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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-12-01 · 48 (1.12.1905) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
48 (1.12.1905)
Date
1905-12-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 48 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. Teile 763 reglements bestehen auch Ambulanz- und Signalisierungs-Organisationen. Auf die Sportklubs innerhalb der Organisation wird Wert gelegt. Das Korps wurde von Col. Goldsmid gegründet nach einer Lektüre der Makkabäer und bei einer Versammlung in der Jüdischen Freischule im Februar 1895, als die erste Kompagnie angeworben wurde. Sechs Wochen später fanden die ersten wöchentlichen Dienstübungen statt. 1896 wurde das erste Sommerlager bei Deal aufgeschlagen und gesellschaftliche und Sportklubs organisiert. Die Idee wurde später populär und im März 1898 waren 13 Kompagnien in England, während eine Kompagnie auch in Montreal, Kanada, errichtet wurde. Vier dieser Kompagnien, bestehend aus 5 Offizieren und 90 Knaben, wurden im Lager von Deal, England, im vorhergehenden Sommer vorgeführt. Dann wurde ein Arbeitsbureau errichtet, um den Knaben Beschäftigung zuzuweisen; Provinzkompagnien traten rapid ins Dasein. Im August 1899 wurde ein zweites Feldlager gebildet für die Mitglieder des nördlichen Distriktes, während gerade das Lager zu Deal von Generalleutnant Sir Charles Warren inspiziert wurde, welcher die Tatkraft der Knaben sehr lobte. Im Jahre 1900 wurde in London eine öffentliche Schauübung abgehalten, welche Generalmajor Sir Henry Trother kommandierte. Im folgenden Jahre wuchs die Zahl der Kompagnie aus 30, während das Truppenverzeichnis eine Gesamtstärke zwischen 3—4000 Mitglieder aufwies. 17 Offiziere und Mitglieder nahmen am südafrikanischen Kriege teil, unter ihnen Col. Goldsmid; sein Posten als Kommandant wurde vom Leutnant Col. E. Montefiore übernommen. Zwei von den siebzehn kamen um, darunter Leutnant F. M. Raphael, welcher bei Spionskop getötet wurde, während er versuchte, einen verwundeten Soldaten zu retten. Im Jahre 1904 betrug die Mitgliederzahl bei 3500 und existierten Kompagnien außer London in Newcastle, Bradford, Leeds, Sheffield, Hüll, Birmingham, Manchester, Liverpool, Johannesburg und Montreal. Die in der letztgenannten Stadt ist eine populäre Institution geworden: eine ähnliche Bewegung in New-Iork hat zur Bildung der „Manhattan Ristes" geführt. Wäre es nicht möglich, auch bei uns in Oesterreich eine solche Einrichtung zu schaffen? R. L. Korrespondenzen. Zur Beteiligung christlicher Kreise an der Hilfsaktion für die russischen Inden. Wie aus Karlsruhe mitgeteilt wird, haben der Großherzog und die Großherzogin von Baden gemeinsam eine namhafte Summe für die unterstützungsbedürftigen russischen Juden gezeichnet. Auch Prinz Karl, der Bruder des Großherzogs, befindet sich unter den Spendern. Die „Köln. Volkszeitung", das angesehene Zentrumsorgan, schreibt (16. 11.): Im Anzeigenteile der vorliegenden Nnmmer wird der Aufruf eines hiesigen provisorischen Hilfskomitees für die in Rußland schwer heimgesnchten Juden veröffentlicht Der Aufruf ist von angesehenen Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde unterzeichnet. Auch die Geschäftsstelle der „Köln. Volkszeitnng" ist bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. Die von brutalen Volkshanfen an zahlreichen Orten in Rußland gegen die Inden verübten Greueltaten spotten jeder Beschreibung; sie sind geeignet, überall das menschliche Mitgefühl mit den Verfolgten zu wecken. Möge dieses Gefühl auch durch Zuwendung milder Gaben ans allen Kreisen der geordneter Verhältnisse sich erfreuenden Bevölkerung sich betätigen. Dem Kölner Hilfskomitee zur Unterstützung der Familien der ermordeten und beraubten russischen Juden hat der Kardinal Fischer einen Beitrag von 100 Mark überwiesen. Das an den Rabbiner Dr. Frank gerichtete Begleitschreiben lautet: „Eingeschlossen erlaube ich mir, Ihnen meinen Beitrag, 100 Mark, zur Linderung der Not Ihrer Glaubensgenossen in Rußland zu übermitteln. Es ist tief zu beklagen, daß in einem Lande, das sich christlich nennt, solche Greuel Vorkommen können. Hoffentlich wird die jüngst dort auch für das religiöse Gebiet in Aussicht gestellte Freiheit solche traurigen Vorkommnisse in Zukunft verhindern und die von der offiziellen Kirche abweichenden Staatsangehörigen sämtlich vor Vergewaltigungen schützen, wie sie bisher