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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-05 · 1 (5.1.1906) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
1 (5.1.1906)
Date
1906-01-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Dr. Dlocb's Wocbenscbrtft. Seite 8 Entnahme der Sammelbüchsen im Tempel I«, Seitenstettengasse 4: Für die Armenanstalt.K 185-22 „ „ Chewra Kadischa. . . . „ 56-22 „ „ russischen Juden . . . „ 28 88 „ „ Glaubensgenosieu d. österr.-ung. Gemeinden im heiligen Lande „ ^8*— K 268*32 Entnahme der Sammelbüchse im Tempel II, Tempelgasse 8: Für die Glaubensgenossen der österr.-ung Gemeinden im heiligen Linde .... . - „ 29-68 Von Herrn Josef Fuchs, Ergebnis der Sammlungen iw. Trauungsamte Leopoldstadt für das „Ferienheim" . „ 139*40 Herr Vorsteher Salo Cohn berichtet, daß er wie seit 15 Jahren auch der kürzlich stattgchabten Generalversammlung des Tempelvereines für Mariahils und Neubau als Vertreter des Kultusvorstandes beigewohnt habe. Er habe in dieser Versammlung, welche durch eine feierliche Trauerkundgebung für den unvergeßlichen Präsidenten des Tempelvereines Herrn Baurat Max Fleischer s. A. eingeleitet wurde, den Sympathien des Kultusvorstandes für diesen in jeder Beziehung mustergiltigen Verein Ausdruck gegeben und ihn des Wohlwollens des Vorstandes versichert. Der Bericht wird genehmigend zur Kenntnis genommen und Herrn Vorsteher Salo Cohn für die Vertretung des Kultusvorstandes der Dank ausgesprochen. Bei diesem Anlasse berichtet der Sekretär, daß auch über den würdigen Verlauf der Generalversammlung des Tempelvereines im XX. Bezirk seitens der hiezu vom Vorstande zur Vertretung delegierten Vorstandsmitglieder Siegmund Kauders und Salo Landau Bericht erstattet wurde, welcher demnächst vorgelegt werden wird. Zum Mitgliede der Bezirkskommisfion III und XI wird Herr Moriz Schwarz, Metallwarenhändler, XI., Hauptstraße 80, berufen. Sekretär kais. Rat Dr. Lieben berichtet in Angelegenheit der feit längerer Zeit geplanten Errichtung eines jüdischen Krankenpflegerinnen-Jnstitutes, daß der Vorstand die Beratungen hierüber wieder ausgenommen habe. Diese Angelegenheit hat in letzterer Zeit durch eine Spende des Herrn Baron Albert von Rothschild aus dem Nachlasse des Herrn Baron Nathaniel von Rothschild per X 100.000, ferner durch eine Spende des Herrn Philipp Frankl im Betrage von X 25.000 eine bedeutsame Förderung erfahren, welche den in weiten Kreisen seit langem gehegten Plan seiner endlichen Verwirklichung näher bringt. Noch immer aber feien die Schwierigkeiten, welche der Aktivierung eines derartigen Institutes sowohl in finanzieller, als auch in organisatorischer Beziehung speziell in Wien entgegenstehen, sehr groß und wird zur Behebung derselben ein größerer Zeitraum nötig sein. Aus diesem Grunde wurde an Herrn Philipp Frankl, welcher an seine Spende die Bedingung der Aktivierung des Institutes bis Ende des Jahres 1905 geknüpft hatte, das Ersuchen gerichtet, diesen Termin zu verlängern. Herr Frankl ist diesem Ersuchen in bereitwilligster Weise nachgekommen. Die Mitteilung wird mit Dank zur Kenntnis genommen. Hierauf wird in die Tagesordnung eingegangen, welche hauptsächlich die Erledigung einer größeren Anzahl von Personalien und eine Vorberatung des Voranschlages für das Jahr 1906 umfaßt. Schluß der Sitzung halb 10 Uhr abends. Aus der öffentlichen Plenarsitzung des isr. Kultusvorftandes vom 31. Dezember 1905 unter dem Borsitze des I. Vize-Präsidenten Dr. Gustav Kohn. Tagesordnung: Voranschlag des Jahresbudgets pro 1906. