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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-09-01 · 35 (1.9.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
35 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 35 Dr. Biocb’s Mocbenscbrm. Seile 557 Von Frau Regine Schwitzer aus Anlaß des Hinscheidcns ihres Gatten des Herrn Börserates Berth. Schwitzer für die israel. Armenanstalt - . - - . . K 200.— für hilfsbedürftige Arme . . - - „ 100.— für die Armen des IX. Bezirkes. . . . „ 200.- für die Armen des II. Bezirkes . „ 200.— für den israel. Frauen-Wohltätigkeitsverein im I. Bezirk ... 200.— für den Verein zur Unterstützung mittelloser israel. Studierender . . .... „ 200.— für die Israel. Allianz..... „ 100.— Von Frau Berta Pappenheim -in Frankfurt a. M. und Dr. Wilh. Pappenheim in Wien zur Fundierung des Jahresbeitrages von „Siegmund u. Recha Pappenheim" für den Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten und falls dieser Verein zu bestehen aufhören sollte für die „Chewra-Kabischa" .......... Von Herrn Moriz Bermann sel. And. für die jüdischen Armen Wiens ......... Von Herrn kais. Rat Julius Stern zum Zwecke der Kostaufbesserung der Insassen der israel. Versorgungsanstalt am Sonntag den 13. August 1905 . - . . Von Herrn Leopold Klein für den Baufond eines Knabenwaisenhauses . Von Frau Johanna Pisling anläßlich des Sterbegedächtnistages ihres sel. Gatten Herrn Karl Pisling für bedürftige Glaubensgenossen . -. Von Herrn Jakob Oplat für den Baufond eines neu zu errichtenden israel. Knaben-Waisenhauses K 1 200.— 800.- 500 — 200.— 90.- 40.— 10.— Von Herrn Otto Kohn arme Studierende. 23 verschiedene Lehrbücher zur Verteilung an Jüdische Künstler. Geehrter Herr Redakteur! In Ihrer vorlvöchentlichen Nummer beklagt sich ein Einsender, daß in meinem Artikel „Jüdische Künstler" der Name des Malers Nikolaus Schattenstein nicht erwähnt worden sei. Der Vorwurf wider mich wird zu Unrecht erhoben. In meinem Artikel heißt es pag. 519, zweite Spalte, auf der 17. Zeile von unten beginnend: „Und wie verheißungsvoll gährt und blüht und treibt es unter dem jungen Element! Ich nenne S ch a t t e n st e i n, der im Künstlerhause sein junges, vielversprechendes Talent in einer Kollektivausstellung ausgebreitet hat-". Ich hatte ihn also geradezu mit einer gewissen Bevorzugung genannt, und es lag die Notwendigkeit nicht vor, aufs Neue Reklame für ihn zu machen. Ich habe aber nichts dagegen, daß sie gemacht werde, denn er verdient sie. Hochachtungsvoll Oicsronc. Jüdische Schwimmeister. Aus London melden auswärtige Blätter, daß Mr. I. Wolfs in der -diesjährigen Schwimmzeit von Blackwall nach Gravesend in 5 Stunden 7 Minuten gelangt ist; zweimal hat er den Weg von Dover nach Ramsgate gemacht (26 englische Meilen), von von Margate Jetty nach Herne Bay und zurück (29 Meilen). Jedesmal ist beim Abgang eine ungeheure Menge von Zuschauern zugegen. Zurufe erschallen beim Abschied; die Rückkehr wird geduldig abgewartet. Er langt an, seine Gattin ist in der Nähe. Der Wagen, der ihn aufnehmen soll, wartet. Er steigt mit seiner Gattin ein — die Pferde werden von der Volksmasse ausgespannt. Moses Heß als Prophet. Im Anschluß an eine jüngst in der „Frankfurter Zeitung" veröffentlichte politische Prophezeiung Jean Jacques Rouffeaus wird auch auf diejenige hingewiesen, die der Sozialist und Journalist Moses Heß (Heß, geboren 1812, gestorben 1875) im Jahre 1841 über die zukünftige Entwicklung der europäischen Lage entworfen hat. Die Stelle, die hier mitgeteilt werden soll und die durch ihre teilweise bereits gewonnene geschichtliche Erfüllung frappiert, befindet sich in Heß', „Europäische Triarchie" und ist neuerdings wieder veröffentlicht worden in der Einleitung (p. XXVIII) zu „Moses Heß" (Jüdische Schriften, herausgegeben und eingeleitet von Theodor Zlocisti. Verlag von Louis Lamm. Berlin 1905). Sie lautet: „Möglich, daß Deutschland und Frankreich die gegenseitige Freundschaft, auf welcher allein rechte Freundschaft beruhen kann, sich erst auf den Schlachtfeldern am Rhein wird abtrotzen müssen, gewiß aber ist, daß einst das schönste Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich, ein