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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-08-25 · 34 (25.8.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Dwcb's Wocbenscbrift Seite 541 Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine Weiß: Von Moritz Back X 15.—, Salo Landau 10 -, Rudolf Back 5.—, Gisela Fanto 20.—, Julius Angel 10.—, Gustav Kohn 10.—, Heinrich Lemberger K 5.—. Zusammen X 75.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Emilie Breitner: Von Emil Herzel X 10.—, Moriz Breitner und Familie 20.-, D. Länger 5.—, Rosa Kowanitz 20.—, Adolf und Ernestine Friedländer 10.- , Adolf und Hermine Morbach 10.—, Sigmund Kohn 5.—, Arnold Kohn X 5.—. Zusammen X 85.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Friedrich Frankl: Von Moritz Mandl, Gr.-Enzersdorf X 10.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Emmy Brückner: Von Albert und Therese Kaiser X 5.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Ignaz Laßner: Von L. X 4.—, Dr. Manhardt X 3. — . Zusammen X 7.—. Wien. Herr Dr. phil. Ludwig Brunner, Rabbiner in Rakonitz, Böhmen, hat sich mit Fräulein Selma L ö w y, Tochter des Herrn Dr. Abraham L ö w y. Oberrabbiners in Suczawa (Bukowina), verlobt. Wien. (Verlobung.) Fräulein Berta Kisch, Tochter des Buchdruckereibesitzers Herrn Alfred Kisch, Schriftführer des Vereines zur Hebung der Gewerbe, hat sich mit Herrn Richard Friedmann, Sohn des Fabrikanten Herrn S. Friedmann (Firma S. Friedmann juu.)^ Vorstandsmitglied des Vereines zur Hebung der Gewerbe, verlobt. Wien. (Vermählung.) Dienstag den 15. d. M. fand im Leopoldstädter Tempel die Vermählung des k. k. Realschulsupplenten Herrn Ernst Vogl aus Teschen mit Fräulein Emma W i l l n e r, einer Enkelin des verstorbenen R abbiners Dr. L ö w y, statt. Aus Trauzeugen fungierten der Bruder des Bräutigams, Herr Ludwig Vogl aus Budapest, und der Onkel der Braut, Redakteur Max Löwy vom Extrablatt. Den Trauungsakt vollzog Rabbiner Dr. G e l b h a u s von IX. Bezirk. Auszeichnung für Ritter v. Tausfig. Wie die Tagesblätter melden, hat der Kaiser dem Gouverneur-Stellvertreter der Bodenkreditanstalt Herrn Theodor Ritter v. T a u s s i g das Großkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Ministerpräsident Freiherr v. Gautsch hat Herrn v. T a u s s i g, der gegenwärtig in Scheveningen weilt, telegraphisch von der ihm zuteil gewordenen kaiserlichen Auszeichnung Mitteilung gemacht. Der theologische Verein der Hörer an der ifraelitisch-theoloaischen Lehranstalt in Wien empfiehlt den P. T. Gemeinden seine Mitglieder als Prediger an den hohen Feiertagen. Gefl. Zuschriften zu richten an Dr. Gustav Sicher II., Rembrandtstraße 28, Mezzanin. Wien. (Leichenbegängnis.) Eine angesehene Familie unserer Gemeinde ist von einem herben Schicksalsschlage heimgesucht worden. Vor einigen Tagen starb hier der Großkaufmann Herr Albert Paul. Derselbe war ein Neffe des berühmten Talmudisten und hervorragenden Rabbiners Rabbi Juda Ossat. Der Verblichene lebte ganz in den Traditionen seiner Ahnen, führte einen streng religiösen und altjüdischen Lebenswandel. Er erfreute sich auch wegen seiner vornehmen Lebensführung großer Hochachtung in der Kaufmannswelt. Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus, welcher in der Zeremoni-nhalle, wo sich zahlreiche Leidtragende versammelt hatten, an der Bahre die Trauerrede hielt, würdigte in tiefempfundenen Worten die Frömmigkeit, den Biedersinn und die Wohltätigkeit des Verewigten. Die Rede fand in den Herzen der Anwesenden einen mächtigen Widerhall. Die Trauergesänge trug Oberkantor Kläger wirkungsvoll vor. Gewitsch. Dienstag den 15. August beging die Tochter des langjährigen Bürgermeisters unserer israelitischen Stadtgemeinde, Herrn Adolf L ö w, Fräulein Philippine L ö w ihre Hochzeit mit Herrn Leopold Liebreich, Professor am Kommunalgymnasium in Lundenburg. ES war ein erhebender Anblick, als das Brautpaar mit den Hochzeitsgästen in das den Tempel bis auf das letzte Plätzchen füllende Menschengewoge eintrat. Nach den üblichen zeremoniellen