Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40 Dr. Bloch's Wochrnfchrifk. Seite 639 wichtigen Frage zu einem von der gewöhnlichen Praxis abweichenden Verhalten, denn ich meine, daß ein einmal eingeleiteter Prozeß in der Regel auch nur durch einen Gerichtsspruch beendigt werden sollte. Jeder Vergleich enthält die Aufopferung eines Stückes guten Rechtes, das dem Gegner ohne Recht zufällt. Dem Geiste unserer ausgezeichneten neuen Zivilprozeßordnung lregt der Vergleich ferne, und weil er bei manchen Vorteilen als die leider noch immer geltende Regel zu betrachten ist, kann ich mich mit seiner tief korrumpierenden Wirkung wirklich nicht befreunden. Sie sehen, meine Herren, daß ich mir meine eigenen Gedanken mache, von denen Ihnen vielleicht mancher nicht sympathisch ist usw." Er glaubte, was Neues vorzutragen, der Minister wußte aber nicht, daß er Gedanken alter Talmudisten im österreichischen Parlamente vortrug. In Synhedrin, 6 b liest man: R Elieser, Sohn des R. Jose, des Galiläers, lehrte: „Dem Richter ist es nicht gestattet, in einer vor das Gericht gebrachten Streitsache die Parteien zu einem Vergleiche aufzufordern; welcher Richter solches tut, begeht eine Sünde, und wer einen solchen Richter für sein Vergehen noch lobt, lästert Gott, denn Pflicht des Richters ist es, das Recht zu sichern, dem Rechte gleichsam zu Hilfe zu kommen." Leopold Schwarz, Schriftsteller in Brünn. Das war ein Druckfehler. Es sollte allerdings „Maleachi 4, 2" heißen. Einen neuerlichen Aufsatz über den hebräischen Sprachunterricht müssen wir dankend ablehnen. I. Löwenbein. Ingenieur, Wien. Der Artikel „Die körperliche Minderwertigkeit der Juden" (Nr. 31, vom 11. August 1905), war vor zwei Jahren mit vollständig demselben Wortlaut in der ,.W e l t" abgedruckt und wurde uns von dem Verfasser, einem Freunde des verewigten Dr. Theodor Herzl, zum neuerlichen Abdruck übergeben. Da der Artikel wichtige, interessante und lehrreiche Daten enthält, welche ein Ehrenzeugnis für die Unverwüstlichkeit der jüdischen Rasse bilden, hielten wir es für verdienstlich, durch einen Neuabdruck ihn zur Kenntnis unserer Leser zu bringen. Die neujüdischen Turner in Wien und Berlin haben gegen diesen Artikel, als er in der „Welt" zu lesen war, keinen Einspruch erhoben. Nunmehr aber erschien dieser Artikel in der „Oesterr. Wochenschrift" und mit einemmale entdecken die Herren in diesem selben Artikel die bösesten Ketzereien. Eine „Jüdische Turnzeitung" Nr. 8, auf welche Sie uns aufmerksam machten, hat den Zweck und die Absicht des Artikelschreibers auch bald mit dem eines Oberschmock würdigen Scharfsinn heraus gefunden. „Die jüdische Turnbewegung ist am Werke, durch systematische Arbeit zunächst einmal der Erkenntnis, daß eure Besserung vonnöten ist, die Wege ' zu bahnen. Aber das heißt ja zugeben, daß da etwas verbesserungsbedürftig ist. das erfordert Arbeit und Opfer. Also schreitet Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" ein und beweist in einem Leitartikel, daß „man sogar zu einer dem landläufigen Axiom von der Minderwertigkeit entgegengesetzten Meinung gelangen müsse". Diese plumpe Verdächtigung hätten wir, wie so manche andere, vdn ähnlichen Biedermännern herrührende unbeachtet gelassen, wenn wir nicht hier gerade ein Schulbeispiel hätten für die löbliche Methode dieser neuentstandenen Judenretter, die vom Judentum keine größere Kenntnis besitzen als unsere Wiener Antisemiten, deren Manieren sie kopieren. Gegen wen richtet sich nun die böswillige Insinuation und auf wen fällt sie zurück? Hat der verstorbene Dr. Theodor H e r z l durch den Artikel seines Freundes in der „Welt" beweisen wollen, daß innerhalb des Judentums nichts „verbesserungsbedürftig" ist? Nein? Warum wird dieser Artikel zum Verbrechen, warum erhält er plötzlich eine neue Tendenz, sobald er in der „Österreichischen Wochenschrift" erscheint? Gewiß, die Herren haben den Artikel seinerzeit in der „Welt" nicht gelesen, sie hätten sich sonst die Blamage erspart; sie lesen die „Oesterreichische Wochenschrift" aufmerksamer und genauer als die „Welt" und deßwegen wollen wir nicht weiter mit ihnen rechten. 