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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-08-25 · 34 (25.8.1905) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 34 Dr 3ßiocb s Mocbenscbrttt. Seite 537 Korrespondenzen. Zum 75. Geburtstag Umbraust vom Jubel seiner Völker hat unser Kaiser und Herr vor wenigen Tagen sein 75. Geburtsfest begangen — unmittelbar nachdem ihm die Freude vergönnt war, seinen treuen Freund und Verbündeten, den Herrscher Großbritanniens, in seine Arme schließen zu dürfen. Nicht rauschende Festlichkeiten haben den Tag begleitet, an dem unser Monarch sein Wiegenfest gefeiert hat, aber wer Oesterreich kennt, weiß, daß es in jedem Palast, in jedem Haus und in jeder Hütte Oesterreichs mitgefeiert worden ist. Schwere Prüfungen hat der greise Herr gerade im Laufe des letzten Jahres durchzumachen gehabt. Seine Sorgen sind vervielfältigt worden und das bittere Gefühl, für seine Treue und Mühe Undank als Lohn zu finden, mag ihn wohl schwer bedrücken. Da möge er denn sich mit dem Gedanken trösten, daß wir Oesterreicher nur umso treuer an ihm hängen. Wir wissen, was wir ihm schuldig sind. Wir wissen, daß er selbst jetzt noch in seinem Alter in einer Weise arbeitet, daß man ihn nicht nur den ersten, sondern auch den fleißigsten Beamten seines Reiches nennen kann. Wir wissen, daß seine Weisheit und seine Geduld den wertvollsten Bestandteil des österreichischen Staatsvermögens, den ehernen Grundstock des Reichskapitals bilden. In allen Gotteshäusern Israels wurde diese Tag festlich und mit einem Gebete zum Himmel für das lange Leben Seiner Majestät begangen. In sämtlichen Bethäusern der israelitischen Kultusgemeinde Wien fanden feierliche Gottesdienste statt. — Besonders erhebend gestaltete sich die Feier in den beiden Tempeln Stadt und Leopoldstadt. Im ersteren hielt Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann, im letzteren Herr Rabbiner Dr. S ch m i e d l die Festrede, die auf die andächtige Versammlung einen mächtigen Eindruck machte. Die kontoralen Funktionen versah im Stadttempel Herr Oberkantor Singer, im Leopoldstädter Tempel Herr Erster Kantor Jurberger, assistiert von ihrem Chore in vorzüglichster Weise. Unter den Anwesenden bemerkte man: Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern, Herrn Vizepräsidenten kais. Rat Hirsch, Bethausvorsteher Karl Lemberger, S. A. Wasservogel, Gemeinderat Donat Z i f f e r e r, Mitglieder der Bezirkskommissionen und den ganzen Beamtenkörper der Gemeinde unter Führung des ersten Sekretärs Herrn kais. Rat Dr. Theodor Lieben rc. rc. Unter Abfingung der Volkshymne schloß die erhebende Feier. Im Gemeindetempel Fünfhaus fand unter ungewöhnlicher Beteiligung des Publikums Freitag abends vor Beginn des Sabbathgottesdienstes zur Feier des 75. Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers ein Festgottesdienst statt. Nachdem Herr Kantor Schleifer mit Unterstützung des Synagogenchores den Königspsalm (21) vorgetragen hatte, feierte Herr Rabbiner Dr. Grunwald in poetischer schwungvoller Rede unseren Kaiser als Mann der Arbeit und der Pflichttreue. Die Volkshymne, von der Gemeinde gesungen, beschloß die nach allen Seiten würdige Feier. Gleichfalls am Freitagabend fand im IX. Bezirkstempel ein solenner Gottesdienst statt. Das schöne Gotteshaus erstrahlte im Lichte elektrischer Flammen. Ein zahlreiches Festpublikum fand sich ein. Der Gesamtvorstand des Bethausvereines war erschienen. Die Feier begann mit der Abfingung des Königspsalms durch Oberkantor Kläger mit Chor- und Orgelbegleitung. Hieraus betrat Herr Gemeinderabbiner Dr. G e l b h a u s die Kanzel und hielt eine begeisterte Rede, in welcher er die leuchtenden Herrschertugenden unseres erhabenen Kaisers schilderte, den die Bekenn« r des Judentums mit besonderer inniger Liebe als ihren gnadenreichen Spender der Freiheit, ihren Schutz und Schirm in allen Lagen verehren. Die halbstündige Predigt machte auf alle Zuhörer einen tiefen und begeisternden Eindruck. Mit der Volkshymne schloß die erhebende Feier. Im türkisch-israelitischen Tempel hielt nach dem Minchageber Herr Rabbiner-Stellvertreter Chacham Eli a h