Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 638 Dr. Mocb's MlocbenscbrM. Nr. 40 p *1V1« N'NI «TUT ,ö"o pnar "2-, }m und Nr. 67 s des zweiten Teiles, dem die einleitenden Worte vorangehen: pnar n a-trm 3TC pnsr na rtobar •warb 'n Auch verschiedene Gutachten Raschis haben in diesem Werke Aufnahme gefunden. Besonders find als solche Nr. 5, 6 und 7 des zweiten Teiles zu erkennen. Uebrigens enthält dieser Teil über dreißig Responsen, von denen wir einige im Machsor Vitry § 468 ff finden, wo sie tatsächlich als '"vnv rvnitpn bezeichnet sind. Aber auch Nr. 113 im ersten Teile ist sichtlich aus vier Responsen zusammengesetzt. Raschi scheint überhaupt ganze Serien Halakhoth über manche Themata verfaßt zu haben, die aber auf uns nur in Fragmenten kamen. So unter Anderm über das Gebot der Zizith treffen wir ein Kapitel, Nr. 46, das bloß über das Anknüpfen der Schaufäden handelt und schließt mit den Worten: rvsrs rrobn vb ip'bo, woraus deutlich das Vorhandensein verschiedener Vorschriften dieser Art hervorgeht. Daß der Sammler des Ritualwerkes nicht viel Fleiß auf seine Arbeit verwendete oder mit wenig Verständnis operierte, beweisen u. a. die Kapitel 59, 60 und 61 des ersten Teiles, die aus verschiedensten Entscheidungen, die logisch gar nicht zusammengehören, zu einem verschmolzen sind. Zu Teil I Nr. 49 möchten wir noch vergleichen Responsum eä. Harkavy, Nr. 49; ha-Eschkol Teil II., p. 101, wo dasselbe Responsum anonym figuriert; Bokrath Ha-Lewi, Sepher Ha-Sikkaron, Livorno 1845, p. 54 b, wo dasselbe im Namen des Hai Gaon überliefert ist; Resp. des Alfasi § 315 und Sepher ha-Jaschar (Rabenu-Tam) Traktat Hebamoth 8 2. Auch die äußere Ausstattung des Ha-Orah ist eine befriedigende, wenn sich auch hie und da ein Schreib- oder Druckfehler eingeschlichen hat. Nr. 53, Linie 8 des ersten Teiles ist das Wörtchen vb zu streichen. Im Üebrigen reiht sich dieses Buch den änderen Publikationen Bubers würdig an und wünschen wir dem unermüdlichen Forscher zu der uns in diesem Buch in Aussicht gestellten Veröffentlichung der noch unedierten Werke Raschis p3M pm! Antwerpen. Dr. L. Landau. Dr. H. Brody und Dr. K. Albrecht, i-em Die neuhebräische Dichterschule der spanisch-arabischen Epoche. Leipzig 1905, I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, XII. u. 220 S. Dr. H. Brody, Rabbiner in Nachod, der gelehrte Verfasser von zahlreichen auf die synagogale Poesie bezüglichen Schriften und Herausgeber des Diwans des Juda ha-Levi, hat sich mit K. Albrecht. Professor in Oldenburg, einem der wenigen christlichen Gelehrten, die noch über die Bibel hinaus für das hebräische Idiom einen Sinn haben verbunden, um eine Alt Chrestomathie der vorzüglichsten Dichtungen der klassischen, spanisch-arabischen Epoche herauszugeben. Die beiden Autoren wollen mit diesem Buche den hebräischen Dichtungen des Mittelalters, in welchen die altehrwürdige hebräische Sprache zu neuem Leben erwacht ist und in welchen die Gefühle und Stimmungen des vielgeprüften jüdischen Volkes zu solch poetischem Ausdrucke gelangen, mehr Liebhaber gewinnen und einen größeren Leserkreis sichern. Hoffen wir, daß es so sein wird, u. zw. Intra et extra muros, denn auch im eigenen Lager müffen wir für Verwertung unserer Schätze Propaganda machen. Das neue Buch kann diese Aufgabe aufs Beste erfüllen. Es ist mit all der exakten Gelehrsamkeit, mit der Gründlichkeit und Umsicht geschrieben, die wir namentlich seitens eines der Verfasser, seitens Brody kennen, und nimmt man noch die schöne Ausstattung, den fast tadellosen Abdruck der schwierigen punktierten Texte hinzu, ein Druck, der der Offizin W. Drugulin in Leipzig alle Ehre macht, so dürste es anerkannt werden, daß das Mittel zur Einführung in die mittelalterliche Poesie in vollendeter Weise geboten worden ist. Man weiß und wir beklagen es oft, daß nach der Bibel kein einziges jüdisches Buch in völlig verläßlicher Ausgabe vorliegt. Erst die Bewegungen der allerjüngsten Zeit versprachen hierin einen Wandel Sum Bessern zu schaffen. Synagogale Dichtungen nun, die so oft in Gebetbüchern verarbeitet werden, Produkte, die vermöge ihrer Sprache selbst Kennern nicht leicht verständlich sind, haben umsomehr die Fahrlässigkeit und die Verbefferungswut von Unberufenen an sich erfahren müffen. So ist es nun eine Erlösungsarbeit, die H. Brody und K. Albrecht an diesen Stiefkindern der Literatur vollbracht haben. Au den Gesetzen des Versmaßes wurde hier jede Silbe gezählt, jeder Vokal gewählt, jede Strophe gemeffen. In den knappen Anmerkungen werden die Schriststellen angegeben, auf denen sich die einzelnen Ausdrücke der Dichtung gründen; leider ist das in Bezug auf Talmud und Midrasch, die