft wurde Fabrikant Ludwig Singer in Neuhaus gewählt. Essek. Die durch den Kultusvorsteher Herrn Dr. Hugo Spitzer und den Gemeindesekretär Herrn Nathan Schwarz durchgeführte Kollekte für die russischen Juden hat den Betrag von 5268 Kronen 12 Heller ergeben, welcher demnächst der Allianz zugeschickt werden wird. Etsdorf. Mittwoch den 17. d. M. beging Herr Moriz Schafranek im engsten Familienkreise die Feier seines 60. Geburtstages. Die drei Familien Schafranek, Moriz, Adolf und Simon, zählen zu den achtbarsten unseres Ortes und sind die eigentlichen Träger unseres Minjan-Vereines. So haben es sich denn zahlreiche Freunde nicht nehmen lassen, Herrn Schafranek aus Anlaß seines 60. Geburtsfestes Zeichen der Sympathie telegraphisch und schriftlich zu übermitteln. Zenica» Bosnien. (T e m p e l w e i h e.) Am 9. d. M. wurde in Zenica die nenerbaute jüdische Synagoge im Beisein der Spitzen aller Behörden. Religionsgenossenschaften, Korporationen und Vereine, ferner einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge aller Stände und Konfessionen durch Herrn Rabbiner Dr. Samuel Weszel aus Sarajevo feierlich geweiht. Zenica hatte aus diesem Anlasse Festschmuck angelegt. Es kamen Gäste aus allen Teilen des Landes. Aus Sarajevo trafen Herr Rabbiner Dr. Weszel, Präsident der sefardischen Gemeinde Herr Salamon 6ff. Salom und der Chacham derselben Gemeinde JeZua A. Salom nebst zahlreichen Glaubensgenossen ein. Von der gesamten Zenicaer Kultnsgemeinde mit ihrem Präsidenten Herrn Jakob Steiner festlich begrüßt, wurden die Gäste nach deni Hotel Zentral geleitet, wo der Festsaal provisorisch zum Betlokale hergerichtet war. Eine achtjährige Schülerin, Lina Alkalay, hieß die Gäste in einer Ansprache willkommen. Hierauf wurde gemeinsam das Abendgebet verrichtet, die Thorarollen der Bundeslade entnommen und in feierlichem Zuge unter Absingung frommer Lieder nach der neuen Synagoge übertragen. Den Zug, welchen die freiwillige Feuerwehr mit brennenden Fackeln flankierte, eröffnete die Schuljugend unter Vorantragung einer Fahne in den Landesfarben, dann folgte der Verein „Lsral Dalim“, diesem ein Schulmädchen mit dem Schlüsiel der neuen Synagoge in einer kunstvoll gearbeiteten Kassette, hierauf schritten unter Baldachinen die Träger der Thorarollen, voran Herr Dr. Weszel, dann folgte die Beamtenschaft mit dem Bezirksvorsteher Herrn Grafen Brandts, die moslimische, die katholische und die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde mit ihren Seelsorgern, die Direktoren der industriellen Etablissements und der Strafanstalt, die Vereine und

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