Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 48 (1.12.1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021602-3021651--14991-3039732- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 4Ö Sr. Blocb s Mocvenscvrrn. Seite 769 so offen und ehrlich sein Bekenntnis oblegen möge wie Herr Fleischer. Es sprachen noch Herr Dr. Rothblum und Herr Dr. K a d o s ch. Am Schluffe der Versammlung wurde eine Geldsammlung für die russischen Juden eingeleitet. Der Abend ist als gelungen zu bezeichnen. Jüdische Toynbeehalle in Wien. Samstag den 25. d. fand im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde in Fünfhaus (Turnergasse 22) der Vortrag Professor Dr. E h r m a n ns „Kunst und Volksgeist" unter großem Andrang von Hörern statt, welche, gefesselt durch die interessanten kunstgeschichtlichen Darlegungen des Redners, sowie die beigegebene reiche Auswahl von bildlichen Reproduktionen, ihrer Dankbarkeit durch enthusiastischem Beifall Ausdruck verliehen. — Samstag den 2. Dezember findet in demselben Saale (^8 Uhr Abends) der Vortrag Professor Dr. Königsteins statt. Der Redner hat sich als Thema: „Das Auge, ein Spiegelbild der S eele" gewählt. — Die feierliche Eröffnung des neuen Heims der jüdischen Toynbeehalle im 20. Bezirk (Othmargasse 50) ist für Sonntag den 10. Dezember, 7 Uhr Abends, festgesetzt, Wien. Am 3. Dezember 1905, 4 Uhr nachmittags findet im israelitischen B e t h a u s e LI i k cl o s e h m’a t, II., Kleine Schiffgasse 8, ein T r a u e r f e st zu Ende Zeblosebem der ersten Märtyrer unserer Glaubensbrüder in Rußland statt. Die Trauerrede hält der bekannte hebräische Literat Herr Rabbiner Alexander L ö v i s o h n aus Jerusalem. Wien. Die Generalversammlung des Verbandes der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen fand Mittwoch und Donnerstag, d. i. 27. und 28. Dezember, in der Religionsschule der Kultusgemeinde (l., Seitenstettengasse 2). um 10 Uhr vormittags statt. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung alter Männer israelitischer Konfession veranstaltete Mittwoch, den 15. d. M., sein Bekleidungsfest im Festsaale der Frachtbörse. Unter den Gästen bemerkte man Polizerleiter K e n d e, Bezirksvorsteher N i e b a u e r, die Bezirksräte Mensch und Neustadl, Armenrat Jos. Pollak, die Rabbiner Dr. S ch m i e d l, Dr. David, Knltusvorsteher Bezirksschulrat Dr. Mark. Spitzer, Tempelvorsteher Wasservogel und S ch r a m e k, die Oberkantoren G u 1 t m a n n und Bauer, Ortsschulrat Jos. Fuchs u. v. A. Die Feier begann mit der Aufführung einer vom Kantor Isidor Löwit dem Vereine gewidmeten Festhymne, welche von einem Männerchore unter Leitung des Komponisten exakt zum Vo. trage gebracht wurde. Hierauf trug Herr Fritz Albert, in Vertretung des erkrankten Schauspielers Herrn Th. Weist, das von Herrn Rabbiner Dr. S ch m i e d l gewidmete Festgedicht ..Der Traum des Patriarchensohnes" wirkungsvoll vor. Der verdienstvolle und beliebte Obmann des Vereines, Herr Isidor Schwarz, begrüßte die erschienenen Festgäste, dankte insbesondere dem anwesenden Ehrenmitgliede Rabbiner Dr. Schmied! für seine außerordentliche Teilnahme an den Interessen des Vereines und berichtete über die Tätigkeit des Vereines im abgelaufenen Jahre. Der Leitung ist es in diesem Jahre gelungen, 125 alte Männer zu bekleiden, aber trotzdem mußten viele Gesuche wegen Mangel an Mitteln abgewiesen werden. Nach einer mit vielem Beifalle aufgenommenen Gesangspiece des Oberkantors B. Guttmann hielt Rabbiner Dr. Schmie dl, stürmisch akklamiert, die Festrede. Knltusvorsteher Dr. Mark. Spitzer dankte hierauf im Namen des Kultusvorstandes der Verinsleitung für ihr ersprießliches Wirken. Zum Schluffe führte der Chor einen Mendelssohn'schen Psalm auf, in welchem Oberkantor Bauer das Tenor-Solo sang. Wien. (Spende n.) Für die Opfer der russischen Judenexzesse sind uns vom Herrn k. k. Stabsarzt Dr. Gustav Weil in Wien K 10.—, von Herrn Massin Hahn in Karbitz L 10.—, von Herrn Mor. Steiner in Budapest K 18.—, von Herrn S. Breiner in Ostfi-Asszonyfa als Ergebnis einer Sammlung K 26.—. Augsburg. Am 6. November feierte der Rabbiner der hiesigen Gemeinde Herr Dr. Heinrich Groß seinen 70. Geburtstag. Ans diesem Anlasse wurden dem Jubilar zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil, nicht bloß von allen Mitgliedern der Gemeinde und den ersten Honoratioren der Stadt, sondern auch von allen Freunden und Vertretern der jüdischen Wissenschaft. Denn Dr. Groß gehört zu den ersten jüdischen Gelehrten unserer Zeit. Außer zahlreichen wertvollen Arbeiten in den verschiedensten Zeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen hat er sich besonders durch das Monumentalwerk „Gallia judaica“ unsterblichen Ruhm gesichert. Möge es dem trefflichen Seelsorger und hervorragenden Gelehrten vergönnt sein, noch lange gleich segensreich und schaffensfreudig zu wirken in geistiger und leiblicher Frische! Wr.