eine vom^ patriotischen Geiste durchwehte Ansprache, in welcher er die Bedeutung dieses Tages für die türkischen Israeliten in Oesterreich beleuchtete, indem der Redner besonders die Freundschaft des Kaiser Franz Josef mit dem Sultan betonte. Hierauf wurde die Bundeslade seitens des Präsidenten der türkischen Gemeinde Herrn Licco L. A d u t t geöffnet, worauf Herr Kantor Isidor L ö w i t das Kaifergebet „Hanoten teschua“ mit seiner mächtigen, klangvollen Stimme wirkungsvoll rezitierte. Mit Absingung der österreichischen Volkshymne schloß die erhebende Feier. Aus T r o p p a u wird gemeldet: Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages fand im hiesigen israelitischen Tempel am 17. d. M., abends halb 8 Uhr, ein Festgottesdienst statt, an welchem Abordnungen der hiesigen k. k. Staatsbehörden und des hiesigen Offizierskorps, sowie eine große Anzahl Gemeindemitglieder mit ihrem Vorsteher Herrn k. k. Landesschulrat Doktor Sonnenschein teilnahmen. Herr Oberkantor Singermann, unterstützt von einem verstärkten Damen- und Herren- Chor und Orgelbegleitung, zelebrierte den Gottesdienst, der einen sehr würdigen und feierlichen Eindruck machte, und Herr Rabbiner Dr. Blüh hielt die Festrede. In B i s e n z nahm der Festgottesdienst um halb 7 Uhr abends seinen Anfang in den dichtgefüllten Räumen des festlich beleuchteten Tempels. Eingeleitet wurde die Festfeier durch das „Na to>vn", vom Chore exakt vorgetragen. Hierauf bestieg unser allverehrter Herr Rabbiner Dr. Josef Hoff die Kanzel, um in einer von Begeisterung und Patriotismus durchwehten Rede das Ereignis des Tages zu würdigen. Sodann sprach der ehrwürdige Seelsorger vor offener Bundeslade das übliche Gebet für den Monarchen, das Herrscherhaus und den Gesamtstaat. Den Schluß der Feier, die in herzerhebender Weise verlief, bildete die Abfingung der Volkshymne. In G e w i t s ch fand der Gottesdienst in Anwesenheit der Kultus- und politischen Gemeinde und unter Teilnahme der Schuljugend statt. Kantor W i l k o w i t s ch intonierte das Na ton'u, worauf der Chor unter Leitung des Cultus- Präsidenten den Psalm 21 zum Vortrag brachte. Die Festrede hielt Präsident Rabbiner D. Keßler. In W a i d h o f e n a. d. Th. hielt Herr Rabbiner Dr. E i s e n b e r g die Festpredigt, anknüpfend an den Text Jes. 24, 16. Ueber Veranlassung des regsamen Tempelvorstehers Herrn Sigm. Reif in Mähr.-Aussee wurde am 18. August 1905, abends, vor Beginn des Sabbatheinganges im alten Tempel zu Mährisch-Aussee eine sehr würdige Kaiserfeier durch Kantor und Religionslehrer Herzka, der sich auch diesmal als gemütsvoller Orator gezeigt hat, exekutiert. Am 18. d. M. fand im israel. Tempel Mühlhausen bei Tabor ein Kaiserfestgottesdienst statt, welcher durch die Anwesenheit der Spitzen der k. k. Behörden, der Gemeindevertretung mit dem Herrn Bürgermeister, einer Offiziersdeputation unter Führung des Herrn Oberstleutenant Kurtz und der Direktoren der hiesigen Lehranstalten besonderen Glanz erhielt. Nach dem Vortrage eines Weihepsalmes hielt Herr Rabbiner Siegfried Grünberger die von patriotischem Geiste getragene Festrede, welche auf sämtliche Anwesende einen tiefen Eindruck machte. Mit der Abfingung der Volkshymne schloß die erhebende Festlichkeit. In T r e n c s i n-Tep litz fand im Tempel ein Frühgottesdienst statt. Der Kantor Herr Adolf Benedikt trug unter ^Mitwirkung eines Männerchores das Na towu in melodiöser Weise vor und rezitierte einige Psalmen. Hierauf bestieg der Rabbiner aus Jllawa Ehrw. Herr David Lewin die Kanzel und schilderte in höchst loyaler Weise die segensreiche Regierung Sr. Majestät des Königs, allerhöchstwelcher trotz der Last der Jahre seine Herrscherpflichten unentwegt treu erfüllt und für das Gedeihen des Vaterlandes wie auch für die Wohlfahrt seiner Unterthanen in väterlicher Weise sorgt. Nachdem der Redner auch die politische Lage Ungarns in sehr geschickter Wendung gestreift hatte, erflehte er den göttlichen Segen für Se. Ma- . jestät mit dem Wunsche, daß dem Könige ein hohes glückliches j^Greisenalter beschießen sei und der Friede in seinen Landen

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