leider mehrfach dort zu beklagen waren. A. Kardinal Fischer, Erzbischof von Köln." Und der Erzbischof von Bamberg, Dr. Friedrich Philipp A b e r t hat an den Vorsitzenden des Nürnberger Hilfskomitees, Rechtsanwalt Dr. Karl S t a u d e r, folgende Zuschrift gerichtet: „Ew. Hochwohlgeboren! Wenn es mir auch bei dem späten Eintreffen des Schreibens nicht möglich war, an der auf vergangenen Donnerstag den 16. November angesetzten Vorbesprechung in Nürnberg teilzunchmen. so bin ich doch ganz mit den Bestrebungen des zu bildenden beziehungsweise gebildeten Komitees einverstanden und stelle gern meinen Namen zu dem zu erlassenden Aufrufe zur Verfügung. Zu dieser öffentlichen Stellungnahme für die Familien der ermordeten und beraubten russischen Juden veranlaßt mich nicht bloß das Gefühl allgemein menschlicher und christlicher Nächstenliebe, sondern außerdem noch die Pflicht der Dankbarkeit für die tatkräftige Unterstützung, welche russische Juden den um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts um ihres Glaubens willen verfolgten katholischen Christen bei ihrem Transport nach Sibirien angedeihen ließen. Mit aller Verehrung und Hochachtung bin ich Euer Hochwohlgeboren ergebener Dr. Friedrich Philipp Abert, Erzbischof von Bamberg. Bamberg, den 17. November 1905." Berlin. Dank der hvchsinnigen Initiative des Herrn Oberbürgermeisters K i r s ch n e r ist hier ein interkonfessionelles Komitee in der Bildung begriffen, für welches bereits mehrere hervorragende Vertreter der evangelischen Geistlichkeit (lt. A. der katholische Probst fürstbifchöflicher Delegat K l e i n a d o n n, Generalsuperintendent Fabe r, Superintendent K r ü g e r, Pfarrer N a u m a n n), der Wissenschaft und Kunst, (so der Rektor der Universität Professor D i e l s, die Geheimräte von Bergmann, von Leyden, R e n v e r s, ferner Ernst v. Wildenbruch, Ludwig F u l d a), der Finanz- und Handelswelt, Admiral a. D. v. H o l l m a n n, Bürgermeister Dr. Reicke, Stadtältester Kämpf re. re., sowie die Redaktionen der hiesigen Zeitungen ihren Beitritt zugesagt haben. Halle a. S. Dem hiesigen russischen Hilfskomitee gehören auch die Herren Stadtverordneten-Borsteher Geh. Regierungsrat Prof. Dr. D i t t e n b e r g e r. Landtagsabgeordneter Justizrat Dr. Keil, Wirklicher Geheimrat Prof. Dr. Kühn, Geh. Regierungsrat Oberbürgermeister Staude, Handelskammer- Präsident Rechner an. Bonn. Hier hat sich ein Hilfskomitee gebildet, dem der Universitätskurator Dr. v. Rottenburg, der Universitätsrektor Dr. Jacobi, Oberbürgermeister Spiritus, General Krummacher und der Oberpfarcer Mennichen angehören. Wiesbaden. Dem gemeinsamen Aufruf der beiden hiesigen Kultusgemeinden und des Zweigkomitees des „Hilfsvereines der deutschen Juden" zugunsten der russischen Juden haben sich angeschloffen die Herren Prälat Dr. Keller, die Pfarrer F r i e d ri ch, Kr i m m e l, Lieber, Verse m eyer, Welker und Z i e m e n d o r f s. Oberbürgermeister Dr. v. I b e l l, Reichs- und Landtagsabgeordneter B a r t h l i n g, Bürgermeister Heß, Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Pagenst e ch e r re. Nürnberg. Auf eine durch die Tageszeitungen ergangene Einladung der Herren Kaufmann Karl Hübsch und Rechtsanwalt Dr. K. Staude r, beide Nichtjuden, fand am vorigen Donnerstag abends eine imposant besuchte Versammlung zum Zwecke der Begründung eines Hilfskomitees für die Opfer der russischen Judenverfolgungen statt, welches zusammengesetzt wurde aus den Herren K. Hübsch und Dr. Stander (Vorsitzende), Chefredakteur M. Versen und Kommerzienrat Galling er (Schriftführer), Martin L e b r e ch t (Kassierer!, Magistratsrat F o r st e r, katholischer Stadtpfarrer H ö f n e r, Professor Dr. K ü f f n e r, Magistratsrat Mayer, protestantischer Dekan und Kirchenrat Nagel, Kaiserl. russischer Konsul Rechtsanwalt Dr. v. P r a n n, protestantischer Stadtpfarrer Schiller und Rabbiner Dr. Z i e m l i ch. Dem geschäftsführenden Ausschuß sind nicht weniger wie hundertzwanzig Damen und Herren beigetreten, an ihrer Spitze der Herr Erzbischof von Bamberg, Exzellenz Dr. v. Abert, ferner von christlichen Notabilitäten u. A. die Herren Reichstagsabgeordneter B a r b e ck, Pfarrer B r e n d e l, Kommerzienrat G. C. F. Die tz, Konsul D i l l m a n n, Magistratsrat Friedrich, Hofrat Dr. v. F ö r st e r und Frau, Landtagsabgeordneter H ä b e r l e i n, Eisenbahn-Betriebsdirektor

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