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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-09-29 · 39 (29.9.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
39 (29.9.1905)
Date
1905-09-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Bloch's WochrnsrtzrM Seite 621 In- und Auslandes bereits subskribiert haben, während von den österreichischen Kultusgemeinden, welche in allererster Linie in Betracht kommen, sich bisher nur wenige gemeldet baben. Es ist zu hoffen, daß die Gemeinden sich baldigst ihrer Pflicht erinnern und schleunigst nachtragen, was sie bisher versäumt haben. Floridsdorf. Bei der Wahl in den dritten Wahlkörper der Personaleinkommensteuerkommission wurden die fortschrittlichen Kandidaten Dr.' Jakab König, Emil F a n t o und Moritz Schwarz mit 99 Stimmen gewählt. Die Kandidaten der Christlich-Sozialen Michael Null und Josef Samer blieben mit 96 Stimmen in der Minorität. Preßburg. (Der Heimgang eines verdienten S ch u l m a n n e s.) Samstag den 23. d. M. starb in seiner Wohnung, Stefaniegaffe 36,- nach kurzem, schweren Leiden der Lehrer an den Schulen der hiesigen orthodoxen Kultusgemeinde, Herr Adolf Hahn, ein naher Verwandter des ruhmlichst bekannten Orientalisten V a m b e r Y. Der Verewigte war ein pflichteifriger, tüchtiger Lehrer, ein biederer Charakter, ein Musterbild ehrlichen Strebens. Di ehr als 35 Jahre hindurch war Adolf Hahn in Klausenburg und in hiesiger Stadt, deren Sohn er war, an der Knabenschule der or^odoxen israelitischen Gemeinde tätig. Ebenso wirkte derselbe als Religionslehrer an der hiesigen Staatsoberrealschule, wie an der Handelsakademie. Er erfreute sich ob seines stillen, bescheidenen Wesens, seines biederen Charakters, seines tiefen Wissens allgemeiner Achtung. Gelegentlich seiner vor drei Jahren erfolgten Pensionierung auf eigenes Ansuchen wurden ihm seitens seiner Vorgesetzten Schulbehörde, wie seitens seiner Kollegen ehrende und verdiente Ovationen zuteil. Die Beliebtheit und die Wertschätzung, denen sich der tüchtige Pädagoge hier in allen Kreisen erfreute, zeigte sich in eklatanter Weise bei seinem Leichenbegängnisse, an welchem sich eine unübersehbare Menge Leidtragender beteiligten. Unter den Trauergästen bemerkten wir die Vorsteher der israelitischen Kultusgemeiude, die Repräsentanz, den Schulstuhl unter Führung seines Präsidiums, die Lehrkräfte und Professoren sämtlicher hiesiger israelitischer Volks¬ und Bürgerschulen mit der Schuljugend, den Direktor der höheren Handelsschule Johannes Jones, Dr. Klug, Prof. Szilagyi u. v. a. Im Trauerhause hielt in Vertretung des gesamten Lehrkörpers der Lehrer der israelitischen Knabenschule Herr Lazar Oesterreicher eine tiefergreifende, formvollendete Trauerrede, die durch Eloquenz des Vortrages, sowie durch die besondere Gewähltheit der Sprache tiefen, nachhaltigen Eindruck bei der Trauerversammlung hervorrief. Nun wurde der Sarg gehoben und der unendlich lange Trauerzug setzte sich in Bewegung. Am Grabe sprachen noch Rabbi Sam. Donath und der Direktor in Pension Bernhard Spitzer im Namen der gewesenen Kollegen, wie des Lehrkörpers der orthodoxen Schu.en. Der Verewigte war als Schüler des verstorbenen hiesigen Rabbiners Soser ein tüchtiger Kenner unserer Sprache, der jüdischen Geschichte und gehörte zu den Lieblingen des berühmten Nathan Lieber. Möge ihm die Erde leicht sein; Randnitz. An Stelle des Herrn Adolf Braun, der als Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde resigniert hat, wurde dessen bisheriger Stellvertreter, Stadtverordneter Herr Ignatz P o l l a k, zum Vorsteher, für ihn Heinrich M e st i tz, Fabriksbesitzer, zum Vorsteher-Stellvertreter gewählt. St. Pötten. Samstag den 16. d. M. verschied in Prinzersdorf nach langem schmerzhaften Leiden der Nestor und ehemalige langjährige Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde, Gründer, Vorstand-Stellvertreter und Ehrenmitglied der Chewra- Kadischa St. Pölten, Herr Moses Frank, Mühlen- und Realitätenbesitzer in Prinzersdorf im 86. Lebensjahre. Was der Verstorbene der Gemeinde und Chewra-Kadischa gewesen, dies bewies die überaus zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse, das Montag den 18. d. M. stattfand. Die Freiwillige Feuerwehr von Prinzersdorf gab dem Verblichenen korporativ das Geleite bis außerhalb genannten Ortes. Die Hülle unseres allverehrten Ehrenmitgliedes wurde in die Synagoge, der Stätte seines Wirkens, nach St. Pölten gebracht, in welcher von der Ehewra-Kadischa eine besondere Trauerfeierlichkeit veranstaltet wurde und Seine Ehrwürden Herr Dr. Adolf Schächter dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf hielt; außerdem