Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 39 (29.9.1905)
- Date
- 1905-09-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 39 Dr. Llocb's MocdenscbrM. Seite 619 anderen jüdischen Kolonien einen Besuch ab, bevor er wieder nach Jerusalem zurückkehrte. Auch der Tabaksbau scheint gute Aussichten für die Zukunft zu bieten. Der letzte Jahresbericht gibt 25.000 Francs als Einnahme aus dem Verkauf der Erzeugnisse von Rosch-Pina (unweit Safed) im Jahre 1904 an. Der älteste Tunnel. Die glückliche Vollendung des Simplontunnels hat Dr. Bertholet, Professor an der Universität Basel, veranlaßt, die Erinnerung an einen Tunnelbau aufzufrischen, der an sich zwar unbedeutend gewesen sein mag, aber den einzigartigen Vorzug genießt, wohl der älteste seiner Art gewesen zu sein, da seine Erbauung mehr als zweieinhalb Jahrtausende zurückliegt. An zwei Stellen des Alten Testamentes ist davon die Rede, daß der König Ezechias seine Hauptstadt Jerusalem mit einer Wasserleitung versorgte, und Jesus Sirach sagt noch genauer: „Ezechias befestigte die Stadt und leitete Wasser hinein; er ließ mit Bronze den Fels durchbohren, um das Wasser in einem Reservoir aufzubewahren." (Luther übersetzt weniger genau: Er ließ in den Felsgraben und Brunnen machen.) Aus dieser Angabe darf man schließen, daß damals bereits Felsbohrungen mit Werkzeugen aus Bronze vorgenommen wurden. Es ist auch mit ziemlicher Sicherheit bekannt, daß der betreffende Tunnel bei dem Orte Siloe gelegen war, denn es ist später noch verschiedentlich davon die Rede, auch noch beim Evangelisten Johannes. Ezechias scheint mit diesem Tunnelbau zweierlei bezweckt zu haben: einmal die Stadt Jerusalem im Falle einer Belagerung mit gutem Trinkwasser zu versehen und gleichzeitig dem Belagerer das Wasser zu entziehen, indem er es nach der Stadt leitete. Der Tunnel von Siloe besteht noch heute. Im Jahre 1888 entdeckten dort badende Kinder eine Inschrift, die sich bei genauer Prüfung als althebräisch erwies. Vermischtes. Kranzablöfungsspenden zugunsten der Chetv ra-Kadischa I., Scitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Simon Mayer: Von Jacques Mayer X 10.—, Dr. Adolf Huber 4.—, Salomon Mayer 10.—, Rosalia Mayer 10.—, Irene Hirsch 2.—, Friedrich Mayer X 2.—. Zusammen K 38.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Löwin ger: Von Familie Sigm. Geiringer X 10.—, Adolf Goldenstern X 4.—. Zusammen K 14.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz L u st i g: Von Frau M. L. X 20.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Marie R o s e n f e l d: Von Dr. Louis P. X 10.—, Ignaz Rosenfeld. Sillein X 10.—, Josef Bloch und Frau X 10.—. Zusammen K 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon R o s n e r: Von Moritz Elßler X 25.—, Josef Sittig X 10.—. Zusammen X 35.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Salomon N e u m a n n: Von Wilhelm Löwy K 10.—, Max Neumann X 10.—. Zusammen X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. I s i d o r F r i e d m a n n: Von Josef Friedmann. New-Aork X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Ferdinand Fischer: Von Max Schweiger X 10.—, Arnold Bürger K 10.—, Annette Fischer K 10.—. Zusammen K 30.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina Münz: Von Gustav Berlitzer und Frau X 30.—, Marie und Wilhelm Saab X 10.— Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens der sel. K a t h a r i n a F r i e d m a n n: Von Leopold Robitschek, Brüx X 20: , Edmund Hofmann K 5.— , Jakob Mensch K 2.—, Hugo Weiß X 20.—, Josef Mandl u. Familie X 20. --, Richard Friedmann X 20.—, David Mandl X 5 —, Isidor Beinhacker X 10.—, Filipp Götzl K 10.—, Verein zur Hebung der Gewerbe X 10.—, Familie Salomon Friedmann X 40.—, Familie Karl Friedmann X 20.—, Familie I. Weinmann X 4.—, Julius Groß X 10.—, Josef Feßler X 2.-, Siegfried Beer X 10 —, I. Löwenstein X 2.—. Zusammen X 210.