gleichfalls den Stoff zu diesen religiösen Dichtungen liefern, nicht in derselben erschöpfenden Weise geschehen. Was wir in dem schönen Buche noch vermissen, ist von der Art, daß darunter auch die Brauchbarkeit des Buches leidet. Wir hätten nämlich zu den Namen der 65 Dichter, unter denen.sich Dichterfürsten wie Salamon ibn Gabirol, Moses ibn Ezra, Jehuda Ha-Levi, Jehuda al-Charizi u. A. befinden, die auch einem größeren Publikum wohlbekannt sind, daneben aber auch weniger bekannte Namen, Isaak ben Kapron, Abün, Ehijja, Dawüdi u. A., wir sagen, wir hätten zu diesen Namen durchgängig einiges biographische Detml gern beigefllgt gesehen, wie wir das auch in anderen modernen Auszügen der Literaturgeschichte finden. Wie hätte es denn den Leser nicht interessiert, zu erfahren, daß z. B. einige der aufgeführten Dichter Zeitgenossen waren, daß sie also zu gleicher Zeit den Himmel des Judentums verherrlichten, oder daß z. B. Isaak ibn Ezra der Sohn des Abraham ibn Ezra ist, ein Umstand, der zwar aus den Noten hervorgeht, aber dort nicht augenfällig gemacht ist? Wir hätten ferner gewünscht, daß der Gedankengang und Inhalt einiger größerer Gedichte kurz skizziert werden; die knappen deutschen Ueberschriften leisten diesen Dienst nicht. Da wir gerade das Wort „deutsch" gebrauchen, möchten wir bemerken, daß im „Inhalt" merkwürdigerweise „Scholars of Menahßm" ohne Grund englisch lautet. Der „Inhalt" ist nicht sorgfältig genug gearbeitet, denn neben I i s h ä q ist einmal Isak stehen geblieben (S. 7 übrigens auch im Text); ist das auf Rechnung der Arbeitsteilung der beiden Autoren zu schreiben? Unpraktisch finde ich auch, daß sewa quieseens, wo es metrisch mobile ist, mit einem Meteg versehen ist (S. VIII). Gleich auf der ersten Seite decken sich die Zahlen der Zeilen im Texte nicht mit denen in den Noten, Kleinigkeiten, die bei einem solch minutiös korrekten Drucke umso mehr auffallen. Sollte S.2,Z.74 nicht,13 punktiertsein (mit Segol)?Vgl.Steuernagel, Hebr. Gramm. § 19: na im Satzanfang (wird) auf das kürzere .13 reduziert. Vgl. ferner den Ausruf in Psalm 39, 5. — S. 57 in der Note (und auch sonst im Texte) 13M, wenigstens nicht üblich. Daselbst Z. 2 'pVL im Plural zu punktieren, nach Psalm 35, 5, und das Metrum spricht nicht dagegen. - In Nr. 3, Z. 10 und Nr. 4, Z. 5, wird Ehasdai ibn gaprüt poetisch ,1*70 WUl genannt; die zwei Stellen hätten verdient, auf einander bezogen zu werden. Die Kunst des Hinweises von einer Stelle auf die andere ist jedem Autor hinlänglich bekannt, dennoch geschieht es in diesem Buche, daß eine nach arabischem Muster erfolgte kurze Messung eines Wortes etwa zwanzigmal angemerkt wird, ja auf S. 136 geschieht das auf derselben Seite zweimal. Ohne solche unnötige Wiederholungen wäre selbst bei der knappen Art der Anmerkungen für anderes Material Raum gewesen, und die Autoren sind in ihrem Thema so gründlich bewandert, daß sie uns gewiß noch viel Belehrung hätten geben können. Hoffentlich werden sie diese Belehrung in anderer Form geben, namentlich dürfte eine ähnliche Chrestomathie auch für die fränkischgermanische Schule sehr erwünscht sein. Budapest. Dr. Samuel Krauß. Neue Bücher. K. Dubensky, Direktor. Gedenkschrift zur 50 jährigen Jubiläumsfeierder israelitischdeutschen Volksschule in Czernowitz. Verlag der israelitischen Kultusgemeinde. Czernowitz 1905. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, III/2, Untere Viaduktgasse 25. II. Jahrgang. Heft 10. Oktober 1905. Inhalt: Noch einmal über zionistische Mittelschulvereine. Josef Meist: Josef Süß Oppenheimer. A. Freund: Th. Herzl's zionistische Schriften. Andrzej Niemojewski: Septuaginta. S i e g m u n d Leicht: Ruf zum Turnen. B u k i ben Jogli: Das Lied der Nachtigall. E. M.: Zukunft. Rundschau. Bücherschau. Ko rr esp ond enz en. Briefkasten. K. L. Anton A s ch e r erblickte am 15. Juli 1620 in Dresden das Licht der Welt. Ludwig Tieck, der berühmte Dichter, der damals Dramaturg der Hofbühne war, erzog ihn zur Schauspielkunst. Karl Frenzl schrieb über ihm in den Gutzkow's „Unterhaltungen am häuslichen Herde": „Ein Schauspieler, den ganz Frankreich kennen würde, wenn er in Paris lebte und auch nur im Palais Royal oder in den Barietös spielte." Alexander Hofmann. Ueber künstliche Nährpräparate und ihre rituelle Zulässigkeit ist eine eigene Schrift erschienen und die können Sie erhalten bei Johann Wirth, Hofbuchdruckerei in Mainz. Dr.Jul.Halpern. Wir notieren nach Ihrem Wunsch: Der frühere Minister v. Koerber sagt allerdings: „Meine juristischen Anschauungen zwingen mich, der ich im politischen Leben sozusagen an jedem Tage dem Kompromiß das Wort rede, auch auf dem Gebiete des Zivilrechtes, in emer