Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 46 (17.11.1905)
- Date
- 1905-11-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 46 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. Seite 737 Wien. Das innerösterreichische Distriktskomitee der zionistischen Organisation erteilt auf Anfragen und Anregungen, den Zionismus und seine Institutionen betreffend, schriftlich jederzeit Antwort und ist auch zu diesem Zwecke jeden Dienstag von 7—8 Uhr abends im Kongreßbureau, IX., Türkenstraße 9, III. Stiege, Mezzanin, zu sprechen. Dr. M a r g ul i e s, Obmann, Stein, Schriftführer. Hofrat Professor Leopold Ofer. Der Universitäts-Professor Hofrat Leopold O s e r wurde an Stelle des verstorbenen Polizei-Chefarztes Regierungsrat Andreas W i t l a c i l zum Vorsitzenden des Landes-Sanitätsrates gewählt, dem er schon seit vielen Jahren als Mitglied angehörte. Die Wahl des hervorragenden Gelehrten zum Vorsitzenden des Landes-Sanitätsrates wird sicherlich in den ärztlichen Kreisen freudige Zustimmung finden; Hofrat Professor O s e r bringt für sein neues verantwortungsvolles Amt ein reiches Wissen und eine umfassende Erfahrung mit, die ihn im außerordentlichen Maße befähigen, es auch voll und ganz zu erfüllen. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Der enorme Andrang von Knaben, welche sich aus allen Ländern der österr. Monarchie um Aufnahme an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung und Versorgung des dermaligen Standes von über 800 Zöglingen erfordern, haben den Vorstand des genannten Vereines zu dem Beschlüsse genötigt, die Aufnahme von Knaben während der Monate Dezember und JänNer zu sistieren. Wien. (Einzelverein „Fünfhaus" des Verbandes Zion.) Einladung zum Vortrage des Herrn Baron Ern st von Ungern-Sternberg, Schriftsteller, Redakteur des Tagblattes „Die Zeit", über „Die Juden in Rußland." Ort: „Hotel Fuchs", XV., Mariahilferstraße 138, Eingang Fuchsgasse. Zeit: 21. November 1905. Beginn präzise 8 Uhr abends. Regiebeitrag 20 Heller. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an der Israel, - theol. Lehranstalt in Wien.) In der am 9. November l. I. stattgefundenen XXVI. ordentlichen Generalversammlung fanden die Neuwahlen statt. Das Ergebnis derselben ist folgendes: Präses: Herr Johann St öß l er; Vizepräses: Herr Meier Tauber; Kassier: Herr Jsaac Alcalay; I. Schriftführer: Herr Michael Halberstam; II. Schriftführer: Herr Israel Pollak. Wien. (Verlobung.) Fräulein Henriette Klein hat sich mit Herrn Josef G u t h, dem Sohne des Restaurateurs Herrn M. G u t h, verlobt. Wien. (Verein zur Hebung derGewerbe.) Montag den 20. November d. I., 8 Uhr abends, findet in Khnners Restaurant. I., Adlergasse Nr. 6, eine Plenar-Versammlung mit nachfolgender Tagesordnung statt. I. Bericht des Präsidenten. 2. Neuerliche Stellungnahme zur Gewerbe-Novelle. 3. Ueber Antrag der letzten General- Versamnilung Herr Alfred Weinberger: „Ueber die Wiener Spar¬ und Kredit-Gesellschaft G. m. b. H. (früher Kredit-Institut für jüdische Gewerbetreibende und Beamte). 4. Anträge und Interpellationen. Wien. (Leichenbegängnis.) Montag den 13.d. M. vormittags wurde am Zentralfriedhofe die Hülle der am 10. d. M. im Alter von 73 Jahren verstorbenen Frau Sofie Rosenbach, Schwester des allverehrten Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, bestattet. Der Verblichenen, deren Herzensgüte und Wohltätigkeitsfinn allgemein bekannt waren, wurde auch nach ihrem Tode die größtmögliche Hochachtung gezollt, indem sich an ihrem Begräbnisse überaus zahlreiche Leidtragende beteiligten: es waren u. a. die beiden Vizepräsidenten Landesschulrat Dr. Gustav Ko hn und kais. Rat Moriz Hirsch mit vielen Vorstandsmitgliedern, die Rabbinen Dr. G r u n w a l d und Gelbhaus, sowie seitens der „Chewra-Kadischa" Präsident Salo Cohn, Dr. Markus Spitzer und S. S t e i n e r erschienen. Dr. Stern konnte wegen Erkrankung an der Leichenfeier nicht teilnehmen. Die Funktionen versah Oberrabbiner Dr. G ü d em a n n, der der Verstorbenen einen sehr warm gehaltenen Nachruf widmete, den liturgischen Teil führte Oberkantor Bela Guttmann in ergreifender Weise aus. Maler Helmann Pfeiffer. Eine hochachtbare hiesige jüdische Familie ist verflossene Woche in tiefe Trauer versetzt worden. Der begabte jüdische Künstler Herr Helmann Pfeiffer. Sohn der sich des beflen Rufes hier erfreuenden Inhaberin der ältesten Schnittzeichnenschnle in