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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-19 · 3 (19.1.1906) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
3 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 42 Dr. Lwcv's Mocvenöcvctn. Nr. 3 §Vien. In der philosophischen Gesellschast in Wien hielt stuck. philosophiae Viktor Stern, der Sohn des Triescher Rabbiners Dr. M. L. Stern, Donnerstag den 11. Jänner d. I. einen Vortrag, in welchem der junge Lehramtskandidat für Physik und Mathematik aus Gründen, die sich aus den Vererbungs-Erscheinungen ergeben, gegen den einseitigen Materialismus zu Felde zog. Das hochinteressante Thema gab reichhaltigen Stoff zu einer nachfolgenden Diskussion, an welcher sich die anwesenden Herren Professoren lebhaft beteiligten. Wien. (Trauung.) Dienstag den 16. d. M. fand im großen Tempel der Leopoldstadt die Trauung des Herrn Joses G u t h, Sohnes des bestbekannien Restaurateurs und Hoteliers Herrn Markus Guth, mit Fräulein Henriette Klein statt. Der hellerleuchtete Tempel war bis aus das letzte Plätzchen von einem distinguierten Publikum dicht gefüllt und bemerkte man u. A.: den Bezirksvorsteher Herrn Georg Niebauer, den Ortsschulrat K l e b i n d e r, kais. Rat Dr. Lieben, Dr. Bloch und verschiedene andere Honoratioren. Rabbiner Dr. Schmiedl hielt an dasBrautpaar eine herzliche, tiefsinnige Ansprache und Oberkantor B. Guttmann versah die Trauungszeremonie, assistiert vom trefflichen Chore und Orgelbegleitung unter Leitung des Dirigenten H e i m a n n in bekannt meisterhafter Weise. An die Trauung schloß sich ein solennes Hochzeitsbankett in den Prachtsälen des Hotels M. G u t h an, das dem allgemein geachteten und beliebten Festgeber neue Ehren und Anerkennung brachte. Dem Brautpaare kamen aus Nah und Fern viele Hunderte von Telegramme und Glückwünsche zu u. A. vom Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, I. Vizepräsidenten Dr. Gustav K o h n, den Kultusvorständen Salo C o h n, k. k. Baurat S t i a ß n y, Eltbogen, den Gemeinderäten Mayer, Niebauer, Klebinder, k. k. Polizeirat K e n d e, Prof. Dr. K ö n i g st e i n, kais. Rat Krüger, kais. Rat Fuchs, Chewra-Kadischa-Vorsteher Jakob Kann, den Ortsschulräten S. Heit und Jos. Fuchs, Rabbiner Dr. Feuchtwan g, Regierungsrat E y s e r t, den Bczirksräten Brill und N e u st a d t l, Mag.-Sekretär Teller, Dr. Herzseld, Sekretär Dr. Ascher, Amtsleiter B r ö s l e r und Popper. Wien. (Trauung.) Sonntag den 21. Jänner l. I. um Z Uhr nachm, findet im Tempel, I., Seitenstettengaffe die Trauung des Fräulein Mizzi Klemp erer, Tochter des Herrn Dr. Alois Klemperer, mit dem Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. Maximilian Winkler statt. Wien. Am 23. d. M. begeht Herr Siam. Feldbauer. Oberoffizial der Kaiser Ferdinands-Nordbahn und Obmann des Vereines „Selbsthilfe", das Fest der silbernen Hochzeit. Aus diesem Anlasse findet Samstag den 20. d. M., 9 Uhr Vormittag, im Bethause „Montefiore", II., Taborstraße 38 ein feierlicher Gottesdienst statt. Wien. Am 21. d. M. feiert Herr Josef Witrofsky, IX., Alserbachstraße 8, ein als Mitglied der Chewra-Kadischa und wegen seiner Charaktereigenschaften hochgeschätztes Gemeindemitglied, mit seiner Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Das Familienfest wird noch dadurch verschönert, daß die zweite Tochter des Ehepaares am selben Tage um 2 Uhr nachmittags im Tempel in der Müllnergasse ihre Vermählung mit Herrn Fritz Schläfrig, Architekt bei der Staatseisenbahn-Gesellschaft, feiert. Jüdische Toynbeehalle, Fünfhaus. Die vor 3 Monaten erfolgte Gründung erweist ihre Berechtigung, ja Notwendigkeit durch den von Woche zu Woche steigenden Besuch der Vortragsabende. Für die westlichen Bezirke wurde ein Sammelpunkt der bildungsbestrebten Juden geschaffen und alle Voraussetzungen für ein weiteres Gedeihen dieses Zweigvereines scheinen gegeben zu sein. Die Auswahl der Themen wird derart getroffen, daß mit möglichster Abwechslung alle Gebiete in Diskussion gezogen werden und während heute Völkerkunde vorgetragen wird, das nächstemal z. B. ein Kapitel über Kindererziehung folgt, wechselt Physiologie ab mit Sozialpolitik uff. Den Vorträgen folgen musikalische Darbietungen, welche oft auf geradezu künstlerischer Höhe stehen. Am 