-Neustadt. (Trauung.) Am 19. November fand im hiesigen Tempel die Trauung des Frl. Elsa S ch i s ch a, Tochter des langjährigen Präsidenten der hiesigen Kultusgemeinde Herrn Ignaz S ch i s ch a, mit dem Herrn Ingenieur Emil Hofmann, Baukommissär der hiesigen Südbahnstatiou, statt. Tie allgemeine Beliebtheit, deren sich der Brautvater in der ganzen Stadt erfreut, kam bei diesem feierlichen Anlasse zu vollem Ansdruck. Nebst allen Gemeindemitgliederu waren zahlreiche Hanoiatioren, darunter die Landesgerichtsräte Dr. Waldstein Ritter v. Heilwehr und Dr. Spitzkopf aus Wien, hiesige Aerzte, Beamte, Professoren und Advokaten erschienen, die das festlich beleuchtete Gotteshaus füllten. Herr Rabbiner Weiß richtete an das Brautpaar eine beifällig aufgenommene Ansprache, in welcher er auf die großen Verdienste des Brautvaters um das Aufblühen der Gemeinde hinwies und dem Brautpaare einprägte, stets eingedenk zu sein des Stammhauses des Brautvaters, dessen Ahnen zu den größten rabbinischen Kapazitäten Ungarns zählten. Herr Kantor Landau gestaltete die Feier durch einen prächtigen Chor mit Musikbegleitung sehr weihevoll. Aus Nah und Fern liefen zahlreiche Gratulationen ein. Brünn. (Ernennung.) Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn Dr. Hieronymus Fialla wurde zum Mitglied des Landesschulrates für Mähren ernannt Boskowitz. Sonntag den 26. November wurde auch in unserem altehrwürdigen Gotteshause eine Trauerfeier für die Opfer der russischen Greueltaten unter ungemein reger Beteiligung abgehalten. Dem Aufrufe, den der Vorsteher Herr Doktor Weiß an sämtliche, auch an die auswärts wohnenden Gemeindemitglieder hatte ergehen lassen, hat eine so große Zahl von Gemeindemitgliedern entsprochen, so daß der Tempel die zahlreich Erschienenen nicht fassen konnte. Die Trauerfeier wirkte erschütternd auf die andächtig gestimmte Gemeinde. Bei der Kollekte, die unmittelbar nach der Feier eingeleitet wurde, zeigte sich der Wohltätigkeitssinn unserer Gemeinde im schönsten Lichte. Das Ergebnis wird ein für unsere Verhältnisse sehr bedeutendes sein. Klattau. Die hiesige Kultusgemeinde hat den Gehalt des Rabbiners Dr. Siegfried B r e t erhöht und ist dem Lehrerpenfionsfonde mit einem jährlichen Beitrage von 50 Kronen beigetreten. — Für die russischen Glaubensgenossen wurde in Verbindung mit der Chewra-Kadischa und dem Fraueuvereine eine Sammlung eingeleitet, die noch nicht beendet ist, aber jedenfalls über 1000 Kronen ergeben wird. — Die Chanukagruppe wird Heuer 15 arme jüdische Kinder vollkommen bekleiden; außerdem hat sie ein Fest in Anregung gebracht, über dessen Verlauf wir seinerzeit berichten werden. Prag. (Trauergottesdienst für die Opfer der Judenmassakres in Rußland.) Der Verein für geregelten Gottesdienst in Prag veranstaltete kürzlich im neuen israelitischen Tempel in der Geistgasse einen Trauergottesdienst für die Opfer der Judenmassakres in Rußland. Eine vielhundertköpfige Versammlung Andächtiger hatte sich zur festgesetzten Stunde in dem Gotteshause eingefunden. Herr Dr. Emanuel Schwartz, Rabbiner aus Eger, hielt die Trauerrede. Er schilderte mit bewegten, erschütternden Worten die furchtbaren Qualen, welche die schutzlosen russischen Juden durch den barbarischen Pöbel des Zarenreiches erduldet und weckte in den zahlreich erschienenen Glaubensgenossen tiefen Schmerz und aufrichtige Trauer. Zum Schlüsse forderte er die Anwesenden auf, den Hinterbliebenen der Opfer rasche und ausgiebige Hilfe angedeihen zu lassen. Andrychau. Vergangenen Samstag den 25. November hielt unser neug?wählter Herr Rabbiner Dr. G. Rosenmann seine Antrittsrede in Gegenwart der ganzen Gemeinde, die mit vielem Beifall ausgenommen wurde. Wsetin. Von Seite unseres Kultusvorsteher-Stellvertreters wurde eine Sammlung für die Opfer der russischen Massakres durch zwei Fräuleins namens Donath und Glefinger veranstaltet, welche einen Betrag von 155 Kronen ergeben hat. Der Betrag wurde an die „Union" gesandt, um ihn der „Allianz" zu übergeben. Paris. Vorige Woche demonstrierte der jüdische Arzt Dr. David Weiß aus Karlsbad auf Einladung des Professors Pierre Budin an der geburtshilflichen Klinik der Pariser Universität seine neue Methode zur Untersuchung Neugeborener behufs Feststellung ihrer Lebensfähigkeit. Den Ergebnissen der Demonstration des Dr. Weiß wird seitens der Fachgelehrten grroße Bedeutung beigemessen.