gedachte unser Herr Rabbiner noch im Sterbehause und am Friedhofe in schönen Worten der Verdienste des Verewigten. Die Kultusgemeinde sowohl, wie auch die Chewra-Kadischa St. Pölten werden demselben ein immerwährendes, ehrendes Andenken bewahren. Prag. (Probepredigten.) Infolge der Berufung des Herrn Dr. Jul. Fis ch e r zum Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Budapest gelangt der Posten eines Rabbiners und Predigers im Prager neuen isr. Tempel zur Besetzung. Aus diesem Anlasse hat der Vorstand den Beschluß gefaßt, Gast-, bzw. Probepredigten schon während der hohen Feiertage abhalten zu lassen, zu denen die Herren Rabbiner Dr. Funk aus Preßburg, Dr. Schwarz aus Eger, Dr. Herzog aus Smichvw und Dr. Schornstein aus Leitmeritz eingeladen worden find. An den Neujahrsfeiertagen wird Herr Dr. Funk, am Versöhnungsfest Herr Dr. Ed. S ch w a r z, an den beiden ersten Laubhüttenfesttagen Herr Dr. David Herzog und an beiden Tagen des Schlußfestes Herr Dr. Maximilian Schornstein die Probepredigten halten. Leitmeritz. Freitag den 22. a. c. wurde Frau Wilhelmine Steiner, Gattin des k. k. Gerichtssekretärs Simon Steiner unter lebhafter Teilnahme der Bevölkerung zur letzten Ruhe geleitet. Unter den Trauergästen bemerkte man sämtliche Herren Beamte des Kreisgerichtes mit Herrn Kreisgerichtspräsidenten Hofrat I e d l i t s ch k a an der Spitze, ferner viele Advokaten, die Kultusgemeinde-Repräsentanz u. v. A. Am Grabe sprach Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Max Schornstein in bewegten, zu Herzen gehenden Worten und gab hiemit wiederum den Beweis seiner Beredsamkeit und seines Ernstes, mit welchen er den Pflichten seines Berufes obliegt. W. H. Franzensbad. Dienstag den 19. September fand die Trauung des Fräulein Aug. W e tz l e r, Tochter des Herrn Jonas W e tz l e r aus Floß in Bayern, mit Herrn Leo W e l d l e r aus Wien in Franzensbad, „Hotel Adler", statt. Mähr -Ostrau. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde ist von einem schweren Verluste getroffen worden. Diese Tage verschied nach verhältnismäßig kurzem Krankenlager der Schulleiter der hiesigen israelitischen Volksschule und Religionslehrer der Volksschule im II. Bezirke Herr Samuel Spitzer im 61. Lebensjahre. In ihm verliert die israelitische Kultusgemeinde einen ihrer ältesten und verdienstvollsten Lehrer und die Lehrerschaft einen der tüchtigsten berufsfreudigsten Kollegen. Der Verstorbene war am 5. März 1845 in Böfing (Ungarn) als Sohn des dortigen Lehrers Josef Spitzer geboren, wirkte durch 14 Jahre als Direktor der Volksschule in Sereth (Ungarn)"und seit 1874, also seit 31 Jahren, als Lehrer an der israelitischen Volksschule in Mähr.-Ostrau, an welcher er im letzten Jahre zum Schulleiter befördert wurde. Er war seit 1870 mit seiner Frau Regina verheiratet, welcher Ehe 12 Kinder entsproffen, von denen jedoch bloß 3 am Leben find. Der Sohn, Ingenieur Rudolf Spitzer, ist derzeit Professor an der Realschule in Sternberg, eine Tochter an den Buchhalter der Dzieditzer Montangewerkschaft G. Tyslowitz verheiratet, die jüngste Tochter Blanke Schülerin der hiesigen Mädchenhandelsschule. Der Verstorbene war durch 45 Jahre im Lehramte tätig, darunter 32 Jahre an der israelitischen Volksschule, wo er einige Generationen der hiesigen Gemeinde herangebildet hat. Den Hinterbliebenen wurde anläßlich dieses Todesfalles von allen Seiten der Ausdruck der innigsten Teilnahme insbesondere seitens des Vorstandes der Kultusgemeinde und deren Beamten zugewendet. Gaya. Donnerstag den 14. d. M. fand hier die Installation Sr. Ehrwürden Rabbiners Dr. Julius R e a ch statt. Am Tempeleingange begrüßte Se. Ehrwürden die Schülerin Erika Mandl mit einer herzlichen Ansprache. Bei dem hierauf folgenden Festgottesdienste entwickelte Dr. R e a ch an der Hand Maleachi 7, 2 sein Programm. Am selben Abend fand ein vom gesamten Ausschuß veranstaltetes Bankett statt, bei welchem er namens der einzelnen Vereine herzlich willkommen geheißen wurde. Derselbe festliche Empfang wurde auch seiner Frau Gemahlin bereitet, die von der Präsidentin des Vereines jüdischer Frauen zu dem der Frau Rabbinerin zu Ehren veranstalteten Feste geleitet und vom Vereine in den Vereinsvorstand ausgenommen wurde. Fiume. Vergangenen Freitag, den 22. September, fand im hiesigen isr. Tempel die feierliche Installation unseres neugewählten Rabbiners Dr. Josef Frank statt. Vor Beginn des Gottesdienstes wurde Dr. Frank vom Präsidenten Dr. Heinrich Saeto und Vizepräsidenten Direktor I. Goldmann mit herzlichen Worten im Gemeindesaale begrüßt, wo sämtliche Vorstands-

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