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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-19 · 3 (19.1.1906) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
3 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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"i—mmWäMMi Nr 3 verstorbenen Mitgliedern Adolf Kumermann und Jakob Otte einen ehrenden Nachruf. Aber auch Freudiges, sagte Redner, habe ich zu vermelden. Unser Vorstandsmitglied Cafetier Herr Jg. Körner, der alljährlich die so beliebte Purim-Redoute arrangiert, ist von schwerer Krankheit genesen. Bei Besprechung des Rechenschaftsberichtes beklagt Redner tief die Indolenz der Besitzenden gegen den so stark in Anspruch genommenen Verein und spricht eine größere Subvention als bisher von der Kultusgemeinde an. Weiters hebt er hervor, daß der Verein im Vorjahre mit einem Kassastand von 351°53 Kronen abschloß, im abgelaufer.en Vereinsjahre an Unterstützungen etwa 6000.— Kronen verausgabte und noch einen Saldo per 1166'— Kronen auszuweisen in der Lage ist. Es wurden größere Beträge für Bräute und einige Geschäftsleute, deren Existenzen bedroht waren, bewilligt, wie auch mehrere Familien vor Delogierung geschützt. An der lebhaften Debatte beteiligten sich die Herren Hermann Eltbogen, Sekretär Josef Kohn, Jakob Goldner, Berthold Kaiser, Heinrich Weiner rc. Nachdem über Antrag des Herrn Back dem Gesamtvorstande einstimmig das Absolutorium erteilt und dem Obmanne Herrn Schreiber Anerkennung gezollt wurde, hielt Herr Dr. Heinrich Schreiber einen Vortrag über das Kapitel Armenwesen. Redner perhorreszierte die Kleinarbeit auf diesem Gebiete. Mit dem Verabreichen von Handgeld wird bloß das Schnorrertum gezüchtet. In einer der größten jüdischen Gemeinden Europas, wie es die Metropole Wien ist, müsse Großes angestrebt werden, gegen die Armut, die Not einen Damm auszurichten. Dies wäre aber nur im Wege der Organisation, durch die Konzentration der verschiedensten Vereine auf breitester Basis möglich. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Adolf Schreiber, D. Polatschek, Jakob Goldner, Jg. Körner, Js. Pollitzer, Jos. Brun, Philipp Weiß, Hermann Kohn, Berthold Kaiser, S. Frommer, Th. Robitschek. Zum Schlüsse hielt Herr Adolf Schramek eine Ansprache und überreichte dem Obmann eine Spende für den Verein. Verein Kinderheim, II., Obere Donaustraße 65. Zu Gunsten des Vereins Kinderheim findet Sonntag den 4. Februar a. c., V23 Uhr nachmittags, im k. k. priv. Carltheater eine Wohltätigkeitsvorstellung statt. Zur Aufführung gelangt die Operette: „Die schöne Helena" in der Titelrolle Frau Josefine Kramer-Glöckner. In Anbetracht des eminent humanen Zweckes ersuchen wir höflichst, an unserer Veranstaltung teilzunehmen und sind Karten im Vereinsbureau: II., Obere Donaustraße 65 in der Zeit von 11—12 Uhr vormittags und von 3—5 Uhr nachmittags erhältlich. Für den Vorstand: kais. Rat Dr. S. Krüger, Präsident, und Louis Weiß, Schriftführer. Floridsdorf. Der Floridsdorser israelitische Frauen- Wohltätigkeits-Verein, Wien, XXI., versendet den Rechenschaftsbericht für das Verwaltungsjahr 1905. Wir entnehmen demselben folgende Einnahmsposten: Mitgliederbeiträge X 774.80, Tempelspenden K 168.02, Zinsen vom Kapital K 194.44, Ertrag des Kränzchens K 463.35, Ertrag des Theaterabends X 73.80, Sammlung bei Trauungen X 111.99, Sammlung zur Bekleidung X 491.70, Sammlung durch Blocks X 84.90, Telegrammblanquette X 35.80, Rückzahlungen X 404.—. — Ausgaben: Unterstützungen X 1242.56, Apotheke 116.95, Bekleidung der Schulkinder X 564.99, Kohle und Kartoffel X 208.—, Ferienheim-Beitrag X 40.20, Darlehen X 400.—. Neuhaus. Bei der am 15. d. M. stattgefundenen Wahl eines Mitgliedes der'Repräsentanz der Landes-Judenschaft des Königreiches Böhmen für den Budweiser Kreis wurde Herr Siegmund Singer, Fabrikant und Kultusvorsteher in Neuhaus gewählt. Lemberg. Der bisherige Hilfsprediger und Schuldirektor Herr Dr. Samuel Guttmann wurde in einer Sitzung des Kultusrates vom 31. v. M. zum Synagogenrabbiner bestellt. Brünn. Die jüdisch-akademische Verbindung „Veritas" in Brünn veranstaltet am 27. d. M. im Festsaale des Grand Hotel einen Kommers mit Makkabäerfeier und anschließendem Tanzkränzchen. Die Festrede hält Dr. Otto Abeles, A. H. der „Veritas", die Tendenzrede Dr. Arthur Mahler, Dozent an der k. k. deutschen Universität in Prag; ferner hat seine Mitwirkung Oberkantor Josef Heller zugesagt. S-tte 43 Jglau. (FünfzigjahrigesKantorenjublläum.) In aller Stille beging vor kargem in unserer Gemeinde Kantor Karl Brunner das Jubelfest seiner 50jährigen Berufstätigkeit. Wer wie er stets bescheiden und anspruchslos gewesen ist, liebt es nicht, geräuschvolle Feste zu begehen und sucht sich allen dargebotenen Ansinerksa.