Bündnis, welches Jahrhunderte überdauert, zustande kommt, während dessen der zukünftige Wettkampf zwischen England und Rußland, ohne die europäische Zivilisation zu gefährden, vorüberziehen wird. Mag inzwischen Frankreich mit Rußland fich verbinden, es wird sehr bald, wenn auch aus einer anderen Ursache als England, in die nämliche Lage wie dieses den Russen gegenüber sich versetzt sehen: es wird den Russen Konzessionen machen müssen, die es erniedrigen; es wird sich wie England dem Willen einer Macht unterwerfen müssen, die ihm jeden Augenblick mit Abfall droht. . . . Denn nichts wird Rußland verhindern, im günstigen Moment wieder eine „Grundsatz-Allianz" mit Deutschland einzugehen und auf diese Weise uns Europäer, wenn wir entzweit bleiben, fort und fort, geistig und materiell, so lange zu rusfifizieren, bis wir samt und sonders demoralifiert und ohnmächtig dem Sklavenimperator in die Arme finken." Dr. M. Sch. EB. Wien. (Auszeichnung.) Dem Einzelnprokuristen der Firma Schenker & Co. in Wien, Herrn Sigmund S t e ingrab e r, wurde vom Kaiser der Titel eines kaiserlichen Rates verliehen. Wien. (Ferienheim.) In Ergänzung unseres vorwöchentlichen Berichtes über die Kaiserfeier im Kaiser Franz Joseph-Ferienheim zu Tischnowitz wird uns noch mitgeteilt: In Bad Hall fand in der Skrophulosenkolonie des „Kaiser Franz Joseph-Ferienheim" eine imposante Kaiserfeier statt, die durch einen Festgottesdienst eingeleitet wurde und dank der Bemühungen der dort weilenden Vorstandsdame Kurarztensgattin Frau Mathilde Pollak fich zu einem Jubeltage für die armen, kranken Schützlinge gestaltete. Die Petrauer Mädchenkolonie des „Ferienheims" nahm an dem Festgottesdienst in Straßnitz teil und brachte die Volkshymne und ein patriotisches Lied zum Vortrage. Auch in der Kolonie Austerlitz nahm die Kaiserseier, der ein Festgottesdienst vorausging, einen würdigen und schönen Verlaus. Aus allen Kolonien gingen Huldigungstelegramme an das Allerhöchste Hoflager in Ischl ab. Ischl. Der zum Sommerausenthalte hier weilende türkische Bankier Herr Henri Baron M e n a s a aus Kairo feierte am 30. August das Beschneidungsfest seines neugebornen Söhnchens und wurde zu diesem Zwecke der als Beschneidungsoperateur bestbekannte Herr Dr. Adolf Herzfeld aus Wien hieher berufen. Tinmau. Anläßlich der Geburtstagsfeier Sr. Majestät fand im israelitischen Tempel zu Tnrnau ein solenner Gottesdienst Freitag, om 18. v. M. statt, bei welchem der von Sr. Ehrwiirven Rabbiner M. Z r z a w y geleitete und ganz neu eingeführte Chor das erstemal fungierte und mit Harmoniumbegleitung mehrere Piecen zur allgemeinen Zufriedenheit zum Vortrage brachte. 'Austerlitz. Aus Anlaß des Allerhöchsten Geburtsfestes hatten sich die Vertreter der Kultus- und der politischen Jsraelitengemeinde. ferner die Schuljugend und die Ferienkolonie der israelitischen Kultusgemeinde Wiens unter der Leitung des Herrn Lehrers Schönbrunn, dann die Mädchen-Ferienkolonie des Kaiser Franz Joseph-Feiienheims in Wien unter Führung des Herrn Gemeindesekretärs Johann Mandl zu einem feierlichen Gottesdienst im festlich beleuchteten Tempel eingefunden. Herr Oberkantor Tempelhof rezitierte das 21. Kap. der Psalmen, dann wurde vor der geöffneten Bundeslade ein andachtsvolles Gebet für das Wohl Sr. Majestät verrichtet und zum Schluß die Volkshymne unter 18 Pöllerschüfien gesungen. Baujaluka. Freitag, am 18. v. M. fand hier anläßlich des 75. Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers und Königs, im Tempel der österr.-ungar. israelitischen Kultusgemeinde ein solenner Gottesdienst statt, zu dem Vertreter der Kreis- und Bezirksbehörde, sowie des k. u. k. Milirär-Platzkommandos erschienen waren. Nach Absingung des 21. Psalms bestieg unser Rabbiner Dr. Moritz Frankfurter die Kanzel, um die Bedeutung dieses Freudentages für alle Bürger der österreichisch-ungarischen Monarchie, insbesondere aber für uns Israeliten klarzulegen. Hierauf verrichtete der Seelsorger vor geöffneter Bundeslade das Gebet für den Landesvater in hebräischer und deutscher Sprache. Die Kaiserhymne wurde von dem kroatischen Gesangsverein „Nada" gesungen.

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