035 b e st e GerränhrungsmilteI für fie b er ml e Kra n k e i sf 1 Ceres Apfelsaft der NahrmifMI werke „CE R E S” Aus sie Stiftung zur Unterstützung israelitischer Studierender, ge» widmet von Dr. Sem Plohn zum Andenken an seinen Vater Jakob Plohn. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien verlautbart hiemit, daß das Zinsenerträgnis der oben genannten Stiftung per 700 Kronen zusammen für das Schuljahr 1905/06 1. in Beträgen von je 200 Kronen an israelitische hilfsbedürftige und unterstützungswürdige eheliche Nachkommen der Geschwister des Herrn Jakob Plohn, als Vater des Stifters, welche eine öffentliche Mittel¬ oder Hochschule in Oesterreich besuchen; 2. daß der nach Beteilung der sud 1) bezeichneten Kompetenten etwa verbleibende Zinsenrest an israelitische hilfsbedürftige und unterstützungswürdige Gewerbeschüler in Wien in Beträgen per je 100 Kronen zur Verleihung gelange. Die mit dem Geburts-, Armuts- und den betreffenden Studienzeugnissen und bezüglich der sud 1) bezeichneten Bewerber mit dem legalen Nachweise der Verwandtschaft mit dem Stifter versehenen Gesuche sind bis 31. Oktober 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seltenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchs belege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Dr. Karl Bauer'sche Widmung für Stipendien. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß aus den Erträgnissen per K 1000 — der von Herrn Moriz Bauer zur Erinnerung an seinen am 9. Juni 1897 verstorbenen Sohn 4IIl)r. Karl Bauer errichteten Widmung mehrere Stipendien an würdige, unterstützungsbedürftige israelitische Absolventen der k. k. Wiener juridischen Fakultät zur Verleihung gelangen werden. Die Bewerber haben ihre Gesuche, welche 1. mit dem Geburtsscheine, 2. dem Zeugnisse über die mit Erfolg abgelegte rechtshistorische Staatsprüfung, 3. dem Armutszeugnisse oder dem Nachweise, daß fie in dem letzten Studiensemester von dem Kollegiengelde befreit waren, 4. dem Absolutorium der k. k. Wiener juridischen Fakultät belegt sein müssen, bis längstens 31. Oktober 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4,1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können» während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Kompetente Bewerber, welche sich in den juri st i scheu Seminar Übungen hervorragend betätigt haben, werden vorzugsweise berücksichtigt. Gesuche, welche nicht mit den oben angeführten Dokumenten belegt sind oder nach Ablauf des Konkurstermines überreicht werden, können nicht in Behandlung gezogen werden Der Vorstand der israel. Kultnsgemeinde. israelitisches Tochter-Pensionat Ausbildung Ina Hnnshnlt 1650 Frau Elise Holzbock Breslau, XIII., Kaiser Wllhelmstrasse 9 Vorzügliche Referenzen im Innnd Anslande. — Prospekte aut Wunsch. — Während der grossen Ferien Aufenthalt im Gebirge. Ziehung unwiderruflich II. November 1905. Wiener k. k. Polizei-Lotterie I Los kostet I Krone. Der I. Haupttreffer Kronen 3O>OO0 Kronen sowie II 5000 Kronen und III. 1000 Kronen wird in barem Gelde über Allerhöchste Bewilligung Seiner k. u. k. apostol. Majestät und auf Verlangen des Gewinners abzüglich 10V . und der gesetzlichen Gewinnsteuer ausbezahlt — Lose erhältlich in allen Wechselstuben, Lotto-KoIIekturen und Tabak-Trafiken. K k. Polizei-Lotterie-Bureaux befindet sich Wien, I., Schottenring II (im Polizei-Direktionsgebäude). Alfred Pollak & Thieben Wien, VII., Burggasse 58 b Fabrik für Messingmöbel m Sfahidrahtmatralzen Telephon 899V Parninenie Ausstellung oline Kaufzwang. 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