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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-11-17 · 46 (17.11.1905) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
46 (17.11.1905)
Date
1905-11-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 736 Dr. Dlocb's Mocbensebrttt. Nr. 46 Welche Aussichten das größtenteils mit günstigen klimatischen Verhältnissen gesegnete und freiheitlich regierte Australien beim Wegfall aller hermetischen Abschließungen hätte, beweist das Beispiel Sibiriens. Dieses unglückliche in Eis erstarrende unter der russischen Knute schwer seufzende Land hatte schon im Jahre 1897 5^/i Einwohner und dürfte gegenwärtig etwa 7 Millionen Menschen beherbergen, während das reiche Australien noch nicht einmal 4 Millionen Einwohner aufweist. Noch schlimmer wie im gesamten Australien sieht es in den einzelnen Ländern der Commonwealth aus. So hat Queensland auf einer Fläche, die 12mal so groß ist, wie ganz Großbritannien kaum eine halbe Millionen Menschen. Kein Wunder also, daß das Land allmählich seine Absperrungspolitk aufgibt und nach tüchtigem Auswandern Umschau zu halten beginnt. Selbstredend konnten den Vertretern Australiens die jüdischen Auswanderer nicht entgehen und sie find bemüht, von dem großen, aus Osteuropa über den Ozean nach Amerika sich wälzenden Emigrationsstrom ein kleines Bächlein nach Australien abzulenken. Wir haben schon berichtet, daß die Vertreter von Queensland in verschiedenen Unterredungen sich einer jüdischen Emigration nach diesem Lande sehr günstig gezeigt haben. Jetzt erklärte sich auch Westaustralien zur Ausnahme von jüdischen Emigranten gern bereit. In einer Unterredung, die ein Vertreter der Londoner „Jewish Chronicle" mit Mr. Walther Jamer, Generalagent für Westaustralien, gehabt hatte, sagte Letzterer: „Das Land ist wirklich wert, daß die Juden einen Versuch machen sollten. Jeder Einwanderer bekommt da 160 Acres erstklassigen Landes umsonst und kann weitere 840 Acres mit zehn Schilling pro Acre, zahlbar in 20 Jahren, erwerben. Der Bildungsnachweis werde nur gegen Farbige angewandt, nicht aber gegen weiße Männer. In der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Juli sind 430 Personen eingewandert, von denen kaum 10 Prozent englisch sprechen konnten. Zuerst müßten jüdische Ackerbauer einwandern, worauf ihnen Handwerker und Kaufleute Nachfolgen könnten. Das Nominierungssystem, wonach jeder Bürger in Australien eine Anzahl Personen namhaft machen kann, von denen er wünscht, daß sie auf Staatskosten einwandern können, würde den ersten Emigranten die Möglichkeit geben, ihre Angehörigen und Freunde Nachfolgen zu lassen. Die Juden könnten dann auf den weiten Gebieten eigene Städte und Städtchen gründen." Auch der Einwanderungskommissär für Westaustralien, Mr. E. T. Soamel, wirbt um die Gunst der jüdischen Emigranten. „Ich sehe nicht ein," äußert er sich dem Vertreter des oberwähnten Blattes gegenüber, „warum die Juden die glänzenden Chancen, die Westaustralien bietet, nicht ausnützen sollen. Die Juden könnten da sehr bald eigene Städte bilden und diese durch selbstgewählte Bürgermeister verwalten lassen. Solche Städtchen find schon im Lande von religiösen Gemeinschaften des Oefteren begründet worden." Man sieht, Mr. Soamel scheut sich nicht, selbst aus der von Mr. Zangwill eingeleiteten territorialistischen Bewegung Kapital zu schlagen. Not lehrt beten! London. Sir Harry Johnson, eine bekannte Autorität in kolonialen Angelegenheiten, schlägt einerseits eine jüdische Kolonie in Nordafrika vor, in einem jetzt brach liegenden und nur eine spärliche Bevölkerung enthaltenden Territorium, und er meint, die Juden nach Art der jüdischen Landwirte in Tunis könnten die Kolonisation Wohl bewerkstelligen. Im großen und ganzen aber ist Sir Harry — ' überzeugter Zionist. Er meint, jedes Neuarrangement in der politischen Kontrolle des näheren Orients müsse in seinem Programm einschließen einen starken und unabhängigen jüdischen Staat in Syrien und Palästina, der sich bis zum Westufer des Euphrat