der Leopoldstadt der Frau Therese Pfeiffer, ist vergangenen Mittwoch in Budapest, wo er seit einer Reihe von Jahren domizilierte nach kurzem Leiden im kräftigsten Mannesalter vom unerbittlichen Tod dahingerafft worden. Der so früh Dahingeschiedene absolvierte seinerzeit die hiesige Akademie der bildenden Künste unter Piofeffor Griepenkerl. Nach Fortsetzung seiner Studien in München bei Professor Pilotti erhielt er von der Wiener israel. Kultusgemeinde ein Stipendium zu einer Studienreise in Italien, wo er während seines fülifzehnmonatlichen Aufenthaltes in den italienischen Kunstzentren, Florenz, Rom und Venedig sehensweite Bilder, zumeist interessante charakteristische Studienköpfe und Stillleb. n geschaffen, wodurch er sich bei mehreren Kunstausstellungen in Oesterreich-Ungarn und Deutschland einen guten Namen in der Kunstwelt errungen hat. In den letzten Jahren halt: er sich auf die Plakatmalerei geworfen, ans welchem Gebiete er sowohl in der Komposition als auch in der Ausführung es zu einer solch künstlerischen Vollendung gebracht, so daß er in mehreren Kunstausstellungen in Budapest, Düsseldorf die ersten Preise erhalten und in seinem Wohnorte Budapest zu den ersten berühmtesten Plakatmalern zählte. Den so frühzeitig Dahingeschiedenen beweinen nebst leine von Gram gebeugte Mutter und Geschwister, deren guter, ansopseningsvoller Sohn und Bruder er gewesen, seine tiefbetrübte Gattin und zwei unmündige Kinder, noch eine aroße Schar von Freunden und Verehrern deren guter Kollege nnd Freund der Verblichene gewesen. Die große Beliebtheit und Wertschätzung, deren der Dahingeschiedene in Budapest sich erfreute, kam bei dem Freitag, den 10. d. M. stattgefundenen Begräbnis, an welchen! sich die hervorragendsten Vertreter der Künstler- und Schriftstellerwelt beteiligten, zum Ausdrucke. Sein Andenken wird stets bei Allen, die ihn kannten, ein gesegnetes sein. Möge ihm die Erde leicht sein. L—r. Friedek-Miffek (Auszeichnung.) Der Statthalter in Mähren hat hem Kultusbeamten der israel. Kultusgemeinde Friedek-Mistek, dem Herrn Federmann in Kolloredo, die Ehrenmedaille für vierzigjährige Dienstzeit zuerkannt und wurde dieselbe dem Jubilar durch die k. k Bezirkshauptmannschaft Mistek nebst einem Anerkennennungsschreiben bereits überreicht. Kremsier. Donnerstag den 9. d. M. feierte hier Herr Leopold Brauchbar seinen 90. Geburtstag in voller geistiger Frische im Kreise seiner Familie. Die Beliebtheit des Jubilars kam in unzähligen brieflichen und telegraphischen Glückwünschen, welche aus allen Weltteilen eingelangt waren, zum Ausdruck. Marienbad. (Trauung.) Dienstag den 28. November l. I. findet in Baden bei Wien die Trauung des Fräulein Bertha Löwenthal, Tochter des Herrn David Löwenthal aus Marienbad, mit Herrn Max Steinberg aus Skotschau, statt. Olmütz. Nach Genehmigung der Statuten seitens der hohen k. k. Statthalterei hielt der „Verein für jüdische Ferienkolonien in Olmütz" heute seine konstituierende Generalversammlung ab. An die Spitze des Vereines traten die Damen Frau Adele Hamburger und Josephine Zweig, durch deren Leitung dem Verein eine besonders gedeihliche Entwicklung beschieden sein wird. Dieselben werden in ihren Aufgaben von dem übrigen Per Acclamation gewählten Vorstand eifrigst unterstützt werden. Es wurden gewählt die Damen: Sophie Beran, Bertha Fischel. N. Hecht, Sophie Kaufmann, Marie Oppenheim, Emma Spitzer, Jda Wolf, Stzphie Zweig, die Herren Rabbiner Dr. Oppenheim, Bankbeamter Gach. Der Verein zählt eine stattliche Anzahl Mitglieder. Crescat, floreat! Olmütz. (Auszeichnung.) Der Kaiser hat dem Großindustriellen Ignaz B r i e ß in Olmütz das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. — Herr Ignaz Brieß ist ein Leit maäs man, der durch eigene Kraft und Tätigkeit emporgekommen ist, ein man, der Arbeit und strengen Rechtlichkeit, ein Mann, der durch Fleiß und Geschick einer der ersten Industriellen unserer engeren Heimat geworden ist. Er war einer der ersten bei uns, der die Bedeutung der Malzindustrie für Mähren erkannte und mit seinem Kompagnon, dem Vizepräsidenten unserer Handelskammer, Herrn Wilhelm Brieß, die erste große Malzfabrik in Paulowitz errichtete. Das geschah bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten. Die Firma Ignaz und Wilhelm Brieß erfreut sich seither eines hervorragenden Rufes in Oesterreich und Deutschland und weit darüber hinaus auch in der Schweiz, in