13. d. M. sprach Herr Dr. Paul Libesny über „Anteil der Juden an der modernen Kultur". Der Vortragende wies an der Hand eines geistig sorgfältig durchgcarbeiteten Materiales nach, daß die Juden auch in der Jetztzeit in allen Wissenszweigen nicht minder, wie auf dem Gebiete des öffentlichen Lebens Hervorragendes leisten, ja oft führend voranschreiten. So wie die Medizin den Forschungen eines Professor Ehrlich, Kaposi, Nenniann, Winternitz rc. unendlich viel verdankte, haben sich Spinoza als Philosoph, Mendelssohn, Meyerbeer, Goldmark rc. in der Musikgeschichte bleibende Denkmale geschaffen, und die dem öffentlichen Leben ihr Gepräge aufdrückende Sozialdemokratie fußt auf den Lehren von Lass alle und Marx. Gespannte Aufmerksamkeit und lebhafter Beifall lohnten die interessanten Ausführungen. Am 20. d. M. findet der II. Literarische Abend, mit dem Vortrage des Schriftstellers Herrn Heinrich Glücksmann: „Das Judentum im Spiegel der Poeten" statt. Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46. Das am Samstag den 13. d. M. abgehaltene, von Frau Oskar Stock arrangierte Konzert nahm einen glänzenden Verlauf. Die Darbietungen der Mitwirkenden, und zwar der Damen: Frl. Stella Stock (Violine), Frl. Schweiger (Klavier), Fr!. Vestow (Gesang), Frau Stock und Frl. Garai (Akkompagnement) und des Herrn Dr. Todesko (Violine) ernteten stürmischen Beifall und immer wieder mußten sich die Künstler zu Zugaben bequemen. Das nächstwöchentliche Programm wurde wie folgt festgesetzt: Freitag den 19.: Bibelvortrag. Herr Religionslehrer Löw-Vogl. — Samstag den 20.: Konzert. — Sonntag den 21.: „Die Alkoholfrage." Herr Pros. Dr. M. Kassowitz. — Montag den 22.: „Oesterreichisches Verfassungsrecht." Herr Dr. Jerusalem. — Dienstag den 23.: Literarischer Abend. — Mittwoch den 24.: „Die Lehre vom Menschen." (III.) Herr Prof. Dr. Josef P o l l a k. — Donnerstag den 25.: „Ueber Milch und deren Verwertung im Haushalte." (Schluß.) Herr Agronom S. Abraham. — Freitag den 26.: Bibelvortrag. — Samstag den 27.: Konzert — „Mozart-Feier." Die Vorträge beginnen an Wochentagen um halb 8 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. Wir eröffnen im Lokale der Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde I., Seitenstetten gaffe Nr. 2 folgende unentgeltliche Kurse (Einschreibgebühr X 1.— per Kurs), an denen Unbemittelte teilnehmen können: Englisch für Anfänger: Montag und Donnerstag 71/2 Uhr abends. Stenographie für Anfänger: Dienstag 7'/z Uhr abends. Stenographie für Vorgeschrittene: Mittwoch 7V2 Uhr abends. Im Lokale der Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46: Deutsch (Sprachlehre): Sonntag Vormittag. Dieser Kurs ist für jene außerordentlich wichtig, die aus anderssprachigen Ländern stammen (Galizien, Rußland, Rumänien), denn die Erwerbsfähigkeit in Wien wird durch fehlerfreies Schreiben der deutschen Sprache bedeutend erhöht. Ferner eröffnen wir, ausschließlich für Mädchen, einen täglichen, zwei Monate währenden Kurs im Maschinenschreiben (Einschreibgebühr K 2.—). Sonst ist keinerlei Zahlung zu leisten. Das Papier stellen wir bei. Nachdem die Erlernung des Maschinschreibens größere Kosten verursacht, können wir nur eine sehr beschränkte Anzahl Mädchen ausbilden lassen. Wer an diesem Kurse teilnehmen will, muß Nachweisen, daß er fehlerfrei deutsch schreiben, mindestens 60 Worte per Minute stenographieren kann und unbemittelt ist. Anmeldungen: Montag den 22. Jänner, 8 Uhr abends, I., Seitenstetten gaffe 2, II. Stock, Religionsschule. Die Anzahl der Teilnehmer ist beschränkt. Der Obmann: Dr. Jsid. Samuely. Der Brigittenauer israelitische Unterstützungs- Verein hielt Mittwoch den 10. d. M. im Restaurant Philipp Haar, XX., Treustraße, seine diesjährige Generalversammlung ab, womit der Verein in das elfte Jahr seines Bestandes getreten ist. Der Obmann Herr Adolf Schreiber eröffnete die Generalversammlung, begrüßte die erschienenen Mitglieder, insbesondere Frau Dr. Emilie Weiß, Präsidentin des Brigittenauer israelitischen Frauen - Unterstützungs - Vereines, Herrn Adolf Schramek als Delegierten der Kultusgemeinde, Kultusvorsteher Herrn Hermann Eltbogen und Herrn Heinrich Wiener, Obmann des Vereines „Die Brüder" und widmete den im vorigen Jahre

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