—. Wien. (Vermählung.) Sonntag den 24. September fand um 12 Uhr mittags in dem Tempel der Seitenstettengaffe die Trauung des Fräuleins Stephanie Fialla, Tochter des Hof- und Gerichtsadvokaten Herrn Dr. Hermann Fialla, mit Herrn Karl Forchheimer, Mitchef der Firma Hugo Forchheimer in Frankfurt a. M., statt. Das festlich geschmückte Gotteshaus war von einem distinguierten Publikum dicht gefüllt. Unter den Anwesenden bemerkte man: den Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, den Vizepräsidenten kaiserlichen Rat Moriz Hirsch, die Vorstandsmitglieder Dr. Markus Spitzer, Salo Cohn, Salo Landau, Dr. Adolf Stein, Architekt Oskar Marmorek, kaiserl. Rat Wilhelm Pollak, Bethausvorsteher Lemberger und Wasservogel, den Obmann des Tempelvereines im IX. Bezirke Gottlieb Bettelheim und Frau, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Brünn Dr. Hieronymus Fialla mit Gemahlin, Rabbiner Dr. Feuchtwang und Frau, Frau Dr. Güdemann, Frau Dr. Grunwald, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Marcell Hofmann, Dr. S. Lewit, Dr. Schnürmann, Dr. Friedrich Elbogen, Dr. Julius Relly, Landesgerichtsrat Spitzkopf, Gerichtssekretär Dr. Ernst Bettelheim, Hofrat Profesfor Dr. Pollitzer, Hofrat Dr. Marcell v. Frydmann, Regierungsrat von Winternitz, kaiserlichen Rat Wilhelm Steiner Mit Frau, Baurat Wilhelm Stiaßny mit Frau, Kommerzialrat Adolf Neumann, Frau Polizeirat Stukart, Frau Baronin Lazi v. Gutmann, Frau Professor Pick (Prag), Professor Dr. Pollak, die Justizräte Hahn (Nürnberg), Dr. Held (Nürnberg), die Rechtsanwälte Dr. Friedlaender (München), Dornitzer (Nürnberg), Dr. Teutsch (Nürnberg), Redakteur Dr. Josef S. Bloch, Großindustriellen Lajos Kriser und Frau, Leoopld Harpner, Großgrundbesitzer Wilhelm Felber, Hofopernsänger Leo Slezak mit Frau, Maler Isidor Kaufmann und Frau, Komponist Charles Weinberger, eine Damenabordnung des Vereines „Frauenhort", und zwar Präsidentin Rosa Zifferer und Vizepräsidentin Regine Kopstein u. v. a. Die Trauungszeremonie vollzog Oberrabbiner Dr. Güdemann, während die kantoralen Funktionen Oberkantor Singer oblagen. Dr. Güdemann richtete an das Brautpaar eine herzliche Ansprache, in der er die beiden Elternpaare als nachahmenswerte Beispiele pries. Er betonte die Wertschätzung, deren sich der Brautvater inner- und außerhalb seines Berufes in den weitesten Kreisen erfreut, deffen rege Anteilnahme an jüdischen Gemeindeangelegenheiten, die Herzensgüte der Brautmutter, die hervorragende Stellung des Vaters des Bräutigams in der Industrie und die Vorzüge der Mutter des Bräutigams, sowie die Innigkeit des beiderseitigen Familienlebens. Der Bund des Brautpaares entspringe deffen wahrer Herzensneigung, und wenn diese die Braut auch in die Ferne führt, fänden die Eltern doch volle Befriedigung in dem Glücke ihres Kindes. Die herzlichen Worte des Seelsorgers machten auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Um 1 Uhr mittags fand in der Wohnung der Brauteltern ein Empfang statt, zu dem außer den meisten der bei der Trauung Anwesenden noch viele andere erschienen, u. a. Regierungsrat Frankl und Frau, Polizeikommiffär Eichberg, Hofrätin von Kogerer, Frau Hofrat Professor Mraczek, eine Deputation des Kaiser Franz Josef-Ferienheimes, und zwar Frau Präsidentin Sofie Grünfeld, Frau Vizepräfidentin Quittner und die Vorstandsdamen Frau Kommerzialrat Adele Neumann und Frau Dr. Friedmann. Die Deputation überbrachte eine künstlerisch ausgestattete Adresse, die die Verdienste der Frau Julie Fialla als einstiger Vizepräfidentin des Vereines, sowie das werktätige Interesse ihres Gemahls an dem Gedeihen des Vereines würdigte. Es waren auch Hunderte von Glückwunschtelegrammen eingelangt. Beim Hochzeitsdiner fehlte es nicht an überaus gelungenen Trinksprüchen. Nachdem Herr Dr. Hermann Fialla die Hochzeitsgäste herzlichst begrüßt hatte, brachte Herr Dr. Hieronymus Fialla einen Trinkspruch auf das Brautpaar aus. Regierungsrat von Winternitz widmete sein Glas der Familie Fialla, Herr Dr. Josef S. Bloch der Familie Forchheimer, Rechtsanwalt Friedländer trank auf die Verbindung der beiden Familien, Rechtsanwalt Dormitzer ließ in einem überaus witzigen und geistsprühenden Toaste die Damen hochleben. Erst gegen Mitternacht endete das schöne Familienfest. Wien. Sonntag, den zweiten Tag Rosch-Haschono, wird Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang in der vom Vorstande errichteten Bethaus-Filiale, XIX., Hofzeile 20, eine Predigt abhalten.