erstreckt, und der jedenfalls sowohl Jerusalem als auch Damaskus umfassen muß. Dieser jüdische Staat, führt Sir Harry in einem Artikel der angesehenen „Fortnightly Review" aus, müßte ein orientalisches Belgien sein, neutralisiert und geschützt durch die zivilisierten Mächte, ein Pufferstaat, eine Schweiz zwischen den Bestrebungen Deutschlands und Britanniens. vermischtes. An die jüdische Bevölkerung Wiens! Sonntag den 19. d. M., 10 Uhr vormittags, findet im Sofirnlaalr, III-, Marxergasie eine Trauer Nerjammlnng der Wiener Indenschaft für die Opfer der Iuden-Verfolgungrn in Kutzland statt. Glaubens- und Stammesgenossen! Gestaltet diese Versammlung durch massenhaftes Erscheinen zu einer imposanten Kundgebung Eurer schmerzlichen Gefühle! Für die Einbernfer: Kaiser!. Rat Wilh. Rnninger, Dr. Edmund Kohn, Architekt Oskar Marmorek, Siegmund Mayer, Doktor I. Samnely, Dr« I. Schalit. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Sandor Geist: Von Hermann Beck K. 20.-, Franz Waldmann 20.—, Wolf Pollaczek 20.— , Bruckner 10.—, Josef Rosenthal 10—, S Friedmann 10.—. Zusammen K 90.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa H u p k a : Von Julius Kraus K 20.-, Adolf Löwenstein 20.—, Anna Fischl 10.—. Zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Samuel K i r s ch n e r: Von Josef Wortmann K 20.—, kaiserl. Rat Adolf Lichtblau namens des Verbandes der Fachschriftsteller 20.—, Sigm. Kirchheimer 4.—, Regine Graf 5.—, Hermann Kirschner 2.—. Zusammen K 51.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Renöe Rosenzweig: Von Ludwig Rosenzweig K 10.—, Alexander Rosenzweig 20—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens der Marie Neumann: Von Familie Rudolf Fogas X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Heß: Von Samue Heß K 10.—, Heinrich Bloch 5.—. Zusammen K 15.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Amalie Beck: Von den Kindern K 20.-, Familie Lang 5.—, Enkel Richard Beck 3.—, Käthe Kolmberger 6.—, Klara Justitz 3.—. Zusammen K 37. . Anläßlich des Ablebens der sel. Martha St f) it n e r: Von Heinrich Schütz K 10. — , Adolf Glückhof 10.—, H. Freistadtl 20.—, Siegfried Fleischer 30.—, Ludwig Bukowitz 20.- , Faunlie Bach 100.—, Arthur Goldschmidt 10.— , Helene Kühner 20.—, Emil Goldschmidt 10.-, Regine Goldschmidt 10. , Sofie und Arthur Kary 30.—, Heinrich Böhm 50.—, Emil Wiener 10.—, Max und Emmy Stern 20.—, Sigmund Wolf 10.-, P. Halpern und Frau 10.-. Zusammen K 360.—. Tempelspenden. Im Bethause XV., Turnergasse. Von den Herren: Albert Adler Kronen 80.—, Siegmund Adler 40.—, Alexander Markus 1.—, Moriz Kurzweil 2.-, Ignatz Baranyi 80.—, Wilhelm Glaser 140.—, Emanuel Kohn 40.—, Josef Löwy 40.—, Leopold Landeis 170. -, Karl Landeis 100, Jakob Libesny 2«.—, Leopold Libesny 10.—, Wilhelm Reismann 20.—, Samuel Steiner 45.-, Simon Kohn 6.—, Samuel Spitzer 2. , Heinrich Königstein 8.— , Samuel Bernhard 60.—. Ignaz Bäränyi 25.—, Duschinsky Jakob 6 '.—, Dr. Sam. Friedländer 150.—, Ignaz Jokl 8.—, Hermann Weinberger 150.—, Bernhard Deutsch 85.-, Isidor Gelbart 20.—. Jonas Königstein 120.—, Philipp Kohn 11.—, Samuel Mohr 120.—, Wilh. Pollak 290. , Ludwig Pollak 140.—, Siegmnnd Seiler 180.—, Solomon Stern 110.—, Jakob Schick 65.-, Wilhelm Schulhof 10.—, Heinrich Drill 28.-, Jakob Herzog 4«’.— , Ignaz Hofmann 20.—, Alois Haas 3.—, Leopold H ller 22.—, Karl Landeis 40.—, Adolf Löwy 50.-, Leopold Landeis 130.—, Anton Stern 110.—, Ignaz Sonnenfeld 40. - . Jakob Sonnenschein 60—, Albert Steiner 50.—, Dagobert Trebitsch 4.—, Dr. Schlichter und Dr. Bernstein 10.—, Dr. Heinrich Franzos 5.—, Hermann Strach 6.—. I. Brückner 3.—, Philipp Kohn 5.—, Bernhard Kohn 3.- , Heinrich Kral 1.— , Alex. Markus 1. , Emanuel Kobn 2.— , Julius Straznow 20.-, Ignaz Reiß 1.—, Josef Ehrlich 12.—, Siegm. Oesterreicher 205.—, Ignaz Sonnenfcld 120—, Alexander Simon 120.—, Emanuel Schnabel 35o.- , Julius Straznow 80.—, k. k. Kom.-Rat Gottlieb Taußig 300.—, Hermann Strach 30.—, Moriz Weiß 115.—

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