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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-26 · 4 (26.1.1906) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
4 (26.1.1906)
Date
1906-01-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 58 Dr. Vlocv's 'Mocvenscbrttl. Nr. 4 Anatole France über Zolas „ck'sLouss". Am Samstag den 13. d. M. jährte sich zum achtenmal der Tag, an welchem Emile Zola sein berühmtes „ü'aoenss" in die Welt geschleudert hat Die Freunde der Wahrheit und Gerechtigkeit feierten Samstag abends in dem großen Saale des Nouveau Theatre diesen Jahrestag. Es waren über 2000 Personen anwesend, welche sich des 13. Jänner 1898 mit Rührung und Bewunderung für Zola und sein Werk erinnerten. Unter den Anwesenden waren: Psichari, der Schwiegersohn von Ernst Renan, Louis Havet, Mathematiker Painleve, Alfred Bruneau, Söailles und Madame Sevekine. Die Festrede hielt Anatole France. Die Ansprache des großen Akademikers wurde mit Jubel ausgenommen. Anatole France sagte unter anderem: „Nachdem bereits lange Zeit vorher Bernard Lazare den Beweis erbracht hatte, daß Dreysus unschuldig verurteilt worden, und nachdem ein Mann von antiken Charaktereigenschaften. Scheurer-Kestner, seine Zweifel ausgesprochen, und nachdem Mathieu Dreysus den Beweis erbracht hatte, daß Esterhazy das Bordereau geschrieben, und da bereits viele Leute in der ganzen Welt den Rechtsirrtum und die Uebeltaten erkannt hatten, hat sich eine große politisch-religiöse Partei gesunden. um von diesen Uebeltaten, von diesem Verbrechen ein Mittel der Aktion und ein Negierungsprinzip zu machen. Die Mönche, Jesuiten, Dominikaner, Affomptionisten und mit ihnen die heimlichen Agenten der Kirche, die Antisemiten, unternahmen es, ihre Herrschaft auf der Verurteilung eines Juden aufzubauen. In den Salons, in den Vororten, auf dem Lande wurden düstere Gerüchte ausgestreut, wurden alarmierende Nachrichten geflüstert, wurde vom Komplott und von Verrat gesprochen und das Volk verwirrt, aufgereizt und künstlich mit Zorn und Angst erfüllt. Alle unsere Traditionen der Gerechtigkeit, der unabhängigen Moral, der intellektuellen Freiheit, alle Grundsätze der Philosophie und der Humanität waren nahe daran, zu Grunde zu gehen unter den Streichen des Generalstabes. welcher von den römischen Jesuiten gelenkt wurde; man arbeitete aus den Bürgerkrieg hin, die Furcht und der Egoismus regierten das Land: sie waren die Minister, sie hießen Meline und Billot. Einige gute Bürger denunzierten das Verbrechen, aber man hörte sie nicht an. Der Schuldige wurde von politischen Gewalten gehalten und unterstützt, und es schien unmöglich, das Gewissen des Volkes aufzuklären, welches verdunkelt wurde durch Lügen und in Verwirrung gebracht worden ist durch abscheuliche Gewalttätigkeit. Während dieser Schreckensherrschaft bewies Zola, was ein gerechter, furchtloser Mann zu vollbringen vermag. Er hat seine Popularität geopfert, seine Ruhe, seine Arbeit und sich in die Kämpfe und Gefahren für die Gerechtigkeit und Wahrheit gestürzt. Am 13. Jänner 1897 veröffentlicht er in der „Aurore" den offenen Brief an den Präsidenten der Republik Felix Faure, „J'aceuse“, der mit den Worten begann: „Ein OovLsil äs susrre hat auf Befehl Esterhazy freizusprechen gewagt, eine schreckliche Ohrfeige für die Gerechtigkeit und Wahrheit." Dann kennzeichnet France den Prozeß, der gegen Zola geführt wurde, und kommt zu dem Schluffe, daß die Kriegsgerichte aufgehoben werden müssen, denn die Raffe der Melines, der Billots und der Charles Dupuy ist nicht ausgestorben. Es folgten noch zahlreiche Reden; den Schluß bildete eine Resolution, in welcher verlangt wird, daß die Durchführung des Prozesses Dreysus nicht durch Rücksichten auf die Wahlen oder durch andere politische Erwägungen gestört werden möge. Vermischtes. Krauzablöfungsfpendcy zugunsten der Chewra-Kadischa!., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenosse»». Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Ignaz L u st i g: Von Frau M. C. E 10.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. Leopold Weinberger: Von Therese Weiub.'rger, Eibenschitz, K 10. - . Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Carl Friedman n, Prag: Von Emil Wiener E 20.