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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-09-15 · 37 (15.9.1905) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
37 (15.9.1905)
Date
1905-09-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 588 rur. JBtocb’s Mocbenscbritl. Nr. 37 er sehr in Schrecken versetzt und außerdem wurden seine ganzen Dispositionen über den Haufen geworfen. Seine wiederholten Versuche, sich die Erlaubnis für einen längeren Aufenthalt zu verschaffen, blieben erfolglos. Als er seine Anordnungen für baldige Abreise traf, schwoll der Kanonendonner der Schlacht nach Mukden herüber. In der durch den japanischen Angriff veranlaßten Verwirrung vergaßen die Ruflen an ihn und er erwartete den Ausgang des Kampfes in einem Versteck in Mukden. Als die Japaner als Sieger nach Mukden kamen, stellte sich der Kaufmann vor und wurde, als man ihn erkannt hatte, daß er kein Spion war, aufs beste ausgenommen. Als man erfuhr, daß er Jude war, sagte man zu ihm: „Mit Gottes Hilfe nehmen wir Rache an den Russen für das Gemetzel von Kischenew". — Ebenso charakteristisch ist der Fall des japanischen Leutnants Tutsu. Tutsu, ein gebürtiger Japaner, hatte schon oft an Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Shanghai das Ersuchen gestellt, ihn in den jüdischen Glauben aufzunehmen. Nach langer Zeit eifriger Vorbereitung wurde er vollständig nach dem Ritus ausgenommen, unter dem Namen Abraham Ger (das heißt Proselyt). Mit großer Schnelligkeit und eben solchem Eifer lernte er hebräisch und konnte bald fließend die Gebete sagen. Veranlaßt hatte ihn die Lektüre eines Buches, das die Wiedereinsetzung eines jüdischen Reiches in Palästina behandelt und welches von der hohen Sendung des Judentums spricht. Er fühlte den innigen Wunsch, nach Jerusalem zu pilgern, wurde aber, gerade als er abreisen wollte, einberufen und ist seitdem verschollen. Der Fall lehrt doch zweifellos einen hohen Grad von Verwandtschaft zwischen der jüdischen und der japanischen Anschauungsweise. Vermischtes. Hofrat Professor Politzer. Gegenüber unserer Mitteilung in Nr. 34 erfahren wir ans verläßlicher Quelle, daß Hoftat Profeffor Politzer seinen 70. Geburtstag erst im nächsten Monat Oktober feiert. Wien- (Trauung.) Sonntag den 24. September l. I. um 12 Uhr Mittags findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Stephanie Fialla, Tochter des Hof- und Gerichts-Advokaten Herrn Dr. Hermann Fialla, mit Herrn Karl Forchheimer, Mitchef der Firma Hugo Forchheimer in Frankfurt a. M. und New-Orleans, statt. Talmud Thora-Bereinsschnle für die Bezirke XlL—XV, Turuergasse 22. Die Einschreibung der Schüler und Schülerinnen für das Schuljahr 1905/6 findet im Schulraume statt: Montag den 18. September von 5—7 Uhr nachm.; Dienstag den 19. September von 5—7 Uhr nachm.; Donnerstag den 21. September von 5—7 Uhr nachm. Die Anmeldung — auch derjenigen Kinder, welche bereits im Vorjahre unsere Schule besuchten — wird für die angesetzte Zeit der Einschreibung erbeten, da eine spätere Anmeldung nur nach Maßgabe des vorhandenen Raumes berücksichtigt werden könnte. Der Unterricht beginnt Montag den 2. Oktober d. I. Der Fortbildungskurs für fortgeschrittene Mittelschüler und Erwachsene beginnt Samstag den 28. Oktober d. I. um ya7 Uhr abends. Wien, im September 1905. Die Schulleitung, Wie». (Mädchen-Unter st ützungsvere in.) An den Schulen dieses Humanitären Vereines beginnen die Einschreibungen: Donnerstag den 14. d. M. 9 Uhr ftüh für die Fortbildungsschule und werden Freitag den 15. d. M. für die Arbeitsschulen und die wenigen noch verfügbaren Plätze des Handelslehrkurses und Montag den 18. d. M. für den Bonnenkurs und den Kurs für Stenographie und Maschinschreiben fortgesetzt. Der Unterricht wird durchwegs