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, konstatiert die Beschlußfähigkeit und erteilt das Wort dem Finanzreferenten. Vizepräsident kaiserl. Rat M. Hirsch: Meine Herren! Der Ihnen heute zur Beschlußfassung vorliegende Voranschlag für die Gemeindebedürfnisse für das Jahr 1906 weist eine Gesamteinnahme von K 2,441.34011 aus. Diesen steht an ordentlichen Ausgaben . ein Betrag von K 2,483.934 51 gegenüber, so daß sich aus der ordentlichen Gebahrung ein Nr. 1 Defizit von X 42.594 40 ergibt. Rechnet man hiezu die außerordentlichen Ausgaben im Betrage von X 140.300'—, so ergibt sich für das Jahr 1906 ein Defizit von insgesamt K 182.894 40. Bevor ich auf die einzelnen Abschnitte des Budgets übergehe, will ich über die Bedeckung dieses Defizites nur bemerken, daß dieselbe angesichts des Ueberschuffes, den die Gebahrung des Jahres 1905 aufzuweisen hat, ein leichtes gewesen wäre, wenn dieser Ueberschuß nicht durch Ankauf der Nachbar-Realität des Gemeindehauses, I., Seitenstettengasse 2, aufgebraucht worden wäre. Die Ausnahme eines Darlehens zur Deckung des Defizites wird, so hoffe ich, jedenfalls vermieden werden können, denn ich rechne zuversichtlich darauf, daß durch außerordentliche Sparsamkeit in den Ausgaben, durch Erreichung, eventuell Erhöhung der in das Budget eingestellten Einnahmsposten sich der Abschluß günstiger gestalten wird, als der Voranschlag. . Im Nachfolgenden werde ich die wichtigsten Aenderungen der Vorlage gegenüber dem Budget des Jahres 1905 hervorheben. Der Abschnitt: „Bethäuser und rituelle Angelegenheit" weist eine Einnahme von X 202.871'—, eine Ausgabe von X 636.029'— auf. Der Zuschuß beträgt daher X 433.158, um rund X 32.000'— mehr als der im Voranschläge pro 1905. Unter den Ausgaben sind an außerordentlichen Auslagen: Für das Gemeindebethaus, l., Seitenstettengasse, zur Anschaffung eines neuen Harmoniums X 2500'—, für Herstellungen, Renovierungen und als Reserve zusammen X 6000'—, mit Rücksicht auf die in Aussicht genommene durchgreifende Aenderung der Heizanlage. Im Gemeindebethause, II., Tempelgasse, für Anschaffung eines neuen Harmoniums X 4000'—; als Reserve für die Errichtung der geplanten Stiegenhäuser aus den Gallerien des Tempels und für andere notwendige Arbeiten X 110.000'—. Im Kapitel „Temporäre Bethäuser" wurde auf Grund der bisher gemachten Erfahrungen, die Post für Betsitze zur Gratisverteilung um mehr als das Doppelte, das ist auf X 4500'— erhöht. Ueberdies wird für die eventuelle Errichtung eines weiteren temporären Bethauses außer den bereits bestehenden die diesbezügliche Reserve von X 2000'— auf X 4000'— erhöht. Das Kapitel „Subventionen an Bethausvereine" weist gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung von rund X 18.000'— auf. Für das Badhaus (Mikwah) waren im Vorjahre für außerordentliche Herstellungen und als Reserve zusammen X 12.000'— eingestellt. Die großen Schwierigkeiten, welche der Errichtung einer neuen Mikwah entgegenstehen und welche es als unwahrscheinlich erscheinen lassen, daß diese Aktivierung noch im Laufe des Jahres 1906 erfolgen wird, weiters das Bestreben, das Budget möglichst den Tatsachen entsprechend aufzustellen, haben es bewirkt, daß der obige Betrag per X 12.000' — im diesjährigen Budget nicht eingestellt wurde. Für eventuelle Vorarbeiten ist durch die Einstellung einer Post per X 2000'— vorgesorgt. Der Abschnitt „Unterrichts-Angelegenheiten" weist im wesentlichen keine besonderen Aenderungen auf. Die Einnahmen betragen X 38.078'28, die Ausgaben X 303.049'28, so daß ein Zuschuß von X 264.971'— sich als erforderlich darstellt. Hervorzuheben ist nur: die Erhöhung der Reserve zur Errichtung einer Lehrerbildungsanstalt von X 1000.— auf X 5000.—, dann die um rund X 5000.— vermehrten Ausgaben für Bibliothek; letztere sind teils außerordentlicher Natur — durch die Uebersiedlung in das Gemeindehaus II., Ferdinandstraße 23, teils bleibende infolge der Erhöhung der Dotation für Bücherankauf und der größeren Miete. Die Einnahmen aus dem Titel „Friedhof- und Beerdigungs-Angelegenheiten" wurden um rund X 120.000.—, ebenso die Ausgaben um rund X 70.000'— eingestellt. Es entsprechen diese Einstellungen mehr oder weniger den tatsächlichen Verhältnissen des Jahres 1905. Die Erhöhung der Einnahmen ergibt sich insbesondere aus der Mehreinstellung für Einnahmen an Taxen; Hand in Hand damit mußte eine Vermehrung der Ausgaben erfolgen. ■aaKESZSAa

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