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Emil S p i e g l: Von Felix Naschaner E 30. , Josef Fekl K 10. -. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Theresia Schlechter: Von kaiserl. Rat Adoli Lichtblau E 20.—, M. Badio K 20.—, Henriette Großmann K 20.-, Linda Karpellus K 10.-. Zusammen K 70. . Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Oskar Bauer: Von Dr. Heinrich Edelmann E 10.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Adolf Hirsch: Von Elise Kahn E 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Paula Mandler: Von Adolf Engel und Frau K 10.—, Lina Deutsch E 5.— . Zusammen K 15.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Schima G i l l e r: Von Rache Giller E 20.—, Helene Giller K 25.-, Motho Giller E 10.—, Dr. Goldstern, Dr. Aufschnaller E 20.- , Jda Giselek E 5.- , Tedja Reich rnann E 5.—. Zusammen K 85.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn I. L. Rittermann: Von Ed. Rittermann E 10.—, Dr. Benies und Frau E 10.—, Josef Hatschet E 20.—, Alois Hatschek E 20.—. Zusammen E 60.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Max Bruckner: Von Theodor Schrccker E 10.—, Michael Neurath E 10.—, G. Hilfreich E 10. , Markus Bruckner E. 10.- , Philipp Frankl E 20—, M. Korwill E 5.-, Ludtmg Spiegler E 20.-, Ignaz Gewitsch K 30.—. Zusammen E 115. . Anläßlich des Ablebens der seligen Julie H e r z e l: Von Dr. Ignaz Weis E 50.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Amalie Lederer: Von kaiserl. Rat Jak. Lederer E 20.—. Anläßlich des Ablehens des seligen Herrn Julius L ö w y: Von „Die Kahlenberger" E 50.—, Max Zerner E 10.-. Zusammen K 60.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Rosalia Wesel: Von Paul Gottck. Berlin, E 6. - . Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Siegfried Subak: Von Berta Lichtenstern E 10.-, S. Schinder, Brünn, E 20.—. Zusammen E 30.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Carl Lichtenstern: Von Dr. Hugo Lichtenstern E 10 —, Caroline Lichtenstern E 10.—, Michael Lichtenstern K 10. Adolf 2id)tenfteni E 10. — , Max Lichtenstern E 6.—, Heinrich Lichtenstern E 6.— , Gustav Lichtenstern E 10.—, Alexander Lichtenstern E 10.—, Emil Fürth E 10.—, Dr. Alois Friedjung E 10.—, Heinrich Sonnenfeld E 10.—, Julius Kobn und Frau E 10.—, E. Zeiger E 10.—, Fanny Epstein E 4.—. Zusammen'E 126.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Josefine D u b: Von Sigmund Dub E 40.—, Josef Tub E 2c.—, Dr. Isidor und David Stiedry E 20.—, Franz Steiner E 2.—, N. N. E lo. —, Herschmann E 20. , Julius Wolf K 20.—, Theodor Mayer E 20.—, C. Waldmann E 2.—. Zusammen 154.-. Vortragszyklus aus der Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich. Donnerstag, den 1. Februar 1906, präzise V-ß Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten- Vereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. Max G r u n w a l d statt. Thema: „Aus der Proselyten-Geschichte" (Fortsetzung). Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei. Kommerzialrat Ludwig Zwieback. Aufrichtiges Mitgefühl hat in weiten Kreisen das Hinscheiden des Kommerzialrates Ludwig Z w i e b a ck, des Inhabers des bekannten Damenkonfektionshauses in der Kärntnerstraße, erweckt. Kommerzialrat Zwieback ist Montag morgens in seiner Wohnung einem Schlaganfalle erlegen. Der Verblichene, der im Alter von 61 Jahren stand, hat sich sehr große Verdienste auf dem Gebiete der Wiener Damenmodekonfektion erworben. Er war ein Mann von ganz außerordentlicher Schaffenskraft und Energie, die er in allen seinen Unternehmungen betätigte. Sein großes Personal verliert in ihm einen humanen, stets wohlwollenden Chef. Unserem Blatte war er ein aufrichtiger Freund und Gönner und wir werden ihm ein treues Gedenken bewahren. Wien. Der israelitische Tempelverein für den IV. und V. Bezirk Wien veranstaltet die 32. ordentliche Generalversammlung am Sonntag den 28. Jänner d. I., 10 Uhr vormittags im Sitzungssaale der Redaktion des „Gambrinus", V., Wienstraße Nr. 12, mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr. 2. Bericht des Kaffen-Verwalters. 3. Bericht der Revisoren. 4. Anträge und Inter-

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