unentgeltlich erteilt. Aufnahmsbewerberinnen (unbemittelte israelitische Mädchen, welche das 14., für die letztgenannten Kurse das 15. Lebensjahr erreicht haben) wollen sich mit ihren Eltern oder deren Stellvertretern unter Beibringung des Geburts- und Schulentlassungs-Zeugnisses in der Schulkanzlei: II., Kaiser Josefsstraße 32 melden. In die Fachschule für Kleidermachen findet keine Auftahme statt. Wie». (Verein hmt)' my Adaß Iisroel sSchiffsynagogej II., Große Schiffgasse 8.) Der Unterricht an unserer Privat-Religionsschule für Knaben und Mädchen beginnt Sonntag den 17. September. Die Einschreibung findet statt: Mittwoch den 13. September von 9—12 Uhr vormittags, Donnerstag den 14. und Freitag den 15. September von 10 Uhr vormittags bis Vzl Uhr nachmittags. — Weiterhin Sonntag von 8—12 Uhr vormittags, Mittwoch von 2—6 Uhr nachmittags im Schullokale, II., Negerlegasse 2. Der Vor st and des Vereines. Wien. (Erste Bildungsanstalt für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen, II., Schiffamtsgasse 15, gegr. 1868.) Anmeldungen für diese mit dem Oeffentlichkeitsrechte versehene Anstalt, welche tüchtige Erzieherinnen heranbildet, gleichzeitig aber auch Mädchen für ihren künftigen Frauen- und Mutterberuf vorbereitet, werden bis zum 20. September entgeaenaenommen. Die Aufnahmsprüfungen finden am 14. und 21. September statt. Mitteilungen des innerösterreichischen Distrikts- Komitees. Das innerösterreichische Distriktskomitee teilt mit, daß auch dieses Jahr in allen Räumen des Kongreßbureaus (IX. Türkenstr. 9) an den hohen Feiertagen ein Gottesdienst stattfindet, weshalb die P. T. Gesinnunasgenoss n und ihre Damen eingeladen werden, rechtzeitig sich mit Plätze zu versorgen. Anmeldungen find zu richten an Herrn Teitelbaum im Kougreßbureau, der auch nähere Auskünfte erteilt. Zionistischer Distriktsvorstand. Wien. Herr Oberkantor Bela Guttmann ist von seinem Urlaub zurückgekehrt und wird Freitag Abend im Leopoldstädter Tempel seine Funktionen wieder aufnehmen. Wien (Ottakring). Der Verein zur Ausspeifung armer israelitischer Schulkinder des XVI. und XVII. Bezirkes, der seit sieben Jahren in diesen verarmten Bezirken wahrhaft segensreich wirkt und täglich 90 bis 100 jüdische Kinder ausspeist, eröffnet am 17. September d. I. sein neues Heim, XVI., Grillemayergaffe 5, wo von nun ab die Kinder in eigener Regie streng rituell ausgespeist werden. Im Namen dieser armen, hilflosen Geschöpfe richten wir einen Appell an das goldene, jüdische Herz, diese edle Institution sowohl durch Naturalien als auch mit Geld zu unterstützen, damit dieser in der Lage ist, allen darbenden Kindern diese Wohltat zu erweisen. Spenden werden im Ausspeisungslokale und in der Gemeindekanzlei, XVI., Hubergasse 8, dankend entgegengenommen. Wien (Berichtigung.) Die in Nr. 35 unseres Blattes angeführte Spende: Fräulein Bertha P a p p e n h e i m in Frankfurt am Mam für die Siechenabteilung der israelitischen Versorgungsanstalt K 3000.— sollte lauten: Dr. Wilhelm Pappenheim, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, und Bertha Pappen heim in Frankfurt am Main zum Andenken an ihre seligen Eltern Sigmund und Recha Pappenheim für die Siechenabteilung der israelitischen Versorgungsanstalt K 3000 —. Leitmeritz. (JsraelitischeKultusgemeinde.) Am Donnerstag den 24. August fand hier die Konstituierung der neugewählten Kultusgemeinde-Repräsentanz statt und erscheinen als gewählt die Herren: Bernard Heller (Kultusvorsteher), Jur.-Dr. Raubitschek (Vorsteher-Stellvertreter), Emanuel Frankl (Kassier), Vinzenz P o l l a k (Rechnungsführer), S. Harpmann (Tempelvorsteher), Friedrich Heller (Tempelvorsteher-Stellvertreter) und S. Gutmann (Vorstandsmitglied für Theresienstadt).

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