Gesängen, an denen sich Herr Oberkantor Armin W i l k o w i c z und der gemischte Chor rühmlichst beteiligten, schritt Herr Rabbiner David Keßler zur Einsegnung des Bundes. Vor dem Tempel wartete eine gleichfalls nach Hunderten zählende Menge, um den Neuvermählten ihre Glückwünsche entgegenzubringen. Ttschnowitz. (Kaiserfeier im Wiener Ferienheim zu Tischnowi tz-V o r k l o st e r.) Mit einer schlichten, aber sehr würdigen und wohlgelungenen Feier beging das den Namen des Kaisers tragende Wiener Ferienheim zu Tischnowitz- Vorkloster den 75. Geburtstag des Monarchen. In der neuen, über 300 Personen fassenden reich geschmückten Sommerhalle hielt die derzeitige Aufsichtsdame Schriftführerin Frau Dr. Zins aus Wien eine eindrucksvolle Ansprache an die 135 Pfleglinge, worauf diese mit klangvollen Stimmen einige patriotische Lieder sangen, um sodann in dem prächtigen Parke „in Schritt und Tritt" stramm zu exerzieren. Abends gab es festliche Beleuchtung und auch ein Feuerwerk. Prag. (Ein deutschradikaler Redakteur als Einbrecher.) Der Schriftleiter Rudolf Petz, der nach Entwendung eines größeren Geldbetrages aus dem Redaktionslokale des A u s s i g e r deutschradikalen Tagblattes am 11. Juli von Aussig flüchtig geworden ist, wurde in Augsburg von der Polizei verhaftet. Lukovar. i'Itfluung.) Eine überaus glänzende Trauung fand am 15. d. M. in unserem festlich geschmückten, ganz beleuchteten, schönen Gotteshause statt. Der Budapester Arzt, Redakteur der Pester Med. Chir. Presse Dr. Desider Hahn führte Frl. Camilla Löwy, die Nichte unseres verdienstvollen Gemeinde-Präsidenten Herrn Viktor Baum, unter den Trauhimmel. Mit einer zündenden Ansprache segnete Oberrabbiner Dr. Diamant den Herzensbund des Brautpaares. Nach dem feierlichen Akte wurde vom Oberkantor Schwarcz und dem Chore das Grünzweig'sche Brautlied („Mög' der Segen") weihevoll vorgetragen. Viele Hunderte von Näh und Fern beglückwünschten die Neuvermählten im gastlichen Hause unseres Präsidenten und seiner trefflichen Gemahlin Jsabella Baum, der hochverehrten Präsidentin unseres Frauenvereines. 8. Feuilleton. Gin braver Mann. Erzählung von Th. H i l p i s ch. Auf meiner jüngsten Ferienreise besuchte ich u. a. die Eifel und gelangte auch in das Dorf K. Da es gerade Zeit zum Abendbrot war, als ich das Dorf betrat, begab ich mich sofort in ein Gasthaus und setzte mich zu den biederen Eifelbewohnern an den Tisch, um es mir hier so recht gemütlich zu machen. Und es gelang mir. Bald war ich mit den Leuten gut Freund und wir tauschten unsere Gedanken aus. Von der schönen Eifel und ihren biederen Bewohnern waren alle die lieben Leute sehr eingenommen; wer wollte es ihnen verdenken, ging es mir doch gerade so. Da war besonders ein alter grauhaariger „Eifeler", dem sein Gläschen und sein Pfeifchen gut mundete und der mir durch allerhand Erzählungen bewies, wie gut die „Eifeler" von Herz und Seele find. Eine von diesen Erzählungen sei hier wiedergegeben: Bei Salm, im Kreise Daun, in der Eifel entspringt ein Bach, der die Salm, aber auch wohl darum, weil er bei dem Dorfe Klüsserat in die Mosel fällt, der Klüfferater Bach heißt. Da ist's denn schon ganz genau gesagt, wo das Dorf Klüsserat zu suchen ist, nämlich im schönen Moselland, im Regierungsbezirke Trier. Wie gesagt, die Salm ist ein Bach, dem man's justament im Sommer gar nicht ansieht, wie ungeschlacht und wild er im Winter oder Frühling werden kann; bedenkt man aber, daß die Eifel ein gebirgiges, rauhes Hochland ist, das den Ardennen die Nachbarhand bietet, so zweifelt kein Mensch daran, daß da ungeheure Schneemaffen fallen, die sich mächtig auftürmen. Weht dann im Frühling ein lauer Südwind; scheint die liebe Sonne warm oder fällt gar ein lauer Regen, dann speist der abgehende Schnee die nach der Mosel und dem Rhein abfließenden Bäche und Flüßchen in solchem Maße, daß sie fürchterlich werden und oft sehr großes Unglück anrichten und das Werk der fleißigen Menschenhand, das vieler Jahre zu seinem Werden bedurfte, in einem Nu zerstören.

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