-:!- keiten zu entziehen. Deshalb erfuhren nnr wenige von Kantor Brunners Dienstjubiläum. Aber diese alle erwiesen diesem pflichteifrigen Kultusbeamten die gebührende Achtung. Die hat der Gefeierte wohlverdient durch seine Charakterfestigkeit und Tüchtigkeit in der Ausübung seiner obliegenden Pflichten, sowohl als Kantor als auch als Lehrer der Konfirmanden, wobei er reiches jüdisches Wissen bekundete. Als Gratulant stellte sich u. a. der östcrr.-ungar. Kantorenverein ein. der Kantor Brunner zu seinem Ehrenmitglied«: ernannte. Selbstverständlich wurde der jubilierende Kantor auch im Tempel vielfach ausgezeichnet und verdient insbesonders der vom Rabbiner Dr. llnger meisterhaft stilisierte, lob- und ehreuspendende Mischeberach erwähnt zu werden. Kultusvorsteher Adolf Lieblich hatte im Namen des Borstandes ein Schreiben mit anerkennenden Worten an den Jubilar gerichtet, was auch der Vorstand der Pohrlitzer Kultusgemeinde tat, der Brunner früher als Funktionär angehörte. Hocherfreut war aber auch der Gefeierte durch ein Festkonzert des Tempelgesangvereines „Schir Zion"; denn Kantor Brunner war früher ein eifriges Mitglied unseres Tempelgesangvereines gewesen. Bei dieser Gelegenheit wurden Toaste und Glückwünsche von allen teilnehmenden Verehrern, u. a. vom Chormeister Josef Kohn und vom Lehrer Adolf Benesch dem Jubilar ausgesprochen. Israelitischen Franerrverein Olmütz. Der Olmützer israelitische Frauenverein veröffentlicht soeben seinen Bericht für das Jahr 1905. Dieser Bericht hat folgenden Wortlaut: Die Zahl der Mitglieder hat sich wieder vergrößert (359 Mitglieder), auch die Spenden haben sich vermehrt, wozu unser Komiteemitglied Frau Fanni Fleischmann wesentlich beitrug, indem sie uns zum Andenken an ihren verewigten Gatten in hochherziger Weise 500 Kronen zugewendet hat. Im verflossenen Vereinsjahre hatten wir ein Ausgabeetat von 6210 Kronen und seit der Gründung wurden bisher 54.300 Kronen an Arme verteilt. Die Einführung der Ersatztelegramme hat sich glänzend bewährt, es wurden für verkaufte Exemplare 242 Kronen 50 Ii gelöst. Wir richten an alle Mitglieder das dringende und höfliche Ersuchen, sich derselben gelegentlich auch ferner bedienen zu wollen. Wie schön wäre es, wenn die vielen Hunderte, die in unseren Kreisen für solche Telegramme verausgabt werden, unseren Armen zugute kämen! Wie aus dem folgenden Ausweise zu ersehen ist, wurden im abgelaufenen Jahre verausgabt: an 35 Arme mit monatlicher Unterstützung 2286 Kronen, an 110 Arme mit temporärer Unterstützung 1864 Kronen, an 4 sieche Frauen 470 Kronen, an 1 Braut 40 Kronen, an Kurkosten für 1 Frau 50 Kronen, an Ausbildung von 2 Näherinnen 156 Kronen, an Ausbildung von 3 Komptoiristinnen 96 Kronen, an Ausbildung von 3 Gymnasiasten 186 Kronen, an Ausbildung von 1 Dame zur Künstlerin 110 Kronen, weiters wurden 24 Schulkinder mit einem Kostenaufwande von 652 Kronen mit vollständigen Winterkleidern und Schuhen ausgestattet. Das zum Schluffe des Bereinsjahres resultierende Vermögen beträgt 23.166 Kronen 89 Heller gegen den Stand des Vorjahres per 22.380 Kronen 22 Heller eine Zunahme von 786 Kronen 67 Heller. Die Vereinsleitung sagt allen Mitgliedern und Gönnern für die freundliche Unterstützung in der Ausübung ihrer Pflichten tiefempfundenen Dank und wird auch fernerhin nicht ermüden, den an sie gestellten Forderungen immer gerecht zu werden. Jakob Klauber. Am 12. Jänner starb nach zweitägiger Krankheit zu Pilsen der dortige Großhändler Herr Jakob Klauber. Der Verblichene entstammte einer frommen jüdischen Familie zu Taus und begründete vor 25 Jahren in Pilsen eine Eisenhandlung, die er im Lause der Zeit durch unermüdliche Tätigkeit und rastloses Streben nach vorwärts zu einem blühenden En gros-Geschäfte gestaltete und mit einem Hammerwerke in Chrast verband. Wegen seiner herrlichen Eigenschaften übertrug man dem Dahingeschiedenen in Bälde Ehrenstellen, die er ganz und voll ausfüllte. Er ward Obmann des israelitischen Freitischvereines und sorgte wie ein wahrer Vater für die Bedürfnisse der ihm anvertrauten Zöglinge. Täglich inspizierte er persönlich das Speiselokale und überzeugte sich von dem Wohle der Pfleglinge. Als Obmann-Stellvertreter der Chewra-Kadischa fehlte Klauber bei keinem Leichenbegängnisse. Er besuchte alle Kranken, ob arm Dr. Llocd's Mloedenscdrm. ii

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